Skip to content

Nachrufe zum Totensonntag 2025

[Vorige Seite...]

Graham Greene 1. September 2025
Der Oscar-nominierte kanadische Schauspieler Graham Greene, einer der Stars der Filme "Der mit dem Wolf tanzt", "The Green Mile" und "Wolf Lake" verstarb nach langer Krankheit mit 73 Jahren in einem Krankenhaus von Toronto. Greene wurde im Reservat der Six Nations in Ohsweken geboren. Greene gilt als Wegbereiter für indigene Schauspieler. Er war schon früh als Theaterdarsteller tätig und gab 1979 sein Fernsehdebüt in der kanadischen Serie "The Great Detective". Vier Jahre später startete er mit "Run For Your Life" seine Filmkarriere und wurde einer der bekanntesten indigenen Schauspieler Kanadas, den man weltweit für seine prägnanten Rollen feierte. Seinen Durchbruch hatte er 1990 in "Der mit dem Wolf tanzt" als Kicking Bird an der Seite von Kevin Costner, eine Rolle, die ihm eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller einbrachte. Der Film selbst gewann sieben Oscars, darunter für den Besten Film. Anschließend spielte Greene Rollen in Filmen wie "Maverick - Den Colt am Gürtel, ein As im Ärmel" an der Seite der Oscarpreisträger Mel Gibson und Jodie Foster, "Stirb langsam - Jetzt erst recht" mit Bruce Willis oder im "Twilight"-Film "New Moon - Biss zur Mittagsstunde", wo er mit Kristen Stewart und Robert Pattinson auftrat. Greene habe "Klischees über indigene Charaktere durchbrochen und den Weg für die nächste Generation von Schauspielern geebnet", hieß es in seiner Würdigung für den "Order of Canada", die höchste zivile Auszeichnung Kanadas, die er 2016 erhielt. Neben seiner Oscar-Nominierung erhielt Greene zahlreiche weitere Auszeichnungen: Grammy, Gemini und Canadian Screen Award-Gewinner, sowie eine Nominierung für den Independent Spirit Award. Außerdem wurde er mit einem Stern auf dem kanadischen Walk of Fame geehrt.

Giorgio Armani 4. September 2025
Der italienische Modeschöpfer Giorgio Armani, der auch zahlreiche Filme und etliche Filmstars ausgestattet hatte, verstarb im Alter von 91 Jahren in Mailand im Kreise seiner Angehörigen. Armani hatte als Autodidakt klein ange­fangen und ab den 1970ern ein Modeimpe­rium aufgebaut, zu dem neben Kleidung auch Schmuck, Parfums, Inneneinrichtung und Luxushotels gehören. Anfänglich machte Armani sich zunächst mit Herrenmode einen Namen. 1976 folgte sein internationaler Durchbruch. Er expandierte und begann, seine Kreationen auch in den USA zu vertreiben. Dort fungierte er zusätzlich als Kostümausstatter für hochrangige Filmproduktionen, wie "The Untouchables – Die Unbestechlichen" (1987) oder "Ein Mann für gewisse Stunden" (1980). Elegant geschnittene und stilvolle Anzüge in gedeckten Farben wurden zu seinem Markenzeichen. Er galt als der Mann, der dem Herrenjackett seine Steifheit durch Entfernen der Schulterpolster nahm. Im Jahr 1980 weitete er sein Sortiment weiter aus und brachte eine erste Damen-Kollektion auf den Markt. Im selben Jahr entwarf er die Uniformen der italienischen Luftwaffe und brachte in Kooperation mit L’Oréal sein erstes Parfüm auf den Markt. Demnächst hätte Armani, der als einer der „größten Modemacher des 20. Jahrhunderts“ galt, bei der Mailänder Fashion Week das 50-jäh­rige Bestehen seines nach ihm benannten Modehauses feiern wollen. Seit Karl Lagerfelds Tod im Februar 2019 war er für viele sogar der bekannteste Modemacher der Welt.

