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Nachrufe zum Totensonntag 2018

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Frank Doubleday 3. März 2018
Mit seiner Rolle als Bösewicht in der Action-Dystopie "Die Klapperschlange" wurde er 1981 bekannt. Frank Doubleday war für Schurken-Rollen prädestiniert: Schon 1976 spielte er für John Carpenter im Film "Assault" den Anti-Helden. Der US-Schauspieler, der mit seiner Berufskollegin Christina Hart verheiratet war, starb im Alter von 75 Jahren nach schwerer Krankheit in Los Angeles.

Theo Hinz 4. März 2018
Der Verleiher, Produzent und Filmwirtschaftler Theo Hinz ist im Alter von 86 Jahren in München verstorben. der aus Ostpommern stammende Hinz war nach einer kaufmännischen Lehre von 1953 bis 1976 bei der Constantin Film als Abteilungsleiter für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt. Er half im Jahr 1956 dem Filmhändler Leo Kirch, den ersten Geschäftsabschluss in Deutschland zu tätigen. Nachdem Rudolf Augstein 1977 die Mehrheitsanteile des Filmverlags der Autoren übernommen hatte, fungierte er dort bis 1982 gemeinsam mit Matthias Ginsberg als Geschäftsführer. 1983 gründete er die Verleihfirma Futura Film, die 1986 die Anteile von Augstein am Filmverlag der Autoren übernahm. Hinz führte das Unternehmen, bis es 1996 von der Kinowelt AG (heute: Studiocanal) übernommen wurde. Zuletzt war er als Rechtehändler mit der Max Film aktiv. Während seiner beruflichen Karriere war er über lange Zeit in der Werbekommission der FFA tätig, im Vorstand des VdF und bei der Verwertungsgesellschaft an der Nutzung von Filmwerken (VGF). Seit 2002 war er Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Lissy Bellaiche 5. März 2018
Lissy Bellaiche, eine wichtige Figur des dänischen Filmschaffens, ist im Alter von 77 Jahren verstorben. In ihren 20 Jahren als Managerin für International Relations des Danish Film Institute in Kopenhagen prägte Lissy Bellaiche die Wahrnehmung des dänischen Kinos im Ausland. Zudem trieb sie während dieser Zeit die Zusammenarbeit der skandinavischen Filminstitute maßgeblich voran und stärkte das nordische Filmschaffen international. Mit den Internationalen Filmfestspielen in Berlin pflegte sie eine jahrzehntelange gute Zusammenarbeit. Im Jahre 2000 war sie Mitglied der Internationalen Jury der Berlinale. Auch in San Sebastian, Istanbul und Karlovy Vary wurde sie in die Jury berufen.

Hubert de Givenchy 10. März 2018
Audrey Hepburn war seine Muse: 40 Jahre lang stattete Hubert de Givenchy die amerikanische Filmschönheit mit individuell entworfenen Kostümen aus - wie jenem im stilprägenden Klassiker "Frühstück bei Tiffany". Der französische Couturier und Designer gehörte seit den frühen 50-ern zu den Großen seines Geschäfts. Er starb mit 91 Jahren.

Siegfried Rauch 11. März 2018
Der Schauspieler Siegfried Rauch verstarb bei einem Treppensturz in seinem Wohnort Untersöchering südlich von München. Er wurde 85 Jahre alt. Rauch war von 1999 bis 2013 durch die ZDF-Serie "Das Traumschiff" in der Rolle des Kapitäns Jakob Paulsen einem großen Fernsehpublikum bekannt geworden. Der schauspielerische Durchbruch gelang ihm Anfang der 1970er-Jahre im Kultfilm "Le Mans". 1977 spielte er die Rolle des „Thomas Lieven“ in der Fernsehserie "Es muß nicht immer Kaviar sein" nach dem gleichnamigen Roman von Johannes Mario Simmel. Zudem spielte er 1980 in der 14-teiligen Karl-May-Fernsehserie "Mein Freund Winnetou" an der Seite von Pierre Brice den Old Shatterhand. Rauch stand bis ins hohe Alter als Dr. Roman Melchinger in "Der Bergdoktor" vor der Kamera.

