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Nachrufe zum Totensonntag 2025

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Julian McMahon 2. Juli 2025
Der in Sydney geborene australisch-US-amerikanischer Schauspieler Julian Dana William McMahon verstarb im Alter von nur 56 Jahren in Clearwater, Florida nachdem er seinen privaten Kampf gegen den Krebs verloren hatte. Bekannt wurde er vor allem durch seine festen Rollen in den Fernsehserien "Profiler", "Charmed – Zauberhafte Hexen" und "Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis" in der er einen plastischen Chirurgen spielte. Die Serie erhielt 2005 den Golden Globe Award als Beste Serie – Drama. McMahon erhielt eine Nominierung in der Kategorie Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama. Julian McMahon war das zweite Kind von William McMahon, dem früheren Premierminister von Australien. Sein Studium in Rechtswissenschaften an der University of Sydney brach er vorzeitig ab, um eine Karriere als Model verfolgen zu können. Nachdem er sich in der Modebranche erfolgreich profilieren konnte, führte ihn seine Arbeit unter anderem auf Bühnen in Städten wie Mailand, London, New York City, Rom und Paris. Der endgültige Durchbruch als Schauspieler gelang ihm von 1989 bis 1991 in der australischen Seifenoper "Home and Away". Um seine Karriere voranzutreiben, zog McMahon 1994 nach Los Angeles und trat nach zahlreichen weiteren TV-Serien u.a. 2005 in der Marvel-Realverfilmung von "Fantastic Four" auf sowie zwei Jahre später in dessen Fortsetzung. Zudem war er 2007 auch an der Seite von Sandra Bullock im US-Mystery-Thriller "Die Vorahnung" zu sehen und 2010 in "R.E.D. – Älter, Härter, Besser", einer amerikanischen Agenten-Komödie von Robert Schwentke, die auch in den deutschen Kinos anlief.

Anita Kupsch 3. Juli 2025
Die Berliner Volksschauspielerin und Synchronsprecherin Anita Kupsch verstarb im Alter von 85 Jahren in einem Pflegeheim in Berlin, wie ihr Ehemann Klaus-Detlef Krahn bestätigte. Kupsch war zuletzt schwer an Demenz erkrankt, lag nur noch im Bett und konnte sich auch nicht mehr äußern. Als Mädchen tanzte sie im Kinderballett. Später erlernte sie den Beruf der Visagistin, begann dann aber in den 1960ern ihre Schauspielkarriere. Sie arbeitete mit Kollegen wie O.E. Hasse, Helmut Käutner und Rudolf Platte. Neben dem Theater spielte sie auch gerne Kabarett. Besondere Popularität erlangte sie von 1987 bis 1996 an der Seite von Günter Pfitzmann in der ARD-Vorabendserie "Praxis Bülowbogen" in der Rolle der Arzthelferin Gabi Köhler. Darüber hinaus war sie in ihrer mehr als 50 Jahre währenden Karriere in fast 100 weiteren Rollen zu sehen u.a. 1962 auch in Robert Siodmaks US-Fluchtdrama „Tunnel 28“ („Escape from East Berlin“) sowie 1974 in Wolfgang Petersens Thriller "Einer von uns beiden". Erfolge feierte sie auch auf Berliner Theaterbühnen. Unter anderem spielte sie im Schlosspark Theater von Dieter Hallervorden die 80-jährige Maude in "Harold und Maude". In den Stücken "Golden Girls" oder "Männer und andere Irrtümer" soll sie allein 1.700 Mal aufgetreten sein.

