Nachrufe zum Totensonntag 2025
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Jonathan Joss 1. Juni 2025
Der in Texas mit indianischen Wurzeln geborene Nativ American Schauspieler, Musiker und Synchronsprecher Jonathan Joss Gonzales wurde bei einem mutmaßlich homophoben Angriff von einem 56-jährigen Mann aus der Nachbarschaft vor seinem Haus erschossen. Der 59 Jahre alte Schauspieler, der von Comanchen und Apachen abstammt, womit er in zahlreichen Rollen indianische Charaktere als authentische Ureinwohner Amerikas verkörpern konnte, hatte einen Hochschulabschluss in Theater und Sprache. Bekannt wurde er vor allem für seine Rollen als John Redcorn in der Comedyserie "King of the Hill" und als Chief Ken Hotate in der TV-Serie "Parks and Recreation". Seine Karriere als Schauspieler begann unter anderem mit einem Auftritt in der Serie "Walker, Texas Ranger". Daneben trat er in Produktionen wie "Emergency Room", "Friday Night Lights" und "Tulsa King" auf. Dazu absolvierte er Gigs mit seiner Band. Vor seinem Tod war Joss für die Revival-Serie "King of the Hill" erneut engagiert worden und hatte bereits mit den Aufnahmen von vier Folgen begonnen. Joss lebte offen schwul und war mit Tristan Kern de Gonzales seit Februar dieses Jahres verheiratet, der das ganze Drama miterlebt hat. Seinen Angaben zufolge hatten er und Joss draußen im Briefkasten vor dem Haus nach der Post gesehen, als ein Nachbar sie angegriffen habe. »Jonathan und ich waren nicht bewaffnet. Wir haben niemanden bedroht.« Nach seinen Angaben war Joss' Haus, bereits nach einem Brandanschlag im Januar schwer beschädigt worden. Joss Ehemann sieht einen homophoben Hintergrund der Tat: »Da konnte jemand nicht ertragen, dass zwei Männer sich lieben.«
Nicole Croisille 4. Juni 2025
Die französische Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Nicole Croisille verstarb nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren in Paris. Berühmt wurde sie vor allem durch den Soundtrack zum Film "Ein Mann und eine Frau" von Claude Lelouch. Das Lied mit dem darin enthaltenen eingängigen Refrain "Chabadabada" wurde später auch von Mireille Mathieu gesungen. In der Politik bezeichnet eine Chabadabada-Wahlliste in Frankreich eine paritätisch besetzte Liste, eine Anspielung auf den Titel "Ein Mann, eine Frau". Croisilles einzigartige Stimme war der Atem ihrer Filme und die Musik ihrer Gefühle. Bereits als Kind tanzte Croisille an der Pariser Oper, gehörte mit 17 zum Ballett der Comédie-Française. Sie studierte bei dem Pantomime-Künstler Marcel Marceau, mit dem sie auf Tournee in die USA ging. Zeitweise war sie Mitglied im Ensemble der französisch-amerikanischen Künstlerin Josephine Baker. Während ihrer langen Karriere veröffentlichte Croisille insgesamt rund 20 Alben. Ihre größten Erfolge waren in den Siebzigerjahren Titel wie "Parlez-moi de lui" und "Téléphone-moi". Zudem spielte sie zwischen 1961 und 2005 in über 20 Filmen mit. Die Französin stand noch weit über das Rentenalter hinaus auf der Bühne, etwa 2019 in einer Komödie von Sacha Guitry. Privat blieb sie unverheiratet und kinderlos.