Stephen Hawking 14. März 2018
Der Brite Stephen William Hawking, war nach Albert Einstein der bedeutendste theoretische Physiker und Astrophysiker der Neuzeit. Von 1979 bis 2009 war er Inhaber des renommierten Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge. Stephen Hawking lieferte bedeutende Arbeiten zur Kosmologie, zur allgemeinen Relativitätstheorie und zu Schwarzen Löchern. Unter seinem Namen und mit seiner Hilfe wurden mehrere Dokumentationen über die "Geheimnisse des Universums" erstellt. Aber auch Spielfilme wie "Die Entdeckung der Unendlichkeit" (2014) mit Eddie Redmayne, oder "Hawking - Die Suche nach dem Anfang der Zeit" (2004) mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle wurden gedreht. Hawking war frühzeitig an ALS erkrankt und später völlig bewegungsunfähig an einen Rollstuhl gefesselt. Er verstarb mit 76 Jahren.

Erwin C. Dietrich 15. März 2018
Der Schweizer Kinopionier Erwin C. Dietrich verstarb im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit. Nach dem erfolglosen Versuch eine Laufbahn als Theologe oder Buchhalter einzuschlagen, absolvierte er eine Schauspielerausbildung. Doch er fand so recht keine Rollen, weshalb er die Seiten wechselte und 1955 erstmals bei "Das Mädchen vom Pfarrhof" als Produzent fungierte. Ab 1956 produzierte Heimat- und Schlagerfilme wie "Die Hazy-Osterwald-Story" und Komödien wie "Der Herr mit der Schwarzen Melone". 1966 startete er mit einem eigenen Verleih und dem Erotikthriller "Schwarzer Markt der Liebe" die nächste Phase seines Schaffens. Anerkennung in der Branche holte er sich aber erst 1978 mit dem Kriegsfilm "Die Wildgänse kommen" mit Roger Moore in der Hauptrolle. Fortan setzte Dietrich vor allem auf den aufkommenden Heimkino-Markt und vertrieb Actionfilme wie "Kommando Leopard" mit Klaus Kinski in der Hauptrolle. In den 1970er Jahren gründete Dietrich u.a. auch die Ascot Film GmbH und erwarb den 1928 gegründeten Filmverleih Elite Film AG; beide Unternehmen werden heute von seinen Kindern Karin und Ralph Dietrich geleitet. Zudem betrieb er in der Schweiz bis 2005 mit dem Cinemaxx und dem Capitol die ersten Multiplex-Kinos in Zürich.

Jochen Senf 17. März 2018
Jochen Senf, geboren in Frankfurt/Main, ging 17 Jahre lang als "Tatort"-Kommissar Max Palu im Saarland auf Verbrecherjagd. 18 Folgen drehte er von 1988-2005 in dem kleinen Bundesland an der Grenze zu Frankreich, wo er seit dem 10. Lebensjahr auch aufgewachsen war. Immer auf dem Fahrrad unterwegs gab er seiner Rolle als unkonventioneller und etwas kauziger Kommissar einen besonderen Charakter, womit er eine Art Gegenfigur zu Schimanski etablierte, den Götz George als polternder Macho im "Tatort" spielte. Nun verstarb der zuletzt in Berlin lebende Schauspieler im Alter von 76 Jahren in der Nacht vom 17. zum 18. März 2018 in einem Pflegeheim. Senf studierte nach dem Abitur im Internat Salem am Bodensee Germanistik und Romanistik. Danach war er als Hörspieldramaturg und Krimiautor tätig, gründete ein Kinder- und Jugendtheater und führte Regie.

DuShon Monique Brown 23. März 2018
Die in Chicago geborene US-Schauspielerin DuShon Monique Brown verstarb mit nur 49 Jahren. Der Star aus Serien wie "Prison Break", "Chicago Fire" oder Filmen wie "Unexpected" ist nach tagelangen Schmerzen in der Brust wohl an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Bei einer zuvor erfolgten Untersuchung im Krankenhaus konnten die Ärzte nichts genaues feststellen. Brown hinterlässt eine Tochter.

