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Nachrufe zum Totensonntag 2019

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Brian Tarantina 2. November 2019
Die Meldung zum Tod von Brian Tarantina, dem US-amerikanischen Schauspieler mit irischen und italienischen Vorfahren, hatten wir zunächst übersehen. Wir haben sie dennoch nicht unter den Nachträgen einsortiert, denn der Hollywood-Star war nach der Behandlung einer Herzerkrankung noch vor dem Totensonntag überraschend verstorben. Die Spekulationen um einen Infarkt stellten sich aber als falsch heraus. Aus dem offiziellen Autopsie-Bericht geht hervor, dass der Schauspieler an einer versehentlichen Drogenüberdosis starb. In seinem Blut sei eine tödliche Mischung aus Fentanyl, Heroin, Valium und Kokain gefunden worden. Der 60-Jährige war von seiner Nichte Anfang November leblos in seiner New Yorker Wohnung aufgefunden worden. Die Ermittler stufen den Tod jedoch nicht als Selbstmord, sondern als Unfall ein. Tarantina bekam seine erste Rolle im Film "Cotton Club" von Francis Ford Coppola. Weitere Engagements in Filmen wie "Carlito’s Way" oder "Donnie Brasco" folgten. Daneben spiele er kleinere Rollen in Serien wie "Miami Vice", "Emergency Room – Die Notaufnahme", "Law & Order" und "Gilmore Girls". Er war in mehr als 80 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Meist spielte Tarantina eher düstere und sozial schwache Figuren. Zuletzt war er 2019 in "The Kitchen – Queens of Crime" zu sehen sowie in der erfolgreichen Amazon-Prime-Serie "The Marvelous Mrs Maisel. Darin verkörperte er Jackie, den Barkeeper im Comedyclub "Gaslight".

Nik Powell 7. November 2019
Der 1950 in London geborene englische Filmproducer, Nik Powell, verstarb mit 69 Jahren in Oxford. Bekannt wurde er als Producer von "The Crying Game" (1992), "Brimstone: Erlöse uns von dem Bösen" (2016) and "Spy Games - Agenten der Nacht".

Branko Lustig 14. November 2019
Der kroatische Filmproduzent und Schauspieler Branko Lustig verstarb im Alter von 87 Jahren in Zagreb, wohin er vor zehn Jahren aus Los Angeles zurückgekehrt war. Der Holocaust-Überlebende, der einer jüdischen Familie entstammt, war als Kind während des Zweiten Weltkriegs in den Konzentrationslagern Auschwitz und Bergen-Belsen interniert. Im Alter von zwölf Jahren wurde er aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit und arbeitete mehr als 50 Jahre lang im Filmgeschäft, u.a. als Produzent für Steven Spielberg. Für "Schindlers Liste" wurde Lustig ebenso mit einem Oscar ausgezeichnet wie für "Gladiator", einen von sechs Filmen, die er für Regisseur Ridley Scott produziert hatte.

Terry O'Neill 16. November 2019
Im Alter von 81 Jahren verstarb nach langer Krankheit der britische Fotograf Terry O'Neill. In den 60er Jahren galt O'Neill, der
vier Jahre lang mit der Schauspielerin Faye Dunaway verheiratet war, als Chronist der "Swinging Sixties" in London. Damals, so sagte er, waren intime Bilder noch möglich. Berühmt wurde er in dieser Zeit auch mit Aufnahmen der Beatles und der Rolling Stones. Er porträtierte aber auch Schauspieler wie Michael Caine, Sean Connery, Audrey Hepburn, Elizabeth Taylor und Brigitte Bardot. 2019 wurde er mit dem Orden "Commander of the British Empire" geehrt.