Frederick Forsyth 9. Juni 2025
Der in der Grafschaft Kent geborene britische Journalist Schriftsteller und Bestsellerautor Frederick Forsyth, dessen mehr als 20 Spionageromane in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 86 Jahren. Der Schriftsteller, der für Thriller wie «Der Schakal» und «Die Akte Odessa» verantwortlich zeichnete, war Pilot bei der Royal Air Force, Reporter der britischen Nachrichtenagentur Reuters und der BBC und arbeitete mehr als 20 Jahre lang für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6, wie er in seiner Autobiografie "Outsider" schilderte. Als Gegenleistung für seine Spionagetätigkeiten erhielt Forsyth nach eigenen Angaben Unterstützung bei den Recherchen für seine Bücher. Der Roman "Der Schakal" erzählt von einem fiktiven Attentatsversuch auf den französischen Präsidenten Charles de Gaulle und wurde 1973 verfilmt. Ein Jahr später folgte die britisch-deutsche Verfilmung von "Die Akte Odessa" über die Jagd eines Hamburger Journalisten auf einen Kriegsverbrecher und ehemaligen KZ-Kommandanten. 1981 kam der Kinofilm "The Dogs of War" und 1987 "The Fourth Protocol" hinzu.
Harris Yulin 10. Juni 2025
Der gebürtige kalifornische Schauspieler Harris Yulin verstarb im Alter von 87 Jahren an einem Herzstillstand. Er war ein vertrautes Gesicht in unzähligen Filmen und Serien in denen er oft Männer mit Macht - Polizisten, Richter oder Sheriffs spielte, etwa in "Der Mitternachtsmann", "Scarface" und "Ghostbusters II". Yulin war aber ebenso auf Theaterbühnen zu Hause und spielte zuletzt unter anderem eine größere Rolle in der Netflix-Serie "Ozark".
Elisabeth Nagy 13. Juni 2025
Die deutsch-ungarische Filmkritikerin Elisabeth Nagy (gesprochen: "nodj") verstarb nach langer schwerer Herzerkrankung in ihrer Heimatstadt Berlin im Alter von nur 60 Jahren. Auf dem Weg zur Apotheke war sie zusammengebrochen. Trotz Reanimation und Notoperation im Krankenhaus konnte ihr keiner mehr helfen. Einen lange geplanten Untersuchungstermin hatte sie wegen eines Streiks bei den öffentlichen Verkehrsmittel der BVG leider nicht wahrgenommen. Ein weiterer Termin sollte erst Ende des Monats folgen. Sie liebte Film über alles, war aber auch an Fotografie und Architektur, Musik sowie neuen Medien und technischem Fortschritt interessiert. Kinder- und Arthouse-Filme sowie Musikdokumentationen waren ihr bevorzugtes Metier. Im Kino musste sie allerdings stets ganz vorne in der ersten Reihe sitzen, weil sie extrem kurzsichtig war und deshalb auch einen behinderten Ausweis hatte. Ihr musikalisches Interesse galt vor allem der ungarischen Gitarrenmusik von Gábor Szabó, dessen Song "Gypsy Queen" sogar ein Hit von Carlos Santana wurde. Lange Zeit hatte sie als Journalistin für die Fachzeitschrift "Der Kameramann" (heute "Film & TV Kamera") gearbeitet. Zuletzt schrieb sie ausschließlich Filmkritiken für unseren Berliner Arbeitskreis Film e.V. (BAF). Neben der BERLINALE war ihr das polnische Filmfestival CAMERIMAGE, das sich ausschließlich der Kameragestaltung widmet, das liebste Filmfest, welches sie jährlich besuchte. Doch von jetzt an gibt es keine Filmkritiken mehr von ihr und auch die von ihr wöchentlich gepflegten Listen der Pressevorführungen werden wir alle schmerzlich vermissen. Dank Elisabeths Übersicht wusste man, ob man am nächsten Morgen zuerst ins Delphi musste oder in den Zoo Palast, ob man eine Einladung verpasst hatte, aus dem Verteiler gerutscht war oder man sich die falsche Startzeit notiert hatte. Zudem warnte Elisabeth uns auch vor geplanten BVG-Streiks oder Sperrungen, wodurch viele Verspätungen vermieden wurden.