Michael Madsen 3. Juli 2025
Der in Chicago, Illinois geborene US-amerikanischer Schauspieler Michael Søren Madsen wurde leblos in seinem Haus in Malibu, Kalifornien aufgefunden. Er verstarb im Alter von 67 Jahren an einem Herzstillstand. Sein langjähriger Anwalt berichtete nach Madsens Tod über gesundheitliche Probleme seines Mandanten, der jahrelang mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte und trotz mehrfachen Aufenthalt in Entzugskliniken es nicht schaffte, dauerhaft nüchtern zu bleiben. Neben der Sucht belastete Michael Madsen ein erbitterter Scheidungsstreit mit seiner Ehefrau DeAnna Madsen nach mutmaßlicher häuslicher Gewalt gegen sie, für die er sogar kurzzeitig in Haft musste. Beruflich war Madsen das erste Mal bei der Steppenwolf Theatre Company in Chicago als Schauspieler tätig, wo er u. a. mit John Malkovich zusammenarbeitete. Der Charakterdarsteller, der mit seiner herausragenden Präsenz vor allem die Werke von Regisseur Quentin Tarantino prägte, war bekannt durch seine Rollen in "Reservoir Dogs", "Species", "Donnie Brasco", "Sin City" und "Kill Bill", in dessen Vol. 2 er einen abgehalfterten Killer spielte. Auch in "The Hateful Eight" und in "Once Upon a Time in Hollywood" trat er auf. Madsen war seit den Achtziger Jahren in über 300 Produktionen zu sehen. Sogar in "WarGames", "Thelma und Louise", "Free Willy" und im James-Bond-Abenteuer "Stirb an einem anderen Tag" hatte er eine Nebenrolle.

Mark Snow 4. Juli 2025
Der in Brooklyn, New York City, NY als Martin Fulterman geborene Mark Snow war ein US-amerikanischer Komponist für Filmmusik und Fernsehserien, der im Alter von 78 Jahren in seinem Haus in Connecticut verstarb. Bekannt wurde er insbesondere durch seine Musik für die Fernsehserie "Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI". Neben der berühmten Titelmusik komponierte Snow ebenfalls die Mu­sik für über 200 Episoden der Kultse­rie, in der die FBI-Agenten Dana Scully und Fox Mulder mysteriöse Fälle klärten. Auch die musikalische Untermalung anderer TV-Serien – darunter "Smallville" oder "Blaues Blut" sowie für einige Videospiele – stammt von Snow. Während Snow anfänglich nur Musik für das große Orchester schrieb, zog er 1974 mit seiner Frau Glynn nach Los Angeles, um sich in der Benutzung elektronischer Synthesizer schulen zu lassen. Mit dieser Soundästhetik traf Snow den Nerv einer neuen TV-Generation, sodass er sich bald ausschließlich darauf spezialisierte. Zuletzt war seine Musik 2020 im Film von "X-Men - The New Mutants" zu hören. Im Laufe seiner Karriere wurde er 15-mal für den Emmy nominiert, allein sechsmal für Musik in "Akte X". Bekommen hat er den US-Fernsehpreis allerdings nie. Darüber hinaus wurde er 2007 für den Score von Alain Resnais' Verfilmung von "Herzen" (Cœurs) nach dem Bühnenstück "Private Fears in Public Places" des britischen Theaterautors Alan Ayckbourn mit dem französischen César in der Kategorie Beste Filmmusik nominiert.

Claus Peyman 16. Juli 2025
Der in Bremen geborene Theaterregisseur, Intendant, künstlerischer Leiter und zuletzt Geschäftsführer und Alleingesellschafter des Berliner Ensembles, verstarb nach langer Krankheit mit 88 Jahren in Berlin-Köpenick. Er galt als „Theaterpapst“ der deutschen Theaterszene und war nicht nur eine der schillerndsten Hauptfiguren der deutschsprachigen Theatergeschichte, sondern schon zu Lebzeiten eine Legende, berühmt und berüchtigt für seinen Größenwahn, seinen Starrsinn, seine Uraufführungen und Skandale. Nach sieben erfolgreichen Jahren als Intendant am Schauspielhaus Bochum (1979-1986), das er zuvor von Peter Zadek übernommen hatte, wurde Peymann Direktor des Wiener Burgtheaters und damit endgültig ein gekrönter Theaterkönig. Nach 13 Jahren am Burgtheater übernahm Peymann für eine lange Zeit das Berliner Ensemble (1999 bis 2017), das er liebevoll als sein „Traumtheater“ bezeichnete und stets mit einem vollen Haus begeisterte. Uraufführungen zeitgenössischer Autoren wie Thomas Bernhard, Peter Handke oder Peter Turrini, später auch Elfriede Jelinek, bildeten für Peymann von jeher einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Mit seiner typischen Großmäuligkeit wetterte er gegen die Ignoranten der Kulturpolitik, ihre Etat-Kürzungen und ihre Bevormundung, da er 2007 dem ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar ein Praktikum als Bühnentechniker beim Berliner Ensemble angeboten und dessen politische Äußerungen unterstützt hatte. 2010 wurde Peymann im Dokumentarfilm "Unter Linken – der Film" von Jan Fleischhauer interviewt und gab dort an, als Intendant des Berliner Ensembles mehr als 200.000 Euro Brutto im Jahr zu verdienen. 2017 warf Peyman seinem Nachfolger Oliver Reese vor, das Berliner Ensemble zu zerstören, da dieser keine Mitglieder seines vorwiegend jungen Ensembles übernehmen wollte, das er sorgfältig aufgebaut hatte, bevor deren Schauspieler durch Film und Fernsehen bekannt wurden. Den damaligen Kulturstaatssekretär Tim Renner, der Reese ausgewählt hatte, bezeichnete er als eine kulturpolitische Katastrophe und wünschte sich für Berlin einen Kultursenator, der sich für den Schutz der Künstler einsetze.