NACHTRÄGE:

Jonathan Miller 27. November 2019
Sir Jonathan Wolfe Miller, Träger des Order of the British Empire, war britischer Theater- und Opernregisseur sowie Autor. Obwohl er nur einige wenige Opern gesehen hatte und nicht in der Lage war Noten zu lesen, begann er nach einem Studium der Medizin und Neuropsychologie in den 1970er Jahren selbst Regie zu führen und galt zuletzt als einer der führenden Opernregisseure weltweit. Nun verstarb der Star der satirischen Revue "Beyond the Fringe" im Alter von 85 Jahren an Alzheimer. Miller galt als eine der wichtigsten künstlerischen Persönlichkeiten Großbritanniens. In seiner mehrere Jahrzehnte umspannenden Karriere war er in Theater, Fernsehen und in der Oper zu sehen. Einige der wichtigsten britischen Institutionen der Kunst und Kultur würdigten Miller für sein Schaffen, darunter die Royal Opera. 1982 inszenierte er die Oper Rigoletto als Mafia-Stück, angesiedelt in Little Italy der 1950er Jahre. Er arbeitete am Royal National Theatre in London und am Old Vic Theatre, ebenfalls in London. Im britischen und amerikanischen Fernsehen war er auch als Moderator bekannt.

Shelley Morrison 1. Dezember 2019
Die US--amerikanische Schauspielerin Shelley Morrison verstarb im Alter von 83 Jahren in Los Angeles an Herzversagen. Morrison, eigentlich Rachel Mitrani, kam 1936 als Tochter spanischstämmiger Juden in New York City zur Welt. Ihr Vater Maurice verstarb 1946, nur wenige Monate nachdem die Familie nach Los Angeles, Kalifornien gezogen war. Am bekanntesten war Morrison für ihre Rolle als salvadorianisches Hausmädchen Rosario Salazar in der US-Comedy-Serie "Will and Grace", die sie von 1999 bis 2006 spielte. Nach einem Schauspielstudium am Los Angeles City College gelang es ihr, mit ersten Nebenrollen in Filmen wie "Scheidung auf amerikanisch" (1967) und "Zärtlich schnappt die Falle zu" (1968) auf sich aufmerksam zu machen. Außerdem war sie seit den 1960ern Gastdarstellerin in Dutzenden Fernsehserien wie "Rauchende Colts" oder "Die Partridge Familie" und erschien in Filmen neben den Schauspielern Gregory Peck, Anthony Quinn und Salma Hayek.

Jack Burns 1. Dezember 2019
Der schottische Kinderstar Jack Burns verstarb überraschend im Alter von 14 Jahren im Elternhaus in Greenock. Jack Burns spielte 2016 in der erfolgreichen Netflix-Serie "One of Us" mit und war zudem in mehreren BBC-Produktionen wie „Plain Sight” zu sehen. Er ist der Bruder des Schauspielers Rory Burns, der in der Serie "Outlanders" mitwirkte; dort trat auch Jack bereits 2014 als Tänzer auf. Der 14-Jährige machte neben seiner Karriere als Darsteller eine Ausbildung zum Balletttänzer bei der Elite Academy of Dance in Greenrock und beim Royal Conservatoire in Glasgow. Burns arbeitete außerdem als Model und spielte Rugby und Football.