Lalo Schifrin 26. Juni 2025
Der mit jüdischer Abstammung in Buenos Aires geborene Pianist, Komponist, Arrangeur und Dirigent Lalo Schifrin verstarb im Alter von 93 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer Lungenentzündung. Zu den bekanntesten Kompositionen des legendären US-Komponisten zählen die Titelthemen wie "Mission: Impossible", "Starsky & Hutch" und "Mannix". In seinem Werk verknüpfte der 1932 in Argentinien geborene Künstler die Einflüsse seiner klassischen und symphonischen Ausbildung mit Jazz und modernen Klängen. Der prägnante Beat des im ungewöhnlichen 5/4-Takt geschriebenen Themas der amerikanischen TV-Serie „Mission: Impossible“ (im deutschen Fernsehen „Kobra, übernehmen sie“), die von 1966 bis 1973 lief, wird für immer mit ihm verbunden bleiben. Zur Melodie war eine selbstzerstörenden Uhr auf dem Bildschirm zu sehen, die jeweils den Startschuss für die heiklen Aufträge des Agenten-Teams gab. Darüber hinaus schuf er die Musik für ca.100 Filme, darunter "Bullitt" und "Dirty Harry". Zudem war er ein hochangesehener Orchesterdirigent und Jazzpianist, der auch in der Band von Dizzy Gillespie mitspielte. Lalo Schifrin lernte im Alter von sechs Jahren bei Enrique Barenboim, dem Vater des Dirigenten Daniel Barenboim, Klavier spielen. Mit 20 finanzierte er sein Studium am Conservatoire de Paris, indem er in Pariser Nachtclubs als Jazz-Pianist auftrat. Wieder in Argentinien, gründete er ein Jazz-Orchester, in dem unter anderem Gato Barbieri spielte. Eine Begegnung mit Dizzy Gillespie im Jahre 1958, während eines Konzerts in Buenos Aires, führte dazu, dass er mit 26 Jahren in die USA übersiedelte.
Rick Hurst 26. Juni 2025
Der in Houston, Texas geborene US-amerikanischer Schauspieler Richard Douglas „Rick“ Hurst verstarb nach einer 44 Jahre umfassenden Karriere vor der Kamera mit 79 Jahren in Los Angeles, Kalifornien. Nach einem Studium begann er seine Karriere, zunächst auf der Bühne. Ab Anfang der 1970er Jahre stand er dann vor der Kamera und spielte unter anderem auch in "Karate Kid III - Die letzte Entscheidung", "Magnolien aus Stahl" mit oder stand an der Seite von Clint Eastwood in "In the Line of Fire - Die zweite Chance". Weithin bekannt wurde er jedoch als Hilfssheriff Cletus Hogg durch die TV-Serie "Ein Duke kommt selten allein", die von 1979 bis 1985 produziert wurde.
Monika Hansen 26. Juni 2025
Die deutsche Theater- und Filmschauspielerin Monika Hansen, Tochter der Schauspielerin und Komikerin Claire Schlichting mit der sie gemeinsam während des 2. Weltkriegs vor den Nazis nach Dänemark floh, verstarb im Alter von 83 Jahren in Berlin. Bis 1971 war Hansen mit dem Schauspieler Rolf Becker verheiratet. Aus der Ehe gingen die gemeinsamen Kinder Ben und Meret Becker, beide ebenfalls Schauspieler, hervor. Nach der Scheidung heiratete Hansen den Schauspieler Otto Sander, der 2013 im Alter von 72 Jahren ebenfalls in Berlin verstarb. Monika Hansen wurde durch zahlreiche Film-, Theater- und TV-Produktionen bekannt. Unter anderem arbeitete sie mit Wim Wenders, Luc Bondy und Rosa von Praunheim zusammen. Von 1959 bis 1962 hatte sie an der Otto-Falckenberg-Schule in München Schauspiel studiert. Anschließend spielte sie viele Jahrzehnte Theater, etwa in Berlin an der Schaubühne, am Renaissance-Theater und am Schillertheater, aber auch am Bremer Theater am Goetheplatz und am Deutschen Nationaltheater Weimar. Vor der Kamera stand sie u.a. für Wim Wenders im märchenhaften Film „In weiter Ferne, so nah!“ oder für Margarethe von Trotta im Drama „Das Versprechen“. Ihre letzte Rolle spielte sie 2022 in Rosa von Praunheims Doku-Fernsehfilm "Rex Gildo – Der letzte Tanz". 1999 war sie schon einmal in Praunheims Kino-Spielfilm "Der Einstein des Sex" gemeinsam mit Otto Sander und ihren Kindern Meret und Ben Becker zu sehen gewesen.
