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Nachrufe zum Totensonntag 2019

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Lis Verhoeven 2. Juli 2019
Die Schauspielerin und Theaterregisseurin Lis Verhoeven, Schwester von Filmregisseur Michael Verhoeven, verstarb in ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main an den Folgen eines Schlaganfalls im Alter von 88 Jahren. Die Wahlberlinerin spielte unter anderem an den Münchner Kammerspielen sowie an den Schauspielhäusern in Frankfurt und Hamburg. Als Regisseurin inszenierte sie etwa am Alten Schauspielhaus in Stuttgart und am Volkstheater Wien. Von 1994 bis 2000 war sie zudem Intendantin der Kreuzgangspiele Feuchtwangen. Auch fürs Fernsehen stand Verhoeven vor der Kamera, für Serien wie "Derrick", "Der Bulle von Tölz" und "Schwarzwaldklinik". Geboren wurde sie 1931 als Tochter der Schauspielerin Doris Kiesow und des Regisseurs Paul Verhoeven. Kurze Zeit war Lis Verhoeven mit dem Schauspieler Mario Adorf verheiratet. 1963 wurde ihre Tochter Stella Maria Adorf geboren, die ebenfalls als Schauspielerin arbeitet.

David Alexander Groenewold ~ 3. Juli 2019
Der Filmproduzent David Alexander Groenewold verstarb Anfang Juli im Alter von 46 Jahren in Berlin an den Folgen eines Schlaganfalls, den er 2015 erlitten hatte. Zudem sei eine Autoimmunkrankheit entdeckt worden. Nähere Angaben zu Zeitpunkt oder Ursache wurden nicht genannt. Bekannt wurde Groenewold als Produzent von Filmen wie der Komödie „Der Wixxer“ (2004), „Elementarteilchen“ (2006) oder „Die Welle“ (2008). Seinen letzten Film "Zettl" produzierte er 2012. Michael "Bully" Herbig spielte damals darin die Hauptrolle. Groenewold, der Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre an der London School of Economics studierte, war ein Freund des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Groenewolds Vater, ein Steuerberater, war ebenfalls im Filmgeschäft tätig. Er finanzierte etwa den Film „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (1975).

Pierre Lhomme 5. Juli 2019
Der französische Kameramann Pierre Lhomme verstarb mit 89 Jahren in Arles. Seine Ausbildung als Kameramann erhielt er während seines in Deutschland abgeleisteten Wehrdienstes. Als Assistent von u.a. Claude Renoir und Henri Alekan war er an zahlreichen Produktionen beteiligt, bis er im Jahr 1960 erstmals als Chefkameramann tätig war. Im Laufe seiner Karriere wurde Lhomme für unterschiedliche Filmprojekte engagiert und stand sowohl bei reinen Unterhaltungsfilmen als auch künstlerisch anspruchsvollen Werken hinter der Kamera. Nach mehreren Nominierungen für den César in der Kategorie Beste Kamera erhielt er den Filmpreis im Jahre 1989 für "Camille Claudel" und erneut 1991 für "Cyrano von Bergerac".

João Gilberto 6. Juli 2019
Der weltberühmte brasilianische Musiker Joao Gilberto ist im Alter von 88 Jahren in Rio de Janeiro gestorben. Der brasilianische Gitarrist, Sänger und Komponist gilt neben Antônio Carlos Jobim als Vater der Bossa Nova. Er feierte Erfolge auch in Nordamerika, Japan und in Deutschland. Auf seiner Debüt-LP "Chega de Saudade" waren neben dem Titelsong auch andere Lieder wie "Bim Bom" und "Desafinado", die zu Standards in aller Welt wurden. Mit seiner Interpretation von "The Girl from Ipanema" machte er die moderne Mischung aus Samba und Jazz auf der ganzen Welt berühmt. Für sein Werk wurde Gilberto mit zwei Grammy-Awards ausgezeichnet, sechsmal war er nominiert. Zuletzt lebte er krank und verschuldet in seiner Wohnung in Rio. Ein Dokumentarfilm von Georges Gachot, der im Herbst 2018 auf dem 33. unabhängigen Filmfest Osnabrück seine Premiere feierte, versuchte den Musiker in seinem Versteck ausfindig zu machen, scheiterte letztendlich aber daran, den alten Mann noch einmal vor die Kamera zu bekommen.

