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Fernseher und Beamer fürs Cinemascope-Heimkino


Echtes Cinescope Feeling ist zurzeit nur in der Retrospektive auf der Berlinale zu bekommen. In den eigenen vier Wänden konnten die Todd-AO Filme bisher nur mit sündhaft teuren Beamern und dazu passenden Leinwänden wiedergegeben werden. Doch nun kündigt Philips einen Flachbildschirm im 21:9-Format an.



Hochwertige Komponenten für die Cinemascope Wiedergabe in den eignen vier Wänden hatten wir erstmals im BAF-Blog am 19.07.07 mit der gewölbten Cadre No.1 Leinwand von Davison vorgestellt, auch wenn richtiges Todd-AO Kinofeeling sich nur in entsprechend ausgerüsteten Kinos einstellt. Das einzige original erhaltene Kino, dass diese Möglichkeit in Berlin noch bietet, ist das Kino International nähe Alexander Platz. In diesem Kino zeigt die Berlinale ihre diesjährige Cinemascope Retrospektive. Einige Filme sind extra dafür digital restauriert worden und werden demnächst auch auf Blu-ray erscheinen.

Um daheim diese Filme optimal wiedergeben zu können, wird eine zusätzliche anamorphotische Vorsatzlinse vor dem eigentlichen Objekiv des Beamers benötigt, wie wir am 9.12.07 ausführlich beschrieben haben. Natürlich ist dafür nicht jeder Bildwerfer geeignet. Bereits im Menü sollte die entsprechende Option vorhanden sein, um schwarze Balken zu vermeiden und die volle Lichtleistung auf die Filmbilder lenken zu können. Der D-ILA-Projektor DLA-HD100 von JVC ist solch ein Gerät. Durch spezielle Bildwandler auf LCOS-Basis können mehr als die 4-fache Auflösung modernster Full-HD-Projektoren erzielt werden. Für Pioneer die schon immer nur beste Komponenten verkaufen wollen, war das Gerät gerade gut genug und wurde kurzerhand ins eigene Sortiment übernommen.

Unter eigenen Markennamen Kuro KRF-9000FD ist Pioneers erster Frontprojektor fürs Cinemascope-Heimkino seit Juli 2008 auch in Deutschland erhältlich und stellt Filme im kinoüblichen 2,35:1-Format ohne schwarzen Balken am oberen und unteren Bildrand dar. Mit Cinemascope Vorsatzlinse erhält der Kunde ein High-End-Gerät mit 1080p-Auflösung und 24p-Unterstützung.

Die Projektionstechnik von Pioneers High-End-Gerät KRF-9000FD basiert auf einem "3 x 0,7 Zoll Full-HD D-ILA" (Direct Drive Image Light Amplifier), womit der Projektor laut Beschreibung eine 1080p-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) und ein Kontrastverhältnis von 30.000:1 bietet sowie Leinwände mit Diagonalen von 60 bis 200 Zoll (1,52 bis 5,08 Meter) beleuchten soll. Durch die reflektive LCOS-Technik (Liquid Crystal on Silicon) soll der Pioneer-Frontprojektor bei tiefem Schwarz bis zum hellen Weiß immer das volle Kontrastverhältnis bieten.

Die auf das 2,35:1-Bildformat ausgelegte Optik bietet einen zweifachen Motorzoom, einen manuellen Lens-Shift in vertikaler wie horizontaler Richtung und einen Autofokus - so dass die Darstellung automatisch scharf erfolgt. In Kombination mit der Unterstützung der Kinobildrate von 24 Bildern/s (24p) soll auch dieser High-End-Projektor das Bild unverfälscht wiedergeben. Um den Filmgenuss nicht zu stören, läuft der High-End-Projektor der Beschreibung zufolge auch im Normalmodus bei flüsterleisen 24 Dezibel. Die laut Hersteller "satten Schwarzwerte" des KRF-9000FD mit KURO-Technologie lassen sich aber nur durch die vergleichsweise geringe Leuchtleistung von 600 ANSI-Lumen erreichen. Damit muss das High-End-Heimkino auch ordentlich abgedunkelt werden, bei einem Betrieb bei Tageslicht wird ansonsten kein Spaß aufkommen trotz der Ultrahochdruck-Quecksilberdampflampe mit 200 Watt.

JVC hat dagegen inzwischen neue Geräte vorgestellt deren kleinstes Modell mit 10-MEGAPIXEL-CHIP bereits mit einer 825-Watt-Xenon-Lampe arbeitet, die es auf eine Lichtleistung von 3.500 ANSI-Lumen bringt und zwischen 825 und 660 Watt regelbar ist. Dabei erreicht der DLA-SH4K eine native Auflösung von 4096 x 2400 Pixel. Auch die beiden weiteren neuen JVC Modelle DLA-RS10 bzw. DLA-RS20 arbeiten mit 3-CCD D-ILA Light Engine. Damit erreicht der DLA-RS10 das überragende Kontrastverhältnis von 32.000:1, während es das Modell DLA-RS20 sogar auf unglaubliche 50.000:1 bringt. Darüber hinaus ermöglicht der DLA-RS20 Projektionen aller Art, die THX®-zertifiziert sind.