Horst Krause 5. September 2025
Der aus dem "Polizeiruf 110" bekannte Schauspieler Horst Krause verstarb im Alter von 83 Jahren in einem Seniorenheim in Teltow (Kreis Potsdam-Mittelmark), wie seine Familie mitteilte. Eine Besonderheit: Er hieß im echten Leben wie seine bekannteste Fernsehfi­gur. Horst Krause wurde als kugeliger und brummiger Dorfpolizist Horst Krause bundesweit prominent. Mit seinem Hund als Sozius brauste er auf einem alten Motorrad über Brandenburgs Straßen. Neben dem "Polizeiruf 110" gab es auch die ARD-Serie "Polizeihauptmeister Krause". Der deutsche Schauspieler wurde 1941 als jüngstes von fünf Kindern einer Bauernfamilie in der Nähe von Danzig geboren. Später wuchs er in Ludwigsfel­de (Brandenburg) auf. In der Schule soll er der Klassenclown gewesen sein. Ursprünglich lernte er den Beruf des Drehers, ab 1964 studierte er an der Berliner Schauspielschule. Er spielte am Landestheater Parchim, am Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt und am Staatsschauspiel Dresden und war ab den 1960er-Jahren auch im DDR-Fernsehen zu sehen, etwa in "Der Staatsanwalt hat das Wort". Einem gesamtdeutschen Publikum wurde Krause 1993 durch die Filmkomödie "Wir können auch anders..." von Detlev Buck bekannt. Gemeinsam mit Joachim Krol erhielt er für seine Rolle als Moritz "Most" Kipp den Deutschen Filmpreis als bester Darsteller. Beim Stockholm International Film Fes­tival wurde er 2003 für die Hauptrolle in "Schultze Gets the Blues" als bester Hauptdarsteller geehrt.

Robert Redford 16. September 2025
Der mit irischen Wurzeln in Santa Monica in Los Angeles geborene ehemalige Hollywood-Schauspieler und Filmproduzent Robert Redford verstarb im Alter von 89 Jahren bei sich zu Hause im US-Bundesstaat Utah im Schlaf. In den 1960er und 1970er-Jahren war er einer der bekanntesten und beliebtesten Künstler Hollywoods. Bekannt wurde er vor allem mit Hauptrollen in den Filmen "Die Unbestechlichen", "Der Pferdeflüsterer" oder "Zwei Banditen". Im letzteren, einer Western-Komödie aus dem Jahre 1969, (Originaltitel: "Butch Cassidy and the Sundance Kid") raubte er zusammen mit Paul Newman Eisenbahnen und Banken aus. Bekannt wurde er auch als Darsteller am Broadway Theater durch "Sunday in New York" und "Bar­fuß im Park", was 1967 mit ihm verfilmt wurde. 1974 glänzte er auf der Leinwand als Liebhaber an der Seite von Mia Farrow in "Der große Gatsby" sowie nochmals 1985 an der Seite von Meryl Streep in dem preisgekrönten Melodram "Jenseits von Afrika". Für seinen ersten Film als Regisseur, "Eine ganz normale Familie", bekam er 1981 einen Oscar, zudem erhielt er 2002 einen Oscar für sein Lebenswerk. 1980 gründete er auch das Sundance Institute, das jahrelang das Sundance Film Festival, das größte US-Filmfest für unabhängige Produktionen der Independent-Szene ausrichtete. Redford nutzte seinen Status auch dafür, sich für Umweltbelange wie den Natural Resources Defense Council und die National Wildlife Federation einzusetzen. Er galt als Gegner der Politik von US-Präsident Donald Trump und forderte diesen schon während dessen erster Präsidentschaft zum Rücktritt auf. Schon als junger Mensch wollte er Künstler werden und zog zunächst nach Italien und später nach New York, um Malerei zu studieren. Er schrieb sich dann an einer Schauspielschule ein, um Bühnenbildner zu lernen, wurde jedoch überredet, es als Schauspieler zu versuchen. Noch 2017 spielte er zusammen mit Jane Fonda im Netflix-Drama "Unsere Seelen bei Nacht". Obwohl er nach der Jahrtausendwende kaum noch auf der Leinwand zu sehen war lieferte er 2013 eine letzte bestechende Leistung in "All is lost" ab. Über 100 Minuten war er der einzige Akteur in einem einsa­men Überlebenskampf eines gekenterten Seglers. Sein aller letzter Auftritt vor der Filmkamera in einer Nebenrolle als Bösewicht war 2019 in dem Superhelden-Spektakel "Avengers: Endgame". Er hinterlässt seine deutsche Ehefrau, eine Malerin, die er 2009 in Hamburg heiratete.

