Nachrufe zum Totensonntag 2025
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Dieter Weidenfeld 1. November 2025
Der in Köln geborene Musikmanager und Produzent Dieter Weidenfeld verstarb im Alter von 95 Jahren in München, wie seine Tochter der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Weidenfeld hat die Karrieren zahlreicher Künstler geprägt. Nach einem Studium in Soziologie begann seine Laufbahn Mitte der 1960er Jahre bei Radio Luxemburg. Später ging er zur Plattenfirma EMI Electrola - wo er dem jungen und noch unbekannten Howard Carpendale zu seinem ersten Plattenvertrag verhalf - und eröffnete schließlich in München sein eigenes Büro. Von dort aus hatte er über Jahrzehnte mit Howard Carpendale sowie Peter Kraus und Udo Jürgens zusammengearbeitet. Zu den von ihm betreuten Künstlern zählten den Angaben nach auch Uri Geller, die Schauspieler Klausjürgen Wussow und Heinz Rühmann sowie die Sänger Rex Gildo, Abi Ofarim, Gilbert Bécaud, Helmut Zacharias und Peter Kraus. Ab 1970 war er mit der Französin Valerie Perrin verheiratet und hatte eine Tochter, Nathalie Weidenfeld, die mit dem ehemaligen Kulturstaatsminister und Philosophen Julian Nida-Rümelin verheiratet ist. Noch bis 2024 war Weidenfeld als Manager für den Sänger Matthias Reim beruflich tätig gewesen.
Diane Ladd 3. November 2025
Die als Rose Diane Ladner in Mississippi geborene US-Schauspielerin verstarb im Alter von 89 Jahren in ihrem Haus in Kalifornien, wie ihre Tochter, Oscar-Preisträgerin Laura Dern, bekannt gab. Ihre nun verstorbene Mutter war selbst dreimal für einen Academy Award nominiert, etwa für ihre Rolle in David Lynchs "Wild at Heart" aus dem Jahre 1990. Nach einer langen Karriere im Fernsehen und auf der Theaterbühne wurde Diane Ladd 1970 mit dem Film "Alice lebt hier nicht mehr" von Martin Scorsese auf der großen Leinwand bekannt. Ihre Rolle als Kellnerin Flo brachte ihr die erste Oscarnominierungen ein. Sie trat danach in Dutzenden Filmen auf, darunter "Chinatown" von Roman Polański und "Mit aller Macht". Für einen Oscar und für einen Golden Globe nominiert wurde sie auch 1991 für ihre Rolle in "Die Lust der schönen Rose" von Martha Coolidge in dem sie zusammen mit ihrer Tochter Laura Dern auftrat. In ihrer mehr als fünf Jahrzehnte währenden Schauspielkarriere hatte sie Rollen in über 120 Film- und Fernsehproduktionen. Von 1960 bis 1969 war Diane Ladd mit dem Schauspieler Bruce Dern verheiratet, der durch Filme wie "Der große Gatsby" (1974), "Coming Home – Sie kehren heim" (1978) und "Nebraska" (2013) berühmt wurde. Laura Dern wurde 2020 für ihre Rolle als Scheidungsanwältin in dem Ehedrama "Marriage Story" mit einem Oscar ausgezeichnet.
Elizabeth Franz 4. November 2025
Die US-amerikanische Schauspielerin Elizabeth Franz, die für ihre aufschlussreiche Darstellung in "Death of a Salesman" 1999 mit dem Theaterpreis Tony ausgezeichnet wurde, verstarb mit 84 Jahren an Krebs. Franz trat in einer Vielzahl von Produktionen am Broadway und außerhalb des Broadway auf, darunter "Sister Mary Ignatius Explains It All For You" und "Brighton Beach Memoirs". Im Fernsehen war sie in "Roseanne, Gilmore Girls" und "Law & Order: SVU" zu sehen.
Pauline Collins 6. November 2025
Die britische Theater- und Filmschauspielerin Pauline Collins verstarb im Alter von 85 Jahren in einem Londoner Pflegeheim. Sie litt seit mehreren Jahren an Parkinson. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle im Film „Shirley Valentine". In Deutschland konnte man Pauline Collins vor allem Anfang der 1970er-Jahre in der Fernsehserie "Das Haus am Eaton Place" sehen. Für ihre Leistung als vom tristen Ehealltag frustrierte Hausfrau Shirley Valentine, die Heim, Herd und den lieblosen Gatten von einem Tag auf den anderen verlässt, um ihr Glück auf einer griechischen Insel zu suchen, erhielt die Britin in dem Emanzipationsstück "Shirley Valentine" eine Fülle von Theaterpreisen. Dagegen war Pauline Collins weitgehend filmunerfahren als sie 1988 für die Verfilmung von "Shirley Valentine" (deutscher Titel: "Shirley Valentine – Auf Wiedersehen, mein lieber Mann") unter der Regie des Bond-Film-Routiniers Lewis Gilbert verpflichtet wurde. Aber ihre dort gezeigte Leistung überzeugte Hollywood und sie wurde 1990 nicht nur für den Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ nominiert, sondern im gleichen Jahr auch mit dem British Academy Film Award als beste Darstellerin ausgezeichnet sowie für den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie nominiert. Die von ihrer äußeren Erscheinung unspektakulär und wenig glamourös wirkende Künstlerin unternahm auch weiterhin nur Gastspiele beim Film, nahm aber zahlreiche Rollen bei Fernsehserien an. Insgesamt umfasst ihr filmisches Schaffen rund 70 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1963 und 2017.
Felix Eitner 8. November 2025
Der bayerische Schauspieler Felix Eitner verstarb überraschend im Alter von nur 58 Jahren, wie die ZAV-Künstlervermittlung München mitteilte. Der aus dem Schweriner „Polizeiruf 110“ als TV-Kommissars Markus Tellheim bekannte ARD-Fernsehstar trat schon als Teenager vor die Kamera. In der Vorabendserie "Alles Klara" war er an der Seite von Wolke Hegenbarth als Hauptkommissar zu sehen. Der gebürtige Freiburger spielte auch im "Tatort" mit und übernahm Rollen in der TV-Reihe "Der Alte" und diversen "Soko"-Serien. „Gern hätte er öfter in guten Komödien mitgespielt“, sagte Eitner noch 2016 in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen – ein Wunsch, der nun unerfüllt bleibt.
Sally Kirkland 11. November 2025
Die in New York City geborene US-amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin Sally Kirkland verstarb im Alter von 84 Jahren in einem Hospiz in Palm Springs, Kalifornien. Die Schauspielerin, die an der Seite von Robert Redford, Paul Newman, Barbra Streisand, Charles Bronson und Kevin Costner auf der Leinwand zu sehen war, ist vor allem für ihren Auftritt 1973 in "Der Clou" bekannt. Für ihre Hauptrolle im Film "Anna... Exil New York" bekam sie 1987 neben einer Oscar-Nominierung den Golden Globe. Beim Film Forever (1992), in dem sie neben Sean Young spielte, war sie zum ersten Mal auch als Filmproduzentin tätig. In "Bruce Allmächtig" spielte sie 2003 an der Seite von Jim Carrey. Sally Kirklands Karriere lief über sechs Jahrzehnte. Sie spielte in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen mit. Im TV sah man die einst schlanke, blonde Darstellerin in Serien wie „Drei Engel für Charlie“ und „Hawaii Five-O“. 1968 sorgte sie mit einem Nackt-Auftritt am Theater für Aufsehen. Seit einem Jahr litt sie an Demenz und war in den letzten Monaten mehrmals schwer gestürzt. Sie brach sich dabei vier Halswirbel, das rechte Handgelenk und die linke Hüfte. Seitdem war sie beständig auf fremde Hilfe und Pflege angewiesen.
