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Umwälzungen bei DOK Leipzig unter neuer Leitung

Diesmal gemeinsame Wettbewerbe für Dokumentar- und Animationsfilm in Leipzig.



Bei der diesjährigen 58. Ausgabe des Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK Leipzig), das vom 26. Oktober bis 1. November 2015 stattfindet, soll in den Wettbewerben die Trennung von Dokumentar- und Animationsfilm aufgehoben werden. Das erklärte jüngst die neue finnische Festivalintendantin Leena Pasanen.

"Das ist ein mutiger Schritt, aber so sehe ich DOK Leipzig - frisch und mutig. Der internationale Wettbewerb zwischen den Filmfestivals ist hart. Wir wollen uns abheben durch unseren außergewöhnlichen Ansatz des Storytelling und ein unvorhersagbares Programm. Dadurch wird DOK Leipzig sein Publikum jedes Jahr aufs Neue überraschen", so Pasanen.

Pasanen plant weiter, das Festival-Programm mit den insgesamt 316 Filmen inhaltlich stärker mit den Fachbesucher-Angeboten zu vernetzen. Passend zum diesjährigen Motto des Festivals "Borders and Identities" (Grenzen und Identitäten) hat DOK Leipzig in diesem Jahr 25 Jahre deutsche Wiedervereinigung zum Anlass genommen, um sich in seiner Retrospektive mit sich auflösenden (Staats-)Grenzen und neu entstehenden Identitäten zu befassen – auch aus globaler Perspektive.

Den Länderschwerpunkt widmet DOK Leipzig in diesem Jahr Südkorea mit seiner lebhaften, aber in Deutschland kaum wahrgenommenen Dokumentarfilmszene. Mit einer Hommage ehrt das Festival den englischen Filmemacher und Videokünstler John Smith, der auch den Gewinner des Wettbewerbs Next Masters (früher Wettbewerb für junges Kino) auswählen und den Preisträger persönlich mit der Goldenen Taube auszeichnen wird. Ebenfalls auf ein junges Publikum zielt DOK Leipzig in dem Sonderprogramm Bodycheck ab, in dem es um das schwierige Verhältnis zum eigenen Körper geht. Das Sonderprogramm enthält nicht nur Filme, sondern auch crossmediale Angebote.

Auch im personellen Bereich gibt es bei DOK Leipzig neben der Neubesetzung des Intendantenpostens Neuerungen. So ist Grit Lemke künftig für das gesamte Filmprogramm alleinverantwortlich und wird dabei von Lars Meyer und Annegret Richter unterstützt. Als neue Chefin des Industry-Angebots fungiert Brigid O'Shea.

Wende-Epos eröffnet DOK Leipzig.
In der offiziellen Auswahl sind 162 Filme aus 50 Ländern, dazu kommen 154 Filme in verschiedenen Sonderreihen. Eröffnet wird die DOK am 26. Oktober 2015 mit einem Film über deutsche Wiedervereinigung vor 25 Jahren. Der Regisseur Andreas Voigt präsentiert mit "Alles andere zeigt die Zeit" den sechsten Teil seines Leipzig-Zyklus, der an die Filmreihe anknüpft, die der Regisseur von 1986 bis 1997 produziert hat. In seinem neuen Werk begleitet er die Wege einiger Leipziger in Zeiten des Umbruchs. 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung kehrte Voigt zu einigen Protagonisten zurück. Erstmals wird der Eröffnungsfilm zeitgleich zur offiziellen Festivaleröffnung von DOK Leipzig in einer öffentlichen Vorführung im Leipziger Hauptbahnhof gezeigt.

Der Film ist gerade kein Leipzig-Film”, so Programmleiterin Grit Lemke. “Wir haben den Film für die Festivaleröffnung ausgewählt, weil er mit enormer emotionaler Wucht beschreibt, wie Menschen den unglaublichen Wandel der letzten 25 Jahre erleben. Auch wenn die Protagonisten aus Leipzig stammen, spielt die Handlung größtenteils in Westdeutschland.“

Auch alle anderen internationalen Produktionen feiern beim Festival ihre Deutschlandpremiere.

"Simpsons"-Animator in der DOK Leipzig-Jury.
Ein Macher der "Simpsons" sitzt beim diesjährigen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm in der Jury. Es ist der Animator der erfolgreichen Serie, David Silverman, wie die Organisatoren mitteilten. Der US-Amerikaner ist einer von 40 Juroren, die über die Preise des DOK Leipzig 2015 entscheiden.