Thomas Elsaesser 4. Dezember 2019
Der renommierte Filmwissenschaftler, Regisseur und Professor Thomas Elsaesser verstarb mit 75 Jahren in Peking, wo er eine Gastprofessur innehatte. Aus einem in England absolvierten Studium der Literaturwissenschaft wandte sich der gebürtige Berliner mehr und mehr dem Kino zu, wurde zum Chronisten und Deuter der Arbeit von Regisseuren wie Douglas Sirk und Rainer Werner Fassbinder. An der »University of Sussex« begründete er die "Brighton Film Review", die ab 1971 unter dem Namen "Monogram" in London erschien. 1973, mit gerade dreißig Jahren, legte er mit „Tales of Sound and Fury“ einen langen Aufsatz zum amerikanischen Melodram der 1950er Jahre vor, der zugleich eines der Forschungsfelder begründete, mit dem sich die Filmwissenschaft als Fach zu etablieren vermochte. Zusammen mit dem ebenfalls nach England ausgewanderten, aber damals noch unbekannten deutschen Schriftsteller und späteren Literaturwissenschaftler W.G. Sebald († 2001), veranstaltete er in den 70er Jahren an der University of East Anglia zahlreiche Seminare, unter anderem zu Alfred Hitchcock und Fritz Lang. 1991 rief er an der Universität von Amsterdam die Abteilung für Film- und Fernsehwissenschaften ins Leben, deren Leitung er bis 2000 inne hatte. 2009 erschien von ihm zuletzt die große Studie "Hollywood heute". Darin befasste er sich mit bekannten Filmen der jüngeren Vergangenheit, darunter auch "Memento" und "Das Schweigen der Lämmer" und betrachtete sie als Symptome einer komplexen Wirklichkeit; also als das genaue Gegenteil von Realitätsflucht, obwohl Hollywood-Produktionen jahrzehntelang in deutschen akademischen Zirkeln als Verblödungsmaschine dargestellt wurden, die es nicht wert waren, sich damit wissenschaftlich zu befassen. Ruhelos wie er war, debütierte Elsaesser 2017 schließlich noch als Regisseur: In "Die Sonneninsel" montierte er Amateurfilmaufnahmen seines Vaters Martin Elsaesser, der als Architekt bekannt geworden war, und erforschte filmisch seine Familiengeschichte.

Robert Walker Jr. 5. Dezember 2019
Der US-Schauspieler Robert Walker Jr., der in den 60er Jahren in der TV-Serie "Raumschiff Enterprise" mitspielte, verstarb mit 79 Jahren in Malibu. In der "Star Trek"-Episode "Charlie X" von 1966 spielte er einen rebellischen Jugendlichen, der als einziger ein Shuttle-Unglück überlebt und sich jahrelang allein auf dem Planeten Thasus durchschlägt, bevor Captain Kirk und seine Crew ihn retten. Walker ist der Sohn des Schauspielerehepaares Jennifer Jones und Robert Walker, die sich trennten, als ihr Sohn drei Jahre alt war. Durch eine Heirat seiner Mutter wurde Walker junior später der Stiefsohn des Filmproduzenten David O. Selznick. Er besuchte die renommierte Lawrenceville School nahe Princeton und studierte Anfang der 1960er-Jahre Schauspiel am Actors Studio in New York. Walker versuchte sich unabhängig von seinen berühmten Eltern einen eigenen Ruf als Schauspieler aufzubauen, was ihm allerdings nur teilweise gelang, da er seinem bereits 1951 verstorbenen Vater auch äußerlich sehr ähnlich wirkte. Robert Walker Jr. hatte in zahlreichen weiteren bekannten Filmen und Serien mitgespielt, darunter "Bonanza", "Dallas", "Route 66", "Drei Engel für Charlie", "Columbo" und "Easy Rider".

Wolfgang Winkler 7. Dezember 2019
Der genaue Todestag wurde nicht bekannt gegeben, nur dass der Intendant des Neuen Theaters in Halle am Samstag den, 7.12.2019, den Tod des Schauspielers Wolfgang Winkler am Abend verkündete. Der "Polizeiruf 110"-Star starb im Alter von 76 Jahren nach einem Krebsleiden. Der in Görlitz geborene Winkler konnte auf eine lange Karriere als Schauspieler zurückblicken - die allerdings kurvenreich und steinig verlief. Erst der Polizeiruf machte ihn ab 1996 berühmt. Nach einer Ausbildung zum Lokführer bewarb er sich an der Filmhochschule Babelsberg als Schauspielstudent. Mit nur 21 Jahren bekam Winkler seine erste tragende Rolle von Regisseur Kurt Maetzig angeboten. Doch die Freude währte nicht lange, die Kulturbürokraten der SED verboten Maetzigs Film "Das Kaninchen bin ich". Auch sein Wunsch in Berlin Fuss zu fassen, wurde ihm verwehrt. Nach einer Zwischenstation im Theater in Halle, gelang ihm erst in der Nachwendezeit mit 50 Jahren der Sprung in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden als Staatsschauspieler. Ab 1995 ging aber die Karriere weiter bergauf beim Fernsehen und bald darauf in der Rolle des Kommissar Schneider im Polizeiruf 110, für den er insgesamt 50 Folgen drehte. Aus der Popularität daraus erwuchs eine neue Hauptrolle. Von 2015-2019 spielte Winkler in den "Rentnercops" einen aus dem Ruhestand zurückgeholten Kommissar mit leicht ironischem Unterton.