Homayoun Ershadi 11. November 2025
Der in Isfahan geborene iranische Schauspieler und ehemaliger Architekt Homayoun Ershadi erlag im Alter von 78 Jahren einer Krebserkrankung. Nach dem Abschluss seines Studiums der Architektur an der Universität Venedig arbeitete Ershadi für die nächsten 25 Jahre als Architekt im Iran und auch international. Bei einer Autofahrt durch Teheran wurde der oft mit Laiendarstellern arbeitende Regisseur Abbas Kiarostami auf das etwas länger an einer roten Ampel stoppende Fahrzeug von Ershadi aufmerksam, klopfte an dessen Autoscheibe und bot ihm eine Rolle in seinem nächsten Film "Der Geschmack der Kirsche" an, die dieser sofort mit großer Ehre annahm. Der Film hatte seine Uraufführung im Mai 1997 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo er mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Der zuvor in der Öffentlichkeit unbekannten Quereinsteiger spielte anschließend auch erfolgreich in einigen Hollywood-Produktionen mit, etwa in Marc Forsters Romanverfilmung "Drachenläufer" und im Action-Thriller "Zero Dark Thirty" von Kathryn Bigelow.
Hark Bohm 14. November 2025
Hark Hermann Bohm, der in Hamburg geborene deutsche Schauspieler, Drehbuchautor, Filmregisseur, Produzent und Dozent für Film am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg, verstarb im Alter von 86 Jahren ebenda. Er wuchs mit drei jüngeren Geschwistern auf der Nordseeinsel Amrum auf. Die fünf Wochen zuvor gestartete Premiere seines von Fatih Akın verfilmten gleichnamigen Romans "AMRUM" über seine Jugend in Kriegszeiten, an dessen Drehbuch er maßgeblich mitschrieb, hat er noch erlebt. Durch seinen jüngeren, 2006 verstorbenen Bruder Marquard Bohm, kam Hark Bohm in Kontakt mit der Münchner Filmszene um Rainer-Werner Fassbinder, worauf er sein juristisches Referendariat nach dem bestandenen Ersten Staatsexamen in München abbrach und sich ab 1969 hauptberuflich in verschiedenen Funktionen mit Film befasste. In Rudolf Thomas 1970 gedrehtem Film „Rote Sonne“, in dem Marquard an der Seite von Uschi Obermaier zum Star wurde, spielte Hark einen linken Studenten, und machte auch Ton. Im selben Jahr war er auch in „Der große Verhau“ von Alexander Kluge und in Fassbinders „Der amerikanische Soldat“ zu sehen. 1971 gründete Hark Bohm mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren. 1972 debütierte er als Regisseur hinter der Kamera mit dem preisgekrönten Spielfilm „Tschetan, der Indianerjunge“, bei dem Michael Ballhaus die Kamera führte. Sein größter Erfolg wurde wurde jedoch 1977 das Jugend-Sozialdrama "Nordsee ist Mordsee". 1979 war er Mitbegründer des Hamburger Filmbüros und initiierte im selben Jahr auch das Filmfest Hamburg zusammen mit Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Wim Wenders. 1992 folgte seine Professur für Film an der Universität Hamburg, dessen Filmstudium ab 2004 in die Hamburg Media School integriert wurde. Im Jahr 2000 engagierte Bernd Eichinger ihn als Drehbuchautor und Regisseur für den TV-Zweiteiler Vera Brühne mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle. 2003 war Hark Bohm eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Filmakademie in Berlin. Er und seine zweite Ehefrau Natalia adoptierten vier Kinder und betreuten zwei weitere Pflegekinder, eines davon war der 2022 verstorbene Schauspieler Uwe Bohm, der in über 110 Film- und Fernsehproduktionen mitwirkte.
Alice & Ellen Kessler 17. November 2025
Die als Kessler Zwillinge in den Fünfziger- und Sechzigerjahren bekannt gewordenen »Königinnen des Tanzes« sind gemeinsam durch einen assistierten Suizid im Alter von 89 Jahren in Grünwald bei München verstorben. Ein Fremdverschulden am Tod des Schwesternpaares Alice & Ellen Kessler wurde ausgeschlossen. Die eineiigen Zwillinge standen mehr als 60 Jahre lang auf der Bühne, unter anderem mit Frank Sinatra, Fred Astaire und Harry Belafonte. Besonders in den USA, in Frankreich und in Italien wurden die Schwestern gefeiert. Die Kesslers tanzten in New York, Caracas, Monte-Carlo, Barcelona, Buenos Aires oder Sydney, waren zu Gast in internationalen Fernsehshows und traten mehrfach in Kinofilmen auf. Die blonden Schwestern wurden in Sachsen geboren und 1955 vom Direktor des Pariser Lido entdeckt. 1936 nahe Leipzig geboren, flohen sie früh aus der DDR und starteten ihre Karriere als Tänzerinnen in Düsseldorf. Italien wurde ihre zweite Heimat, dort feierten sie große Erfolge und Kultstatus. Als ihren wohl größten Erfolg betrachten sie das Musical "Viola violino viola d'amore", mit dem sie in Italien auf Tour gingen. Privat blieben sie unverheiratet, lebten bis zuletzt zusammen in Grünwald bei München - nur durch eine Schiebetür getrennt. Disziplin, Dankbarkeit und Zweisamkeit nannten sie ihr Erfolgsgeheimnis. Noch mit 80 standen sie auf der Bühne, mit 88 konnten sie noch den Spagat. Alleine hätten sie es wohl nicht geschafft, zusammen ist man stärker. Und so gingen sie auch den letzten Schritt gemeinsam - vereint bis in den Tod.
Spencer Lofranco 18. November 2025
Der in Toronto geborene junge kanadische Schauspieler Spencer Lofranco verstarb sehr überraschend im Alter von nur 33 Jahren in der kanadischen Provinz British Columbia an der Küste des Pazifischen Ozeans. Über die Todesursache wurde bisher noch nichts bekannt. Seine Schauspielkarriere startete er 2013 in der Komödie "At Middleton" von Adam Rogers. Darin wurde er für die Rolle des Highschool-Abiturienten Conrad Hartman beim Denver Filmfestival als bester Nachwuchs-Darsteller ausgezeichnet. Seine erste Hauptrolle hatte er 2014 als der problematischer Teenager James Burns in Trevor Whites biografischem Krimifilm "Jamesy Boy". Im selben Jahr 2014 spielte er als Harry Brooks auch in Angelina Jolies Kriegsdrama "Unbroken" mit. Bis 2018 folgten nur noch drei weitere Spielfilme mit ihm, darunter zum Schluss das Biopic "Gotti" mit John Travolta als hochrangiger New Yorker Mafia-Boss John Gotti.