Philip Kerr 23. März 2018
Seine berühmteste Figur ermittelte in Berlin: Philip Kerr schickte seinen Detektiv Bernie Gunther in die finstersten Ecken des Dritten Reichs. Kerr, 1956 in Edinburgh geboren, schrieb auch Jugend- und Fantasy-Romane. In Deutschland waren vor allem seine Krimis beliebt. Für "Das Wittgensteinprogramm" und "Game Over" erhielt der Bestsellerautor den Deutschen Krimipreis. Kerr lebte mit seiner Frau und drei Kindern in London. Er erlag im Alter von 62 Jahren einem Krebsleiden.

Lys Assia 24. März 2018
Die Siegerin des allerersten Eurovision Song Contests im Jahr 1956, die Schweizer Sängerin Lys Assia, verstarb im Alter von 94 Jahren. Die einstige Schlagerdiva des ESC, der 1965 noch Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß, ist dem Wettbewerb Jahrzehnte treugeblieben und überreichte vor ein paar Jahren noch die Siegertrophäe bei den Fernsehübertragungen. Sie trat allerdings auch in einigen Filmen auf. Der bekannteste Titel von 11 Kinofilmen und einer TV-Serie in denen sie mitwirkte, dürfte wohl 1957 mit "Die Beine von Dolores" gewesen sein. Gleich nach dem 2. Weltkrieg unternahm sie ihre ersten Auslandstourneen und bekam in Paris die Gelegenheit, für die erkrankte Josephine Baker einzuspringen. Den deutschen Plattenmarkt eroberte Lys Assia 1950 mit dem Titel "O mein Papa" aus der Operette "Das Feuerwerk" von Paul Burkhard.

Stéphane Audran 27. März 2018
An den Folgen einer schweren Krankheit verstarb die französische Schauspielerin Stéphane Audran im Alter von 85 Jahren, wie ihr Sohn Thomas Chabrol mitteilte. Geboren wurde sie als Colette Suzanne Jeannine Dacheville in Versailles bei Paris. Sie debütiert als gelernte Bühnenschauspielerin in den Fünfzigerjahren am Theater und war von 1954 bis 1956 mit dem
Schauspieler Jean-Louis Trintignant liiert. Dann wurde sie vom französischen Nouvelle-Vague-Starregisseur Claude Chabrol entdeckt, mit dem sie von 1964 bis 1980 verheiratet war und mit ihm um die 20 Filme drehte. 1968 wurde sie in Berlin für ihre Darstellung der bisexuellen Frédérique seinem Thriller "Zwei Freundinnen" mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Ihren großen Durchbruch feierte Audran 1972, als ihr der spanisch-mexikanische Filmemacher Luis Buñuel eine Hauptrolle in seiner surreal anmutenden Horrorkomödie "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" gab, wofür sie mit dem British Academy Award ausgezeichnet wurde. In den Achtzigerjahren brillierte sie unter anderem in Samuel Fullers Kriegsdrama "The Big Red One" und in "Babettes Fest" des dänischen Regisseurs Gabriel Axel, der dafür 1988 einen Oscars für den besten fremdsprachigen Film erhielt. Privat war sie eng mit Karl Lagerfeld befreundet, dessen Entwürfe sie mit Vorliebe trug. Ihre letzte Rolle hatte sie 2008 in "Das Mädchen aus Monaco" von Anne Fontaine.

Steven Bochco 1. April 2018
Der amerikanische Fernsehproduzent und Drehbuchschreiber Steven Bochco, ein enger Freund von Steven Spielberg, ist im Alter von 74 Jahren in Los Angeles im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen. Er erlag seiner Leukämieerkrankung. Der zehnfache Emmy-Gewinner war vor allem in den 80er und frühen 90er Jahren für seine Polizei-Fernsehserien wie "NYPD Blue", "Polizeirevier Hill Street" und "Doogie Howser, M.D." bekannt. Sie gelten als stilbildend für spätere Krimiformate wie "The Wire". Seine Karriere begann Bochco in den 1970ern als Drehbuchautor für Serien wie "Columbo" und "Der Chef".