Martin Charnin 6. Juli 2019
Der US-Theaterregisseur und Lyriker Martin Charnin verstarb im Alter von 84 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts in
einem Krankenhaus im US-Bundesstaat New York. Charnin schrieb die Gesangstexte zu Dutzenden Bühnenproduktionen, darunter "Mata Hari" (1931 verfilmt von George Fitzmaurice mit Greta Garbo) und "Two by Two". Er führte häufig auch Regie. Sein größter Erfolg war das Musical "Annie" (1977) mit den Songs "Tomorrow" und "It's a Hard Knock Life". Die Original-Produktion über das Waisenkind wurde am Broadway mehr als 2300 Mal
aufgeführt und gewann 7 Tony-Trophäen.

Cameron Boyce 6. Juli 2019
Der mit nur 20 Jahren bisher jüngste Darsteller aus unserer Liste, der in diesem Jahr verstarb, ist der sommersprossige US-amerikanische Schauspieler Cameron Boyce, bekannt aus der Disney-Serie "Jessie". Der Tod sei als Folge eines epileptischen Anfalls eingetreten, hieß es beim US-Sender ABC News, was einen Monat später auch vom Gesundheitsamt bestätigt wurde. Boyce gab sein Debüt mit neun Jahren im Horrorfilm "Mirrors". Er spielte in "Kindsköpfe" und "Kindsköpfe 2" neben Adam Sandler. Bekannt wurde er vor allem als Luke Ross in der Disney-Serie "Jessie", die zwischen 2011 und 2015 in den USA gezeigt wurde.

Artur Brauner 7. Juli 2019
Der Filmproduzent Artur Brauner verstarb im stolzen Alter von 100 Jahren in Berlin. Der 1918 in Lodz in Polen geborene Brauner arbeitete mit Stars wie Romy Schneider, O.W.Fischer und Heinz Rühmann zusammen und verhalf dem deutschen Nachkriegsfilm zu Ruhm. "Atze", wie ihn seine Freund nannten, verantwortete mehr als 700 Kinofilme darunter zahlreihe Karl-May-Verfilmungen u.a. mit Pierre Brice als "Winnetou" und Lex Barker als "Old Shatterhand" sowie TV-Produktionen, oft auch seichter Natur, war Dauergast im Gesellschaftsleben des Films. Als Holocaust-Überlebender kämpfte er aber auch gegen das Vergessen, brachte Filme wie "Hitlerjunge Salmon" oder "Babij Jar" in die Kinos. Den Holocaust überlebte er, indem er sich in Wäldern versteckte. 49 seiner Verwandten wurden dagegen in Ghettos und Lagern von den Nazis umgebracht. 1946 gründete Brauner die Firma CCC-Film in Berlin. Er war Deutschlands wichtigster Produzent in den 50er Jahren, als das bundesdeutsche Publikum, noch ausgelaugt von den Nachkriegsjahren, sich ein paar schöne Stunden machen wollte. Dabei versorgte er es auch mit seichter Unterhaltung. Doch schon in seinem zweiten Film, "Morituri" (1947/48), verarbeitete Brauner eigene Erlebnisse, und es begann seine Beschäftigung mit der NS-Diktatur. In Berlin-Spandau baute er eine der modernsten und größten europäischen Atelieranlagen auf, die zeitweilig über 500 Mitarbeiter beschäftigten. Er war in allen Genres zu Hause, die einigermaßen Erfolg in den Kinos versprachen. Dabei vertraute er auf die "großen Namen" kassenkräftiger Stars und auf Drehbücher, die auf Boulevardstücken und Schwänken basierten. Brauner ging mit den Trends, ob es nun Musicals, "Problemfilme", Karl-May-Verfilmungen oder Wallace-Krimis waren. Seine Lieblingsprojekte in den 50er und 60er Jahren waren Literaturadaptionen und Neuverfilmungen klassischer Kinostoffe aus der Vorkriegszeit. Dahinter steckte nicht nur das Kalkül, mit dem Remake eines Kassenknüllers noch einmal Profit zu machen. Brauner wollte vielmehr an eine Filmtradition anknüpfen, die dem deutschen Film einmal Weltgeltung verschafft hatte. 1958 verfilmte Brauner den "Tiger von Eschnapur" noch einmal und 1966 "Die Nibelungen". Doch Brauner wagte auch Neues: Mit der von Robert Siodmak inszenierten Hauptmann-Adaption "Die Ratten" (1955) gelang ihm eines der wenigen Meisterwerke des Adenauer-Kinos, ein düsterer Film mit expressiven Bildern. Gerade in den letzten Jahrzehnten, als er nicht mehr Filme wie am Fließband herstellte, widmete er sich wieder vermehrt der Aufarbeitung der NS-Zeit mit Filmen wie "Sie sind frei, Dr.Korzak" (1973), "Die weiße Rose" (1982), "Bittere Ernte" (1985), "Hitlerjunge Salomon" (1989), "Babij Jar - Das vergessene Verbrechen" (2003).

