Nachrufe zum Totensonntag 2025
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Theodor Pistek 3. Dezember 2025
Der Oscar-prämierte tschechische Kostümbildner und Maler Theodor Pistek verstarb im Alter von 93 Jahren. Für den Film "Amadeus" von Milos Forman bekam Pistek 1985 einen Oscar für das beste Kostümdesign. Er war als Kostümbildner auch an "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und "Pan Tau" beteiligt. Daneben machte er sich als Maler fotorealistischer Darstellungen einen Namen. Seine Bilder sind in den Sammlungen der Prager Nationalgalerie vertreten.
Roger Lumont 4. Dezember 2025
Der französische Synchronsprecher und Schauspieler Roger Lumont verstarb im Alter von 91 Jahren. Sein Schaffen umfasst rund 130 Produktionen, zuletzt trat er 2003 in Erscheinung, allerdings ausschließlich als Nebendarsteller, obwohl sein Auftritt meist neben den größten Stars des französischen Kinos stattfand. Dazu gehörten Bourvil und Jean-Paul Belmondo in "The Brain", Alain Delon, Lino Ventura und Jean Gabin in "The Clan of the Sicilians", Louis de Funès in "Fantômas Goes Unchained", "The Policeman in New York" oder "The Great Restaurant", Pierre Richard in "Les malheurs d'Alfred" und Jean Yanne in "Tout le monde il est beau, tout le monde il est gentil". Durch seine Zweisprachigkeit fasste er auch in Hollywood Fuß und war neben Omar Sharif in "Mayerling" oder bei Woody Allen in "Krieg und Liebe" zu sehen.
Cary-Hiroyuki Tagawa 5. Dezember 2025
Der mit japanischer Abstammung in Tokio geborene US-amerikanisch-russische Filmschauspieler und Filmproduzent Cary-Hiroyuki Tagawa verstarb im Alter von 75 Jahren in Santa Barbara, Kalifornien, an den Folgen eines Schlaganfalls. Schon als Jugendlicher war er im Schultheater zu sehen. Seine erste kleine Statistenrolle spielte er in John Carpenters „Big Trouble in Little China“. Ab 1986 stand Tagawa für zahlreiche Filme und Fernsehserien vor der Kamera. Dabei verkörperte er oft asiatische Schurken. Der Durchbruch gelang ihm dann 1987 in Bernardo Bertoluccis „Der letzte Kaiser“. Seine berühmteste Rolle war jedoch 1995 die des Shang Tsung in "Mortal Kombat". 1999 verkörperte er im Film "Fight of the dragon", in dem auch der schwedische Action-Star Dolph Lundgren mitspielte, den grausamen General Ruechang. Aber auch durch seine Rolle als Flottenadmiral Genda im 2001 produzierten Kriegsepos "Pearl Harbor" wurde er einer breiten Masse bekannt. 2007 debütierte Tagawa als Filmproduzent mit dem Actionfilm "Duel of Legends". Sein schauspielerisches Schaffen für Film und Fernsehen umfasst mehr als 140 Produktionen. Zuletzt trat er 2023 in Erscheinung.
Horst Janson 10. Dezember 2025
Der in Mainz-Kastel geborene deutsche Schauspieler Horst Janson verstarb nach mehreren Schlaganfällen im Alter von 89 Jahren in Grünwald. Als Heranwachsender sammelte er erste Schauspielerfahrungen am Schultheater in Wiesbaden. Bereits als Sechzehnjähriger ließ er sich erfolgreich von der Frankfurter Bühnengenossenschaft auf seine Eignung als Schauspieler testen und nahm ab 1951 professionellen Schauspiel-Unterricht. Zur weiteren Ausbildung ging er mittels eines Stipendiums an das Berliner UFA-Nachwuchsstudio. Sein Filmdebüt gab Janson 1959 als Morten Schwarzkopf in der Verfilmung des Romans "Buddenbrooks" von Thomas Mann. Einem breiten Publikum wurde er 1968 durch die ARD-Fernsehserie "Salto Mortale" bekannt, in der er einen Trapez-Artisten spielte. In Erinnerung ist Janson auch ab 1973 durch seinen Auftritt an der Seite von Heidi Brühl in den späten Fortsetzungen der "Immenhof"-Filme. Später wirkte er an einigen englisch-amerikanischen Filmproduktionen u.a. an der Seite von Richard Burton und Robert Mitchum mit. Und ab 1998 trat er zur Abwechslung mehrmals bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg auf. Insgesamt wirkte Janson als Schauspieler zwischen 1959 und 2022 an über 160 Film- und Fernsehproduktionen mit, wodurch er zu einem der bekanntesten deutschen Schauspielern zählte.
Arthur Cohn 12. Dezember 2025
Der in Basel (Schweiz) geborene jüdische Hollywood-Filmproduzent Arthur Cohn verstarb mit 98 Jahren in Jerusalem (Israel). Der sechstfache Oscar-Preisträger verbrachte seine Jugend- und Studienjahre in Basel, danach folgten Jahre als Journalist, u. a. beim Echo der Zeit (Radio) und die Beschäftigung mit der Konzeption von Drehbüchern, die ihn zum Film brachte. Cohns Mutter war am Kurfürstendamm in Berlin aufgewachsen und heiratete in Basel einen später bedeutenden jüdischen Anwalt, der Wegbereiter des neuen Israel wurde. Auch Arthur Cohn lebte seit einigen Jahren in Jerusalem (Israel) bei seinem Sohn Emanuel, einem Schauspieler. Noch im vergangenen Jahr arbeitete Cohn an der Verfilmung des Romans "Der wiedergefundene Freund" von Fred Uhlman, dessen Drehbuch zuletzt etwas ins Stocken geraten war. Er war befreundet mit Hollywood-Stars wie Al Pacino, Michael Douglas und Jodie Foster, dennoch gab er in seinen Filmen meist unbekannteren Schauspielern und Regisseuren den Vorzug und legte bei seinen Filmen Wert auf subtiles und poetisches Material. Zudem wünschte er dem heutigen Kino weniger Spezialeffekte, Sex und Gewalt, dafür mehr humanistische Werte. Cohns Paradebeispiel ist "Das etruskische Lächeln" (2018) nach einem Roman von José Luis Sampedro, der bei der Berlinale begeistert gefeiert wurde. Bei der nur zwölf Millionen Dollar teuren Produktion, einem Bruchteil von dem, was Actionthriller kosten, geht es um einen kauzigen Schotten, der nach einem Leben auf einer entlegenen Insel aus Gesundheitsgründen zu seinem Sohn nach San Francisco zieht, zwar wenig mit dessen modernem Lebensstil anfangen kann, aber trotzdem wieder Lebensfreude findet. Bereits 1962 gewann Cohn die erste Oscar-Auszeichnung für "Nur Himmel und Dreck". Darin geht es um eine ehemalige niederländische Kolonie in Südostasien. 1991 bekam er den Oscar für "American Dream" über den Arbeitskampf von US-Fabrikarbeitern in den 1950er Jahren. Im Jahr 2000 erhielt er als Produzent gemeinsam mit anderen Nominierten die Oscar-Trophäen für drei Dokumentarfilme, darunter für "Ein Tag im September" über den Anschlag einer palästinensischen Terrororganisation auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Drei weitere von Cohn produzierte Filme wurden mit Oscars als beste fremdsprachige Filme gekrönt: das italienisch-deutsche Filmdrama "Der Garten der Finzi Contini" (1972), der Antikriegsfilm "Sehnsucht nach Afrika" (1977) und das Schach-Drama "Gefährliche Züge" (1985). Nach den Oscar-Regeln gehen diese Trophäen aber nicht direkt an den Produzenten, sondern an den Film als Ganzes und das Land, das ihn einreicht.
