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Wiedereröffnung des Berliner Kinos International mit "Marty Supreme"

Nach erfolgreicher Sanierung feierte das Kino International am 26. Februar 2026 den Start der Actionkomödie "Marty Supreme" mit Timothée Chalamet als beinahe unsympathischen Tischtennis-Helden.



Dass die fast zweijährige Sanierung des Kinos International, dem ehemaligen DDR Schmuckstück an der Karl-Marx-Allee in Berlin Mitte, nicht rechtzeitig zur 76. Berlinale fertig wird, war voraussehbar.

Als Gegenentwurf zum West-Berliner Zoo Palast, dem 1957 eröffneten Kinobau vis-à-vis der Gedächtniskirche, prägte das 1963 erbaute Premierenkino der DEFA Jahrzehnte die nationale und internationale Kinolandschaft und wurde - ebenso wie der Zoo Palast - als architektonisches Wahrzeichen der Nachkriegsmoderne in den Denkmalschutz aufgenommen.

Dr. Christian Bräuer, Chef der Yorck-Kinogruppe, kann dennoch stolz sein, dass die Bauarbeiten um einige Wochen schneller fertig wurden als ursprünglich geplant. Im Zuge der Erneuerung der technischen Infrastruktur mit dem Einbau einer sparsamen Heizung und neuen Rohrleitungen mussten auch Holzvertäfelungen sowie das Parkett in der Panoramabar teilweise ausgetauscht werden. Ebenso wurde die Beleuchtung stromsparend ausgeführt ohne den historischen Gesamteindruck der Kronleuchter zu beschädigen. Der großzügige Saal, der zu den prägenden architektonischen Elementen des Hauses zählt, erhielt natürlich wieder den originalgetreu restaurierten glitzernden Pailletten-Vorhang.

Auf den teuren Einbau eines, oder weiterer Säle - im Gegensatz zum Zoo Palast - wurde verzichtet, denn die Zeit der kleinen Schachtelkinos ist vorbei, obwohl sich im Erdgeschoss hinter dem Foyer noch ein Raum befindet, den sogar Wieland Speck gerne für Treffen und Lesungen oder kleinen Vorführungen im Rahmen der schwul-lesbischen Reihe "MonGay" oder für Teddy-Previews benutzte.

Stattdessen wurden ein Aufzug zum Saal sowie rollstuhlgerechte Sanitäranlagen eingebaut, um künftig für vollständige Barrierefreiheit sorgen zu können. Mehr Bequemlichkeit wurde durch großzügigere Sitzabstände erreicht, wodurch die Gesamtzahl der Sitzplätze jedoch auf 506 reduziert werden musste. Zudem sorgt ein 4K-Christie-Laserprojektor in Kombination mit einem Dolby 7.1-Soundsystem für bestes Arthouse- und Blockbuster-Feeling auf Cannes-Niveau.

MARTY SUPREME Biopic und Action-Dramödie von Josh Safdie über einen Schuhverkäufer, der davon träumt, Weltmeister im Tischtennis zu werden. Mit Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A’zion u.a. seit 26. Februar 2026 im Kino.

Hier der Trailer:



Synopsis:

Marty (Timothée Chalamet) ist zwar nur ein einfacher Schuhverkäufer, aber das hält ihn trotzdem nicht davon ab, im Traum die ganz großen Brötchen zu backen. Er fantasiert den lieben langen Tag davon, Weltmeister im Tischtennis zu werden. Oder viel mehr: Er ist bereits davon überzeugt, zu den weltweit besten Tischtennisspieler*innen zu gehören. Deshalb ist es für ihn nur noch eine Frage der Zeit, bis die Realität nachzieht. Seine große Chance sieht er in einem Turnier, für das Marty von New York City nach London fliegt. Doch dort wird er mit der knallharten Realität des Sports, zu dem es dann eben doch ein bisschen mehr als Selbstbewusstsein braucht, konfrontiert. Im Finale unterliegt er dem Japaner Koto Endo (Koto Kawaguchi). Doch Marty will sich noch nicht geschlagen geben und beginnt damit, das Geld für das nächste Turnier zusammen zu kratzen. Dieses Mal muss es mit dem Sieg klappen, sonst muss Marty womöglich wirklich bis in alle Ewigkeit im Schuladen seines Onkels versauern...


Unsere Kurzkritik:

Timothée Chalamet war zwar nicht zur Neu-Eröffnung nach Berlin gekommen. Man wird von ihm aber spätestens am 15. März 2026 zur Verleihung der 98. Oscars in Los Angeles mehr hören und sehen.

Immerhin ist er als bester Darsteller für einen der möglichen neun Oscars des Films von den Mitgliedern der Academy nominiert worden, die seinen 150 Minuten langen Film "Marty Supreme" gleich nach "One Battle After Another" mit Leonardo DiCaprio offensichtlich in höchsten Tönen loben.

Das kann allerdings auch nach hinten losgehen, denn Timothée Chalamet spielt den recht unsympathischen ehemaligen amerikanischen Tischtennisspieler Marty Reisman ziemlich überzeugend, sodass man den Eindruck gewinnt, dass sich der Sunny Boy aus "Call Me By Your Name" mit seinen inzwischen 30 Jahren charakterlich nicht unbedingt positiv entwickelt hat.

Ein wenig mehr Zurückhaltung und nicht so aufschneiderisches Getue täte ihm für zukünftige Rollen vielleicht besser. Das alles kann Marketing sein, dennoch verlässt man das Kino am Ende des Film mit etwas gemischten Gefühlen.


Übrigens folgt noch in diesem Jahr der dritte Teil des "Dune"-Franchises in dem Timothée Chalamet wieder als Größenwahn anheimgefallener Thronfolger Paul Atreides zu sehen sein wird.

W.F.

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