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Ein Music Clip in Corona-Zeiten und eine filmische Liebeserklärung an die Musik

„Leif in Concert - Vol.2“ - Eine filmische Hommage an die Kiezkultur in Zeiten vor der Corona-Krise.



Eine zünftige Filmpremiere zu feiern, ist in Corona-Zeiten gar nicht so einfach. In den Kinos gelten immer noch drastische Sicherheitsabstände, sodass kaum Premierenstimmung aufkommen kann.

Manch große Multiplextheater wie der Berliner Zoo Palast, ein Aushängeschild früherer West-Berliner Filmkultur, haben mangels Blockbuster Nachschub noch gar nicht geöffnet und das nach der Wende durch Filmmogul Artur Brauner von der Treuhand erworbene Colosseum in Ost-Berlin, das alljährlich für volles Haus im Berlinale-Fieber sorgte, soll sogar laut "Atze" Brauners Erben für immer geschlossen bleiben und umgewidmet werden.

Einfacher geht es in den Freilichtkinos zu, denn unter dem Sternenhimmel sind die Regelungen nicht ganz so strikt. Aus diesem Grunde wird die PREMIERE von Christian Klandts Spielfilm „Leif in Concert - Vol. 2“ am 15. Juli 2020 um 21:30 Uhr im Freiluftkino Cassiopeia, Berlin - in Anwesenheit von Cast und Filmteam gefeiert.

Vorgestellt hatten wir den Film bereits am 2. Juli 2020, anlässlich der Wiedereröffnung des Berliner »KLICK« Kiezkinos in der Charlottenburger Windscheidstraße, wo der Film nach offiziellem Kinostart ebenfalls zum Monatsende mit anschließendem Filmgespräch laufen wird. Das dem kleinen Kino angeschlossene und neu eingerichtete Cafè, bildet dazu den passenden Rahmen.

Ein allererstes Filmgespräch findet anlässlich einer Kinotour und zum offiziellen Kinostart des Films am Donnerstag, den 16. Juli 2020, im ebenfalls von der Schließung bedrohten »MOVIEMENTO« in Berlin Kreuzberg statt. Das Kino wurde 1907 eröffnet und ist eines der ältesten noch betriebenen Kinos Berlins und Deutschlands.

Doch bevor wir zu einer Filmkritik von Ulrike Schirm kommen, die sich den Film vorab ansehen konnte, möchten wir auf einen Music-Clip von den Rolling Stones auf YouTube aufmerksam machen, der in den Charts gerade auf Platz eins gelandet ist.

Die Single der Band "Living in a Ghost Town", die angesichts der Corona-Krise spontan entstanden ist, hat es tatsächlich 52 Jahre nach "Jumpin' Jack Flash", ihrem bislang letzten No-One-Hit (1968), in Deutschland wieder an die Spitze der Charts geschafft.

Hier der Clip:



Der Berliner Tagesspiegel schrieb dazu einen sehr interessanten, lesenswerten Artikel hier am letzten Freitag.

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Was Christian Klandts Spielfilm „Leif in Concert - Vol. 2“ ebenso interessant macht, sind Erinnerungen an frühere Zeiten vor der Corona-Krise, als noch unbeschwert in Kneipen, Clubs und bei Konzerten gefeiert werden konnte.

"LEIF IN CONCERT - Vol. 2" Musik-Komödie von Christian Klandt (Missing Films, Deutschland). Mit Luise Heyer, Klaus Manchen, Michael Klammer u.a. sowie mit dem unvergessenen Tilo Prückner. Ab 16. Juli 2020 in ausgesuchten Kinos. Hier nochmals der Trailer:



Ulrikes Filmkritik:

Barfrau Lene (Luise Heyer) ist nach längerer Abwesenheit zurück an ihrem Arbeitsplatz, einer urigen Kellerkneipe. Als sie den Laden aufschließt, wird sie von der Anwesenheit eines Typen erschreckt, der sich mal wieder einschließen ließ. Ihre Stammgäste haben sie vermisst und freuen sich riesig, dass die resolute, „beinahe-Chefin“ endlich wieder da ist. Was sie noch nicht weiß, Lenes Chef Klaus (Klaus Manchen) will sie zu seiner Nachfolgerin machen, da er aus Altersgründen aufhören will.

Es gibt viel zu tun. Bier muss bestellt werden, der Zigarettenautomat muss aufgefüllt werden und dann ist auch noch das Klo verstopft. Sie hat alle Hände voll zu tun, denn für den späteren Abend hat sie ein Konzert des Musikers Leif (POOR BOY) geplant, den sie während eines Aufenthalts in Kopenhagen kennengelernt hat. Während die Zeit rast, kommen ständig Leute, die sich freuen, sie wiederzusehen und für viele ist die Kneipe sowieso ihr zweites Wohnzimmer.

„Leif in Concert Vol. 2" lebt von den teilweise absurden Gesprächen und skurrilen Typen, die nach und nach den Laden füllen. Das schwule Türsteherpaar, dass sich wegen eines Luftgitarren-Wettbewerbs in die Haare kriegt. Oder ein Typ (Bela B.), der seiner weiblichen Begleitung ernsthaft völlig bekloppte Apps für Handys und Feuerzeuge unterjubeln will. Ein Doktor, der merkwürdige Vorträge hält und dessen Gegenüber (Tom Lass) ganz andere Sorgen hat: Er will sich das Rauchen angewöhnen.

Christian Klandt („Little Thirteen“) hat für seinen Film Freunde und Gaststars zusammengetrommelt, einer von ihnen, der wunderbare Tilo Prückner, der vor kurzem gestorben ist und den man hier in seiner letzten Rolle sieht. Dazwischen die herumwuselnde Lene, die sich mit einem Brauereifahrer, der versucht sie über's Ohr zu hauen, auseinandersetzen muss und die dann auch noch erfährt, dass am heutigen Gründonnerstag ab 18:00 Uhr Tanzverbot besteht und das Konzert nicht stattfinden kann. „Auch das noch, das Ordnungsamt hat mich sowieso schon auf dem Kieker“. Klaus, der "noch-Besitzer" hat's verbockt.

Klandts Film ist eine Liebeserklärung an alle Kellerkneipen dieser Welt. Mit einem Augenzwinkern bietet er alles, was einen Abend in der Stammkneipe unvergesslich macht. Er erinnert an Jim Jarmuschs Episodenfilm „Coffee und Cigarettes“ der genau wie hier, viel über das Leben erzählt.

Man wünscht sich, dass Klandt auch noch den geplanten „Leif in Concert Vol. 1″ dreht, in dem man vielleicht einiges über Lenes Kennenlernen mit Leif erfährt.

114 Min. Darsteller: Luise Heyer, Klaus Manchen, Michael Klammer, Katharina Matz, Dr, Mark Benecke, Tom Lass, Bela B., Gotti, Monika Anna Wojyllo, Florian Batholomäi, June Cocó und unvergessen, TILO PRÜCKNER.

Ulrike Schirm

Quelle: Zoom Medienfabrik

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