Rolf Becker 12. Dezember 2025
Der in Leipzig geborene Schauspieler und Synchron- sowie Hörspielsprecher Rolf Becker, Vater der Schauspieler Meret und Ben Becker, verstarb im Alter von 90 Jahren in einem Hamburger Hospiz. Becker, der bis 1971 mit der im Juni dieses Jahres verstorbenen Schauspielerin Monika Hansen verheiratet war, spielte unter Regielegende Peter Zadek und in Stücken von Thomas Bernhard genauso wie in Filmen von Volker Schlöndorff. Er hatte auch Gastrollen im "Großstadtrevier", dem "Tatort" oder anderen Fernsehserien. Seit 2006 gehörte er in "In aller Freundschaft" zum Team der Leipziger Sachsenklinik. Zu Beckers Auftritten in Kinoproduktionen des Neuen Deutschen Films zählen Rollen in "Cardillac" (1969) von Edgar Reitz, "Ich bin ein Elefant, Madame" (1969) von Peter Zadek und "Ich liebe Dich, ich töte Dich" (1971) von Uwe Brandner (1941–2018). 1975 spielte er unter der Regie von Volker Schlöndorff den Staatsanwalt Peter Hach in der Böll-Verfilmung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Im Jahr 1999 trat er in der deutsch-ungarischen Koproduktion "Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday" von Rolf Schübel auf.
Peter Greene 12. Dezember 2025
Der in New Jersey geborene US-Schauspieler Peter Greene verstarb im Alter von 60 Jahren. Er wurde am Nachmittag des 12. Dezember 2025 leblos in seinem Apartment in New York aufgefunden. Die Todesursache sei derzeit noch unklar und muss erst durch einen Gerichtsmediziner ermittelt werden. Eine Fremdeinwirkung schloss die Polizei aus. Anfang der 90er-Jahre begann Greenes Karriere mit kleineren Rollen in Kino und Fernsehen. Der spätere Tarantino-Star behauptete sich im Laufe seiner Karriere als markanter Charakterschauspieler. Bereits 1993 wurde er für seine Darstellung in "Laws of Gravity" für den Independent Spirit Award als Bester Hauptdarsteller nominiert. Danach war er in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen und verkörperte dabei fast ausschließlich Bösewichte, bevor ihm 1994 unter Regisseur Quentin Tarantino der große Durchbruch gelang: In dessen Kultfilm „Pulp Fiction“ spielte er den brutalen Vergewaltiger Zed und prägte damit eine der berühmtesten Szenen des Films. Im selben Jahr war Greene außerdem als Dorian Tyrell zu sehen, der Gegenspieler von Jim Carrey und Cameron Diaz im Erfolgsfilm „Die Maske“. 1995 folgte eine weitere prägnante Rolle als Redfoot in dem Klassiker „Die üblichen Verdächtigen“. Zu seinen weiteren bekannten Filmen zählen unter anderem „Tödliche Verschwörung“, in dem er an der Seite von Halle Berry spielte, „Der Diamanten-Cop“, „Training Day“ mit Denzel Washington und Ethan Hawke sowie die Sebastian-Fitzek-Verfilmung „Das Kind“. Zuletzt war Peter Greene 2023 in der Serie „The Continental“ zu sehen, einem Prequel der „John Wick“-Filme. Seine nächste Rolle sollte eigentlich im Januar in einem Independent-Thriller an der Seite von Mickey Rourke beginnen.
Rob Reiner 14. Dezember 2025
Der in New York City geborene US-Kultregisseur, -produzent und Schauspieler Robert „Rob“ Reiner (78) und seine Ehefrau Michele Singer Reiner (68) wurden von ihrer Tochter Romy Reiner (28) am dritten Adventssonntag zu Hause in Brentwood, Los Angeles ermordet aufgefunden. Das Ehepaar soll erstochen worden sein. Als Hauptverdächtiger gilt ihr Sohn Nick Reiner (32), der in der Vergangenheit offen über seine Probleme mit Drogenabhängigkeit und wochenlanger Obdachlosigkeit in New Jersey und Texas gesprochen hat. Er sei inzwischen verhaftet und von der Polizei verhört worden. Rob Reiner stammte aus einer jüdischen Familie aus der Bronx. Er war der Sohn des Regisseurs, Schauspielers und Komikers Carl Reiner und der Schauspielerin Estelle Reiner. Seine jüngeren Geschwister sind die Schriftstellerin Annie Reiner sowie der Künstler Lucas Reiner. Bereits als Zwölfjähriger trat er in der Serie "77 Sunset Strip" auf. In der Folge war er in weiteren TV-Serien zu sehen. Populär wurde er ab 1971 mit seiner Emmy-preisgekrönten Rolle als überzeugter Linker Schwiegersohn „Mike“ in der Serie "All in the Family", die in Deutschland als Vorabendserie unter dem Titel "Ein Herz und eine Seele" lief. Sein Regiedebüt gab Reiner 1984 mit der Komödie "This Is Spinal Tap". Er ist auch bekannt durch Filme wie "Stand by Me" (1986), "Die Braut des Prinzen" (1987) und "Eine Frage der Ehre" (1992). Sein größter Hit aber war der Kultstreifen "Harry und Sally" (1989) mit Meg Ryan und Billy Crystal, bei dessen Dreharbeiten er auch seine Ehefrau Michele kennenlernte. Rob und Michele Reiner heirateten 1989 und bekamen die Kinder Jake, Nick und Romy. Rob Reiner hat außerdem eine Adoptivtochter mit seiner 2018 verstorbenen Ex-Frau Penny Marshall, †75, mit der er zehn Jahre verheiratet war.