Charles Levin ~ 8. Juli 2019
Der 70-jährige US-Hollywood-Schauspieler Charles Levin wurde seit dem 8. Juli 2019 von seinem Sohn vermisst. Erst am 15. Juli wurden laut "CNN" im amerikanischen Bundesstaat Oregon Leichenteile in der Nähe seines stark beschädigten Auto entdeckt, die "mit hoher Wahrscheinlichkeit" von dem Leinwandstar stammen. Das Fahrzeug wurde in einer abgelegenen, fast unpassierbaren Straße gefunden - Charles Levins Hund namens Boo Bear lag tot im Fahrzeug. Charles Levin war in Filmen wie "This Is Spinal Tap" oder "The Golden Child" zu sehen und hatte darüber hinaus Auftritte in der Kult-Serie "Seinfeld" sowie in der Sitcom "Harrys wundersames Strafgericht" (im Original "Night Court").

Freddie Jones 9. Juli 2019
Frederick „Freddie“ Charles Jones war ein britischer Schauspieler, abonniert auf verschlagene und verluderte, bullige und schurkisch-schlitzohrige, charakterlose Typen. Nun verstarb dieser Darsteller, der sich mit seiner unglaublichen Präsenz in die Köpfe der Zuschauer eingebrannt hat, mit 91 Jahren. Besonders in den 1980er Jahren und 1990er Jahren sorgte der Brite für Aufsehen, als er in den David Lynch Kult-Filmen "Elephant Man", "Dune" und "Wild at Heart" mitwirkte. Neben seinen Rollen in den Lynch-Kultfilmen war Freddie Jones außerdem noch in den Horror-Kultfilmen "Dracula braucht frisches Blut" und "Frankenstein sucht ein neues Opfer" zu sehen. Außerdem wirkte er in Fellinis „Schiff der Träume“ und „Krull“ mit. Zuletzt war er als Stammgast in der britischen TV-Serie „Emmerdale Farm“ zu sehen.

Rip Torn 9. Juli 2019
Der in Temple, Texas als Elmore Rual Torn Jr. geborene US-amerikanische Filmschauspieler verstarb mit 88 Jahren in seinem Haus in Lakeville, Connecticut. Rip Torn gehörte zu den ganz Großen: Der Emmy-Gewinner war für die Sitcom "Die Larry Sanders Show" und als "Agent Z" in den ersten drei "Men in Black"-Science-Fiction-Komödien mit den Hauptdarstellern Will Smith (50) und Tommy Lee Jones (72) bekannt geworden. Für seine Rolle in dem Drama "Cross Creek" (1983) wurde Torn immerhin für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert. Torns Karriere begann in den 50er Jahren als gefragtes Charaktergesicht, u.a. im Spielerdrama "Cincinnati Kid" sowie der Bibelverfilmung "König der Könige". Später feierte er auch am Broadway Erfolge.

Denise Nickerson 10. Juli 2019
Abschied von einem ehemaligen Kinderstar: Die in New York geborenen US-Schauspielerin Denise Nickerson, die 1971 als kleines 13-jähriges Mädchen für den Film "Willy Wonka und die Schokoladenfabrik" in die Rolle der Violet Beauregarde schlüpfte und berühmt wurde, verstarb mit nur 62 Jahren in einem Krankenhaus in Aurora im US-Bundesstaat Colorado, nachdem ihre Familie beschlossen hatte, die lebenserhaltenden Maschinen abzustellen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Schauspielerin einen Schlaganfall erlitten, von dem sie sich nicht mehr vollständig erholen konnte.

Valentina Cortese 10. Juli 2019
Sie drehte mit Federico Fellini, für ihre Rolle in François Truffauts "Die amerikanische Nacht" erhielt sie sogar eine Oscarnominierung. Im Alter von 96 Jahren verstarb die italienische Schauspielerin Valentina Cortese in ihrer Geburtsstadt Mailand. Cortese begann ihre Karriere in den Vierzigerjahren und war in zahlreichen italienischen, französischen und britischen Filmen zu sehen. Für Fellini stand sie in "Julia und die Geister" (1965) vor der Kamera. Ihr Auftritt in Roberto Rossellinis neorealistischem Meisterwerk "Rom, offene Stadt" (1945) führte sie aber auch nach Hollywood. Zu ihren Filmpartnern zählten dort James Stewart, Humphrey Bogart und Ava Gardner. Neben ihren Filmrollen spielte Cortese in Italien auch Theater. Auf dem Filmfestival in Venedig 2017 feierte eine Dokumentation über das Leben Corteses Premiere. Ihr schlichter Titel: "Diva!".

