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Hauptpreise beim 41. DOK.fest München verliehen

Am Samstagabend, den 16. Mai 2026 wurden in München die Preise des 41. DOK.fest vergeben.



Am Sonntag gibt es noch einmal die Gelegenheit, die Gewinnerfilme des 41. DOK.fest München auf der Leinwand zu sehen. Alternativ können ca. 90% aller beteiligten Werke auch von zu Hause im Stream bis zum 25. Mai 2026 online gesehen werden.

Übrigens hat auch das Publikum abgestimmt und "WHEN PIGS FLY" von Denise Riedmayr zum Favoriten erkoren.

Der Film ist ein kluges Doppelporträt zweier Frauen, die ihren Ort gefunden haben, die sich entschieden haben, den eigenen Weg zu gehen - zwischen Uni-Labor und Öko-Stall.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Schweine als Nutztiere? Oder vielleicht etwas zum Kuscheln? Und wenn Schweineherzen bald in Menschen transplantiert werden können, wirft das dann nicht völlig neue Probleme auf? Verschwimmen die Grenzen zwischen den Arten? Ein Film, der zwischen einem Universitätslabor und einem Tierschutzgebiet spielt, der nie versucht zu lehren, sondern stattdessen aufschlussreiche Fragen stellt und einige erstaunliche Entdeckungen aufdeckt.


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Der Hauptpreis des Festivals, der VIKTORIA DOK.international ging an "THE NARRATIVE" von Bernard Weber und Martin Schilt aus der Schweiz.

Darin wird ein UBS-Trader für den Verlust von 2,3 Milliarden Dollar verurteilt. Doch ist er wirklich der Schuldige? Der Film rekonstruiert den Prozess anhand originaler Gerichtsprotokolle und stellt die vorherrschende Erzählung in Frage. Ein facettenreiches Porträt von Kapitalismus, systemischem Versagen und der Kraft von Erzählungen.

Aus der Jurybegründung:
„Unser Gewinnerfilm ist eine Meisterleistung darin, mit der überwältigenden Komplexität der Wahrheit umzugehen. Mit einem Protagonisten, der ebenso sympathisch wie resilient ist, führen uns die Filmemacher in eine Geschichte, die „emotional intensiv“ ist, dabei aber durch einen scharfsinnigen, unverzichtbaren Sinn für Humor bemerkenswert ausgeglichen wird. Der Film deckt eine tiefgreifende systemische Ungerechtigkeit auf und enthüllt die kaltherzige Verantwortungslosigkeit sowie die vielschichtigen Täuschungsmanöver mächtiger Bankinstitute. Im Kern ist der Film eine schonungslose Anklage darüber, wie leicht ein Mensch zum Sündenbock gemacht werden kann, und beleuchtet eine Geschichte des Widerstands angesichts allgegenwärtigen, alltäglichen Rassismus.“


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Der Hauptpreis im deutschen Wettbewerb, der VIKTORIA DOK.deutsch, ging an "MEANWHILE IN NAMIBIA" von Jonas Spriestersbach.

Das Unrecht der Deutschen Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika wirkt bis heute in Namibia nach. Dieser Film ist nicht jugendfrei und steht leider auch nicht im Stream zur Verfügung.

Aus der Jurybegründung: „Wir sind tief beeindruckt von der einfühlsamen Kameraführung des Regisseurs, die Tourist*innen einfängt, die die Darbietung der schwarzen Bevölkerung in vorkolonialen Kostümen mit unverhohlen rassistischen und sexistischen Blicken betrachten. Wir sind verblüfft von den Bildern, den Handlungen und Ansichten, die sie widerspiegeln. Die Kamera wirkt nicht neutral, doch die Protagonist*innen werden so dargestellt, wie sie sich selbst präsentieren. Sie äußern sich offen vor der Kamera. Der Regisseur unterstreicht gekonnt das Unbehagen, das der Film zu Recht hinterlässt, wenn die Kamera gelegentlich einen Perspektivwechsel zulässt, bei dem Namibier*innen das Verhalten und Auftreten der Deutschen kommentieren. Ein intensiver und visuell atemberaubender Film, der noch lange nachwirkt.“


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Die VIKTORIA DOK.horizonte Competition – Cinema of Urgency ging an "UNWELCOMED" von Sebastián González und Amílcar Infante.