Alan Bergman 17. Juli 2025
Der als Sohn jüdischer Eltern in Brooklyn / New York City geborene US-amerikanischer Liedtexter und -komponist sowie Sänger Alan Bergman verstarb mit 99 Jahren zu Hause in Los Angeles. Er arbeitete vornehmlich für Fernseh- und Filmproduktionen. Die zusammen mit seiner Frau Marilyn geschriebenen Lieder, die drei Jahre zuvor im Alter von 93 Jahren verstorben war, wurden dreimal mit einem Oscar ausgezeichnet: Für "The Way We Were" aus dem gleichnamigen Liebesfilm mit Streisand und Robert Redford, für «Windmills of Your Mind» aus dem Film "The Thomas Crown Affair" und für den Soundtrack zu Streisands Film "Yentl". Für Streisand schrieben sie auch Hit-Songs wie «Solitary Moon», «The Same Hello, the Same Goodbye» oder «That Face». Weitere Oscar-Nominierungen gab es unter anderem für die Lieder «It Might Be You» aus "Tootsie", "If we were in Love" aus "Geliebter Giorgio" und zuletzt 1996 für den Song "Moonlight" aus der Filmkomödie "Sabrina". Insgesamt waren sie 16 Mal für einen Oscar nominiert. Das Paar, das seit den 1960er-Jahren eine Arbeitsgemeinschaft bildete, konnte zudem zweimal den Golden Globe Award und dreimal den Emmy gewinnen und zahlreiche weitere Auszeichnungen für sich verbuchen. Als ihre Spezialität galten Balladen für Film, Fernsehen und Musical-Bühne, für die sie Broadway-Einflüsse mit modernem Pop kombinierten. Zu ihren frühesten Arbeiten gehört auch das Thema zu der Literaturverfilmung "In der Hitze der Nacht" von 1967, das sie gemeinsam mit Quincy Jones verfassten, und das von Ray Charles gesungen wurde. Das Ehepaar lieferte Texte für einige der bekanntesten Komponisten der Welt, darunter Marvin Hamlisch, Cy Coleman und Michel Legrand. Die Songs der Bergmans wurden von Stars wie Frank Sinatra, Aretha Franklin, Michael Jackson und Barbra Streisand gecovert. Mit Letzterer war das Songwriter-Ehepaar eng befreundet. Das Ehepaar wurde zudem in die Ruhmeshalle Songwriters Hall of Fame aufgenommen.