Carl Weiss ~ 2. April 2018
Er gab den Startschuss für eine regelrechte TV-Ära: Am 1. April 1963 moderierte Journalist Carl Weiss im Rahmen des ZDF-Sendestarts die allererste "heute"-Sendung, die je über die Fernsehbildschirme flimmerte und wurde neben Gründungsintendant Karl Holzamer zum bekanntesten Gesicht des Senders. Wie das ZDF bekannt gab, verstarb Weiss fast auf den Tag genau 54 Jahre später im Alter von 92 Jahren. Der politische Journalist und langjährige ZDF-Auslandskorrespondent gehört zu den TV-Legenden. Seine TV-Berichte und Analysen Ende der 60er Jahre, u.a. über den Vietnam-Krieg und Indochina, haben Fernsehgeschichte geschrieben. 1978 wechselt Carl Weiss zur ARD, kehrte aber im Ruhestand noch einmal zurück zum ZDF, um von 1992 bis 1997 die Sendung "damals - vor 40 Jahren" zu moderieren.

Isao Takahata 5. April 2018
Der japanische Filmregisseur Isao Takahata, einer der Altmeister des Anime und Schöpfer der "Heidi"-Zeichentrickserie aus den 1970er Jahren, ist im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus in Tokio an Lungenkrebs gestorben, wie das Animationsstudio Ghibli, das er 1985 mitgegründet hatte, verkündete. Ziel des Studio war es, ein japanisches Disney zu schaffen. Zu den Erfolgen des Studios zählen unter anderem "Das Schloss im Himmel", "Prinzessin Mononoke" und "Der Mohnblumenberg". Takahatas international bekanntes und preisgekröntes Werk "Die letzten Glühwürmchen" war autobiografisch geprägt: Der Zeichentrickfilm thematisierte schonungslos die Schrecken des Krieges durch die Augen von Kindern. Während des Zweiten Weltkriegs hatte Takahata als Neunjähriger nur knapp einen Bombenangriff der US-Amerikaner überlebt. Sein letzter Film, "Die Legende der Prinzessin Kaguya", war 2015 als bester Animationsfilm für einen Oscar nominiert worden.

Rolf Budde 13. April 2018
Der Musikverleger Rolf Budde, dessen Verlag mit Hits von der Berliner Sängerin und späteren Schauspielerin Cornelia Froboess wie "Pack die Badehose ein" und "Kalkutta liegt am Ganges" von dem Schweizer Sänger und Schauspieler Vico Torriani bekannt wurde, verstarb nach schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren in Berlin, wie die Max-Liebermann-Gesellschaft mitteilte, bei der Budde erster Vorsitzender war. Mit seinem Sohn Benjamin leitete Budde den Verlag Budde Music, zu dessen Autoren Weltstars wie Leonard Cohen, Bob Dylan und die Beatles gehören. In den vergangenen Jahren kamen Lena Meyer-Landrut sowie der deutsche deutscher Techno Musikproduzent Fritz Kalkbrenner dazu, dessen jüngerer Bruder Paul 2008 auf dem Filmfestival von Locarno in dem Film "Berlin Calling" sowohl als DJ, als auch als Schauspieler für Aufsehen sorgte.

Thomas Petruo 13. April 2018
Der Synchronsprecher und Schauspieler Thomas Petruo, die deutsche Stimme vieler Hollywood-Stars, verstarb in einem Krankenhaus in Berlin-Neukölln im Alter von 61 Jahren. Bereits mit 14 Jahren war Thomas Petruo, dessen Vater Heinz ebenfalls Sprecher und Schauspieler war, zum ersten Mal in einem Synchronstudio. Später moderierte er die Radiosendung RIAS 2-Treffpunkt – und kam insgesamt auf satte 1157 Sprechrollen in Filmen und Serien. Er arbeitete bis kurz vor seinem Tod, war 2018 noch in der deutschen Fassung des Oscar-Hits „Shape of Water“ als Brewster Fuller zu hören, dem Ehemann von Zelda (Octavia Spencer). Er sprach auch den fiesen Biff Tannen (Thomas F. Wilson) in allen drei „Zurück in die Zukunft“-Filmen. Der vielbeschäftigte Petruo war außerdem die deutsche Stimme von Perry King (Cody Allen) in „Trio mit vier Fäusten“, die des Kadetten Kyle Blankes (Brant von Hoffman) in „Police Academy“ und die von Mykelti „Bubby Blue“ Williamson in „Forrest Gump”. Er lieh Gary Oldman in „Léon – Der Profi“ die Stimme, Steve Buscemi in „Fargo“, Samuel L. Jackson in „Jackie Brown”, Woody Harrelson in „Natural Born Killers“ und Javier Bardem in „No Country for Old Men“.

