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VdA besorgt über angekündigte Kürzungen des MDR

Der Verband der Agenturen (VdA) beobachtet die angekündigten Kürzungen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) mit großer Sorge. Reformen ja – Abbau von Programmvielfalt und Arbeitsplätzen nein!, sagt auch die Produktionsallianz.



Die geplante dreijährige Aussetzung neuer Produktionen von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ ist weit mehr als eine einzelne Programmentscheidung. Sie trifft den Produktionsstandort Deutschland in einer ohnehin angespannten Lage der Film- und Fernsehbranche massiv. Betroffen sind Schauspieler*innen, Regisseur*innen, Autorinnen und Autoren sowie zahlreiche weitere Gewerke vor und hinter der Kamera. Für den VdA ist klar: Hier wird nicht an der Peripherie gespart, sondern im Kern des kulturellen Auftrags.

Öffentlich-rechtliche fiktionale Produktionen schaffen Beschäftigung, Sichtbarkeit, regionale Identität und kulturelle Vielfalt. Gerade Formate wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ wurden über Jahrzehnte bewusst als Geschichten aus der Region für die Region entwickelt und produziert. Ihr Wegfall bedeutet deshalb nicht nur weniger Arbeit, sondern auch weniger kulturelle Sichtbarkeit und weniger regionale Perspektiven im gesamtdeutschen Fernsehen.

Besonders problematisch ist dabei, dass der private Produktionsmarkt die entstehenden Lücken derzeit nicht auffangen kann. Weder private Sender noch internationale Streamingplattformen werden kurzfristig jene kulturellen und wirtschaftlichen Strukturen ersetzen können, die durch den Rückzug öffentlich-rechtlicher Produktionen verloren gehen.

Gerade in dem Moment, in dem die Branche nach schwierigen Jahren vorsichtig hoffte, der Produktionsstandort Deutschland könne wieder etwas aufatmen, wirkt diese Ankündigung wie ein Schlag ins Gesicht vieler Kreativer. Der öffentlich-rechtliche Auftrag umfasst ausdrücklich auch Kultur und Unterhaltung mit öffentlich-rechtlichem Profil. Fiktionales Erzählen ist deshalb kein verzichtbarer Luxus, sondern Teil dieses Auftrags und Ausdruck kultureller Verantwortung.

Der VdA fordert daher eine verlässliche Rundfunkfinanzierung auf Grundlage der Empfehlungen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), eine Neubewertung der Aussetzung zentraler fiktionaler Formate sowie einen strukturierten Dialog zwischen Politik, Sendern und Branche. Wer heute die fiktionale Produktion schwächt, spart nicht an Unterhaltung. Geschwächt wird ein Teil der kulturellen Identität, der demokratischen Substanz und der Wirtschaftskraft der Regionen und unseres Landes.“

Ulrich Meinhard (Vorsitzender), Marcel Fechenbach und Tim Koller
Vorstand des Verbandes der Agenturen

Link: verband-der-agenturen.de
Quelle: Nikola Mirza (Jelly Press)

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Der Mitteldeutsche Rundfunk MDR hat Einschnitte im Programmangebot angekündigt, die u.a. das Aussetzen von Neuproduktionen von „Tatort Dresden“ und „Polizeiruf 110“ für die kommenden drei Jahre bedeuten. Die Produktionsallianz hält dies für eine falsche Entscheidung, die dringend überdacht werden muss.

Dazu erklärt die CEO und Sprecherin des Gesamtvorstands der Produktionsallianz Michelle Müntefering:

„Die Produktionsallianz sieht die geplante Aussetzung von Tatort Dresden und Polizeiruf 110 mit Sorge. Denn: Diese Formate sind herausragende Beispiele des öffentlich-rechtlichen Programms, die seit Jahrzehnten nicht nur für kreative Vielfalt, sondern auch für Beschäftigung und regionale Wertschöpfung in der Region sorgen. Sie bilden dazu Lebensrealitäten ab und stoßen Debatten an. Gerade darin liegt ihre besondere gesellschaftliche Bedeutung.

Für uns ist klar: Menschen zu erreichen über Kopf und Herz ist Teil des öffentlich-rechtlichen Auftrags, dazu gehören Information wie gute Unterhaltung gleichermaßen auch in Zukunft: Reformfähigkeit ist notwendig – der ÖRR darf dabei aber nicht unter die Räder kommen.

Für Mitteldeutschland wären die Folgen eines Produktionsstopps zudem erheblich, denn sie bedeuten den Abbau von Produktionsstrukturen und den dauerhaften Verlust tausender Arbeitsplätze. Zahlreiche mittelständische Unternehmen in der Region wären davon betroffen. Die geplante Aussetzung ist auch deswegen die falsche Entscheidung.

Ein Dominoeffekt auf weitere fiktionale Formate muss verhindert werden. Die Produktionsallianz erwartet, dass diese Entscheidung überdacht wird - und im Gespräch mit den Produzentinnen und Produzenten tragfähige Lösungen entwickelt werden.“


Link: produktionsallianz.de

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