Jimmy Hunt 18. Juli 2025
James Walter Hunt, bekannt als ehemaliger Kinderdarsteller Jimmy Hunt, verstarb mit 85 Jahren sechs Wochen nach einem Herzinfarkt in einem Krankenhaus im kalifornischen Simi Valley. Hunts Filmkarriere begann mit acht Jahren in seiner Heimatstadt Los Angeles, als ein Agent von MGM seine Schulklasse besuchte. 1947 feierte der rothaarige und sommersprossige Junge sein Filmdebüt in "Clara Schumanns große Liebe" an der Seite von Superstar Katharine Hepburn (1907-2003). In den folgenden Jahren drehte er mit großen Namen wie Burt Lancaster ("Du lebst noch 105 Minuten"), Robert Mitchum ("Holiday Affair") oder dem späteren US-Präsidenten Ronald Reagan ("Alter schützt vor Liebe nicht"). In "Im Dutzend billiger", dem Original des 2003er-Remakes mit Steve Martin, verkörperte er eines von zwölf Kindern einer Großfamilie. Jimmy Hunts bekanntester Film ist aber "Invasion vom Mars" von 1953 - einer von zahlreichen Filmen der 50er-Jahre, in denen es um die heimliche Invasion der Erde durch Außerirdische geht. In dem Sci-Fi-Kultfilm spielte er anders als sonst nicht nur den Sohn der Hauptfigur, sondern übernahm selbst die Hauptrolle: einen Jungen, der die Landung eines UFOs in seinem Garten beobachtet und bald merkt, dass sich sein Vater seitdem merkwürdig verhält. 1986 hatte Hunt in dem gleichnamigen Remake von "The Texas Chain Saw Massacre"-Regisseur Tobe Hooper (1943-2017) einen Gastauftritt als Polizeichef. Es war sein einziger Auftritt in einem Film als Erwachsener.

Tom Troupe 20. Juli 2025
Nur fünf Tage nach seinem 97. Geburtstag verstarb der beliebte "Star Trek"-Darsteller Tom Troupe in seinem Zuhause in Beverly Hills. Die Rollen des in Kansas City, Missouri geborenen US-amerikanischen Charakterdarstellers waren oft klein, aber prägnant. Schon 1957 stand er als Peter van Daan in "Das Tagebuch der Anne Frank" auf der Broadway-Bühne. Später zog es ihn nach Los Angeles – und vor die Kamera, wo in "Star Trek", "Mission: Impossible" oder "Cagney & Lacey" auftrat. Zwischen den 1960ern und 1990ern war Troupe in Dutzenden Produktionen zu sehen – darunter "The Fugitive", "The Wild, Wild West", "Mary Hartman, Mary Hartman" sowie in Filmen wie "Kelly's Heroes" oder "My Own Private Idaho" von Gus Van Sant. Auch in "Mord ist ihr Hobby", "Knots Landing" oder in der Kult-Sitcom "Cheers" war sein inzwischen bekanntes Gesicht regelmäßig zu sehen. Seine große Liebe und spätere Ehefrau war Schauspielkollegin Carole Cook, mit der er nicht nur das Leben, sondern auch die Bühne teilte. Gemeinsam standen sie in Theaterstücken wie "The Lion in Winter", "Father's Day" oder "The Gin Game" auf der Bühne - bevor sie kurz vor ihrem 99. Geburtstag im Jahre 2023 verstarb.

Malcolm-Jamal Warner 20. Juli 2025
Der in New Jersey geborene schwarze US-amerikanische Schauspieler, Musiker und Poet, Malcolm-Jamal Warner, verstarb bei einem Schwimmunfall vor der Küste von Costa Rica. Der 54-Jährige sei offenbar beim Badeurlaub am Coles Beach in Cahuita „von der Strömung erfasst“ worden und konnte nur noch tot an der Karibikküste geborgen werden. Der Unfall ereignete sich demnach im Bereich des Strandes Playa Grande de Cocles in der Ortschaft Puerto Viejo de Limón. Malcolm-Jamal Warner wurde durch „Die Bill Cosby Show“ berühmt. Er spielte in allen acht Staffeln der Serie mit Bill Cosby in der Hauptrolle des Arztes und Geburtshelfer Dr. Cliff Huxtable dessen Sohn Theo. Warner wurde für seine Darbietung schon als Teenager in der Serie für einen Emmy nominiert und hatte auch mit weiteren Serien Erfolg. Die „Die Bill Cosby Show“ lief über acht Jahre von 1984 bis 1992 und gilt als einer der größten TV-Erfolge aus jener Zeit. Sie schildert das Leben einer schwarzen Familie der Mittelschicht in New York. Warner wirkte auch in Serien wie „Malcolm & Eddie“, „Jeremiah – Krieger des Donners“, „Listen Up“, „Major Crimes“ und „Suits“ mit.