René Auberjonois 8. Dezember 2019
Der aus französisch-schweizerischer Abstammung in New York geborene Schauspieler René Auberjonois verstarb im Alter von 79 Jahren in seinem Haus in Los Angeles an einer Lungenkrebserkrankung. Das Schauspiel erlernte Auberjonois an der Carnegie-Mellon-Universität in Pennsylvania. Noch vor seiner Schauspielkarriere trat er bereits im Alter von sechs Jahren in Paris bei einem Musical auf und konnte nach mehreren weiteren Musicals einen Tony Award gewinnen, einen der wichtigsten Preise für Darsteller in Musicals und Theaterstücken. Später war er als Charakterdarsteller in gleich mehreren goldenen Ären in Film und Fernsehen aktiv - von der der Theaterwelt der 1960er Jahre bis zur Kino-Renaissance der 70er sowie der ersten Blütezeit der TV-Serien in den 80ern und 90ern. Seinen ersten Auftritt in einem Spielfilm hatte er 1970 in "MASH" unter der Regie von Robert Altman. Nach mehreren Nebenrollen in weiteren Spielfilmen und US-Fernsehproduktionen wie Benson trat er Anfang der 1990er Jahre erstmals kurz als Colonel in einer Star-Trek-Produktion auf. Von 1993 bis 1999 verkörperte er die weithin bekannte Rolle des Formwandlers Odo in der Serie "Star Trek: Deep Space Nine". In den 2000ern übernahm der Schauspieler in der Anwaltsserie Boston Legal den Part des Paul Lewiston, zwischen 2010 und 2014 trat er zudem in der Serie Warehouse 13 auf.

Caroll Spinney 8. Dezember 2019
Caroll Edwin Spinney, auch bekannt als Carroll Spinney oder Ed Spinney, war ein US-amerikanischer Puppenspieler. Er spielte seit 1969 die Figuren des griesgrämigen Oscar aus der Mülltonne und des gelben Vogels Bibo (im Original Big Bird) in der US-amerikanischen Kindersendung Sesamstraße von Jim Henson. Der 85-Jährige habe schon länger an der Bewegungsstörung Dystonie gelitten, hieß es.

Danny Aiello 13. Dezember 2019
Der US-amerikanische Schauspieler Danny Aiello, der in Filmen wie "Der Pate 2", "Mondsüchtig" und "Do the right thing" mitspielte, verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 86 Jahren in New Jersey. Der gebürtige New Yorker war in den 80er Jahren durch zahlreiche Nebenrollen bekannt geworden. An der Seite von Cher spielte er in "Mondsüchtig" mit, unter der Regie von Sergio Leone in "Es war einmal in Amerika", für Woody Allen stand er in "The Purple Rose of Cairo" vor der Kamera. Eine Oscar-Nominierung holte Aiello mit seiner Nebenrolle in Spike Lees "Do the right thing" (1989).