Der Film über Tausende Venezolaner*innen an Chiles unwirtlicher Grenze behandelt das Problem der venezolanischen Migrationswelle nach Chile, die aufgrund fehlender Siedlungsbedingungen, Ablehnung und Diskriminierung hervorrief. Die Auswanderer sagen: „Wir haben dort kein Leben mehr“. Zwischen Altiplano, Atacamawüste und einigen wenigen Städten versuchen sie sprichwörtlich, in Chiles Inneres vorzudringen. Aber leider brennen auch hier Habseligkeiten, auch hier zieht ein aufgebrachter Mob durch die Straßen und schlägt auf diese Migrant*innen ein, auch hier bezeugen Fotos das Entsetzen auf den Gesichtern jener, die nach einem tausende Kilometer langen Marsch ohne nichts dastehen und eigentlich nur eines wollen: ein anständiges Leben.

Aus der Jurybegründung:
„Was diesen Film für uns auszeichnet, ist die Klarheit der formalen Entscheidungen der Co-Regisseure Sebastián Gonzaléz und Amílcar Infante. Anstatt einem einzelnen Erzählstrang zu folgen, vereinen sie eine Vielzahl von individuellen Erfahrungen, ohne in ein vereinfachtes Narrativ zu verfallen. Dadurch bleibt der Überblick gewahrt, während eine Spannung zwischen Distanz und Nähe das Zuschauer*innenerlebnis prägt. Weitläufige Luftaufnahmen halten uns auf Distanz, während Nahaufnahmen eine Unmittelbarkeit vermitteln, die bewusst unvollständig bleibt. Auf dieser Weise schildert der Film Migration nicht nur, sondern macht ihre Umstände greifbar. Dies wird besonders deutlich in Sequenzen, die von kollektiver Gewalt geprägt sind. Der Film zwingt die Zuschauenden, sich mit dem auseinanderzusetzen, was sonst schwer zu ertragen ist."


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Der megaherz Student Award ging an "WAS AN EMPFINDSAMKEIT BLEIBT" von Daniela Magnani Hüller. Der Film wurde zuerst im Februar auf der Berlinale in der Sektion Forum gezeigt.

Was bleibt? Eine Frage, die Erinnerungen an einen überlebten Femizid-Versuch wachruft. Die Regisseurin hatte mit 16 Jahren eine schreckliche Gewalttat überlebt und war auch eines: Dankbar für die Menschen, die manchmal durch eine kleine Geste, eine besondere Achtsamkeit oder auch nur durch ihr Da-Sein, dafür gesorgt haben, dass sie, wie sie weiter schreibt, „die Hoffnung in die Menschen und das Gute schöpfen” konnte. Unfassbar klar und mit kinematografischer Verve erzählt, mal spielerisch detailverliebt, mal sachlich, nüchtern und brutal, geht die Filmemacherin all den Fragen nach, die in ihr aufkommen. Sie rekonstruiert eine Odyssee, die sie damals bis nach Rio führte.

Aus der Jurybegründung:
„In WAS AN EMPFINDSAMKEIT BLEIBT gelingt es Daniela Magnani Hüller, eine persönliche traumatische Erfahrung männlicher Gewalt in eine Erzählung zu verwandeln, die weit über das Individuelle hinausweist und eine gesellschaftliche Dimension eröffnet. Aus unterschiedlichsten Bildquellen erschafft Daniela ein beeindruckendes Mosaik, das uns durch die Höhen und Tiefen der Verarbeitung eines traumatischen Erlebnisses führt. Mit einer einzigartigen filmischen Vision überzeugt Daniela auf eindrucksvolle Weise und brilliert darin, die vielschichtigen emotionalen Prozesse von Heilung miteinander zu verweben.“


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Vier weitere Preisträgerfilme wurden bereits vor dem Festival verkündet:

1.) VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis ging an "INNERE EMIGRANTEN" von Lena Karbe über ein tiefgründiges wie wahrhaftiges Bild der russischen Gesellschaft, das nur unter strengster Geheimhaltung verwirklicht werden konnte.

2.) VFF Nachwuchs-Dokumentarfilm-Produktionspreis ging an "DRIVING EUROPE" von Felix Länge über einen Kampf gegen Ausbeutung und Entwürdigung bei ausländischen LKW-Fahrern der europäischen Logistikbranche, die gegen ausstehende Löhne in den Streik gehen.

3.) Deutscher Dokumentarfilm-Musikpreis ging an "MATERIA PRIMA" von Jens Schanze und Atena Eshtiaghi für die Komposition über den Widerstand indigener Gemeinschaften, die um Wasser, Umwelt und ihren Quinoa Anbau fürchten, wenn in der größten Salzwüste Boliviens europäische und chinesische Firmen Lithium abbauen wollen.

4.) Der all inclusive Award – Preis für inklusive Dokumentarfilmproduktionen ging an "HELLO NEW BODY, HOW ARE YOU TODAY?" von Laura Kansy über eine Diagnose von ME/CFS bei der unklar ist, ob man je genesen wird?


Link: www.dokfest-muenchen.de

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