Ornella Vanoni 21. November 2025
Die italienische Sängerin Ornella Vanoni verstarb im Alter von 91 Jahren in ihrem Haus in Mailand. Vanoni gehörte zu den produktivsten Sängerinnen der italienischen Musikszene und galt in Italien als eine Ikone. Die Karriere der gebürtigen Mailänderin ging mehr als sechs Jahrzehnte. Sie verkaufte über die Jahre mehr als 50 Millionen Platten und veröffentlichte rund 40 Studioalben. Vanoni wurde 1934 in eine wohlhabende Mailänder Familie geboren. Anfang der 1960er-Jahre erlangte die stets rothaarige Sängerin durch Fernseh-Musikfestivals erste Bekanntheit. Sie ging zunächst ans Theater, bevor sie sich später vollends der Musik widmete. Sie arbeitete unter anderem mit Musik-Größen wie Gino Paoli, Paolo Conte, Lucio Dalla oder Fabrizio De André. Zu ihren bekanntesten Liedern gehören "Senza Fine" (1961) und "Domani è un altro giorno" (1971). Mit ihrem Lied "L'appuntamento" war sie auch außerhalb Italiens erfolgreich und erlangte internationale Bekanntheit. Ursprünglich im Jahr 1970 veröffentlicht, erlebte das Stück 2004 als Soundtrack des Blockbusters "Ocean's Twelve" von US-Regisseur Steven Soderbergh ein Comeback.
Udo Kier 23. November 2025
Der in Köln-Mühlheim geborene deutsche Schauspieler Udo Kier, der als Udo Kierspe in ärmlichen Verhältnissen zur Welt kam, verstarb am Totensonntag in seiner Wahlheimat Palm Springs in Kalifornien mit 81 Jahren. Kier spielte in über 270 Filmen mit, als einer von wenigen deutschen Schauspielern auch regelmäßig in Hollywood-Produktionen. In seiner Jugend absolvierte der Rheinländer eine Lehre als Großhandelskaufmann in der Werkzeugbranche und jobbte eine Zeit lang beim Autobauer Ford am Fließband. Mit 19 Jahren machte sich der von seiner alleinerziehenden Mutter großgezogene Junge auf nach London und knüpfte erste Kontakte mit der Filmbranche. In den 70er-Jahren erarbeitete er sich einen anhaltenden Ruf durch seine Kollaboration mit Andy Warhol bei dessen Horror-Persiflagen „Blut für Frankenstein“ und „Blut für Dracula“. Seinen Durchbruch in den USA hatte er 1991 mit Gus van Sants „My private Idaho“. Im gleichen Jahr zog er nach Kalifornien. Bekannt wurde Kier für seine Schurkenrollen und schräge Charaktere - nicht zuletzt wegen seines intensiven Blicks aus ungewöhnlich grünen Augen. Er spielte an der Seite von Nicole Kidman, Arnold Schwarzenegger, John Malkovich und vielen anderen, darunter "Die Geschichte der O" (1975), "Breaking the Waves" (1996) sowie "Melancholia" (2011). Auch in europäischen Filmen übernahm er weiterhin Rollen, vor allem in denen von Regisseur Lars von Trier. Besonders eng war Kiers Kontakt zu Filmemacher Rainer Werner Fassbinder, mit dem er unter anderem "Lili Marleen" (1981) oder "Berlin Alexanderplatz" drehte. Er arbeitete auch mit Christoph Schlingensief oder Fatih Akin sowie an der Seite der Jungstars Keanu Reeves und River Phoenix. Aktuell ist er in einer der für ihn typischen markanten Nebenrollen in dem brasilianischen Thriller „The Secret Agent“ zu sehen.
Jimmy Cliff 24. November 2025
Wie über die sozialen Medien bekannt wurde, verstarb der jamaikanische Reggae-Musiker Jimmy Cliff mit 81 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Geboren als James Chambers St. James, Jamaika, revolutionierte Cliff die Musikwelt. Bereits mit 14 Jahren landete er seinen ersten Hit „Hurricane Hattie“ – zu einer Zeit, als der Begriff „Reggae“ noch gar nicht existierte. Der Künstlername „Cliff“ war demnach eine Hommage an die Klippen seiner jamaikanischen Heimat. Cliff, der mit Hits wie "Many Rivers to Cross", "You Can Get it If You Really Want" und "Vietnam" zum internationalen Durchbruch der Reggae-Musik beitrug, konkurrierte für kurze Zeit auch mit Bob Marley um den Titel als berühmtester Vertreter des Reggae. Cliff war auch Schauspieler. Im Film "The Harder They Come" spielte er den Reggae-Musiker Ivanhoe "Ivan" Martin, der wegen eines Karriere-Knicks kriminell wird. Der Soundtrack mit Hits wie „Sitting in Limbo“ brachte den Reggae erstmals einem internationalen Publikum nahe. In den späteren Jahren seines Lebens wandte sich Cliff dem Islam zu. Sein letztes Album „Refugees“ erschien 2022 und behandelte Themen wie Hoffnung und Einheit. Als einziger lebender Reggae-Musiker trug er den Order of Merit, die höchste Auszeichnung Jamaikas.
Dharmendra 24. November 2025
Der indische Filmschauspieler Dharmendra (bürgerlich Dharam Singh Deol), der in der ehemaligen nordwestlich gelegenen britisch-indischen Provinz Punjab (auch Pandschab genannt) geboren wurde, verstarb mit 89 Jahren in Mumbai (vormals Bombay). Singh Deol arbeitete für eine amerikanische Bohrfirma, bevor er bei einem Filmfare-Talente-Wettbewerb entdeckt wurde und nach Mumbai ging. 1960 hatte er sein Filmdebüt, bei der er in einer romantischen Liebhaberrolle besetzt wurde. Er galt damals als einer der schönsten Männer in der Geschichte des indischen Kinos. Dank seiner Rollen in einer Reihe von Actionfilmen, die sein Vermächtnis über mehr als sechs Jahrzehnte und mehr als 300 Filmen festigten, wurde Indiens äußerst beliebter Star auch liebevoll als der "He-Man" von Bollywood bezeichnet. Als seine schauspielerisch gelungenste Leistung gilt seine Rolle in "Satyakam" (1969) von Hrishikesh Mukherjee. 1975 spielte Dharmendra die Hauptrolle in "Sholay" – Bollywoods erfolgreichstem Film aller Zeiten. Mit seiner zweiten Ehefrau drehte er weitere Filme, darunter die sowjetisch-indische Koproduktion "Ali Baba und die 40 Räuber" aus dem Jahr 1980. Danach wurden seine Filme qualitativ immer schwächer. 1996 wurde Dharmendra mit dem Filmfare Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Arne Birkenstock 26. November 2025
Der in Siegen (NRW) geborene deutsche Dokumentarfilmemacher, Autor und Produzent Arne Birkenstock verstarb nach langer Krankheit im Alter von 57 Jahren im Kreise seiner Familie. Er litt an Krebs, wie die AG-DOK mitteilte. Birkenstock studierte Volkswirtschaft, Politik, Geschichte und Romanistik in Köln, Buenos Aires und Córdoba und realisierte während seines Studiums erste TV-Dokumentationen für die Sendereihen "Unter deutschen Dächern" (ARD) und "Menschen hautnah". Sein erster Kino-Dokumentarfilm "12 Tangos – Adios Buenos Aires" hatte 2005 Premiere. Der die meiste Zeit in Köln lebende Regisseur gewann u.a. zwei Deutsche Filmpreise für seine Filme "Chandani und ihr Elefant" (2011) und "Beltracchi - Die Kunst der Fälschung" (2014). Vor allem letzteres Werk, ein Film über den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi, hatte für viel Aufsehen gesorgt - Birkenstocks Vater war dessen Verteidiger. Arne Birkenstock verfasste zudem Bücher zu Tango und Lateinamerikanische Musik.