Kenneth Colley 30. Juni 2025
Der in Manchester geborene britischer Film- und Fernsehdarsteller Kenneth Colley, der auf mehr als 60 Jahre Schauspielerei zurückblicken konnte, verstarb im Alter von 87 Jahren in London. Bekanntheit erlangte er durch seine Rolle als Admiral Piett in den Star Wars-Filmen "Das Imperium schlägt zurück" (1980) und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (1983) sowie durch seine Rollen in den Filmen von Ken Russell und Monty Python. Einer seiner ersten Auftritte im britischen Fernsehen war die Rolle des Noah Riley in dem Polizeidrama "The Sweeney" in den 1970er Jahren. Nachdem er auch in zwei früheren Monty-Python-Produktion als Nebendarsteller aufgetreten war, spielte er 1979 die tragende Rolle des Jesus in "Monty Python's Life of Brian". Colley spielte auch eine bemerkenswerte Rolle in dem Clint Eastwood-Film "Firefox" von 1982, in dem er einen sowjetischen Oberst spielte, der mit dem Schutz von Firefox und seinen Geheimnissen beauftragt war.
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mit Julian McMahon, der am 3. Juli 2025 verstarb.
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Jonathan Joss 1. Juni 2025
Der in Texas mit indianischen Wurzeln geborene Nativ American Schauspieler, Musiker und Synchronsprecher Jonathan Joss Gonzales wurde bei einem mutmaßlich homophoben Angriff von einem 56-jährigen Mann aus der Nachbarschaft vor seinem Haus erschossen. Der 59 Jahre alte Schauspieler, der von Comanchen und Apachen abstammt, womit er in zahlreichen Rollen indianische Charaktere als authentische Ureinwohner Amerikas verkörpern konnte, hatte einen Hochschulabschluss in Theater und Sprache. Bekannt wurde er vor allem für seine Rollen als John Redcorn in der Comedyserie "King of the Hill" und als Chief Ken Hotate in der TV-Serie "Parks and Recreation". Seine Karriere als Schauspieler begann unter anderem mit einem Auftritt in der Serie "Walker, Texas Ranger". Daneben trat er in Produktionen wie "Emergency Room", "Friday Night Lights" und "Tulsa King" auf. Dazu absolvierte er Gigs mit seiner Band. Vor seinem Tod war Joss für die Revival-Serie "King of the Hill" erneut engagiert worden und hatte bereits mit den Aufnahmen von vier Folgen begonnen. Joss lebte offen schwul und war mit Tristan Kern de Gonzales seit Februar dieses Jahres verheiratet, der das ganze Drama miterlebt hat. Seinen Angaben zufolge hatten er und Joss draußen im Briefkasten vor dem Haus nach der Post gesehen, als ein Nachbar sie angegriffen habe. »Jonathan und ich waren nicht bewaffnet. Wir haben niemanden bedroht.« Nach seinen Angaben war Joss' Haus, bereits nach einem Brandanschlag im Januar schwer beschädigt worden. Joss Ehemann sieht einen homophoben Hintergrund der Tat: »Da konnte jemand nicht ertragen, dass zwei Männer sich lieben.«
Nicole Croisille 4. Juni 2025