Dan Ziskie 21. Juli 2025
Der in Detroit geborene US-amerikanische Schauspieler Dan Ziskie, der sich auch als Fotograf und Journalist betätigte, verstarb im Alter von 80 Jahren infolge einer Arterienerkrankung. Nach einem Kunst- und Athletikstudium an der University of Michigan schloss er sich zunächst in Chicago der Theatergruppe The Second City an, wo er an der Seite von Comedy-Legenden wie John Belushi lernte. Später zog er nach New York, wo er 1980 sein Broadway-Debüt gab. Bekannt wurde er allerdings für seine brillante Darbietung politischer Charaktere. In "House of Cards" verkörperte er den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, Jim Matthews. Doch auch in der Serie "Treme" konnte er als Finanzier C.J. Liguori überzeugen. Weitere bekannte Serien, in denen Dan Ziskie zu sehen war, sind: "Law & Order", "The Blacklist", "Sex and the City" und "Chappelle's Show". Auf der großen Leinwand war er in Filmen wie "Der Schakal" und "Krieg der Welten" zu sehen.

Ozzy Osbourne 22. Juli 2025
Der in Birmingham geborene britische Rockmusiker und Seriendarsteller John Michael „Ozzy“ Osbourne, bekannt geworden 1969 als Leadsänger der legendären Heavy Metal Group "Black Sabbath", verstarb im Alter von 76 Jahren in seiner Heimatstadt nur zwei Wochen nach seinem letzten Auftritt mit der Band. Es war das erste Mal seit 20 Jahren, dass die legendäre Band in Originalbe­setzung auf der Bühne stand, während der an Parkin­son erkrankte Sänger bei seinem Ab­schiedskonzert in seiner Heimatstadt nur noch wenige Lieder mit seiner nasalen Stimme im Sitzen vortragen konnte. Black Sabbath gelten als Pioniere des Heavy Metal. Die Band verkaufte während ihrer jahrzehntelangen Karriere mehr als 75 Millionen Alben. Für "Ozzy" Osborne war es allerdings nicht das einzige Highlight in seiner Karriere. Auf der Bühne agierte der Show­man neben dem eher introvertierten Leadgitarristen und dem fast stoischen Bassisten Geezer Butler oft wie ein Wahn­sinniger. Wegen Drogen- und Alkohol­problemen feuerte ihn die Band 1979. Mit Hilfe seiner Managerin Sharon Ar­den, die er später heiratete, startete Osbourne eine erfolgreiche Solokarriere und erhielt er ab 1980 bis Mitte der 1990er Jahre mehrere Platinauszeichnungen. Sein wildes Auftreten, das Spiel mit der Provokation und mit Horror-Elemen­ten begeisterte die Fans, verschreckte aber besonders in den USA konservative und religiöse Gruppen. Einem jüngeren Publikum ist er vor allem als exzentrischer Familienvater aus der preisgekrönten Doku-Soap "The Osbournes" bekannt. Die in drei Staffeln produzierte Reality-TV-Serie feierte ihre Premiere bei MTV. Osbourne und seine Familie gaben darin Einblicke in ihr Privatleben und wurden innerhalb kürzester Zeit zu weltbekannten Superstars.

Doris Gercke 25. Juli 2025
Die in Greifswald geborene Krimiautorin Doris Gercke, Erfinderin der einstigen ZDF-Er­mittlerin "Bella Block", verstarb im Alter von 88 Jahren in Hamburg, wie der Argument Verlag mit Sitz in der Hansestadt unter Beru­fung auf die Familie mitteilte. Nach einer Verwaltungslehre und Jahren als Hausfrau und Mutter legte sie mit 40 Jahren ein Begabtenabitur ab und studierte Jura. Gleich ihr erster Roman "Weinschröter, du musst hängen" wurde 1988 ein Riesen­erfolg und 1993 mit Hannelore Hoger als Bella Block für das Fernsehen verfilmt. Hoger, die im Dezember 2024 starb, ver­körperte die unkonventionelle Kommissa­rin bis zum Ende der ZDF-Reihe 2018. In ihrem Debüt-Buch schilderte die Autorin eine Atmosphäre von Trostlosigkeit, alltäglicher Gewalt und Sexismus. Ursprünglich habe sie sich u.a. von Raymond Chandler inspirieren lassen. Lange fühlte sich Gerke, die als junge Frau der DKP beigetreten war, auch mit Frauen- und Friedensbewegungen sowie dem Kampf gegen Neofaschismus verbunden. Aber auch Kinder- und Jugendbücher sowie Lyrik gehörten zu ihrem Repertoire.