Richard Carter 13. Juli 2019
Der in Sydney geborene australische Schauspieler Richard Carter verstarb mit 65 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Er war vor allem für seine Rollen in TV-Serien bekannt. So spielte er in "Wildside" (1997 bis 1998), in "White Collar Blue" (2002 bis 2003) und in "Rake" (2010 bis 2014). Zuletzt verkörperte er den Herzog in dem Drama "Der große Gatsby" (2013) und den "Bullet Farmer" in dem Endzeitfilm "Mad Max: Fury Road" von 2015. Außerdem war er als Synchronsprecher tätig, etwa in den beiden Teilen des Animationshits "Happy Feet".

Frieder Burda 14. Juli 2019
Der deutsche Kunstsammler und Ehrenbürger von Baden-Baden, Frieder Burda verstarb 83-jährig im Kreise seiner Familie. Er hatte das nötige Kleingeld sowie ein Gespür für Kunst und Künstler. Damit wurde er zu einem der renommiertesten Kunstsammler und sein Museum zu einem Besuchermagnet in Baden-Baden. Die Karriere vom zweitgeborenen Sohn des Verlegerehepaars Franz und Aenne Burda war nicht vorhersehbar, denn zunächst absolvierte er eine Drucker- und Verlagslehre und später eine Ausbildung als Kaufmann im Konzern. Ende der 60er-Jahre begann er erfolgreich Kunst zu sammeln, während sein jüngerer Bruder Hubert Burda den Druck- und Verlagsbereich des Vaters übernahm. Mit dem 3.500 DM teuren Bild von Lucio Fontana legte Frieder Burda 1968 den Grundstein für seine Sammlung. Ab Mitte der 80er-Jahre konzentrierte er sich auf die Werke von Gerhard Richter und Sigmar Polke. Der Dokumentarfilm "Gerhard Richter - Painting" von Corinna Belz widmete sich 2011 dem Lebenswerk von Gerhard Richter, einem der international bedeutendsten Maler unserer Zeit. Der Künstler gewährte der Filmemacherin einen exklusiven Einblick in sein Atelier und in einen sehr persönlichen Schaffensprozess. 2018 brachte auch Oskar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck mit "Werk ohne Autor" einen Spielfilm über den Akademieschüler Gerhard Richter in die Kinos. Neben der mehr als 500 Werke umfassenden Sammlung moderner und zeitgenössischer Werke sammelte Frieder Burda später expressionistische Gemälde von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner oder August Macke sowie von Pablo Picasso, die in den letzten Lebensjahren des Spaniers entstanden waren. «Die Kunst hat mich glücklich gemacht», sagte der Sammler einmal.

Rutger Hauer 19. Juli 2019
Der niederländische Filmstar Rutger Hauer ist nach kurzer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Er gilt als einer der berühmtesten niederländischen Filmschauspieler mit einer großen Karriere in Hollywood. International war sein größter Erfolg "Blade Runner" (1982). In dem Kultfilm spielte er den "Replikant" Roy Batty als Widersacher Harrison Fords. Mit seinen stahlblauen Augen, scharf geschnittenen Gesichtszügen, kantigem Kinn und blondem Haar verkörperte er den idealen Bösewicht. Aber auch als Held konnte er überzeugen. Für seine Rolle im Film "Flucht aus Sobibor" war er 1988 als bester Nebendarsteller mit einem Golden Globe ausgezeichnet worden. Hauer spielte ferner einen Terroristen in "Nachtfalken" ("Nighthawks") mit Sylvester Stallone und einen ehemaligen Chef von Wayne Enterprises in "Batman Begins". Zudem wirkte er bei dem Fantasyfilm "Ladyhawke" von 1985 mit.