Das Videomaterial wird idealerweise bei solch hochwertigen Geräten von der Blu-ray Disc digital über einen HDMI-1.3-Anschluss eingespeist. Diese Schnittstelle unterstützt bereits die Darstellung eines größeren Farbraumes über HDMI von 12-Bit-Deep-Colour. Hochauflösende Videos können jedoch auch analog über Komponentenkabel eingespielt werden. Außerdem gibt es noch je einen S-Video- und einen Kompositanschluss. Die Bedienung soll nicht nur beim Wechseln zwischen den Videoeingängen, sondern auch bei der Abstimmung der unterschiedlichen Qualitätsstufen in Farbtemperatur, Weißabgleich, Helligkeit und Kontrastumfang einfach und logisch sein. Selbst die Justierung der Gammakurve sei präzise und einfach möglich, wirbt Pioneer.

Der Cinemascope-Frontprojektor Kuro KRF-9000FD wird laut Pioneer-Deutschland zum vom Hersteller empfohlenen Preis für 7.499 Euro ausgeliefert. Das Gerät wird nur über Pioneer-Premium+-Händler verkauft, wie z.B. Big-Screen im Internet. Das neue JVC Gerät DLA-RS10 Premium D-ILA Projektor gibt es dagegen bereits für netto 4.350,00 Euro und der neue JVC DLA-RS20 Ultra High-Contrast D-ILA Projektor ist für 5.930,00 Euro (zzgl. MwSt.) erhältlich. Einige Händler haben deshalb den Preis des Pioneer Gerätes diesen Monat drastisch gesenkt und bieten deshalb den Projektor bereits für 3999.- Euro an (gesehen bei Soundbrothers Berlin, Kassel, Göttingen).

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Deutlich preiswerter ist der neue Beamer von Panasonic. Er ist bereits zum empfohlenen Richtpreis von 2.699,00 EUR zu bekommen. Dafür arbeitet er aber ohne Vorsatzlinse nur im 16:9 Format mit einer 165 W UHM™ Lampe mit bis zu 1.600 Lumen Helligkeit. Der PT-AE3000 ist dennoch ein Full High-Definition Heimkino Projektor und weist eine weitere Neuheit auf. Das Gerät arbeitet im 100 Hz Motion Picture Pro Modus mit beeindruckenden Kontrast von 60.000:1. Bei Zuspielung von Filmmaterial in 24p errechnet der Projektor drei Zwischenbilder und beschleunigt die Darstellung auf vierfache Geschwindigkeit mit 96 Hz, was die Bildschärfe bei bewegten Bildinhalten erheblich erhöht. Konkurrent Sony hat bei seinen neuen LCD Flachbildschirmen auf der letzten IFA bereits 200 Hz Geräte vorgestellt. Dadurch ist das bei Flachbildschirmen so gefürchtete Ruckeln bei schnellen Kameraschwenks überhaupt kein Thema mehr.

Auch SANYO lässt Cineasten-Herzen höher schlagen: Mit dem PLV-Z3000 krönt der Projektoren-Anbieter seine High Definition Heimkino-Palette. Die 120 Hz-Technologie des High End Full HD-Projektors ermöglicht eine extrem klare und detailgetreue Bilddarstellung besonders bei schnellen und bewegten Szenen. Mit einem Kontrastverhältnis von 65.000 : 1 können Heimkino-Fans jetzt auch dunkle Sequenzen in noch besserer Qualität verfolgen – und das bei einem extrem niedrigen Lüftergeräusch von nur 19 Dezibel für ca. 2200 Euro. Ein klein wenig lauter ist das etwas abgespeckte Modell PLV-Z 700. Sein weißes Gehäuse sieht aber elegant im Wohnzimer aus. Für weniger als 1500 Euro wird es bereits angeboten. Geschlossene Vorhänge bzw. abgedunkelter Raum ist aber mindest Voraussetzung für ein gutes HD-Bild auch bei diesem Gerät.

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Eine Überraschung dürfte die Meldung von Philips sein, bereits zum Sommer 2009 einen Fernseher im 21:9-Format anbieten zu wollen. Zur nächsten Funkausstellung vom 4.-9. September 2009 dürfte das Gerät bereits bei den Händlern stehen, da viele Konsumenten die Verkabelung mit einem Beamer stört und darüber hinaus keine Leinwand im Wohnzimmer aufgebaut werden muss. So kann echtes Cinemascope-Format erstmals auch auf dem Flachbildschirm gemütlich zu Hause genossen werden. Der LCD-Fernseher "Cinema 21:9" arbeitet mit einem Seitenverhältnis von 21:9 und ist entsprechend breit. Fernseher im 16:9-Format zeigen Filme im Cinemascope-Format (2,35:1 oder 2,40:1) mit schwarzen Balken oben und unten an.

Mit dem Philips-Fernseher und entsprechendem Bildmaterial bricht eine balkenlose Zeit an. Problematisch wird allerdings dann die Darstellung von 16:9- und 4:3-Filmen. Hier werden links und rechts schwarze Balken eingeblendet oder das Bild entsprechend aufgezoomt. Um die Proportionen jedoch korrekt wiedergeben zu können würde dann entsprechender Bildverlust am oberen und unteren Rand entstehen. Der Philips Cinema 16:9 wird mit der Umgebungsbeleuchtung Ambilight Spectra ausgerüstet. Einen Preis oder weitere technische Daten nannte Philips bislang nicht.

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