Lutz Mommartz 26. Juli 2025
Der im Rheinland geborene Maler, Filmkünstler und deutsche Experimentalfilmer Lutz Mommartz verstarb nach langer schwerer Krankheit im Alter von 91 Jahren in Düsseldorf. Der Träger des Bundesfilmpreises in Silber 1977/78 bewegte sich stets an der Schnittstelle von Dokument und Experiment. Als er sich 1967 von der Malerei verabschiedete, begann Mommartz mit dem Drehen von 16-mm-Filmen. Im gleichen Jahr erhielt er mit seinem Film "Selbstschüsse" beim internationalen Experimentalfilmfestival im belgischen Knokke-Heist einen weltweit beachteten Filmpreis. Bei einem Spaziergang hatte er seine 16-Millimeter-Bolex immer wieder in die Luft geworfen und aufgefangen. Aus den Bildern, die dabei unwillkürlich auch den clownesken Charme ihres Urhebers einfingen, montierte er einen Avantgarde-Klassiker. An der Schnittstelle von Dokument und Experiment entstanden in den Folgejahren höchst unterschiedliche Filme, deren verbindendes Merkmal ihre Kompromisslosigkeit war. Aus ihr erwuchs ein konstituierendes Stilmerkmal, ein Austarieren von Grenzen der Technik, der Gesellschaft, der Idee von Individualität und Persönlichkeit. 1968 zeigte der Autodidakt auf der Documenta 4 erstmals das Zweileinwandkino, einen Vorläufer des immersiven Films, bei dem das Publikum sich zwischen zwei Projektionsflächen bewegt und tief in die virtuelle Realität eintaucht. Im Oktober 1975 erhielt er seine erste Professur für Film in der damaligen Abteilung für Kunsterziehung der Kunstakademie Düsseldorf. 1978 wurde er an die heutige Kunstakademie Münster berufen, wo er die von ihm gegründete Filmklasse bis 1999 leitete. 2020 präsentierte er sein letztes Hauptwerk und nannte es "Zeitschneider". Die 24-stündige Videoprojektion unterwirft sein gesamtes bis 1994 geschaffenes Œuvre einer Revision, fragmentiert und dekonstruiert es, um es zugleich zu einer neuen Komposition zu arrangieren.

Alon Aboutboul 29. Juli 2025
Der international bekannte israelische Schauspieler Alon Aboutboul verstarb bei einem Badeunfall aufgrund eines Schwächeanfalls im Alter von 60 Jahren. Wie die „Jerusalem Post“ und weitere israelische Medien meldeten, bekam Aboutboul beim Schwimmen am Strand von Dor-Habonim, südlich der Stadt Haifa im Norden Israels einen Schwächeanfall und wurde von schnell herbeigerufenen Rettungskräften nur noch leblos aufgefunden. Die Rettungskräfte konnten ihn nicht mehr wiederbeleben. Aboutboul gehörte zu Israels bekanntesten Darstellern, seine Karriere führte ihn auch nach Hollywood. Seine bekannteste Rolle spielte Alon Aboutboul in einem "Batman"-Film: Er verkörperte den russischen Nuklearphysiker Dr. Pavel in "The Dark Knight Rises", dem finalen Teil der Trilogie. Aboutboul wurde 1965 in Kiryat Ata als Sohn algerischer und ägyptischer Eltern geboren. Seine Filmkarriere begann 1980 mit israelischen Produktionen. Wegen seines markanten Äußeren wurde Aboutboul auch in Hollywood oft als harter Kerl besetzt, er spielte Soldaten, Machos, Kriminelle oder Mossad-Agenten. Später kamen auch Komödien und Musicals hinzu. Weitere Auftritte hatte Aboutboul in "Rambo 3", in Steven Spielbergs "München" und "Der Mann, der niemals lebte" von Ridley Scott. Er spielte auch Nebenrollen in den Serien "Homeland" und "Snowfall" und zuletzt in "The German". Insgesamt spielte er in mehr als hundert Kino- und Fernsehproduktionen mit.