Rosa von Praunheim 17. Dezember 2025
Der in Riga, Lettland als Holger Radtke geborene deutsche Film- und Theaterregisseur Rosa von Praunheim (bürgerlich Holger Bernhard Bruno Mischwitzky), der auch als Produzent, Autor sowie Aktivist und Mitbegründer der LGBTQ-Bewegung in Deutschland bekannt wurde, verstarb an einem Hirntumor im Alter von 83 Jahren in Berlin, wo er zuletzt seinen Wohnsitz hatte. Praunheim, der auch bei uns im BAF e.V. viele Jahre Mitglied war, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films und wird auch den Autoren- und Avantgardefilmern zugerechnet. Nach einem Studium an der Hochschule der Künste in Berlin drehte er in über 50 Jahren mehr als 150 Kurz- und Langfilme vorrangig mit queeren Sujets. Darunter "Die Bettwurst", "Rex Gildo - Der letzte Tanz" oder "Ein Virus kennt keine Moral" (1986), der erste deutsche Film über AIDS. Zuletzt folgte das Film-Essay "Satanische Sau", in dem er sich mit seinem eigenen Tod auseinandersetzte. Mit seinem Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" von 1971 war von Praunheim der öffentliche Wegbereiter und Mitbegründer der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland. Seit 2008 war Praunheim mit dem Diplom-Sozialpädagogen und Filmemacher Oliver Sechting liiert, den er offiziell erst wenige Tage vor seiem Tod im Rathaus Schmargendorf geheiratet hatte. Geboren wurde Praunheim 1942 während der deutschen Besatzung im Zentralgefängnis von Riga. Seine leibliche Mutter Edith Charlotte Radtke verhungerte 1946 in einer psychiatrischen Klinik der Wittenauer Heilstätten in Berlin, sodass er zur Adoption freigegeben wurde, wie ihm seine Adoptivmutter Gertrud Mischwitzky († 2003) erst im Jahr 2000 mit 94 Jahren erzählte. Daraufhin stellte Praunheim Nachforschungen zum Tod seiner leiblichen Mutter an, die 2010 in seinem Film "Meine Mütter – Spurensuche in Riga" einflossen. Die Dokumentation wurde für den Grimme-Preis nominiert und im Jahr 2023 in die Filmsammlung der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem aufgenommen. Seinen Künstlernamen leitete er vom Rosa Winkel ab, einer Kennzeichnung für homosexuelle Häftlinge in den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus, sowie vom Frankfurter Stadtteil Praunheim, wo er nach der Flucht aus der DDR Anfang der 1950er Jahre lange Zeit als Jugendlicher gewohnt hatte. Seine Ruhe wird der Bundesverdienstkreuzträger auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg neben Rio Reiser, einer anderen schwulen Ikone, finden.
James Ransone 19. Dezember 2025
Der in Baltimore, Maryland geborene US-Schauspieler James Finley Ransone III verstarb im Alter von 46 Jahren in Los Angeles, Kalifornien durch Suizid. Ransone war für seine Rolle als Hafenarbeiter und Gangster Chester »Ziggy« Sobotka in der US Fernsehserie "The Wire" bekannt geworden, die von 2002 bis 2008 in Baltimore (Maryland) gedreht wurde. Autor ist der ehemalige Polizeireporter David Simon, der schon die Vorlage zur Krimiserie Homicide schrieb. Gegenstand der Serie ist die Realität der postindustriellen US-amerikanischen Stadt und des Gemeinwesens. Dazu wird vor allem der Drogenhandel in Baltimore dargestellt, unter anderem aus der Sicht von Polizisten mit verschiedenen Diensträngen, Kriminellen, Drogensüchtigen, Lehrern, Politikern und Journalisten. Der Name der Serie (englisch wire bedeutet „Draht, Kabel“, auch: „Abhörgerät“) spielt auf das systematische Abhören der Telefone der Verdächtigen an. Der Schauspieler spielte auch in "Es Kapitel 2" und in dem Thriller "Poker Face" mit. Eine seiner bekanntesten Rollen ist wohl die des Tate in Larry Clarks "Ken Park" aus dem Jahre 2002. Außerdem übernahm er 2006 eine Rolle neben Jodie Foster und Denzel Washington in "Inside Man". Von 2008 bis 2012 spielte er größere Rollen in den HBO-Serien "Generation Kill", "How to Make It in America" und "Treme". 2012 stand er neben Ethan Hawke und Juliet Rylance in Scott Derricksons Horrorfilm "Sinister" vor der Kamera. Zuletzt trat er in den Horrorfilmen "The Black Phone" (2021) sowie Teil II aus 2025 auf. Sein Schaffen umfasst mehr als 60 Produktionen. Ransone hinterlässt eine Ehefrau und zwei Kinder.
Uwe Kockisch 22. Dezember 2025
Der in Cottbus geborene Schauspieler Uwe Kockisch verstarb im Alter von 81 Jahren in einem Krankenhaus in Madrid, wie die Familie am Heiligabend mitteilte. Ab Anfang der 80er-Jahre spielte Kockisch mehr als 20 Jahre lang am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Außerdem wirkte er in mehreren Filmen mit. Einem breiten Publikum bekannt wurde er als Commissario Brunetti in der ARD-Krimireihe nach den Romanen von Donna Leon. Rund 16 Jahre lang - von 2003 bis 2019 - spielte er den Ermittler in Venedig. Uwe Kockisch folgte 2003 auf Joachim Krol, der die Figur zuvor gespielt hatte. Die ARD-Krimireihe nach den gleichnamigen Romanen von Donna Leon erfreute sich großer Beliebtheit beim Fernsehpublikum. So schalteten beim letzten Brunetti-Fall "Donna Leon - Stille Wasser" am ersten Weihnachtsfeiertag 2019 rund 5,72 Millionen Zuschauer ein (18,8 Prozent). Daneben spielte Kockisch in der ARD- Fernsehserie "Weissensee" über die Geschichte einer Ost-Berliner Familie den Stasi-Mann Hans Kupfer.