Miloš Forman 13. April 2018
Der erfolgreiche Filmregisseur und zweifache Oscar-Preisträger Miloš Forman verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 86 Jahren in Danbury, Connecticut. Der gebürtige Tscheche erlangte Weltruhm mit dem Film "Einer flog über das Kuckucksnest". Das Psychodrama gewann fünf Oscars, darunter den für Regie und für den Hauptdarsteller Jack Nicholson. Mit der Mozart-Biografie "Amadeus" (1984) besiegelt Forman seinen Erfolg in Hollywood. Der Film erhielt acht Oscars, auch für die beste Regie. Forman wurde 1932 in Mittelböhmen als jüngster Sohn eines Lehrers geboren. Er war acht Jahre alt, als seine Eltern von der Gestapo verhaftet wurden, beide kamen in Konzentrationslagern ums Leben. Später studierte an der Filmhochschule in Prag und war dort in den 1960er-Jahren einer der Köpfe von Filmemachern der sogenannten "Neuen Welle", die mit ihren experimentierfreudigen Werken auch Kritik an der kommunistischen Herrschaft übten. Für die Filme "Der schwarze Peter" und "Liebe einer Blondine" feierte er erste Erfolge. Kurz vor dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes im August 1968 ging Forman ins Exil, zunächst nach Frankreich, dann wanderte er in die USA aus.

Vittorio Taviani 15. April 2018
Der preisgekrönte italienische Regisseur Vittorio Taviani verstarb nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren in Rom. Taviani arbeitete als Filmemacher stets mit seinem jüngeren Bruder Paolo zusammen. Bis ins hohe Alter produzierten die beiden Filme. Mit dem Film "I Fratelli" ("Die Brüder") gewann das Bruderpaar 1977 die Goldene Palme von Cannes. Das Doku-Drama "Cäsar muss sterben" von 2012 bekam auf der Berlinale den Goldenen Bären. Häufig drehte das Brüderpaar Filme über historische Stoffe, so zum Beispiel "Die Nacht von San Lorenzo" (1981) über den Widerstand gegen das faschistische Regime im Italien der Vierzigerjahre. Beide waren Mitglieder der italienischen KP und thematisierten ihr politisches Milieu in frühen Filmen wie "Die Subversiven" (1967) oder "Allonsanfan" (1974). Später drehten die Taviani-Brüder dann auch Literaturverfilmungen wie Goethes "Wahlverwandtschaften" (1996). 2007 thematisierten sie in "Das Haus der Lerchen" den türkischen Genozid an den Armeniern - mit dem Deutschen Moritz Bleibtreu in einer Hauptrolle.

Ronald Lee Ermey 15. April 2018
Der frühere Militärausbilder Ronald Lee Ermey wurde 1987 bekannt durch die Rolle des Drill-Instructors Gunnery Sergeant Hartman in Stanley Kubricks Kriegsfilm "Full Metal Jacket". Der Amerikaner, der den Rekruten im Vietnamkrieg das Leben zur Hölle machte und dessen gnadenlose Rolle in den Köpfen der Zuschauer verankert blieb, verstarb mit 74 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. 1979 hatte Regisseur Francis Ford Coppola ihn als Berater für seinen Kriegsfilm "Apocalypse Now" angeheuert und ihm zudem eine Rolle als Hubschrauberpilot gegeben. Auch Jahre später brillierte der US-Schauspieler nicht nur in den Horror-Streifen "Sieben" und Michael Bay's "The Texas Chainsas Massacre" oder in "Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses", sondern begeisterte das Kinopublikum auch als Synchronsprecher. In der Pixar-Animation "Toy Story" gab er dem Anführer der Spielzeugsoldaten seine Stimme.