Claudia Cardinale 23. September 2025
Die 1938 in Tunis, dem damaligen französischen Protektorat Tunesiens, geborene französisch-italienische Schauspielerin Claudia Cardinale, verstarb im Alter von 87 Jahren in Nordfrankreich bei Paris. Sie kam als Tochter sizilianischer Auswanderer zur Welt und wuchs dreisprachig auf: Mit Französisch, Arabisch und dem Sizilianischen. Obwohl im Maghreb geboren fühlte sie sich stets als Italienerin und zählte später zu den herausragenden Filmdiven ihres Landes. Sie spielte Haupt- und Nebenrollen in Filmklassikern wie Blake Edwards' Kriminalkomödie "Der rosarote Panther" mit Peter Sellers (1963), "Achteinhalb" von Federico Fellini (1963), "Der Leopard" von Luchino Visconti (1963), Sergio Leones Italo-Western "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968) und Werner Herzogs "Fitzcarraldo" mit Klaus Kinski (1982). In jungen Jahren war Claudia Cardinale auf einem Schönheitswettbewerb in der Hauptstadt Tunis als schönste Italienerin des Landes gekürt worden, womit sie eine Reise zu den Filmfestspielen in Venedig gewann. Dort kam sie auf den Geschmack des Schauspielens und galt fortan als Teil des Dreigestirns der großen Diven des italienischen Kinos. Im Vergleich zu Sophia Loren und Gina Lollobrigida war sie international jedoch etwas weniger bekannt, obwohl sie alles zu bieten hatte, was einen Weltstar ausmacht: Schauspielerisches Talent, Ausstrahlung und eine Karriere in Hollywood. Zu ihren wichtigsten Auszeichnungen für ihr Lebenswerk gehören 1993 der Goldene Löwe der Filmfestspiele von Venedig und 2002 der Goldene Bär der Berlinale. In den letzten Jahren war sie auf der Kinoleinwand nur noch selten zu sehen und wenn doch, dann als Matriarchin oder Großmutter. In der Netflix-Produktion "Rogue City" (2020) und dem Drama "The Island of Forgiveness" (2022), welches das Leben eines Tunesiers italienischer Abstammung behandelt, spielte sie nur noch Nebenrollen. Mehr denn je glänzte sie dafür als Kämpferin für Frauenrechte und unterstützte Bewegungen wie #MeToo oder Time's Up gegen den sexuellen Missbrauch von Frauen.