Ingrid van Bergen 28. November 2025
Die in Danzig geborene deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin Ingrid Maria van Bergen verstarb friedlich mit 94 Jahren zu Hause in Niedersachsens Lüneburger Heide. Van Bergen sei in ihren letzten Tagen bettlägerig gewesen, war zudem erblindet. Nach einer Schauspielausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg sammelte van Bergen 1953 erste Bühnenerfahrungen als Kabarettistin in dem Münchner Ensemble „Die kleinen Fische“ und mit Gastauftritten bei den Berliner „Stachelschweinen“. 1954 debütierte sie als Filmschauspielerin in Helmut Käutners „Bildnis einer Unbekannten“ und wurde schnell zu einer gefragten Darstellerin nach ihrem Auftritt im deutschen Nachkriegsfilmklassiker „Des Teufels General“. 1959 machte der Kinofilm „Rosen für den Staatsanwalt“ Ingrid van Bergen berühmt worauf sie mit Hollywood-Stars wie Robert Mitchum und Kirk Douglas drehte. Spätestens nach der 1967 gedrehten Günther-Grass-Verfilmung „Katz und Maus“ galt sie über Jahrzehnte als feste Größe im deutschsprachigen Kino und war auch in Edgar-Wallace-Verfilmungen zu sehen. Allerdings erlebte sie auch Schicksalsschläge - und verbrachte Jahre im Gefängnis, weil sie betrunken aus Eifersucht im Jahre 1977 ihren Geliebten Klaus Knaths in einer Villa am Starnberger See erschoss. Das Urteil lautete Totschlag im Affekt. Nach vorzeitiger Haftentlassung war es schwer für sie im Kino wieder Fuß zu fassen, sodass sie sich dem Fernsehen zuwandte, Interviews gab und im „Tatort“ zu sehen war. Im Alter von 77 wurde sie im Jahr 2009 „Dschungelkönigin“ bei der RTL Reality-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Zwei Jahre später war sie noch als lebensfreudige alte Frau am Kammertheater Karlsruhe in der Tragikomödie „Harold und Maude“ oben ohne zu sehen. Mit 80.
Tom Stoppard 29. November 2025
Der in der ehemaligen Tschechoslowakei als Tomáš Sträussler geborene britische Dramatiker und Oscar-Preisträger Tom Stoppard verstarb mit 88 Jahren in seinem Zuhause in der englischen Grafschaft Dorset im Kreise seiner Familie. Stoppard gilt als einer der herausragenden Autoren des britischen Nachkriegsdramas, das er durch seine sowohl bühnenwirksam wie auch intellektuell anregende Mischung aus Wortwitz, Situationskomik und philosophischen Reflexionen maßgeblich mit beeinflusst hat. Seine Werke gehören zu den meistgespielten und ebenfalls in akademischen Kreisen am intensivsten diskutierten Stücken des zeitgenössischen britischen Dramas. Seine jüdischen Eltern waren 1939 mit ihren zwei Söhnen vor dem Holocaust geflohen und gelangten nach Singapur, wo der junge Sträussler eine englische Schule in Indien besuchte. 1942 marschierten jedoch die Japaner in Singapur ein, sodass die Familie erneut fliehen musste und sein Vater dabei verstarb. Seine Mutter heiratete 1946 einen britischen Major namens Stoppard, mit dem die neue Familie im gleichen Jahr nach England übersiedelte. 1954 begann der junge Sträussler, der seitdem Ton Stoppard hieß, im Alter von 17 Jahren als Journalist in England zu arbeiten. Sein erstes Stück, "A Walk on the Water" (späterer Titel: "Enter a Free Man") wurde 1960 fertiggestellt, 1963 im Fernsehen gezeigt und 1964 auf der Bühne in Hamburg uraufgeführt. Im selben Jahr nahm Stoppard am Literarischen Kolloquium in Berlin teil, was ihm die Arbeit an seinem bekanntesten Bühnenwerk "Rosenkranz und Güldenstern sind tot" ermöglichte, einer Komödie mit zwei Nebenfiguren aus Hamlet, die er 1967 vorstellte und später selbst verfilmte, wofür er 1990 bei den internationalen Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet wurde. 1978 schrieb Stoppard nach einer Novelle von Vladimir Nabokov das Drehbuch zu "Despair – Eine Reise ins Licht", einem wenig bekannten Film von Rainer Werner Fassbinder. Highlight seiner Karriere war aber der Oscar-Gewinn 1999 für das Drehbuch von John Maddens "Shakespeare In Love", den er zusammen mit Marc Norman erhielt.
Dedo Weigert 30. November 2025
Der in Breslau geborene deutsche Kameramann, Filmproduzent und Unternehmer Dedo Weigert, der vor allem in München lebte und arbeitete, verstarb im Alter von 87 Jahren ebenda. Weigert wuchs als Sohn des Universitätsprofessors für Kunstgeschichte Hans Weigert und der Malerin Cornelie Weigert nach dem 2. Weltkrieg in Stuttgart auf. Neben dem Studium der Theaterwissenschaft fing er im Theater als Schauspieler und Regieassistent an zu arbeiten. Über den Job als Produktionsleiter kam er zu einer Firma die Werbespots drehte und konnte durch einen Zufall als Kamera-Assistent unter dem britischen Kameramann und Lehrmeister John Baxter Peters bei Produktionen des amerikanischen Fernsehens einsteigen. Durch seine Freude an technischen Verbesserungen wurde er in der Filmbranche aber vor allem für die von ihm entwickelten Beleuchtungssysteme Dedolight mit ausgeklügelten 12-V-Doppel-Linsensystem bekannt, für die er 1991 einen technischen Oscar (Technical Achievement) bekam. Anfang der 2000er ergänzte er auf der Photokina in Köln sein Lichtsystem um das Parallel-Lightstream-Reflector-Licht sowie um eine Miniatur-Niedervolt-Wolfram-Halogen-Leuchte, für deren bahnbrechende Neuerungen er 2003 einen weiteren technischen Oscar (Scientific and Engineering Award) und einen Emmy erhielt. Trotz der Innovationen und vieler Verkaufserfolge steht die von ihm gegründete Firma »Dedo Weigert Film« seit Ende September 2025 unter Insolvenzverwaltung.
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mit Theodor Pistek, der am 3. Dezember 2025 verstarb.