Gerd Baltus 13. Dezember 2019
Der Theater und TV-Schauspieler Gerd Baltus verstarb im Alter von 87 Jahren in Hamburg. Baltus zählte zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Deutschlands. Er war unter anderem in der ARD-Krimireihe "Tatort" und den ZDF-Serien "Der Kommissar", "Derrick", "Der Alte", "Das Traumschiff" und "Unser Lehrer Dr. Specht" zu sehen. Baltus wurde in Bremen geboren und hatte nach einem abgebrochenen Jura-Studium sein Debüt 1953 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Der hochgewachsene Mime galt als einer der meistbeschäftigten Darsteller im deutschen Fernsehen, wo er vor allem mit rollen von verklemmten und schwierigen Sonderlingen oder Psychopathen besetzt wurde. Für seinen Leutnant Beckerath in der Verfilmung der Thomas-Mann-Novelle "Wälsungenblut" erhielt er 1965 den Bundesfilmpreis als bester Nachwuchsschauspieler. Am Anfang seiner Schauspielkarriere stand allerdings das Theater mit Gastspielen in Bonn, München und Salzburg. Erst Mitte der 1970er Jahre konzentrierte er sich aufs Fernsehen. Seinen letzten Auftritt hatte er 2013 in der Sat-1-Serie "Danni Lowinski". Dafür trat sein Sohn Philipp Baltus als Schauspieler und Sprecher in die Fußstapfen des Vaters.

Anna Karina 14. Dezember 2019
Die französische Filmschauspielerin Anna Karina verstarb im Alter von 79 Jahren in Paris an den Folgen eines Krebsleidens. Die aus Dänemark stammende Schauspielerin galt als das schönste Gesicht in den wilden 1960er Jahren und hat insgesamt sieben Filme mit Regisseurs Jean-Luc Godard gedreht, mit dem sie einige Jahre auch verheiratet war. Das Paar schrieb Filmgeschichte in der Nouvelle Vague Periode mit "Elf Uhr nachts" und "Eine Frau ist eine Frau". Für letzteren wurde sie auf der Berlinale 1961 mit dem Silbernen Bären als beste Schauspielerin ausgezeichnet. 1962 folgte "Vivre sa vie" (Die Geschichte der Nana S.) in der sie eine Prostituierte spielte. In dem 1965 gedrehten Spielfilm "Pierrot le fou" präsentiert sie sich zusammen mit Jean-Paul Belmondo als linkes Revoluzzer-Paar, das aus der bürgerlichen Gesellschaft ausbrechen will und mit Sprengstoff und Terror agiert. Nach der Trennung von Godard spielte sie 1966 in Jaques Rivettes "La religieuse" eine Nonne. Im Jahr darauf ist sie in der Visconti Verfilmung des Albert Camus Romans "Der Fremde" zu sehen. Karina arbeitete aber auch mit Volker Schlöndorff 1969 in "Michael Kohlhaas" zusammen und lies sich von Rainer Werner Fassbinder 1976 für das "Chinesische Roulette" engagieren. Zuvor hatte sie 1973 ihr Regiedebüt in dem Film "Vivre ensemble" gegeben und trat auch als Sängerin mit Chansons von Sierge Gainsbourg auf.

Claudine Auger 18. Dezember 2019
Die französische Schauspielerin Claudine Auger verstarb eine Woche vor Weihnachten in Paris im Alter von 78 Jahren. In den 60er Jahren spielte sie mit Sean Connery das Bond-Girl in dem James-Bond-Film "Thunderball" (dt. Feuerball). Auger wurde in Paris geboren, wo sie auch aufwuchs und das St. Joan of Arc College und später das Schauspiel-Konservatorium besuchte. Im Alter von 17 Jahren gewann sie 1958 den Titel der Miss World France und war Zweitplatzierte beim Miss-World-Wettbewerb. In ersten kleineren Rollen war Auger etwa 1958 in dem Film "Christine" mit Romy Schneider und Alain Delon zu sehen. Jean Cocteau besetzte sie 1959 für ihre erste Nebenrolle. In "The Testament of Orpheus" spielte sie eine Ballerina. Internationale Bekanntheit erlangte sie jedoch erst 1965 mit ihrer Rolle als Dominique "Domino" Derval in "Feuerball", der auf den Bahamas gedreht wurde und daher viel Gelegenheit für Bikini-Szenen bot. Die Rolle war ursprünglich als Italienerin Dominetta Palazzi angelegt und sollte von Luciana Paluzzi gespielt werden, die dann jedoch den Part des „bösen Bondgirls“ übernahm.