Hartmut Bitomsky 24. September 2025
Der in Bremen geborene deutsche Filmemacher und Filmproduzent sowie spätere Dozent und Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), verstarb mit 83 Jahren in München. Bitomsky studierte ab 1962 an der Freien Universität Berlin Theaterwissenschaft, Germanistik und Publizistik. Im Gründungsjahr 1966 wechselte er an die dffb, wo er im allerersten Studiengang der Akademie gemeinsam mit Wolfgang Petersen, Gerd Conradt, dem Essayfilmer Harun Farocki und der prägenden Persönlichkeit der westdeutschen Frauenbewegung Helke Sander sowie dem späteren RAF-Aktivisten Holger Meins studierte. Er wurde aber zwei Jahre später mit weiteren achtzehn Studenten aus disziplinären Gründen von der Filmakademie verwiesen. Zwar konnten begonnene Arbeiten stillschweigend beendet werden, eine Bewertung mit Zeugnissen gab es jedoch nicht mehr. Grund des Rausschmisses waren ihre Proteste mit großflächigen Plakatierungen am Deutschlandhaus des SFB in Berlin-Westend gegen den US-Vietnamkrieg. Seit 1993 war Bitomsky Dekan und Dozent am Film & Video Department des California Institute of the Arts. Als Nachfolger Reinhard Hauffs wurde er ab Januar 2006 Direktor der dffb, schied aber 2009 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus. Sein filmisches Schaffen umfasst mehr als 40 Werke. Filmgeschichte schrieb er mit zwei Werken Anfang 1970, die er gemeinsam mit seinem Freund und Kommilitonen Harun Farocki zum Thema der politischen Ökonomie von Karl Marx drehte. Die lehrhaft dargestellten Filme feierten ihre Uraufführungen bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen 1970 bzw. im Internationalen Forum des Jungen Films in Berlin 1971. Sein 1975 für das Kino gedrehter einziger Spielfilm "Auf Biegen oder Brechen", mit Jo Bolling und Lisa Kreuzer in den Hauptrollen, der den westdeutschen Klassenkampf mit Western-Motiven nachspielte, erfüllte die Hoffnungen, ein größeres Publikum zu erreichen, leider nicht. Vor allem aber prägte Bitomsky mit seinen „Deutschlandbildern“ ab 1983 eine spezielle Form der Medienarchäologie, die aus dem brachliegenden Bilderfundus der frühen Bundesrepublik bis zurück in die NS-Zeit schöpfte. Die Trilogie zu der auch „Reichsautobahn“ (1986) und „Der VW-Komplex“ (1989) gehören, besteht aus historischen Filmaufnahmen und verfasst eine kritische Kulturgeschichte der Bundesrepublik. Sein Interesse galt naturgemäß stets dem, was hinter den Dingen liegt. Und so widmen sich seine beiden letzten Filme zwei Gegenständen von diametralen Dimensionen: In „B-52“ (2001) erzählt er die Geschichte des amerikanischen Langstreckenbombers, in seinem Essayfilm „Staub“, der 2007 auf dem Festival in Venedig lief, versucht sich Bitomsky an einem dezidiert unfilmischen Sujet. Dabei kommt er schnell vom Hausstaub über Farbpigmente bis zu den Resten vergangener Sonnensysteme. Bitomsky war aber auch ein Cinephiler. Als langjähriger Autor der »Filmkritik« schrieb er zahlreiche Texte über seine Lieblingsregisseure wie John Ford und John Cassavetes, sein Buch „Die Röte des Rots von Technicolor: Kinorealität und Produktionswirklichkeit“ (1972) zeichnet die Verbindungen von der Materialität des Kinos und dessen Entstehungsbedingungen nach. Das Besondere an den Texten und Filmen von Bitomsky ist, wie sie Sinnlichkeit und Analyse verbinden. Seine letzte große Arbeit, die Installation „Shakkei – Geborgte Landschaft“, stellte er 2010 im Neuen Berliner Kunstverein vor.

Georg Stefan Troller 27. September 2025
Der in Wien geborene legendäre österreichisch-amerikanische Schriftsteller, Fernsehjournalist, Drehbuchautor, Regisseur und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller, verstarb im stolzen Alter von 103 Jahren in Paris, wo er seinen Lebensmittelpunkt hatte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann er in den USA Anglistik und Theater zu studieren, bevor er an die Sorbonne nach Paris kam. Troller, der jüdischer Herkunft war, galt als bedeutender Fernsehjournalist, der häufig für deutsche Fernsehsender wie ARD oder das ZDF arbeitete und zum Vorbild vieler Journalisten, Dokumentarfilmer und Talkshow-Moderatoren wurde. Dabei prägte er ganze Generationen mit seinem einzigartigen Stil bei Hunderten von Interviews mit bekannten und unbekannten Personen. Er sprach mit Marlene Dietrich, Ingrid Bergmann und Konrad Adenauer und führte rund 2.000 Interviews in seiner typischen unverblümten Direktheit. Zudem schuf er mehr als 170 Filme über Menschen und ihre großen wie kleinen Lebensgeschichten in betont subjektiver Befragungsmethode, sowie zahlreiche Dokumentarfilme über Frankreich. Darin sei es für ihn wie Magie gewesen, die Welt erst durch die Kamera, dann in Filmen zu spüren. Mit der Veröffentlichung seines Erinnerungsbuches "Ein Traum von Paris" gelang es Troller am Ende seines Lebens auch als großer Fotograf anerkannt zu werden.

++++++++++++++

Weiter geht's auf Seite zehn
mit Jane Goodall, die am 1. Oktober 2025 verstarb.
[...Nächste Seite]
Seiten: Vorige Seite | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | Nächste Seite | Alle

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Formular-Optionen

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!