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Dieter Weidenfeld 1. November 2025
Der in Köln geborene Musikmanager und Produzent Dieter Weidenfeld verstarb im Alter von 95 Jahren in München, wie seine Tochter der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Weidenfeld hat die Karrieren zahlreicher Künstler geprägt. Nach einem Studium in Soziologie begann seine Laufbahn Mitte der 1960er Jahre bei Radio Luxemburg. Später ging er zur Plattenfirma EMI Electrola - wo er dem jungen und noch unbekannten Howard Carpendale zu seinem ersten Plattenvertrag verhalf - und eröffnete schließlich in München sein eigenes Büro. Von dort aus hatte er über Jahrzehnte mit Howard Carpendale sowie Peter Kraus und Udo Jürgens zusammengearbeitet. Zu den von ihm betreuten Künstlern zählten den Angaben nach auch Uri Geller, die Schauspieler Klausjürgen Wussow und Heinz Rühmann sowie die Sänger Rex Gildo, Abi Ofarim, Gilbert Bécaud, Helmut Zacharias und Peter Kraus. Ab 1970 war er mit der Französin Valerie Perrin verheiratet und hatte eine Tochter, Nathalie Weidenfeld, die mit dem ehemaligen Kulturstaatsminister und Philosophen Julian Nida-Rümelin verheiratet ist. Noch bis 2024 war Weidenfeld als Manager für den Sänger Matthias Reim beruflich tätig gewesen.
Diane Ladd 3. November 2025
Die als Rose Diane Ladner in Mississippi geborene US-Schauspielerin verstarb im Alter von 89 Jahren in ihrem Haus in Kalifornien, wie ihre Tochter, Oscar-Preisträgerin Laura Dern, bekannt gab. Ihre nun verstorbene Mutter war selbst dreimal für einen Academy Award nominiert, etwa für ihre Rolle in David Lynchs "Wild at Heart" aus dem Jahre 1990. Nach einer langen Karriere im Fernsehen und auf der Theaterbühne wurde Diane Ladd 1970 mit dem Film "Alice lebt hier nicht mehr" von Martin Scorsese auf der großen Leinwand bekannt. Ihre Rolle als Kellnerin Flo brachte ihr die erste Oscarnominierungen ein. Sie trat danach in Dutzenden Filmen auf, darunter "Chinatown" von Roman Polański und "Mit aller Macht". Für einen Oscar und für einen Golden Globe nominiert wurde sie auch 1991 für ihre Rolle in "Die Lust der schönen Rose" von Martha Coolidge in dem sie zusammen mit ihrer Tochter Laura Dern auftrat. In ihrer mehr als fünf Jahrzehnte währenden Schauspielkarriere hatte sie Rollen in über 120 Film- und Fernsehproduktionen. Von 1960 bis 1969 war Diane Ladd mit dem Schauspieler Bruce Dern verheiratet, der durch Filme wie "Der große Gatsby" (1974), "Coming Home – Sie kehren heim" (1978) und "Nebraska" (2013) berühmt wurde. Laura Dern wurde 2020 für ihre Rolle als Scheidungsanwältin in dem Ehedrama "Marriage Story" mit einem Oscar ausgezeichnet.
Elizabeth Franz 4. November 2025
Die US-amerikanische Schauspielerin Elizabeth Franz, die für ihre aufschlussreiche Darstellung in "Death of a Salesman" 1999 mit dem Theaterpreis Tony ausgezeichnet wurde, verstarb mit 84 Jahren an Krebs. Franz trat in einer Vielzahl von Produktionen am Broadway und außerhalb des Broadway auf, darunter "Sister Mary Ignatius Explains It All For You" und "Brighton Beach Memoirs". Im Fernsehen war sie in "Roseanne, Gilmore Girls" und "Law & Order: SVU" zu sehen.
Pauline Collins 6. November 2025
Die britische Theater- und Filmschauspielerin Pauline Collins verstarb im Alter von 85 Jahren in einem Londoner Pflegeheim. Sie litt seit mehreren Jahren an Parkinson. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle im Film „Shirley Valentine". In Deutschland konnte man Pauline Collins vor allem Anfang der 1970er-Jahre in der Fernsehserie "Das Haus am Eaton Place" sehen. Für ihre Leistung als vom tristen Ehealltag frustrierte Hausfrau Shirley Valentine, die Heim, Herd und den lieblosen Gatten von einem Tag auf den anderen verlässt, um ihr Glück auf einer griechischen Insel zu suchen, erhielt die Britin in dem Emanzipationsstück "Shirley Valentine" eine Fülle von Theaterpreisen. Dagegen war Pauline Collins weitgehend filmunerfahren als sie 1988 für die Verfilmung von "Shirley Valentine" (deutscher Titel: "Shirley Valentine – Auf Wiedersehen, mein lieber Mann") unter der Regie des Bond-Film-Routiniers Lewis Gilbert verpflichtet wurde. Aber ihre dort gezeigte Leistung überzeugte Hollywood und sie wurde 1990 nicht nur für den Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ nominiert, sondern im gleichen Jahr auch mit dem British Academy Film Award als beste Darstellerin ausgezeichnet sowie für den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie nominiert. Die von ihrer äußeren Erscheinung unspektakulär und wenig glamourös wirkende Künstlerin unternahm auch weiterhin nur Gastspiele beim Film, nahm aber zahlreiche Rollen bei Fernsehserien an. Insgesamt umfasst ihr filmisches Schaffen rund 70 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1963 und 2017.
Felix Eitner 8. November 2025
Der bayerische Schauspieler Felix Eitner verstarb überraschend im Alter von nur 58 Jahren, wie die ZAV-Künstlervermittlung München mitteilte. Der aus dem Schweriner „Polizeiruf 110“ als TV-Kommissars Markus Tellheim bekannte ARD-Fernsehstar trat schon als Teenager vor die Kamera. In der Vorabendserie "Alles Klara" war er an der Seite von Wolke Hegenbarth als Hauptkommissar zu sehen. Der gebürtige Freiburger spielte auch im "Tatort" mit und übernahm Rollen in der TV-Reihe "Der Alte" und diversen "Soko"-Serien. „Gern hätte er öfter in guten Komödien mitgespielt“, sagte Eitner noch 2016 in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen – ein Wunsch, der nun unerfüllt bleibt.
Sally Kirkland 11. November 2025
Die in New York City geborene US-amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin Sally Kirkland verstarb im Alter von 84 Jahren in einem Hospiz in Palm Springs, Kalifornien. Die Schauspielerin, die an der Seite von Robert Redford, Paul Newman, Barbra Streisand, Charles Bronson und Kevin Costner auf der Leinwand zu sehen war, ist vor allem für ihren Auftritt 1973 in "Der Clou" bekannt. Für ihre Hauptrolle im Film "Anna... Exil New York" bekam sie 1987 neben einer Oscar-Nominierung den Golden Globe. Beim Film Forever (1992), in dem sie neben Sean Young spielte, war sie zum ersten Mal auch als Filmproduzentin tätig. In "Bruce Allmächtig" spielte sie 2003 an der Seite von Jim Carrey. Sally Kirklands Karriere lief über sechs Jahrzehnte. Sie spielte in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen mit. Im TV sah man die einst schlanke, blonde Darstellerin in Serien wie „Drei Engel für Charlie“ und „Hawaii Five-O“. 1968 sorgte sie mit einem Nackt-Auftritt am Theater für Aufsehen. Seit einem Jahr litt sie an Demenz und war in den letzten Monaten mehrmals schwer gestürzt. Sie brach sich dabei vier Halswirbel, das rechte Handgelenk und die linke Hüfte. Seitdem war sie beständig auf fremde Hilfe und Pflege angewiesen.