Manfred Uhlig 24. Juli 2019
Der Schauspieler, Kabarettist, Entertainer und Moderator Manfred Uhlig verstarb im Alter von 91 Jahren in seiner Heimatstadt Leipzig. Fast 25 Jahre hatte er auf dem Radiosender DDR I die erfolgreiche Sendung "Alte Liebe rostet nicht" moderiert, in der er bis 2002 in rund 289 Folgen auf unterhaltsame Weise Städte porträtiert hatte. 2017 erhielt Uhlig noch die Goldene Ehrenhenne für sein Lebenswerk. Die Karriere des Komikers begann 1956 beim Leipziger Kabarett "Pfeffermühle", wo er unter anderem mit anderen bekannten Szenegrößen wie Helga Hahnemann oder Ellen Tiedtke auf der Bühne gestanden hatte. Viele Jahre später moderierte er im Fernsehen gemeinsam mit Horst Köbbert und Lutz Stückrath als Trio "Die drei Dialektiker" mehrere Folgen der berühmten Samstagabend-Sendung "Ein Kessel Buntes" im Ersten der ARD.

George Hilton 28. Juli 2019
Der aus Italowestern bekannte Schauspieler George Hilton verstarb im Alter von 85 Jahren in einer Klinik in Rom. Geboren wurde Hilton, der eigentlich Jorge Hill Acosta y Lara hieß, 1934 in Montevideo in Uruguay. Seine erste Rolle in einem Italowestern spielte der Südamerikaner an der Seite von Franco Nero in "Django - Sein Gesangbuch war der Colt" (1966). Weitere "Django"-Filme folgten. Zuletzt arbeitete Hilton meist für das italienische Fernsehen.

Harold Prince 31. Juli 2019
Der vielfach ausgezeichnete Broadway-Produzent Harold "Hal" Prince, der Erfolgsstücke wie "West Side Story", "Evita" oder "Phantom der Oper" auf die Bühne brachte, verstarb im Alter von 91 Jahren nach kurzer Krankheit in Island. Prince hat 21 Tonys gewonnen, mehr als jeder andere in der Geschichte der Theaterpreise. Als Regisseur gelang ihm 1966 mit Fred Ebbs Musical "Cabaret" der Durchbruch. Alle vier genannten Stücke wurden später auch auf der Leinwand Welterfolge.

D.A. Pennebaker 1. August 2019
Der berühmte US-amerikanische Dokumentarfilmer D.A. Pennebaker verstarb im Alter von 94 Jahren in seinem Haus auf Long Island. 2013 war Pennebaker mit einem Ehrenoscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Pennebaker zählte in den 1960er Jahren zu den Pionieren des "Direct Cinema", denen es um Authentizität und die Darstellung von Alltag ging und die oft mit Handkamera filmten. Er beschäftigte sich vorrangig mit Themen der Rock- und Popmusik. So porträtierte er in "Dont Look Back" (1967) den Musiker Bob Dylan auf dessen Großbritannien-Tournee im Jahr 1965. Der Konzertfilm "Monterey Pop" spiegelte das legendäre Festival im kalifornischen Monterey im Jahr 1967 wider, auf dem unter anderem Janis Joplin und Jimi Hendrix auftraten. In dem Dokumentarfilm "The War Room" befasste sich Pennebaker mit dem US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf von Bill Clinton im Jahr 1992.

Jean-Pierre Mocky 8. August 2019
Der französische Filmregisseur und Schauspieler Jean-Pierre Mocky, der in Nizza als Sohn polnischer Einwanderer geboren wurde, verstarb laut Aussage seines Schwiegersohns im Alter von 90 Jahren zu Hause. Mocky begann seine Filmkarriere als Schauspieler, später führte er Regie und inszenierte als Vertreter des anarchischen Films schwarzhumorige Farcen in den 70er Jahren. Dabei provozierte er mit seinen satirischen Filmkomödien immer wieder die französische Öffentlichkeit, insbesondere die Kirche wie z.B. beim Filmplakat zu seinem Film "Il gèle en Enfer - Es friert in der Hölle", das die Abbildung eines kindlichen Engels mit erigiertem Glied zeigt. Nach den anarchischen Phasen waren seit Ende der 80er Jahre zahlreiche weitere Berühmtheiten des französischen Films in Arbeiten von Jean-Pierre Mocky zu erleben, u. a. Charles Aznavour, Jeanne Moreau, Stéphane Audran, Claude Jade, Jane Birkin und Michael Lonsdale. Sein Schaffen als Darsteller umfasst mehr als 85 Film- und Fernsehproduktionen, als Regisseur trat er annähernd 80 Mal in Erscheinung. Eines seiner bekanntesten Werke ist "Agent Trouble" (1987) mit Catherine Deneuve.

