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"Letters from Libya" jetzt im Kino

Festival des gescheiterten Films bringt die Doku "BRIEFE AUS LIBYEN" in fünf deutschsprachige Städte.



Vom 7.-10.01.2016 läuft im Berliner Babylon Kino wieder das seit Langem geplante Festival "Der Gescheiterte Film".

Scheitern ist kein Versagen, sondern bewusstes Entsagen von Konventionen! Das Festival des gescheiterten Films ist die Plattform innovativer und mutiger Filmemacher! "Gescheiterte Filme haben nichts mit schlechter Qualität zu tun. Je höher der Anspruch, desto tiefer Fall, umso wahrscheinlicher das Scheitern", so der Festivalorganisator H.W. Müller.

Am Donnerstag, den 7.01.2016, geht es ab 20:00 Uhr um das Thema »Scheitern im Kiez«. Um 22:00 Uhr folgen ausschließlich Kurzfilme zum Thema »Scheitern will gelernt sein!«

Besonders am Herzen liegt uns der Freitag. Auf Grund der aktuellen brenzligen Lage in Syrien ist in den Medien Libyen etwas in Vergessenheit geraten, obwohl weiterhin nicht wenige Flüchtlinge das Land über das Mittelmeer zu verlassen versuchen, nachdem vom postrevolutionären Lebensgefühl der Libyer kaum noch etwas übrig geblieben ist. Die zwischenzeitliche, euphorische Stimmung nach dem arabischen Frühling und dem in Libyen gestürzten und getöteten Despoten Muammar al-Gaddafi wird nun von Grabenkämpfen unterschiedlicher politischer Strömungen beherrscht.

Unser BAF-Vorstandsmitglied, der Dokumentarfilmer Andreas Bernhardt hatte sich 2012 auf große Fahrt nach Tunesien, Libyen und abschließend Ägypten begeben, um mit eignen Augen die Veränderungen in den arabischen Ländern zu sehen. Doch wegen der in Libyen wieder aufgeflammten und weiterhin anhaltenden Kämpfe ist das Land mittlerweile für westliche Korrespondenten tabu geworden. Von der ursprünglich fürs Fernsehen gedachten Trilogie ist mit "Letters from Libya - Briefe aus Libyen" ein beindruckendes Dokument über ein Land übrig geblieben, das sich große Hoffnungen von einer besseren Entwicklung versprach.

Zum 10-jährigen Bestehen des Festivals wird der Film am 8. Januar 2016 um 20:00 Uhr im Berliner Kino Babylon laufen. Zuvor werden zwei Kurzfilme von anderen Filmemachern gezeigt. Darüber hinaus wird die Doku im Januar 2016 in fünf Kinos in Deutschland und Österreich präsentiert. Hier der Trailer:



Hier die Begründung der Jury:
"Es ist ein Oualitätsmerkmal, wenn das Staatsfernsehen solche Filme ablehnt. Denn jenseits der selbstgerechten Deutungshoheit entstehen Perlen der Dokukunst, die mehr Innen- als Außensicht sind. Dieses hermeneutische Werk wird dem Anspruch nach authentischem Nahebringen eines Landes mehr als gerecht. Letztlich auch, weil sich der Macher nicht nüchtern raushält, sondern uns an der wundervollen Reise teilnehmen lässt."

Der spannendste Teil der Reise war sicherlich die nicht ganz ungefährliche Fahrt von Tripolis mit dem Motorrad durch die Wüste nach Benghazi, auf der etliche Probleme zu meistern waren.

Briefe aus Libyen
Dokumentarfilm von Andreas Bernhardt 75 min

Inhalt: "Sind es nun die Libyer, die uns unbedingt die Geschichte ihres Krieges erzählen wollen, oder sind wir es, die die Kriegsgeschichten in Libyen suchen?"
6000 Kilometer fahren die beiden Filmemacher Andreas Bernhardt und Alexander Krause mit dem Motorrad durch das postrevolutionäre Libyen. Vom Westen über Tripolis geht die Reise in die islamistisch geprägte Rebellenhochburg Misrata. Von Sintan, wo der Gaddafi-Sohn Saif gefangen gehalten wird, fahren sie in Gaddafis Geburtsstadt Sirte, wo revolutionäre Kämpfer sie an Orte führen, in welchen libysche Geschichte geschrieben wurde. Auf den Spuren der alten Traditionen geht es in die Oasenstadt Ghadames. Vom Ölhafen Ras Lanuf wieder tief in die Wüste zu den Ölfeldern, dort spricht man sogar Deutsch. In Benghazi, wo die Aufstände begonnen haben, hören sie kritische Stimmen und treffen einen Freund, der am Rande der traditionellen Gesellschaft gefährlich lebt. In Derna, der Hochburg von al-Qaida und IS ist ein Notstopp wegen eines platten Reifens unvermeidlich. Hinter Tobrug endet die Reise im Osten von Libyen an der Ägyptischen Grenze mit einer herzlichen Verabschiedung. Während man in Europa über Einwanderungsbegrenzung, Integration, Dschihadisten und das Kopftuch debattiert, wollen die Filmemacher sich ein eigenes Bild machen von den Menschen über die man zu Hause alles zu wissen glaubt. Immer wieder treffen die Filmemacher auf Protagonisten, die ihre eigene Version von der Geschichte des Krieges und der Revolution erzählen. Was ihnen gemeinsam ist, ist ein unbändiges Bedürfnis zu reden und der Wille, das schräge Bild, das von ihrer Gesellschaft im Westen gezeichnet wird, gerade zu rücken. Und auch ein neues und unbändiges Gefühl von Freiheit. Was ist aus Libyen und seiner Revolution geworden?

Warum gescheitert: Der Film wurde von allen TV-Stationen abgelehnt. Das Bild, dass er von Libyen zeichnet steht der Libyen-Berichterstattung in den großen Medien entgegen. Von den Festivals wurde der Film nicht angenommen, was vermutlich mit der Reiseart der beiden Filmemacher zu tun hat, die immer noch negativ besetzt ist. Die Filmemacher Andreas Bernhardt und Alexander Krause sind über zwei Monate mit dem Motorrad durch das Land gefahren.

Wer den Dokumentarfilm "BRIEFE AUS LIBYEN" sehen möchte, oder die aktuellen Kinotermine weiter empfehlen will, hat hier dazu Gelegenheit:

• 08.01.2016, 20:00, BERLIN, Kino Babylon, Mitte
Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin Mitte (Kino III, 37 Plätze à 7,- €)
• 22.01.2016, 18:00, ERLANGEN, Kulturzentrum E-Werk
• 22.01.2016, 19:00, MÜNCHEN, Maxim-Kino
• 23.01.2016, 18:30, WIEN, Breitenseer Lichtspiele
• 29.01.2016, 18:00, FÜRSTENWALDE, Filmtheater Union

Der Filmemacher will möglichst bei allen Vorführterminen anwesend sein. Noch nicht bestätigt ist der Termine für Hamburg.

Leider wird es vom BAF keine Freikarten für diese Veranstaltungsreihe im Rahmen des „Festivals des gescheiterten Films“ geben. Eine Berlin-Premiere hatte es bereits im Frühsommer 2014 für rund 200 Personen in Kreuzberg gegeben. Wegen des begrenzten Platzangebotes im Kino III des BABYLON bitten wir Euch, Karten rechtzeitig zu reservieren.

Links: www.der-gescheiterte-film.com | www.babylonberlin.de
Quellen: Der gescheiterte Film | bbfilm-adventure.de | bbfilm.de

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