Homayoun Ershadi 11. November 2025
Der in Isfahan geborene iranische Schauspieler und ehemaliger Architekt Homayoun Ershadi erlag im Alter von 78 Jahren einer Krebserkrankung. Nach dem Abschluss seines Studiums der Architektur an der Universität Venedig arbeitete Ershadi für die nächsten 25 Jahre als Architekt im Iran und auch international. Bei einer Autofahrt durch Teheran wurde der oft mit Laiendarstellern arbeitende Regisseur Abbas Kiarostami auf das etwas länger an einer roten Ampel stoppende Fahrzeug von Ershadi aufmerksam, klopfte an dessen Autoscheibe und bot ihm eine Rolle in seinem nächsten Film "Der Geschmack der Kirsche" an, die dieser sofort mit großer Ehre annahm. Der Film hatte seine Uraufführung im Mai 1997 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo er mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Der zuvor in der Öffentlichkeit unbekannten Quereinsteiger spielte anschließend auch erfolgreich in einigen Hollywood-Produktionen mit, etwa in Marc Forsters Romanverfilmung "Drachenläufer" und im Action-Thriller "Zero Dark Thirty" von Kathryn Bigelow.
Hark Bohm 14. November 2025
Hark Hermann Bohm, der in Hamburg geborene deutsche Schauspieler, Drehbuchautor, Filmregisseur, Produzent und Dozent für Film am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg, verstarb im Alter von 86 Jahren ebenda. Er wuchs mit drei jüngeren Geschwistern auf der Nordseeinsel Amrum auf. Die fünf Wochen zuvor gestartete Premiere seines von Fatih Akın verfilmten gleichnamigen Romans "AMRUM" über seine Jugend in Kriegszeiten, an dessen Drehbuch er maßgeblich mitschrieb, hat er noch erlebt. Durch seinen jüngeren, 2006 verstorbenen Bruder Marquard Bohm, kam Hark Bohm in Kontakt mit der Münchner Filmszene um Rainer-Werner Fassbinder, worauf er sein juristisches Referendariat nach dem bestandenen Ersten Staatsexamen in München abbrach und sich ab 1969 hauptberuflich in verschiedenen Funktionen mit Film befasste. In Rudolf Thomas 1970 gedrehtem Film „Rote Sonne“, in dem Marquard an der Seite von Uschi Obermaier zum Star wurde, spielte Hark einen linken Studenten, und machte auch Ton. Im selben Jahr war er auch in „Der große Verhau“ von Alexander Kluge und in Fassbinders „Der amerikanische Soldat“ zu sehen. 1971 gründete Hark Bohm mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren. 1972 debütierte er als Regisseur hinter der Kamera mit dem preisgekrönten Spielfilm „Tschetan, der Indianerjunge“, bei dem Michael Ballhaus die Kamera führte. Sein größter Erfolg wurde wurde jedoch 1977 das Jugend-Sozialdrama "Nordsee ist Mordsee". 1979 war er Mitbegründer des Hamburger Filmbüros und initiierte im selben Jahr auch das Filmfest Hamburg zusammen mit Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Wim Wenders. 1992 folgte seine Professur für Film an der Universität Hamburg, dessen Filmstudium ab 2004 in die Hamburg Media School integriert wurde. Im Jahr 2000 engagierte Bernd Eichinger ihn als Drehbuchautor und Regisseur für den TV-Zweiteiler Vera Brühne mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle. 2003 war Hark Bohm eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Filmakademie in Berlin. Er und seine zweite Ehefrau Natalia adoptierten vier Kinder und betreuten zwei weitere Pflegekinder, eines davon war der 2022 verstorbene Schauspieler Uwe Bohm, der in über 110 Film- und Fernsehproduktionen mitwirkte.
Alice & Ellen Kessler 17. November 2025
Die als Kessler Zwillinge in den Fünfziger- und Sechzigerjahren bekannt gewordenen »Königinnen des Tanzes« sind gemeinsam durch einen assistierten Suizid im Alter von 89 Jahren in Grünwald bei München verstorben. Ein Fremdverschulden am Tod des Schwesternpaares Alice & Ellen Kessler wurde ausgeschlossen. Die eineiigen Zwillinge standen mehr als 60 Jahre lang auf der Bühne, unter anderem mit Frank Sinatra, Fred Astaire und Harry Belafonte. Besonders in den USA, in Frankreich und in Italien wurden die Schwestern gefeiert. Die Kesslers tanzten in New York, Caracas, Monte-Carlo, Barcelona, Buenos Aires oder Sydney, waren zu Gast in internationalen Fernsehshows und traten mehrfach in Kinofilmen auf. Die blonden Schwestern wurden in Sachsen geboren und 1955 vom Direktor des Pariser Lido entdeckt. 1936 nahe Leipzig geboren, flohen sie früh aus der DDR und starteten ihre Karriere als Tänzerinnen in Düsseldorf. Italien wurde ihre zweite Heimat, dort feierten sie große Erfolge und Kultstatus. Als ihren wohl größten Erfolg betrachten sie das Musical "Viola violino viola d'amore", mit dem sie in Italien auf Tour gingen. Privat blieben sie unverheiratet, lebten bis zuletzt zusammen in Grünwald bei München - nur durch eine Schiebetür getrennt. Disziplin, Dankbarkeit und Zweisamkeit nannten sie ihr Erfolgsgeheimnis. Noch mit 80 standen sie auf der Bühne, mit 88 konnten sie noch den Spagat. Alleine hätten sie es wohl nicht geschafft, zusammen ist man stärker. Und so gingen sie auch den letzten Schritt gemeinsam - vereint bis in den Tod.
Spencer Lofranco 18. November 2025
Der in Toronto geborene junge kanadische Schauspieler Spencer Lofranco verstarb sehr überraschend im Alter von nur 33 Jahren in der kanadischen Provinz British Columbia an der Küste des Pazifischen Ozeans. Über die Todesursache wurde bisher noch nichts bekannt. Seine Schauspielkarriere startete er 2013 in der Komödie "At Middleton" von Adam Rogers. Darin wurde er für die Rolle des Highschool-Abiturienten Conrad Hartman beim Denver Filmfestival als bester Nachwuchs-Darsteller ausgezeichnet. Seine erste Hauptrolle hatte er 2014 als der problematischer Teenager James Burns in Trevor Whites biografischem Krimifilm "Jamesy Boy". Im selben Jahr 2014 spielte er als Harry Brooks auch in Angelina Jolies Kriegsdrama "Unbroken" mit. Bis 2018 folgten nur noch drei weitere Spielfilme mit ihm, darunter zum Schluss das Biopic "Gotti" mit John Travolta als hochrangiger New Yorker Mafia-Boss John Gotti.