Mohammad Bakri 24. Dezember 2025
Der in Galiläa, Israel geborene israelisch-palästinensische Schauspieler und Filmregisseur Mohammad Bakri (arabisch) oder Muḥammad Bakrī (hebräisch) verstarb im Alter von 72 Jahren nach Herz- und Lungenproblemen. Bakri wurde vor allem durch den Dokumentarfilm "Jenin, Jenin" (2003) über eine israelische Militäroperation in Dschenin während der zweiten palästinensischen Intifada bekannt, in dem er Regie führte. Der Film zeigt die Zerstörungen und den Kummer der palästinensischen Bewohner und wurde in Israel als propagandistische Lüge bezeichnet und verboten. Bakri wurde wegen der Aufführung und Produktion des Films sogar zu Schadenersatz verklagt, aber ein Jahr später freigesprochen. Als Schauspieler trat Bakri bis zuletzt auf und spielte in mehr als 60 Film- und Fernsehproduktionen mit. Als Regisseur realisierte er ein halbes Dutzend Produktionen. Im Dezember 2025 kam sein letzter Film "Im Schatten des Orangenbaums" heraus.
Peter Sattmann 25. Dezember 2025
Der in Zwickau geborene Schauspieler, Theaterregisseur und Bühnenautor Peter Sattmann verstarb am ersten Weihnachtsfeiertag nach langer Krankheit einen Tag vor seinem 78. Geburtstag, an Bluthochdruck und Diabetes in seinem Wohnort in Brandenburg an der Havel. Sattmann spielte viele Jahre unter dem legendären Theaterintendanten Claus Peymann am Theater in Stuttgart und Bochum. Er wurde aber auch durch zahlreiche TV-Formate bekannt wie den "Inga-Lindström"- und "Rosamunde-Pilcher-Filmen" oder den TV-Serien "Der Alte" und "Tatort". Eine Hauptrolle im ZDF-Melodrama „Ein Sommer im Marrakesch“ brachte es zusammengerechnet auf fast 14 Millionen Fernsehzuschauer. Mit der Schauspielerin Katja Riemann hat Sattmann eine gemeinsame Tochter, zudem hat er zwei weitere Kinder mit unterschiedlichen Frauen, von denen er eines nie kennen lernte, wie er 2019 in seiner Biografie schrieb.
Brigitte Bardot 28. Dezember 2025
Die in Paris geborene französische Filmschauspielerin, Sängerin und Fotomodell Brigitte Anne-Marie Bardot verstarb mit 91 Jahren in Saint-Tropez an den Folgen von Brustkrebs. Zuletzt gab es wiederholt Spekulationen über ihren Gesundheitszustand. Im Oktober unterzog sich Bardot nach wiederholten Atemproblemen in einer Privatklinik im Süden Frankreichs zwei kleinen operativen Eingriffen, die angeblich "außerordentlich gut" verlaufen seien. Eine Chemotherapie hatte sie abgelehnt. Anschließend kehrte Bardot in ihr Haus nach Saint-Tropez zurück, wo sie seit Jahrzehnten zurückgezogen lebte. Brigitte Bardot gehörte zu den prägenden Filmikonen des 20. Jahrhunderts. In den 1950er Jahren erlangte sie mit 22 Jahren als "B.B." Sexikone internationale Bekanntheit mit Filmen wie "Und immer lockt das Weib" und "Die Verachtung" sowie 1965 mit Louis Malles französischer Abenteuerkomödie "Viva Maria" an der Seite von Jeanne Moreau. Mit ihrer selbstbestimmten Weiblichkeit ebnete sie den Weg der sexuellen Revolution. Zudem trug sie als meistfotografiertes Model maßgeblich zur Popularisierung des Bikinis bei. Neben der Filmtätigkeit war Bardot auch als Sängerin aktiv. Bekannt wurde sie vor allem durch die provokativen Lieder des Sängers, Schauspielers und Komponisten Serge Gainsbourg, mit dem sie eine Zeitlang liiert war. Zu den bekanntesten Chansons, die er für sie geschrieben hat, gehört "Harley Davidson". Ihrem Naturell entsprach es auch, dass sie eine Beziehung mit dem Schauspielerkollegen Jean-Louis Trintignant hatte und mehrmals verheiratet war, unter anderem mit dem Industriellen und Playboy Gunter Sachs. Sie hat gemacht, was sie wollte, und galt deshalb vielen Frauen als Vorbild. Nach rund 20 Jahren im Filmgeschäft zog sie sich in den 1970er Jahren bewusst aus der Öffentlichkeit zurück. Stattdessen widmete sich Bardot fortan dem Tierschutz und machte dieses Engagement zu ihrem Lebenswerk.
Isiah Whitlock Jr. 30. Dezember 2025
Der schwarze US-Schauspieler Isiah Whitlock Jr., der durch seine Rolle in der HBO-Drama-Serie "The Wire" bekannt wurde verstarb mit 71 Jahren. Whitlock begann seine Schauspielkarriere in den 80er Jahren mit Auftritten in der Show "Cagney und Lacey". Später trat er in TV-Serien wie "Law and Order", "NYPD Blue" und "Veep" auf. Seine größte Bekanntheit erlangte er von 2002 bis 2008 in der Rolle des korrupten Senators R. Clayton "Clay" Davis in allen fünf Staffeln von "The Wire".
Ulrich Eckhardt 30. Dezember 2025
Der langjährige Intendant der Berliner Festspiele Ulrich Eckhardt verstarb in der Nacht vor Silvester nach kurzer Krankheit im Alter von 91 Jahren. Der Kulturmanager, Musiker und Jurist Eckhardt war von 1973 bis 2000 Intendant des Hauses und prägte über Jahrzehnte hinweg die internationale und Berliner Kulturszene. Unter seiner Intendanz wurden Festivalformate entwickelt, wie die Berlinale, die Berliner Festwochen, das Theatertreffen und das Jazzfest Berlin. Der gebürtige Westfale besaß zudem eine Ausbildung im Klavierspiel und Dirigieren und verband dies virtuos mit seinen Aufgaben als Intendant. Höhepunkte unter seiner Leitung waren etwa die thematischen Festwochen mit kulturhistorischen Ausstellungen und großformatigen Festspielbeiträgen zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987. Darüber hinaus war Eckhardt bekannt für seine weltoffene Programmierung und sein unermüdliches Engagement, Ost- und Westkünstler*innen im geteilten und wiedervereinigten Berlin ein Forum zu bieten.
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Bis zum Jahresende ergänzen wir die Liste ggf. hier mit NACHTRÄGEN, um dann ab Januar 2025 erneut wieder alle Meldungen für eine Veröffentlichung zum kommenden Totensonntag 2026 zu sammeln.
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Quellen: MSN | News.de | Gala | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Tagesspiegel | IMDb | dpa | ARD-Text | Wikipedia | T-Online | Focus | Spiegel | Die Zeit | FAZ | Süddeutsche Zeitung | RP-Online | Vip.de | Stern | u.a.
Eine umfassende Übersicht von weiteren verstorbenen Persönlichkeiten listet Wikipedia unter dem Eintrag Nekrolog 2025 auf.