Die französische Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Nicole Croisille verstarb nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren in Paris. Berühmt wurde sie vor allem durch den Soundtrack zum Film "Ein Mann und eine Frau" von Claude Lelouch. Das Lied mit dem darin enthaltenen eingängigen Refrain "Chabadabada" wurde später auch von Mireille Mathieu gesungen. In der Politik bezeichnet eine Chabadabada-Wahlliste in Frankreich eine paritätisch besetzte Liste, eine Anspielung auf den Titel "Ein Mann, eine Frau". Croisilles einzigartige Stimme war der Atem ihrer Filme und die Musik ihrer Gefühle. Bereits als Kind tanzte Croisille an der Pariser Oper, gehörte mit 17 zum Ballett der Comédie-Française. Sie studierte bei dem Pantomime-Künstler Marcel Marceau, mit dem sie auf Tournee in die USA ging. Zeitweise war sie Mitglied im Ensemble der französisch-amerikanischen Künstlerin Josephine Baker. Während ihrer langen Karriere veröffentlichte Croisille insgesamt rund 20 Alben. Ihre größten Erfolge waren in den Siebzigerjahren Titel wie "Parlez-moi de lui" und "Téléphone-moi". Zudem spielte sie zwischen 1961 und 2005 in über 20 Filmen mit. Die Französin stand noch weit über das Rentenalter hinaus auf der Bühne, etwa 2019 in einer Komödie von Sacha Guitry. Privat blieb sie unverheiratet und kinderlos.
Frederick Forsyth 9. Juni 2025
Der in der Grafschaft Kent geborene britische Journalist Schriftsteller und Bestsellerautor Frederick Forsyth, dessen mehr als 20 Spionageromane in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 86 Jahren. Der Schriftsteller, der für Thriller wie «Der Schakal» und «Die Akte Odessa» verantwortlich zeichnete, war Pilot bei der Royal Air Force, Reporter der britischen Nachrichtenagentur Reuters und der BBC und arbeitete mehr als 20 Jahre lang für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6, wie er in seiner Autobiografie "Outsider" schilderte. Als Gegenleistung für seine Spionagetätigkeiten erhielt Forsyth nach eigenen Angaben Unterstützung bei den Recherchen für seine Bücher. Der Roman "Der Schakal" erzählt von einem fiktiven Attentatsversuch auf den französischen Präsidenten Charles de Gaulle und wurde 1973 verfilmt. Ein Jahr später folgte die britisch-deutsche Verfilmung von "Die Akte Odessa" über die Jagd eines Hamburger Journalisten auf einen Kriegsverbrecher und ehemaligen KZ-Kommandanten. 1981 kam der Kinofilm "The Dogs of War" und 1987 "The Fourth Protocol" hinzu.
Harris Yulin 10. Juni 2025
Der gebürtige kalifornische Schauspieler Harris Yulin verstarb im Alter von 87 Jahren an einem Herzstillstand. Er war ein vertrautes Gesicht in unzähligen Filmen und Serien in denen er oft Männer mit Macht - Polizisten, Richter oder Sheriffs spielte, etwa in "Der Mitternachtsmann", "Scarface" und "Ghostbusters II". Yulin war aber ebenso auf Theaterbühnen zu Hause und spielte zuletzt unter anderem eine größere Rolle in der Netflix-Serie "Ozark".