Ornella Vanoni 21. November 2025
Die italienische Sängerin Ornella Vanoni verstarb im Alter von 91 Jahren in ihrem Haus in Mailand. Vanoni gehörte zu den produktivsten Sängerinnen der italienischen Musikszene und galt in Italien als eine Ikone. Die Karriere der gebürtigen Mailänderin ging mehr als sechs Jahrzehnte. Sie verkaufte über die Jahre mehr als 50 Millionen Platten und veröffentlichte rund 40 Studioalben. Vanoni wurde 1934 in eine wohlhabende Mailänder Familie geboren. Anfang der 1960er-Jahre erlangte die stets rothaarige Sängerin durch Fernseh-Musikfestivals erste Bekanntheit. Sie ging zunächst ans Theater, bevor sie sich später vollends der Musik widmete. Sie arbeitete unter anderem mit Musik-Größen wie Gino Paoli, Paolo Conte, Lucio Dalla oder Fabrizio De André. Zu ihren bekanntesten Liedern gehören "Senza Fine" (1961) und "Domani è un altro giorno" (1971). Mit ihrem Lied "L'appuntamento" war sie auch außerhalb Italiens erfolgreich und erlangte internationale Bekanntheit. Ursprünglich im Jahr 1970 veröffentlicht, erlebte das Stück 2004 als Soundtrack des Blockbusters "Ocean's Twelve" von US-Regisseur Steven Soderbergh ein Comeback.
Udo Kier 23. November 2025
Der in Köln-Mühlheim geborene deutsche Schauspieler Udo Kier, der als Udo Kierspe in ärmlichen Verhältnissen zur Welt kam, verstarb am Totensonntag in seiner Wahlheimat Palm Springs in Kalifornien mit 81 Jahren. Kier spielte in über 270 Filmen mit, als einer von wenigen deutschen Schauspielern auch regelmäßig in Hollywood-Produktionen. In seiner Jugend absolvierte der Rheinländer eine Lehre als Großhandelskaufmann in der Werkzeugbranche und jobbte eine Zeit lang beim Autobauer Ford am Fließband. Mit 19 Jahren machte sich der von seiner alleinerziehenden Mutter großgezogene Junge auf nach London und knüpfte erste Kontakte mit der Filmbranche. In den 70er-Jahren erarbeitete er sich einen anhaltenden Ruf durch seine Kollaboration mit Andy Warhol bei dessen Horror-Persiflagen „Blut für Frankenstein“ und „Blut für Dracula“. Seinen Durchbruch in den USA hatte er 1991 mit Gus van Sants „My private Idaho“. Im gleichen Jahr zog er nach Kalifornien. Bekannt wurde Kier für seine Schurkenrollen und schräge Charaktere - nicht zuletzt wegen seines intensiven Blicks aus ungewöhnlich grünen Augen. Er spielte an der Seite von Nicole Kidman, Arnold Schwarzenegger, John Malkovich und vielen anderen, darunter "Die Geschichte der O" (1975), "Breaking the Waves" (1996) sowie "Melancholia" (2011). Auch in europäischen Filmen übernahm er weiterhin Rollen, vor allem in denen von Regisseur Lars von Trier. Besonders eng war Kiers Kontakt zu Filmemacher Rainer Werner Fassbinder, mit dem er unter anderem "Lili Marleen" (1981) oder "Berlin Alexanderplatz" drehte. Er arbeitete auch mit Christoph Schlingensief oder Fatih Akin sowie an der Seite der Jungstars Keanu Reeves und River Phoenix. Aktuell ist er in einer der für ihn typischen markanten Nebenrollen in dem brasilianischen Thriller „The Secret Agent“ zu sehen.
Jimmy Cliff 24. November 2025
Wie über die sozialen Medien bekannt wurde, verstarb der jamaikanische Reggae-Musiker Jimmy Cliff mit 81 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Geboren als James Chambers St. James, Jamaika, revolutionierte Cliff die Musikwelt. Bereits mit 14 Jahren landete er seinen ersten Hit „Hurricane Hattie“ – zu einer Zeit, als der Begriff „Reggae“ noch gar nicht existierte. Der Künstlername „Cliff“ war demnach eine Hommage an die Klippen seiner jamaikanischen Heimat. Cliff, der mit Hits wie "Many Rivers to Cross", "You Can Get it If You Really Want" und "Vietnam" zum internationalen Durchbruch der Reggae-Musik beitrug, konkurrierte für kurze Zeit auch mit Bob Marley um den Titel als berühmtester Vertreter des Reggae. Cliff war auch Schauspieler. Im Film "The Harder They Come" spielte er den Reggae-Musiker Ivanhoe "Ivan" Martin, der wegen eines Karriere-Knicks kriminell wird. Der Soundtrack mit Hits wie „Sitting in Limbo“ brachte den Reggae erstmals einem internationalen Publikum nahe. In den späteren Jahren seines Lebens wandte sich Cliff dem Islam zu. Sein letztes Album „Refugees“ erschien 2022 und behandelte Themen wie Hoffnung und Einheit. Als einziger lebender Reggae-Musiker trug er den Order of Merit, die höchste Auszeichnung Jamaikas.
Dharmendra 24. November 2025
Der indische Filmschauspieler Dharmendra (bürgerlich Dharam Singh Deol), der in der ehemaligen nordwestlich gelegenen britisch-indischen Provinz Punjab (auch Pandschab genannt) geboren wurde, verstarb mit 89 Jahren in Mumbai (vormals Bombay). Singh Deol arbeitete für eine amerikanische Bohrfirma, bevor er bei einem Filmfare-Talente-Wettbewerb entdeckt wurde und nach Mumbai ging. 1960 hatte er sein Filmdebüt, bei der er in einer romantischen Liebhaberrolle besetzt wurde. Er galt damals als einer der schönsten Männer in der Geschichte des indischen Kinos. Dank seiner Rollen in einer Reihe von Actionfilmen, die sein Vermächtnis über mehr als sechs Jahrzehnte und mehr als 300 Filmen festigten, wurde Indiens äußerst beliebter Star auch liebevoll als der "He-Man" von Bollywood bezeichnet. Als seine schauspielerisch gelungenste Leistung gilt seine Rolle in "Satyakam" (1969) von Hrishikesh Mukherjee. 1975 spielte Dharmendra die Hauptrolle in "Sholay" – Bollywoods erfolgreichstem Film aller Zeiten. Mit seiner zweiten Ehefrau drehte er weitere Filme, darunter die sowjetisch-indische Koproduktion "Ali Baba und die 40 Räuber" aus dem Jahr 1980. Danach wurden seine Filme qualitativ immer schwächer. 1996 wurde Dharmendra mit dem Filmfare Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Arne Birkenstock 26. November 2025
Der in Siegen (NRW) geborene deutsche Dokumentarfilmemacher, Autor und Produzent Arne Birkenstock verstarb nach langer Krankheit im Alter von 57 Jahren im Kreise seiner Familie. Er litt an Krebs, wie die AG-DOK mitteilte. Birkenstock studierte Volkswirtschaft, Politik, Geschichte und Romanistik in Köln, Buenos Aires und Córdoba und realisierte während seines Studiums erste TV-Dokumentationen für die Sendereihen "Unter deutschen Dächern" (ARD) und "Menschen hautnah". Sein erster Kino-Dokumentarfilm "12 Tangos – Adios Buenos Aires" hatte 2005 Premiere. Der die meiste Zeit in Köln lebende Regisseur gewann u.a. zwei Deutsche Filmpreise für seine Filme "Chandani und ihr Elefant" (2011) und "Beltracchi - Die Kunst der Fälschung" (2014). Vor allem letzteres Werk, ein Film über den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi, hatte für viel Aufsehen gesorgt - Birkenstocks Vater war dessen Verteidiger. Arne Birkenstock verfasste zudem Bücher zu Tango und Lateinamerikanische Musik.