Theodor Pistek 3. Dezember 2025
Der Oscar-prämierte tschechische Kostümbildner und Maler Theodor Pistek verstarb im Alter von 93 Jahren. Für den Film "Amadeus" von Milos Forman bekam Pistek 1985 einen Oscar für das beste Kostümdesign. Er war als Kostümbildner auch an "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und "Pan Tau" beteiligt. Daneben machte er sich als Maler fotorealistischer Darstellungen einen Namen. Seine Bilder sind in den Sammlungen der Prager Nationalgalerie vertreten.
Roger Lumont 4. Dezember 2025
Der französische Synchronsprecher und Schauspieler Roger Lumont verstarb im Alter von 91 Jahren. Sein Schaffen umfasst rund 130 Produktionen, zuletzt trat er 2003 in Erscheinung, allerdings ausschließlich als Nebendarsteller, obwohl sein Auftritt meist neben den größten Stars des französischen Kinos stattfand. Dazu gehörten Bourvil und Jean-Paul Belmondo in "The Brain", Alain Delon, Lino Ventura und Jean Gabin in "The Clan of the Sicilians", Louis de Funès in "Fantômas Goes Unchained", "The Policeman in New York" oder "The Great Restaurant", Pierre Richard in "Les malheurs d'Alfred" und Jean Yanne in "Tout le monde il est beau, tout le monde il est gentil". Durch seine Zweisprachigkeit fasste er auch in Hollywood Fuß und war neben Omar Sharif in "Mayerling" oder bei Woody Allen in "Krieg und Liebe" zu sehen.
Cary-Hiroyuki Tagawa 5. Dezember 2025
Der mit japanischer Abstammung in Tokio geborene US-amerikanisch-russische Filmschauspieler und Filmproduzent Cary-Hiroyuki Tagawa verstarb im Alter von 75 Jahren in Santa Barbara, Kalifornien, an den Folgen eines Schlaganfalls. Schon als Jugendlicher war er im Schultheater zu sehen. Seine erste kleine Statistenrolle spielte er in John Carpenters „Big Trouble in Little China“. Ab 1986 stand Tagawa für zahlreiche Filme und Fernsehserien vor der Kamera. Dabei verkörperte er oft asiatische Schurken. Der Durchbruch gelang ihm dann 1987 in Bernardo Bertoluccis „Der letzte Kaiser“. Seine berühmteste Rolle war jedoch 1995 die des Shang Tsung in "Mortal Kombat". 1999 verkörperte er im Film "Fight of the dragon", in dem auch der schwedische Action-Star Dolph Lundgren mitspielte, den grausamen General Ruechang. Aber auch durch seine Rolle als Flottenadmiral Genda im 2001 produzierten Kriegsepos "Pearl Harbor" wurde er einer breiten Masse bekannt. 2007 debütierte Tagawa als Filmproduzent mit dem Actionfilm "Duel of Legends". Sein schauspielerisches Schaffen für Film und Fernsehen umfasst mehr als 140 Produktionen. Zuletzt trat er 2023 in Erscheinung.
Horst Janson 10. Dezember 2025
Der in Mainz-Kastel geborene deutsche Schauspieler Horst Janson verstarb nach mehreren Schlaganfällen im Alter von 89 Jahren in Grünwald. Als Heranwachsender sammelte er erste Schauspielerfahrungen am Schultheater in Wiesbaden. Bereits als Sechzehnjähriger ließ er sich erfolgreich von der Frankfurter Bühnengenossenschaft auf seine Eignung als Schauspieler testen und nahm ab 1951 professionellen Schauspiel-Unterricht. Zur weiteren Ausbildung ging er mittels eines Stipendiums an das Berliner UFA-Nachwuchsstudio. Sein Filmdebüt gab Janson 1959 als Morten Schwarzkopf in der Verfilmung des Romans "Buddenbrooks" von Thomas Mann. Einem breiten Publikum wurde er 1968 durch die ARD-Fernsehserie "Salto Mortale" bekannt, in der er einen Trapez-Artisten spielte. In Erinnerung ist Janson auch ab 1973 durch seinen Auftritt an der Seite von Heidi Brühl in den späten Fortsetzungen der "Immenhof"-Filme. Später wirkte er an einigen englisch-amerikanischen Filmproduktionen u.a. an der Seite von Richard Burton und Robert Mitchum mit. Und ab 1998 trat er zur Abwechslung mehrmals bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg auf. Insgesamt wirkte Janson als Schauspieler zwischen 1959 und 2022 an über 160 Film- und Fernsehproduktionen mit, wodurch er zu einem der bekanntesten deutschen Schauspielern zählte.
Arthur Cohn 12. Dezember 2025
Der in Basel (Schweiz) geborene jüdische Hollywood-Filmproduzent Arthur Cohn verstarb mit 98 Jahren in Jerusalem (Israel). Der sechstfache Oscar-Preisträger verbrachte seine Jugend- und Studienjahre in Basel, danach folgten Jahre als Journalist, u. a. beim Echo der Zeit (Radio) und die Beschäftigung mit der Konzeption von Drehbüchern, die ihn zum Film brachte. Cohns Mutter war am Kurfürstendamm in Berlin aufgewachsen und heiratete in Basel einen später bedeutenden jüdischen Anwalt, der Wegbereiter des neuen Israel wurde. Auch Arthur Cohn lebte seit einigen Jahren in Jerusalem (Israel) bei seinem Sohn Emanuel, einem Schauspieler. Noch im vergangenen Jahr arbeitete Cohn an der Verfilmung des Romans "Der wiedergefundene Freund" von Fred Uhlman, dessen Drehbuch zuletzt etwas ins Stocken geraten war. Er war befreundet mit Hollywood-Stars wie Al Pacino, Michael Douglas und Jodie Foster, dennoch gab er in seinen Filmen meist unbekannteren Schauspielern und Regisseuren den Vorzug und legte bei seinen Filmen Wert auf subtiles und poetisches Material. Zudem wünschte er dem heutigen Kino weniger Spezialeffekte, Sex und Gewalt, dafür mehr humanistische Werte. Cohns Paradebeispiel ist "Das etruskische Lächeln" (2018) nach einem Roman von José Luis Sampedro, der bei der Berlinale begeistert gefeiert wurde. Bei der nur zwölf Millionen Dollar teuren Produktion, einem Bruchteil von dem, was Actionthriller kosten, geht es um einen kauzigen Schotten, der nach einem Leben auf einer entlegenen Insel aus Gesundheitsgründen zu seinem Sohn nach San Francisco zieht, zwar wenig mit dessen modernem Lebensstil anfangen kann, aber trotzdem wieder Lebensfreude findet. Bereits 1962 gewann Cohn die erste Oscar-Auszeichnung für "Nur Himmel und Dreck". Darin geht es um eine ehemalige niederländische Kolonie in Südostasien. 1991 bekam er den Oscar für "American Dream" über den Arbeitskampf von US-Fabrikarbeitern in den 1950er Jahren. Im Jahr 2000 erhielt er als Produzent gemeinsam mit anderen Nominierten die Oscar-Trophäen für drei Dokumentarfilme, darunter für "Ein Tag im September" über den Anschlag einer palästinensischen Terrororganisation auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Drei weitere von Cohn produzierte Filme wurden mit Oscars als beste fremdsprachige Filme gekrönt: das italienisch-deutsche Filmdrama "Der Garten der Finzi Contini" (1972), der Antikriegsfilm "Sehnsucht nach Afrika" (1977) und das Schach-Drama "Gefährliche Züge" (1985). Nach den Oscar-Regeln gehen diese Trophäen aber nicht direkt an den Produzenten, sondern an den Film als Ganzes und das Land, das ihn einreicht.