Peter Fonda 16. August 2019
Der amerikanische Schauspieler Peter Fonda, der durch den Kult-Film "Easy Rider" berühmt wurde, verstarb in seinem Haus in Los Angeles an den Folgen von Lungenkrebs. Der Sohn von Hollywood-Star Henry Fonda (1905-1982) und der jüngere Bruder von Schauspielerin Jane Fonda wurde 79 Jahre alt. Der 1969 gedrehte Film "Easy Rider" machte Kinogeschichte. Peter Fonda als bekiffter Motorradfreak "Captain America", der auf seiner Chopper zusammen mit Dennis Hopper und Jack Nicholson im Drogenrausch durch die USA zieht, wurde sogar zum Idol der Hippie-Bewegung und zum Helden des Neuen Hollywoods. Der dazugehörige Hit "Born to be wild" gehört noch heute zum musikalischen Repertoire jeder gut geführten Rocker-Kneipe. Fonda erhielt als Drehbuchautor eine Oscar-Nominierung. Als Regisseur machte sich Fonda mit Produktionen wie "Der weite Ritt" (1970) und dem Science-Fiction-Film "Expedition in die Zukunft" (1973) einen Namen.

Sybille Simon-Zülch 24. August 2019
Die Fernsehkritikerin und Publizistin Sybille Simon-Zülch, die seit 1978 Hörfunk- sowie Film- und Fernsehkritiken für das evangelische Branchenblatt »epd-medien« schrieb, verstarb 74-jährig in Bremen. Neben weiteren zeitweiligen Kritiken für die »Frankfurter Rundschau«, die »Süddeutsche Zeitung« und das »Hamburger Abendblatt«, hatte sie eine wöchentliche Fernsehkolumne in der »Stuttgarter Zeitung«. Im Jahre 2000 erhielt sie gemeinsam mit fritz Wolf den Bert-Donnepp-Preis, den deutschen Preis für Medienpublizistik.

Helmut Krauss 26. August 2019
Der Schauspieler und Kabarettist Helmut Krauss verstarb im Alter von 78 Jahren. Krauss wurde bekannt mit seiner Rolle in der
Kindersendung "Löwenzahn" - dort spielte er den immer etwas grummeligen Nachbarn Hermann Paschulke - von 1981 bis
2005 an der Seite von Peter Lustig, der 2016 starb. Danach wirkte er in nahezu 60 weiteren Folgen mit Hauptdarsteller Guido Hammesfahr in der Sendung mit. Daneben wirkte Krauss auch als Synchronsprecher in Filmen mit und lieh Prominenten wie
Marlon Brando und Samuel L. Jackson seine Stimme. Für "Löwenzahn"-Dreharbeiten stand Helmut Krauss zuletzt im Juni 2019 vor der Kamera.

Gero Gandert 29. August 2019
Der Filmhistoriker Gero Gandert verstarb 90-jährig in Berlin. Seine Stimme war nie laut, aber sein "Handbuch der zeitgenössischen Kritik" über das Jahr 1929, für das er 25 Jahre investiert hat, bis es 1993 erschien, gilt als die am intensivsten recherchierte 900-Seiten Publikation mit allen Namen und Filmtiteln der damaligen Zeit. Dafür reiste er in die USA, hielt Vorträge an Universitäten und legte in Los Angeles den Grundstein für das Exil-Archiv der Deutschen Kinemathek. Große Namen wie Paul Kohner, Fritz Lang, Billy Wilder, Erich Pommer oder Wilhelm Dieterle vertrauten ihm einzelne Stücke an oder vereinbarten sogar mit ihm die Übernahme ihres gesamten Archivs durch die Kinemathek. Der in Görlitz geborene Gandert war dennoch kein Filmarchivar sondern als freier Mitarbeiter der Kinemathek beschäftigt sowie auch Kritiker und Berater der einstigen "Filmbühne am Steinplatz" in Berlin.

Valerie Harper 30. August 2019
Die US-amerikanische Schauspielerin Valerie Harper verstarb in L.A. im Alter von 80 Jahren an den Folgen eines bereits 2013 festgestellten Hirntumors. Berühmt wurde Harper vor allem ab dem Jahr 1970 durch ihre Rolle der Rhoda Morgenstern in den beiden CBS-Sitcoms "Mary Tyler Moore". Im Laufe ihrer Karriere gewann sie vier Emmys und einen Golden Globe. Seit Mitte der 1950er Jahre war sie an 70 Film- und Fernsehproduktionen beteiligt.

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mit Tom Zickler, der am 2. September 2019 verstarb.
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