Ingrid van Bergen 28. November 2025
Die in Danzig geborene deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin Ingrid Maria van Bergen verstarb friedlich mit 94 Jahren zu Hause in Niedersachsens Lüneburger Heide. Van Bergen sei in ihren letzten Tagen bettlägerig gewesen, war zudem erblindet. Nach einer Schauspielausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg sammelte van Bergen 1953 erste Bühnenerfahrungen als Kabarettistin in dem Münchner Ensemble „Die kleinen Fische“ und mit Gastauftritten bei den Berliner „Stachelschweinen“. 1954 debütierte sie als Filmschauspielerin in Helmut Käutners „Bildnis einer Unbekannten“ und wurde schnell zu einer gefragten Darstellerin nach ihrem Auftritt im deutschen Nachkriegsfilmklassiker „Des Teufels General“. 1959 machte der Kinofilm „Rosen für den Staatsanwalt“ Ingrid van Bergen berühmt worauf sie mit Hollywood-Stars wie Robert Mitchum und Kirk Douglas drehte. Spätestens nach der 1967 gedrehten Günther-Grass-Verfilmung „Katz und Maus“ galt sie über Jahrzehnte als feste Größe im deutschsprachigen Kino und war auch in Edgar-Wallace-Verfilmungen zu sehen. Allerdings erlebte sie auch Schicksalsschläge - und verbrachte Jahre im Gefängnis, weil sie betrunken aus Eifersucht im Jahre 1977 ihren Geliebten Klaus Knaths in einer Villa am Starnberger See erschoss. Das Urteil lautete Totschlag im Affekt. Nach vorzeitiger Haftentlassung war es schwer für sie im Kino wieder Fuß zu fassen, sodass sie sich dem Fernsehen zuwandte, Interviews gab und im „Tatort“ zu sehen war. Im Alter von 77 wurde sie im Jahr 2009 „Dschungelkönigin“ bei der RTL Reality-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Zwei Jahre später war sie noch als lebensfreudige alte Frau am Kammertheater Karlsruhe in der Tragikomödie „Harold und Maude“ oben ohne zu sehen. Mit 80.
Tom Stoppard 29. November 2025
Der in der ehemaligen Tschechoslowakei als Tomáš Sträussler geborene britische Dramatiker und Oscar-Preisträger Tom Stoppard verstarb mit 88 Jahren in seinem Zuhause in der englischen Grafschaft Dorset im Kreise seiner Familie. Stoppard gilt als einer der herausragenden Autoren des britischen Nachkriegsdramas, das er durch seine sowohl bühnenwirksam wie auch intellektuell anregende Mischung aus Wortwitz, Situationskomik und philosophischen Reflexionen maßgeblich mit beeinflusst hat. Seine Werke gehören zu den meistgespielten und ebenfalls in akademischen Kreisen am intensivsten diskutierten Stücken des zeitgenössischen britischen Dramas. Seine jüdischen Eltern waren 1939 mit ihren zwei Söhnen vor dem Holocaust geflohen und gelangten nach Singapur, wo der junge Sträussler eine englische Schule in Indien besuchte. 1942 marschierten jedoch die Japaner in Singapur ein, sodass die Familie erneut fliehen musste und sein Vater dabei verstarb. Seine Mutter heiratete 1946 einen britischen Major namens Stoppard, mit dem die neue Familie im gleichen Jahr nach England übersiedelte. 1954 begann der junge Sträussler, der seitdem Ton Stoppard hieß, im Alter von 17 Jahren als Journalist in England zu arbeiten. Sein erstes Stück, "A Walk on the Water" (späterer Titel: "Enter a Free Man") wurde 1960 fertiggestellt, 1963 im Fernsehen gezeigt und 1964 auf der Bühne in Hamburg uraufgeführt. Im selben Jahr nahm Stoppard am Literarischen Kolloquium in Berlin teil, was ihm die Arbeit an seinem bekanntesten Bühnenwerk "Rosenkranz und Güldenstern sind tot" ermöglichte, einer Komödie mit zwei Nebenfiguren aus Hamlet, die er 1967 vorstellte und später selbst verfilmte, wofür er 1990 bei den internationalen Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet wurde. 1978 schrieb Stoppard nach einer Novelle von Vladimir Nabokov das Drehbuch zu "Despair – Eine Reise ins Licht", einem wenig bekannten Film von Rainer Werner Fassbinder. Highlight seiner Karriere war aber der Oscar-Gewinn 1999 für das Drehbuch von John Maddens "Shakespeare In Love", den er zusammen mit Marc Norman erhielt.
Dedo Weigert 30. November 2025
Der in Breslau geborene deutsche Kameramann, Filmproduzent und Unternehmer Dedo Weigert, der vor allem in München lebte und arbeitete, verstarb im Alter von 87 Jahren ebenda. Weigert wuchs als Sohn des Universitätsprofessors für Kunstgeschichte Hans Weigert und der Malerin Cornelie Weigert nach dem 2. Weltkrieg in Stuttgart auf. Neben dem Studium der Theaterwissenschaft fing er im Theater als Schauspieler und Regieassistent an zu arbeiten. Über den Job als Produktionsleiter kam er zu einer Firma die Werbespots drehte und konnte durch einen Zufall als Kamera-Assistent unter dem britischen Kameramann und Lehrmeister John Baxter Peters bei Produktionen des amerikanischen Fernsehens einsteigen. Durch seine Freude an technischen Verbesserungen wurde er in der Filmbranche aber vor allem für die von ihm entwickelten Beleuchtungssysteme Dedolight mit ausgeklügelten 12-V-Doppel-Linsensystem bekannt, für die er 1991 einen technischen Oscar (Technical Achievement) bekam. Anfang der 2000er ergänzte er auf der Photokina in Köln sein Lichtsystem um das Parallel-Lightstream-Reflector-Licht sowie um eine Miniatur-Niedervolt-Wolfram-Halogen-Leuchte, für deren bahnbrechende Neuerungen er 2003 einen weiteren technischen Oscar (Scientific and Engineering Award) und einen Emmy erhielt. Trotz der Innovationen und vieler Verkaufserfolge steht die von ihm gegründete Firma »Dedo Weigert Film« seit Ende September 2025 unter Insolvenzverwaltung.
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mit Theodor Pistek, der am 3. Dezember 2025 verstarb.
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