Robert Wilson 31. Juli 2025
Die Uraufführung der Oper "Einstein on the Beach" machte den vielfach ausgezeichneten Bildervisionär Robert Wilson aus Texas weltbekannt. Der zu den bedeutendsten Regisseuren der Theaterwelt zählende Dramatiker verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 83 Jahren in Water Mill, New York. Wilson inszenierte über Jahrzehnte Theaterstücke und Opern auf den wichtigen Bühnen der Welt und galt vor allem in den Siebziger- und Achtzigerjahren als großer Regie-Erneuerer im Theater wie in der Oper. Zu seinen späten Arbeiten gehörten Inszenierungen von Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" und Samuel Becketts "Endspiel" im Berliner Ensemble. Dabei kombinierte er Tanz, Texttreue und präzise Lichtregie mit surrealistischen Bühnenbildern. Seine Arbeiten für die Bühne, auf Papier, seine Skulpturen und Videoporträts sowie das Watermill Center werden aber als sein künstlerisches Erbe bestehen bleiben, hieß es in der Mitteilung seines Managements. Das Watermill Center auf Long Island unweit von New York hatte Wilson 1992 als Kunstzentrum eingerichtet. Schon als junger Mann machte der im US-Bundesstaat Texas geborene Theaterautor sich nach New York auf und wurde unter anderem von Künstler Andy Warhol und Komponist John Cage beeinflusst. Wilson outete sich als schwul und machte auf der Bühne mit der ungewohnten Kombination von kühler Lichtregie und sensationell meditativen, fast surrealistischen Bühnenbildern, von Tanz, Musik und mitunter fast roboterhafter Personenführung Furore. Die Uraufführung der Philip-Glass-Oper "Einstein on the Beach" im Jahr 1976 in Avignon, die das Musiktheatergenre revolutionierte, gilt als spektakulärste Aufführung seiner langen Karriere und bescherte ihm international den Durchbruch. Geschätzt wurde Wilson in späten Jahren vor allem in Europa und besonders in Frankreich, wo er unter anderem an der Pariser Bastille-Oper inszenierte. 1979 inszenierte Wilson an der Schaubühne Berlin sein Stück Death, Destruction & Detroit, für das er mit einer Einladung zum Berliner Theatertreffen ausgezeichnet wurde. Ab Mitte der 1980er Jahre arbeitete er in mehreren Projekten mit dem Dramatiker Heiner Müller zusammen, den er 1977 auf dessen zweiter Amerikareise kennengelernt hatte. Der auch als bildender Künstler international hochgeachtete Regisseur stellte im Louvre Videoporträts von US-Popstar Lady Gaga und Ballettlegende Mikhail Baryshnikov aus. 2006 wurde auf der Berlinale Katharina Otto-Bernsteins Dokumentarfilm "Absolute Wilson" über Wilsons Arbeit und Leben uraufgeführt. Zusammen mit der großen in Templin, Brandenburg aufgewachsenen Schauspielerin, Angela Winkler, lies er in Berlin Alfred Jarrys Bühnengroteske "König Ubu" als Hörspiel für den RBB einsprechen. 2016 wurde Wilsons zweites Hörspiel "Tower of Babel" unter Mitwirkung u. a. von Edith Clever, CocoRosie, Daniel Libeskind, Jonathan Meese, Christopher Nell, Fiona Shaw und Daniel Hope veröffentlicht. Wilson, der auch Mitglied der Akademie der Künste Berlin war, wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz.

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mit Jonathan Kaplan, der am 1. August 2025 verstarb.
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