Elisabeth Nagy 13. Juni 2025
Die deutsch-ungarische Filmkritikerin Elisabeth Nagy (gesprochen: "nodj") verstarb nach langer schwerer Herzerkrankung in ihrer Heimatstadt Berlin im Alter von nur 60 Jahren. Auf dem Weg zur Apotheke war sie zusammengebrochen. Trotz Reanimation und Notoperation im Krankenhaus konnte ihr keiner mehr helfen. Einen lange geplanten Untersuchungstermin hatte sie wegen eines Streiks bei den öffentlichen Verkehrsmittel der BVG leider nicht wahrgenommen. Ein weiterer Termin sollte erst Ende des Monats folgen. Sie liebte Film über alles, war aber auch an Fotografie und Architektur, Musik sowie neuen Medien und technischem Fortschritt interessiert. Kinder- und Arthouse-Filme sowie Musikdokumentationen waren ihr bevorzugtes Metier. Im Kino musste sie allerdings stets ganz vorne in der ersten Reihe sitzen, weil sie extrem kurzsichtig war und deshalb auch einen behinderten Ausweis hatte. Ihr musikalisches Interesse galt vor allem der ungarischen Gitarrenmusik von Gábor Szabó, dessen Song "Gypsy Queen" sogar ein Hit von Carlos Santana wurde. Lange Zeit hatte sie als Journalistin für die Fachzeitschrift "Der Kameramann" (heute "Film & TV Kamera") gearbeitet. Zuletzt schrieb sie ausschließlich Filmkritiken für unseren Berliner Arbeitskreis Film e.V. (BAF). Neben der BERLINALE war ihr das polnische Filmfestival CAMERIMAGE, das sich ausschließlich der Kameragestaltung widmet, das liebste Filmfest, welches sie jährlich besuchte. Doch von jetzt an gibt es keine Filmkritiken mehr von ihr und auch die von ihr wöchentlich gepflegten Listen der Pressevorführungen werden wir alle schmerzlich vermissen. Dank Elisabeths Übersicht wusste man, ob man am nächsten Morgen zuerst ins Delphi musste oder in den Zoo Palast, ob man eine Einladung verpasst hatte, aus dem Verteiler gerutscht war oder man sich die falsche Startzeit notiert hatte. Zudem warnte Elisabeth uns auch vor geplanten BVG-Streiks oder Sperrungen, wodurch viele Verspätungen vermieden wurden.
Lalo Schifrin 26. Juni 2025
Der mit jüdischer Abstammung in Buenos Aires geborene Pianist, Komponist, Arrangeur und Dirigent Lalo Schifrin verstarb im Alter von 93 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer Lungenentzündung. Zu den bekanntesten Kompositionen des legendären US-Komponisten zählen die Titelthemen wie "Mission: Impossible", "Starsky & Hutch" und "Mannix". In seinem Werk verknüpfte der 1932 in Argentinien geborene Künstler die Einflüsse seiner klassischen und symphonischen Ausbildung mit Jazz und modernen Klängen. Der prägnante Beat des im ungewöhnlichen 5/4-Takt geschriebenen Themas der amerikanischen TV-Serie „Mission: Impossible“ (im deutschen Fernsehen „Kobra, übernehmen sie“), die von 1966 bis 1973 lief, wird für immer mit ihm verbunden bleiben. Zur Melodie war eine selbstzerstörenden Uhr auf dem Bildschirm zu sehen, die jeweils den Startschuss für die heiklen Aufträge des Agenten-Teams gab. Darüber hinaus schuf er die Musik für ca.100 Filme, darunter "Bullitt" und "Dirty Harry". Zudem war er ein hochangesehener Orchesterdirigent und Jazzpianist, der auch in der Band von Dizzy Gillespie mitspielte. Lalo Schifrin lernte im Alter von sechs Jahren bei Enrique Barenboim, dem Vater des Dirigenten Daniel Barenboim, Klavier spielen. Mit 20 finanzierte er sein Studium am Conservatoire de Paris, indem er in Pariser Nachtclubs als Jazz-Pianist auftrat. Wieder in Argentinien, gründete er ein Jazz-Orchester, in dem unter anderem Gato Barbieri spielte. Eine Begegnung mit Dizzy Gillespie im Jahre 1958, während eines Konzerts in Buenos Aires, führte dazu, dass er mit 26 Jahren in die USA übersiedelte.