Manina Ferreira-Erlenbach 23. Dezember 2019
Die deutsche TV-Moderatorin Manina Ferreira-Erlenbach, die seit 1993 beim Rundfunk Berlin Brandenburg als rbb-Reporterin für die "Abendschau" gearbeitet hatte und von 2001 bis 2015 die News bei "Brandenburg aktuell" und "rbb aktuell" verlas, wurde von Rettungskräften tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Am frühen Morgen hatte eine Nachbarin bei ihr an der Wohnungstür geläutet, da der Hund permanent bellte. Da zudem in der Wohnung Licht brannte, wurde die Tür von der Feuerwehr aufgebrochen. Wie n-tv berichtete und von Andy Moor, dem Chefredakteur des Berliner Sonntagsblatts bestätigt wurde, der mit der TV-Journalistin näher bekannt war, soll die 54-Jährige an Herzversagen gestorben sein. Aus Krankheitsgründen war sie beim RBB schon länger ausgeschieden.

Kushal Punjabi 26. Dezember 2019
Und wieder wählte ein junger Filmstar den Freitod wegen psychischer Probleme mit Suizidgedanken. Filme wie "Mut zur Entscheidung – Lakshya", "Kaal – Das Geheimnis des Dschungels" und "Salaam-e-Ishq", in dem Kushal Punjabi (†42) an der Seite von Priyanka Chopra (37) spielte, machten den Schauspieler zum gefeierten Bollywood-Star. Kurz nach Weihnachten mussten die Fans nun Abschied von der Filmikone nehmen. Wie verschiedene indische Medien berichten, verstarb der 42-Jährige nun völlig überraschend am zweiten Weihnachtsfeiertag. Kushal Punjabi wurde am Freitag, den 27. Dezember gegen 2 Uhr morgens von seinen Eltern in seinem Zuhause in Mumbai leblos aufgefunden. Sie hatten nach ihrem Sohn geschaut, als dieser nicht auf Anrufe reagierte. Laut der Zeitung "The Times of india" wurde ein Abschiedsbrief sichergestellt. Kushal Punjabi hinterließ neben seinen Eltern und seinen Schwestern auch Ehefrau Audrey Dolhen und seinen dreijährigen Sohn Kian.