Zudem werden in diesem Jahr gleich drei neue Auszeichnungen verliehen. Insgesamt vergibt das Festival 19 Preise mit einem Gesamtwert von 75.500 Euro. Die erstmals verliehenen Auszeichnungen sind der Young Eyes Film Award (dotiert mit 2.000 Euro), der Publikumspreis DOK Neuland Audience Award und eine Goldene Taube für den besten deutschen Kurzfilm (dotiert mit 5.000 Euro).

Insgesamt vergibt DOK Leipzig sieben Goldene und eine Silberne Taube. Mit 10.000 Euro am höchsten dotiert sind die Goldene Taube im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm, gestiftet vom Mitteldeutschen Rundfunk, die Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm ebenso wie die Goldene Taube im Next Masters Wettbewerb, gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig.

"Die Summe der Preise ist sehr erfreulich, sie steigert die Attraktivität des Festivals und fördert unser internationales Ansehen. Die Förderer und Sponsoren unterstützen DOK Leipzig bei zentralen Aufgaben; in den letzten Jahren beim aufwändigen Digitalisierungsprozess, in diesem Jahr z.B. mit WLAN an allen Festivalorten. Auch dank der Unterstützung gehören wir zu den renommiertesten und modernsten Dokumentarfilmfestivals der Welt”, erklärt die neue Intendantin Leena Pasanen.

Der Gesamtetat von DOK Leipzig liegt bei knapp zwei Millionen Euro. Die größten Geldgeber sind die Stadt Leipzig gefolgt vom Freistaat Sachsen. Weiterhin wird das Festival durch das EU-Programm Creative Europe, von der Mitteldeutschen Medienförderung und verschiedenen Bundesministerien entscheidend gefördert. Darüber hinaus engagieren sich in diesem Jahr 17 Sponsoren, zahlreiche Förderer und viele weitere Partner, die alle mit Geld- und Sachleistungen entscheidend zum Erfolg des Festivals beitragen.

Offiziell eingereicht wurden rund 2600 Produktionen aus 119 Ländern. Frankreich, Großbritannien und die USA sind als traditionsreiche Dokumentarfilmländer am stärksten vertreten. Aber auch Filme aus Mali, Mauretanien oder Kirgisistan hoffen auf die Offizielle Auswahl von DOK Leipzig.

Mit etwas über 2000 Produktionen ist der Dokumentarfilm unter den Einreichungen am stärksten vertreten und die European Film Academy und EFA Productions werden in diesem Jahr zum ersten Mal einen Preis im Bereich des Dokumentarfilms verleihen. Daneben erreichten 400 Animationsfilme und knapp 100 animierte Dokumentarfilme unsere Auswahlkommission. Eine spezielle Sektion widmet sich den Kids, die nicht immer nur Animationsfilme sein müssen, sondern sich durchaus dokumentarisch dem Problem des Erwachenwerdens und Andersseins nähern dürfen wie in der australischen Doku "GAYBY BABY", einem Highlight des DOK Leipzig Programms. Hier der Trailer:



Kurzinhalt:
Der Film dreht sich um die vier Kids im Alter von 11 und 12 Jahren: Gus, Ebony, Matt und Graham, deren Eltern alle Gay sind. In gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufzuwachsen, macht es nicht leichter für die Kinder. In einer Zeit der Selbstfindung will man sich abgrenzen und muss dennoch ständig abschätzen, wie viel man nach außen preisgibt, um die Eltern zugleich zu schützen.

Nahezu unglaublich klingt auch die Story von sechs Brüdern in "THE WOLFPACK", deren Hare-Krishna-geschädigter Vater ihnen jeglichen Kontakt zur Außenwelt in der Lower East Side New Yorks unterband. Keine Schule, keine Freunde, stattdessen Unterricht zu Hause und über 5.000 Spielfilme auf DVD, ihr einziges Fenster nach draußen. Da werden Erinnerungen an die zehnjährige Österreicherin Natascha Maria Kampusch wach, die seinerzeit von einem arbeitslosen Nachrichtentechniker entführt worden war und in seinem Wiener Haus gefangen gehalten wurde, bevor ihr nach acht Jahren Freiheitsentzug die Flucht gelang. Hier der Trailer:



Erstmals wurden bei DOK Leipzig auch rund 60 interaktive Arbeiten wie Webdokus, Apps oder Virtual Reality Games für die Sektion DOK Neuland eingereicht. Diese Projekte möchte DOK Leipzig unterstützen und wird ihnen außerhalb der Wettbewerbe einen besonderen Platz einräumen. Zudem können in der Ausstellung interaktiver Arbeiten nun alle Festivalbesucher non-fiktionales Erzählen im Web, mit Apps und Virtual Reality selbst erleben.

Link: www.dok-leipzig.de
Quelle: Blickpunkt:Film | filmecho | 3sat

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