Rick Hurst 26. Juni 2025
Der in Houston, Texas geborene US-amerikanischer Schauspieler Richard Douglas „Rick“ Hurst verstarb nach einer 44 Jahre umfassenden Karriere vor der Kamera mit 79 Jahren in Los Angeles, Kalifornien. Nach einem Studium begann er seine Karriere, zunächst auf der Bühne. Ab Anfang der 1970er Jahre stand er dann vor der Kamera und spielte unter anderem auch in "Karate Kid III - Die letzte Entscheidung", "Magnolien aus Stahl" mit oder stand an der Seite von Clint Eastwood in "In the Line of Fire - Die zweite Chance". Weithin bekannt wurde er jedoch als Hilfssheriff Cletus Hogg durch die TV-Serie "Ein Duke kommt selten allein", die von 1979 bis 1985 produziert wurde.
Monika Hansen 26. Juni 2025
Die deutsche Theater- und Filmschauspielerin Monika Hansen, Tochter der Schauspielerin und Komikerin Claire Schlichting mit der sie gemeinsam während des 2. Weltkriegs vor den Nazis nach Dänemark floh, verstarb im Alter von 83 Jahren in Berlin. Bis 1971 war Hansen mit dem Schauspieler Rolf Becker verheiratet. Aus der Ehe gingen die gemeinsamen Kinder Ben und Meret Becker, beide ebenfalls Schauspieler, hervor. Nach der Scheidung heiratete Hansen den Schauspieler Otto Sander, der 2013 im Alter von 72 Jahren ebenfalls in Berlin verstarb. Monika Hansen wurde durch zahlreiche Film-, Theater- und TV-Produktionen bekannt. Unter anderem arbeitete sie mit Wim Wenders, Luc Bondy und Rosa von Praunheim zusammen. Von 1959 bis 1962 hatte sie an der Otto-Falckenberg-Schule in München Schauspiel studiert. Anschließend spielte sie viele Jahrzehnte Theater, etwa in Berlin an der Schaubühne, am Renaissance-Theater und am Schillertheater, aber auch am Bremer Theater am Goetheplatz und am Deutschen Nationaltheater Weimar. Vor der Kamera stand sie u.a. für Wim Wenders im märchenhaften Film „In weiter Ferne, so nah!“ oder für Margarethe von Trotta im Drama „Das Versprechen“. Ihre letzte Rolle spielte sie 2022 in Rosa von Praunheims Doku-Fernsehfilm "Rex Gildo – Der letzte Tanz". 1999 war sie schon einmal in Praunheims Kino-Spielfilm "Der Einstein des Sex" gemeinsam mit Otto Sander und ihren Kindern Meret und Ben Becker zu sehen gewesen.
Kenneth Colley 30. Juni 2025
Der in Manchester geborene britischer Film- und Fernsehdarsteller Kenneth Colley, der auf mehr als 60 Jahre Schauspielerei zurückblicken konnte, verstarb im Alter von 87 Jahren in London. Bekanntheit erlangte er durch seine Rolle als Admiral Piett in den Star Wars-Filmen "Das Imperium schlägt zurück" (1980) und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (1983) sowie durch seine Rollen in den Filmen von Ken Russell und Monty Python. Einer seiner ersten Auftritte im britischen Fernsehen war die Rolle des Noah Riley in dem Polizeidrama "The Sweeney" in den 1970er Jahren. Nachdem er auch in zwei früheren Monty-Python-Produktion als Nebendarsteller aufgetreten war, spielte er 1979 die tragende Rolle des Jesus in "Monty Python's Life of Brian". Colley spielte auch eine bemerkenswerte Rolle in dem Clint Eastwood-Film "Firefox" von 1982, in dem er einen sowjetischen Oberst spielte, der mit dem Schutz von Firefox und seinen Geheimnissen beauftragt war.
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