Sue Lyon 26. Dezember 2019
Am zweiten Weihnachtsfeiertag verstarb die US-amerikanische Schauspielerin Sue Lyon im Alter von 73 Jahren in Los Angeles. 1962 im Alter von 14 Jahren lieh sie unter der Regie von Stanley Kubrick der Titelfigur „Lolita“ ihr Gesicht. Es war ihre vermutlich größte Filmrolle, obwohl sie sis zum Ende ihrer Karriere 1980 in Hollywood noch in diversen Filmen und Fernsehproduktionen mitwirkte. Der in Schwarzweiß produzierte Klassiker "Lolita" entstand noch vor Kubricks Meilensteinen wie „2001: Odyssee im Weltraum“ oder „Shining“. Bereits mit der auf dem gleichnamigen Roman von Vladimir Nabokov basierenden „Lolita“ bewies der 1999 verstorbene Ausnahmekünstler jedoch schon damals Mut für ungewöhnliche Themen. Im Mittelpunkt des schwarzhumorigen Dramas steht nämlich ein pädophiles Begehren: Ein erwachsener Literaturprofessor (James Mason) verliebt sich unsterblich in die 12-jährige Lolita und heiratet nur deshalb dessen Mutter. Für ihre außergewöhnliche wie ambivalente Rolle erhielt Sue Lyon sogar einen Golden Globe. Auch ihre zweite Rolle war die der Dolores "Lolita" Haze sehr ähnlich. In "Die Nacht des Leguan" von 1964 spielte sie einen nymphomanischen Teenager. Sie verführte in dieser Rolle einen einstigen Geistlichen, der von Richard Burton gespielten wurde. Auch in John Fords letztem Kinofilm "Sieben Frauen" spielte sie eine für die damalige Zeit gewagte Figur. Neben ihren schauspielerischen Leistungen sorgte die Künstlerin vor allem auch mit ihrem Privatleben für Aufmerksamkeit. So war sie zum Beispiel fünf Mal verheiratet. Die erste Ehe ging sie mit dem Drehbuchautoren Hampton Fancher ein. Er war der Co-Drehbuchautor von "Blade Runner". Die Ehe war allerdings nur von kurzer Dauer. Ihr dritter Ehemann musste 1974 sogar wegen Mordes ins Gefängnis. Die fünfte Ehe hielt nach einer Pause von 10 Jahren von 1985 bis 2002 am längsten.

Neil Innes 29. Dezember 2019
Der englische Musiker und Komponist Neil Innes verstarb völlig unerwartet nur 20 Tage nach seinem 75. Geburtstag. Innes hatte seine ersten Erfolge mit einer Klamauk-Gruppe namens Bonzo Dog Doo-Dah. Die Band landete 1968 mit "I'm the Urban Spaceman" auf Platz fünf der britischen Charts. Zweitweise galt Innes als siebtes Mitglied der Comedy-Truppe »Monty Python's Flying Circus«. So schrieb er unter anderem die Songs für den Film "Ritter der Kokosnuss" (1975) in dem er auch kleinere Rollen spielte, ebenso wie in "Das Leben des Brian" (1979).

Jan Fedder 30. Dezember 2019
Der Schauspieler Jan Fedder erlag im Alter von 64 Jahren einem Krebsleiden. Fedder wuchs als Sohn eines Kneipenbesitzers in St.Pauli auf. Seine erste größere Rolle hatte er in dem Film "Das Boot" (1980). Fedder spielte zudem in unzähligen TV-Serien. Seine Paraderolle war der Polizist Dirk Matthies im ARD-Dauerbrenner "Großstadtrevier". Auch als Synchronsprecher war Fedder tätig. Zudem machte er zwei Schallplatten mit den "Big Balls". 2006 erhielt der Hamburger Jung mit der markanten Stimme den Deutschen Filmpreis für den NDR-Film "Der Mann im Strom".