Rolf Becker 12. Dezember 2025
Der in Leipzig geborene Schauspieler und Synchron- sowie Hörspielsprecher Rolf Becker, Vater der Schauspieler Meret und Ben Becker, verstarb im Alter von 90 Jahren in einem Hamburger Hospiz. Becker, der bis 1971 mit der im Juni dieses Jahres verstorbenen Schauspielerin Monika Hansen verheiratet war, spielte unter Regielegende Peter Zadek und in Stücken von Thomas Bernhard genauso wie in Filmen von Volker Schlöndorff. Er hatte auch Gastrollen im "Großstadtrevier", dem "Tatort" oder anderen Fernsehserien. Seit 2006 gehörte er in "In aller Freundschaft" zum Team der Leipziger Sachsenklinik. Zu Beckers Auftritten in Kinoproduktionen des Neuen Deutschen Films zählen Rollen in "Cardillac" (1969) von Edgar Reitz, "Ich bin ein Elefant, Madame" (1969) von Peter Zadek und "Ich liebe Dich, ich töte Dich" (1971) von Uwe Brandner (1941–2018). 1975 spielte er unter der Regie von Volker Schlöndorff den Staatsanwalt Peter Hach in der Böll-Verfilmung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Im Jahr 1999 trat er in der deutsch-ungarischen Koproduktion "Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday" von Rolf Schübel auf.
Peter Greene 12. Dezember 2025
Der in New Jersey geborene US-Schauspieler Peter Greene verstarb im Alter von 60 Jahren. Er wurde am Nachmittag des 12. Dezember 2025 leblos in seinem Apartment in New York aufgefunden. Die Todesursache sei derzeit noch unklar und muss erst durch einen Gerichtsmediziner ermittelt werden. Eine Fremdeinwirkung schloss die Polizei aus. Anfang der 90er-Jahre begann Greenes Karriere mit kleineren Rollen in Kino und Fernsehen. Der spätere Tarantino-Star behauptete sich im Laufe seiner Karriere als markanter Charakterschauspieler. Bereits 1993 wurde er für seine Darstellung in "Laws of Gravity" für den Independent Spirit Award als Bester Hauptdarsteller nominiert. Danach war er in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen und verkörperte dabei fast ausschließlich Bösewichte, bevor ihm 1994 unter Regisseur Quentin Tarantino der große Durchbruch gelang: In dessen Kultfilm „Pulp Fiction“ spielte er den brutalen Vergewaltiger Zed und prägte damit eine der berühmtesten Szenen des Films. Im selben Jahr war Greene außerdem als Dorian Tyrell zu sehen, der Gegenspieler von Jim Carrey und Cameron Diaz im Erfolgsfilm „Die Maske“. 1995 folgte eine weitere prägnante Rolle als Redfoot in dem Klassiker „Die üblichen Verdächtigen“. Zu seinen weiteren bekannten Filmen zählen unter anderem „Tödliche Verschwörung“, in dem er an der Seite von Halle Berry spielte, „Der Diamanten-Cop“, „Training Day“ mit Denzel Washington und Ethan Hawke sowie die Sebastian-Fitzek-Verfilmung „Das Kind“. Zuletzt war Peter Greene 2023 in der Serie „The Continental“ zu sehen, einem Prequel der „John Wick“-Filme. Seine nächste Rolle sollte eigentlich im Januar in einem Independent-Thriller an der Seite von Mickey Rourke beginnen.
Rob Reiner 14. Dezember 2025
Der in New York City geborene US-Kultregisseur, -produzent und Schauspieler Robert „Rob“ Reiner (78) und seine Ehefrau Michele Singer Reiner (68) wurden von ihrer Tochter Romy Reiner (28) am dritten Adventssonntag zu Hause in Brentwood, Los Angeles ermordet aufgefunden. Das Ehepaar soll erstochen worden sein. Als Hauptverdächtiger gilt ihr Sohn Nick Reiner (32), der in der Vergangenheit offen über seine Probleme mit Drogenabhängigkeit und wochenlanger Obdachlosigkeit in New Jersey und Texas gesprochen hat. Er sei inzwischen verhaftet und von der Polizei verhört worden. Rob Reiner stammte aus einer jüdischen Familie aus der Bronx. Er war der Sohn des Regisseurs, Schauspielers und Komikers Carl Reiner und der Schauspielerin Estelle Reiner. Seine jüngeren Geschwister sind die Schriftstellerin Annie Reiner sowie der Künstler Lucas Reiner. Bereits als Zwölfjähriger trat er in der Serie "77 Sunset Strip" auf. In der Folge war er in weiteren TV-Serien zu sehen. Populär wurde er ab 1971 mit seiner Emmy-preisgekrönten Rolle als überzeugter Linker Schwiegersohn „Mike“ in der Serie "All in the Family", die in Deutschland als Vorabendserie unter dem Titel "Ein Herz und eine Seele" lief. Sein Regiedebüt gab Reiner 1984 mit der Komödie "This Is Spinal Tap". Er ist auch bekannt durch Filme wie "Stand by Me" (1986), "Die Braut des Prinzen" (1987) und "Eine Frage der Ehre" (1992). Sein größter Hit aber war der Kultstreifen "Harry und Sally" (1989) mit Meg Ryan und Billy Crystal, bei dessen Dreharbeiten er auch seine Ehefrau Michele kennenlernte. Rob und Michele Reiner heirateten 1989 und bekamen die Kinder Jake, Nick und Romy. Rob Reiner hat außerdem eine Adoptivtochter mit seiner 2018 verstorbenen Ex-Frau Penny Marshall, †75, mit der er zehn Jahre verheiratet war.