Pamela Gidley 16. April 2018
Sie begann ihre Laufbahn als Model und fasste in Produktionen wie "Trashin' - Krieg der Kids" (1986) und "Twin Peaks - Der Film" (1992) auch im Filmgeschäft Fuß. Pamela Gidley, Ex-Lebensgefährtin von Schauspielkollege Josh Brolin, schlief mit 52 Jahren friedlich in ihrem Zuhause in Seabrook ein, wie ihre Familie in einer Traueranzeige bekannt machte. Der Ort liegt nicht weit entfernt von ihrem Geburtsort Salem, im US-Bundesstaat New Hampshire.

Verne Troyer 21. April 2018
Der kleinwüchsige Schauspieler Verne Troyer, der vor allem für seine Rolle als Mini-Me in den "Austin Powers"-Filmen bekannt wurde, verstarb im Alter von 49 Jahren. Ein halbes Jahr nach Vernes Ableben bestätigt der Abschlussbericht des Los Angeles County Department die Gerüchte um seinen frühzeitigen Tod, der nun offiziell als Suizid angesehen wird. Es war kein Geheimnis, dass der US-Amerikaner mit Depressionen und Alkoholproblemen zu kämpfen hatte. Bereits am 3. April wurde Troyer stark alkoholisiert ins Krankenhaus eingeliefert und starb drei Wochen später an den Folgen der Alkoholvergiftung. Troyer war mit einer Körpergröße von 81 Zentimetern einer der kleinsten Menschen der Welt. 2001 spielte er den Kobold Griphook in "Harry Potter und der Stein der Weisen". Zudem war er in Filmen wie „Der Grinch“ oder „Men in Black“ zu sehen.

Nelson Pereira dos Santos 21. April 2018
Der in São Paulo geborene brasilianische Regisseur Nelson Pereira dos Santos verstarb im Alter von 89 Jahren an Lungenkrebs in Rio de Janeiro. Er war der Wegbereiter des Cinema Novo in Brasilien, jener Filmbewegung der 50er und 60er Jahre, die ähnlich dem italienischen Neorealismus die Wirklichkeit des Landes ungeschönt in den Blick nahm. In seinem wichtigsten Werk, "Nach Eden ist es weit" von 1963, zeigte der gelernte Jurist und Journalist das erschütternde Schicksal einer Viehtreiberfamilie auf der Flucht vor der großen Dürre von 1941 in gleißenden überbelichteten Schwarzweißbildern. Einige seiner Dokumentarfilme, aber auch für nicht Brasilianer oft schwer verständlichen symbolischen Bildsprache seiner grotesken Filmerzählungen liefen auf Festivals in Cannes und Berlin. Erst 2017 nahm die Oscar-Academy den Altmeister in ihren Reihen auf.

Michael Anderson 25. April 2018
Der in London geborene britische Regisseur Michael Joseph Anderson verstarb im Alter von 98 Jahren im kanadischen Vancouver. Bekannt wurde Anderson vor allem mit dem Abenteuerfilm "In 80 Tagen um die Welt" und dem Science-Fiction-Klassiker "Flucht ins 23.Jahrhundert". Der Film "In 80 Tagen um die Welt" gewann fünf Oscars und setzte laut Branchenmagazin "Hollywood-Reporter" im Erscheinungsjahr 1956 etliche Rekorde. So habe Anderson darin über 2000 Kamera-Einstellungen genutzt. Neben vielen anderen Streifen drehte Anderson auch den Spionagefilm „Das Quiller-Memorandum - Gefahr aus dem Dunkel“ (1966) mit der österreichischen Schauspielerin Senta Berger (76). Dafür war Anderson 1967 in den drei Kategorien für den BAFTA Award nominiert. Eine weitere Nominierung erhielt die Produktion für den Edgar Allan Poe Award. 10 Jahre später machte sein Film "Orca – Der Killerwal" (1977) Aufsehen. Nach "20.000 Meilen unter dem Meer" (1997) war sein letztes Werk der Kinderfilm "Die neuen Abenteuer des Pinocchio" (1999), der in Koproduktion mit Deutschland, Luxemburg und Großbritannien entstand.

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mit Wolfgang Völz, der am 2. Mai 2018 verstarb.
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