Harry Kupfer 30. Dezember 2019
Auch wenn der legendäre Opern-Regisseur Harry Kupfer, der nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren in Berlin verstarb, absolut nichts mit Film zu tun hatte, so wurden zumindest einige seiner Aufführungen im TV übertragen oder auf DVD gebannt worden. Kupfer war 21 Jahre lang Chefregisseur der Komischen Oper Berlin gewesen. Vor allem mit seinen Inszenierungen bei den Wagner-Festspielen feierte er große Erfolge, brachte 1978 in Bayreuth den "Fliegenden Holländer" auf die Bühne und zehn Jahre später den "Ring des Nibelungen". Kupfer inszenierte zudem die zehn wichtigsten Opern von Richard Wagner an der Berliner Staatsoper. Zuletzt arbeitete er in Dresden und Sydney. Der am 12. August 1935 in Berlin geborene Kupfer war ein Schüler von Regie-Meister Walter Felsenstein, einem österreichischen Regisseur, der 1947 die Komische Oper Berlin begründete und bis 1975 deren Intendant war. Im Alter von 23 Jahren gab Kupfer sein Debüt mit Antonin Dvoraks "Rusalka" in Halle. Nach verschiedenen Engagements, darunter als Staatsoperndirektor in Dresden, zog es ihn 1981 wieder nach Ost-Berlin und an die Komische Oper. Dort blieb er 21 Jahre. 1978 erhielt Kupfer eine Einladung nach Bayreuth. Seine psychoanalytisch gefärbte Version des "Fliegenden Holländers" löste bei den Wagnerianern gemischte Reaktionen aus. Zehn Jahre später brachte er dort mit dem Dirigenten Daniel Barenboim den "Ring des Nibelungen" auf die Bühne. Die Inszenierung galt als "Jahrhundert-Ereignis". Die Figuren bewegten sich in Betonbunkern, Kläranlagen und Trümmern von Glaspalästen. "Menschen mit ihren Konflikten, Problemen und Widersprüchen gehören auf die Opernbühne", sagte der Regisseur einst. Er fühlte sich besonders der Moderne verpflichtet, brachte Werke junger oder nicht so bekannter Komponisten heraus, brillierte mit Interpretationen von Werken wie Aribert Reimanns "Lear". Im vereinigten Deutschland blieb Kupfer einer der stilprägenden Opernmacher. Seine Inszenierungen von Hans Pfitzners "Palestrina" in Frankfurt oder der "Lustigen Witwe" in Hamburg fanden große Beachtung, und auch seine Ausflüge in die Welt des Musicals wurden gefeiert. Fast bis zuletzt stand Kupfer auf der Probebühne. Noch in seiner umjubelten Inszenierung von Giuseppe Verdis "Macbeth" an der Berliner Staatsoper holte ihn Daniel Barenboim im Juni 2018 auf die Bühne.

Elizabeth Sellars 30. Dezember 2019
Die britische Film- und Theaterschauspielerin Elizabeth Sellars, die an der Seite von Humphrey Bogart, Ava Gardner, Marlon Brando und Peter O'Toole spielte, verstarb im Alter von 96 Jahren in ihrem Zuhause in Paris. Sellars wandte sich bereits in jungen Jahren dem Theater zu und studierte an der traditionsreichen Londoner Schauspielschule Royal Academy of Dramatic Art. Im Alter von 15 Jahren stand Elizabeth Sellars zum ersten Mal auf der großen Bühne, bevor sie 1949 zum Film wechselte. Zu sehen war sie unter anderem im IRA-Thriller "Die Bombe im U-Bahnschacht" (1952), "Die barfüßige Gräfin" (USA/Italien 1954), "Desirée" (1954), "König der Schauspieler" (1955), "55 Tage In Peking" (1963) und "Der Fluch der Mumie" (Großbritannien 1967). Ihren letzten Auftritt hatte sie 1990 in "Ein Phantom in Monte Carlo".

Martin West 31. Dezember 2019
Der US-amerikanische Schauspieler Martin West verstarb im Alter von 82 Jahren am Silvester, wie seine Familie in einem Nachruf in der "New York Times" bekanntgab. In den 1960er-Jahren wurde West durch das Drama "Freckles" und die Teenie-Komödie "Mollymauk, der Wunderknabe" bekannt. Alfred Hitchcock holte ihn für "Familiengrab" vor die Kamera, John Carpenter für den Thriller "Assault - Anschlag bei Nacht". West trat auch in TV-Serien wie "Dallas", "Bonanza" und "Rauchende Colts" auf. In "General Hospital" spielte er von 1966 bis 1975 den Arzt Dr. Phil Brewer.

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Quellen: Filmecho | Tagesspiegel | 3sat | dpa | Blickpunkt:Film | ARD-Text | Wikipedia | SZ | T-Online | Focus | Spiegel | Die Zeit | FAZ | Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Deutschland today | RP-Online | u.a.

Eine umfassende Übersicht von weiteren verstorbenen Persönlichkeiten listet Wikipedia unter dem Eintrag Nekrolog 2019 auf.




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