Rosa von Praunheim 17. Dezember 2025
Der in Riga, Lettland als Holger Radtke geborene deutsche Film- und Theaterregisseur Rosa von Praunheim (bürgerlich Holger Bernhard Bruno Mischwitzky), der auch als Produzent, Autor sowie Aktivist und Mitbegründer der LGBTQ-Bewegung in Deutschland bekannt wurde, verstarb an einem Hirntumor im Alter von 83 Jahren in Berlin, wo er zuletzt seinen Wohnsitz hatte. Praunheim, der auch bei uns im BAF e.V. viele Jahre Mitglied war, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films und wird auch den Autoren- und Avantgardefilmern zugerechnet. Nach einem Studium an der Hochschule der Künste in Berlin drehte er in über 50 Jahren mehr als 150 Kurz- und Langfilme vorrangig mit queeren Sujets. Darunter "Die Bettwurst", "Rex Gildo - Der letzte Tanz" oder "Ein Virus kennt keine Moral" (1986), der erste deutsche Film über AIDS. Zuletzt folgte das Film-Essay "Satanische Sau", in dem er sich mit seinem eigenen Tod auseinandersetzte. Mit seinem Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" von 1971 war von Praunheim der öffentliche Wegbereiter und Mitbegründer der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland. Seit 2008 war Praunheim mit dem Diplom-Sozialpädagogen und Filmemacher Oliver Sechting liiert, den er offiziell erst wenige Tage vor seiem Tod im Rathaus Schmargendorf geheiratet hatte. Geboren wurde Praunheim 1942 während der deutschen Besatzung im Zentralgefängnis von Riga. Seine leibliche Mutter Edith Charlotte Radtke verhungerte 1946 in einer psychiatrischen Klinik der Wittenauer Heilstätten in Berlin, sodass er zur Adoption freigegeben wurde, wie ihm seine Adoptivmutter Gertrud Mischwitzky († 2003) erst im Jahr 2000 mit 94 Jahren erzählte. Daraufhin stellte Praunheim Nachforschungen zum Tod seiner leiblichen Mutter an, die 2010 in seinem Film "Meine Mütter – Spurensuche in Riga" einflossen. Die Dokumentation wurde für den Grimme-Preis nominiert und im Jahr 2023 in die Filmsammlung der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem aufgenommen. Seinen Künstlernamen leitete er vom Rosa Winkel ab, einer Kennzeichnung für homosexuelle Häftlinge in den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus, sowie vom Frankfurter Stadtteil Praunheim, wo er nach der Flucht aus der DDR Anfang der 1950er Jahre lange Zeit als Jugendlicher gewohnt hatte. Seine Ruhe wird der Bundesverdienstkreuzträger auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg neben Rio Reiser, einer anderen schwulen Ikone, finden.
James Ransone 19. Dezember 2025
Der in Baltimore, Maryland geborene US-Schauspieler James Finley Ransone III verstarb im Alter von 46 Jahren in Los Angeles, Kalifornien durch Suizid. Ransone war für seine Rolle als Hafenarbeiter und Gangster Chester »Ziggy« Sobotka in der US Fernsehserie "The Wire" bekannt geworden, die von 2002 bis 2008 in Baltimore (Maryland) gedreht wurde. Autor ist der ehemalige Polizeireporter David Simon, der schon die Vorlage zur Krimiserie Homicide schrieb. Gegenstand der Serie ist die Realität der postindustriellen US-amerikanischen Stadt und des Gemeinwesens. Dazu wird vor allem der Drogenhandel in Baltimore dargestellt, unter anderem aus der Sicht von Polizisten mit verschiedenen Diensträngen, Kriminellen, Drogensüchtigen, Lehrern, Politikern und Journalisten. Der Name der Serie (englisch wire bedeutet „Draht, Kabel“, auch: „Abhörgerät“) spielt auf das systematische Abhören der Telefone der Verdächtigen an. Der Schauspieler spielte auch in "Es Kapitel 2" und in dem Thriller "Poker Face" mit. Eine seiner bekanntesten Rollen ist wohl die des Tate in Larry Clarks "Ken Park" aus dem Jahre 2002. Außerdem übernahm er 2006 eine Rolle neben Jodie Foster und Denzel Washington in "Inside Man". Von 2008 bis 2012 spielte er größere Rollen in den HBO-Serien "Generation Kill", "How to Make It in America" und "Treme". 2012 stand er neben Ethan Hawke und Juliet Rylance in Scott Derricksons Horrorfilm "Sinister" vor der Kamera. Zuletzt trat er in den Horrorfilmen "The Black Phone" (2021) sowie Teil II aus 2025 auf. Sein Schaffen umfasst mehr als 60 Produktionen. Ransone hinterlässt eine Ehefrau und zwei Kinder.
Uwe Kockisch 22. Dezember 2025
Der in Cottbus geborene Schauspieler Uwe Kockisch verstarb im Alter von 81 Jahren in einem Krankenhaus in Madrid, wie die Familie am Heiligabend mitteilte. Ab Anfang der 80er-Jahre spielte Kockisch mehr als 20 Jahre lang am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Außerdem wirkte er in mehreren Filmen mit. Einem breiten Publikum bekannt wurde er als Commissario Brunetti in der ARD-Krimireihe nach den Romanen von Donna Leon. Rund 16 Jahre lang - von 2003 bis 2019 - spielte er den Ermittler in Venedig. Uwe Kockisch folgte 2003 auf Joachim Krol, der die Figur zuvor gespielt hatte. Die ARD-Krimireihe nach den gleichnamigen Romanen von Donna Leon erfreute sich großer Beliebtheit beim Fernsehpublikum. So schalteten beim letzten Brunetti-Fall "Donna Leon - Stille Wasser" am ersten Weihnachtsfeiertag 2019 rund 5,72 Millionen Zuschauer ein (18,8 Prozent). Daneben spielte Kockisch in der ARD- Fernsehserie "Weissensee" über die Geschichte einer Ost-Berliner Familie den Stasi-Mann Hans Kupfer.
Mohammad Bakri 24. Dezember 2025
Der in Galiläa, Israel geborene israelisch-palästinensische Schauspieler und Filmregisseur Mohammad Bakri (arabisch) oder Muḥammad Bakrī (hebräisch) verstarb im Alter von 72 Jahren nach Herz- und Lungenproblemen. Bakri wurde vor allem durch den Dokumentarfilm "Jenin, Jenin" (2003) über eine israelische Militäroperation in Dschenin während der zweiten palästinensischen Intifada bekannt, in dem er Regie führte. Der Film zeigt die Zerstörungen und den Kummer der palästinensischen Bewohner und wurde in Israel als propagandistische Lüge bezeichnet und verboten. Bakri wurde wegen der Aufführung und Produktion des Films sogar zu Schadenersatz verklagt, aber ein Jahr später freigesprochen. Als Schauspieler trat Bakri bis zuletzt auf und spielte in mehr als 60 Film- und Fernsehproduktionen mit. Als Regisseur realisierte er ein halbes Dutzend Produktionen. Im Dezember 2025 kam sein letzter Film "Im Schatten des Orangenbaums" heraus.
Peter Sattmann 25. Dezember 2025
Der in Zwickau geborene Schauspieler, Theaterregisseur und Bühnenautor Peter Sattmann verstarb am ersten Weihnachtsfeiertag nach langer Krankheit einen Tag vor seinem 78. Geburtstag, an Bluthochdruck und Diabetes in seinem Wohnort in Brandenburg an der Havel. Sattmann spielte viele Jahre unter dem legendären Theaterintendanten Claus Peymann am Theater in Stuttgart und Bochum. Er wurde aber auch durch zahlreiche TV-Formate bekannt wie den "Inga-Lindström"- und "Rosamunde-Pilcher-Filmen" oder den TV-Serien "Der Alte" und "Tatort". Eine Hauptrolle im ZDF-Melodrama „Ein Sommer im Marrakesch“ brachte es zusammengerechnet auf fast 14 Millionen Fernsehzuschauer. Mit der Schauspielerin Katja Riemann hat Sattmann eine gemeinsame Tochter, zudem hat er zwei weitere Kinder mit unterschiedlichen Frauen, von denen er eines nie kennen lernte, wie er 2019 in seiner Biografie schrieb.
Brigitte Bardot 28. Dezember 2025
Die in Paris geborene französische Filmschauspielerin, Sängerin und Fotomodell Brigitte Anne-Marie Bardot verstarb mit 91 Jahren in Saint-Tropez an den Folgen von Brustkrebs. Zuletzt gab es wiederholt Spekulationen über ihren Gesundheitszustand. Im Oktober unterzog sich Bardot nach wiederholten Atemproblemen in einer Privatklinik im Süden Frankreichs zwei kleinen operativen Eingriffen, die angeblich "außerordentlich gut" verlaufen seien. Eine Chemotherapie hatte sie abgelehnt. Anschließend kehrte Bardot in ihr Haus nach Saint-Tropez zurück, wo sie seit Jahrzehnten zurückgezogen lebte. Brigitte Bardot gehörte zu den prägenden Filmikonen des 20. Jahrhunderts. In den 1950er Jahren erlangte sie mit 22 Jahren als "B.B." Sexikone internationale Bekanntheit mit Filmen wie "Und immer lockt das Weib" und "Die Verachtung" sowie 1965 mit Louis Malles französischer Abenteuerkomödie "Viva Maria" an der Seite von Jeanne Moreau. Mit ihrer selbstbestimmten Weiblichkeit ebnete sie den Weg der sexuellen Revolution. Zudem trug sie als meistfotografiertes Model maßgeblich zur Popularisierung des Bikinis bei. Neben der Filmtätigkeit war Bardot auch als Sängerin aktiv. Bekannt wurde sie vor allem durch die provokativen Lieder des Sängers, Schauspielers und Komponisten Serge Gainsbourg, mit dem sie eine Zeitlang liiert war. Zu den bekanntesten Chansons, die er für sie geschrieben hat, gehört "Harley Davidson". Ihrem Naturell entsprach es auch, dass sie eine Beziehung mit dem Schauspielerkollegen Jean-Louis Trintignant hatte und mehrmals verheiratet war, unter anderem mit dem Industriellen und Playboy Gunter Sachs. Sie hat gemacht, was sie wollte, und galt deshalb vielen Frauen als Vorbild. Nach rund 20 Jahren im Filmgeschäft zog sie sich in den 1970er Jahren bewusst aus der Öffentlichkeit zurück. Stattdessen widmete sich Bardot fortan dem Tierschutz und machte dieses Engagement zu ihrem Lebenswerk.
Isiah Whitlock Jr. 30. Dezember 2025
Der schwarze US-Schauspieler Isiah Whitlock Jr., der durch seine Rolle in der HBO-Drama-Serie "The Wire" bekannt wurde verstarb mit 71 Jahren. Whitlock begann seine Schauspielkarriere in den 80er Jahren mit Auftritten in der Show "Cagney und Lacey". Später trat er in TV-Serien wie "Law and Order", "NYPD Blue" und "Veep" auf. Seine größte Bekanntheit erlangte er von 2002 bis 2008 in der Rolle des korrupten Senators R. Clayton "Clay" Davis in allen fünf Staffeln von "The Wire".
Ulrich Eckhardt 30. Dezember 2025
Der langjährige Intendant der Berliner Festspiele Ulrich Eckhardt verstarb in der Nacht vor Silvester nach kurzer Krankheit im Alter von 91 Jahren. Der Kulturmanager, Musiker und Jurist Eckhardt war von 1973 bis 2000 Intendant des Hauses und prägte über Jahrzehnte hinweg die internationale und Berliner Kulturszene. Unter seiner Intendanz wurden Festivalformate entwickelt, wie die Berlinale, die Berliner Festwochen, das Theatertreffen und das Jazzfest Berlin. Der gebürtige Westfale besaß zudem eine Ausbildung im Klavierspiel und Dirigieren und verband dies virtuos mit seinen Aufgaben als Intendant. Höhepunkte unter seiner Leitung waren etwa die thematischen Festwochen mit kulturhistorischen Ausstellungen und großformatigen Festspielbeiträgen zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987. Darüber hinaus war Eckhardt bekannt für seine weltoffene Programmierung und sein unermüdliches Engagement, Ost- und Westkünstler*innen im geteilten und wiedervereinigten Berlin ein Forum zu bieten.
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Bis zum Jahresende ergänzen wir die Liste ggf. hier mit NACHTRÄGEN, um dann ab Januar 2025 erneut wieder alle Meldungen für eine Veröffentlichung zum kommenden Totensonntag 2026 zu sammeln.
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Quellen: MSN | News.de | Gala | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Tagesspiegel | IMDb | dpa | ARD-Text | Wikipedia | T-Online | Focus | Spiegel | Die Zeit | FAZ | Süddeutsche Zeitung | RP-Online | Vip.de | Stern | u.a.
Eine umfassende Übersicht von weiteren verstorbenen Persönlichkeiten listet Wikipedia unter dem Eintrag Nekrolog 2025 auf.
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