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41. Internationales Dokfest München 2025

Das 41. Dokfest München startet am 6. Mai 2026 mit 105 Dokumentarfilmen aus 58 Ländern in Münchner und Augsburger Kinos und Event-Locations — sowie etwas später auch per Streaming.



Vom 6. bis 18. Mai 2026 wird die 41. Ausgabe des Internationalen Dokumentarfilmfestivals München mit 105 Dokumentarfilmen aus 58 Ländern unter der neuen Festivalleiterin Adele Kohout wieder als duales Festival in Münchner und Augsburger Kinos und vom dem 12. Mai bis 25. Mai 2026 auch @home per Streaming auf der heimischen Leinwand mit 90% der Filme gefeiert.

Die Ticketpreise sind leider wieder gestiegen und kosten dieses Jahr fürs Kino 12 € (ermäßigt 10 €).

Die Eröffnungsveranstaltung findet am heutigen Mittwoch, den 6. Mai 2026, um 19.30 Uhr im Deutschen Theater in München statt. Als Eröffnungsfilm wird "INGEBORG BACHMANN - Jemand, der einmal ich war" (Deutschland, Österreich 2026, Regina Schilling, HerStory) als Weltpremiere gezeigt.

Hier der Trailer:



Sandra Hüller verkörpert Ingeborg Bachmann – ein Porträt der Autorin in ihren eigenen Worten. – anschließendes Q&A mit Regina Schilling (Regie) & Filmteam.

Mit "Vater, Sohn und der Preis des Widerstands" von Götz Schauder präsentiert Piffl Medien ein intimes Porträt über eine Familie dreier Generationen, die zwei Diktaturen erlebt haben, als weitere Weltpremiere.

Gert Neumann ist Schriftsteller. Sein Sohn Aram Radomski ist Fotograf. Als Zwanzigjähriger fotografierte Aram die Massenproteste von 1989 – Bilder, die um die Welt gingen. Sein Vater kämpfte in der DDR jahrzehntelang für die Freiheit der Sprache, mit bitterer Konsequenz für sich und seine Familie.

Und Arams Großmutter? War in ihrer Jugend treue Anhängerin des Dritten Reichs – und avancierte später in der neu gegründeten DDR zur gefeierten Nachwuchsautorin.

Drei Menschen. Drei Haltungen gegenüber dem System. Eine Familie, die bis heute mit den Rissen lebt.

Regisseur Götz Schauder filmt Vater und Sohn – und zeigt ihnen dann gegenseitig, was der andere gesagt hat. In einer Film-im-Film-Montage werden die Protagonisten zu Zuschauern ihrer eigenen Geschichte. Eine Wiederbegegnung, zunächst aus der Distanz. Die Frage, die dabei entsteht, ist keine historische: Welche Gespräche sind zwischen Eltern und Kindern noch möglich, wenn staatliche Gewalt sich bis ins Innerste einer Familie eingegraben hat?

Eine erste Auszeichnung steht auch bereits fest. Die Komponistin Atena Eshtiaghi wird für ihre Musik zur Premiere von "MATERIA PRIMA – New Energy. Old Powers?" im Rahmen des DOK.fest München mit dem Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis 2026 ausgezeichnet.

Synopsis:

Jeder Rohstoff ist der Beginn einer Geschichte. Lithium ist unverzichtbar für die Energiewende. An keinem Ort der Welt gibt es mehr von dem begehrten Metall als im Hochland Boliviens. Ohne Lithium würde kein Stromspeicher, kein Rechenzentrum, kein Elektroauto und kein Smartphone funktionieren. Die Europäer wollen den Rohstoff, um ihre Automobilindustrie zu retten. Die Bolivianer wollen ihn, um die Armut zu bekämpfen. Während die bolivianische Regierung mit Unternehmen aus aller Welt verhandelt, mobilisieren sich in ländlichen Gebieten zivilgesellschaftliche Gruppen, die hauptsächlich von Frauen organisiert werden.

Der Film bietet einen seltenen Einblick in die Strategie der Europäer, sich das dringend benötigte Material zu sichern. Er macht die gegensätzlichen Interessen bezüglich des Rohstoffabbaus und der Industrialisierung in einem Land des sogenannten globalen Südens sichtbar. Die Gegenwart wird von fünfhundert Jahren Kolonialgeschichte überschattet. Die Chronik eines indigenen Zeitzeugen aus dem 16. Jahrhundert verändert den Blick auf die heutige Welt und wirft die Frage auf: Sind wir bereit zur Dekolonialisierung?

"MATERIA PRIMA – New Energy. Old Powers?" ist eine Produktion der Mascha Film GbR in Koproduktion mit Filmtank GmbH und wurde von BKM, DFFF, FFA, MOIN, FFF Bayern, ZDF/3sat, Deutsche Welle sowie EZEF und Misereor gefördert.

Die Verleihung findet am Sonntag, 10. Mai 2026, um 20:00 Uhr im Audimax der HFF statt.

Darüber hinaus wurde inzwischen auch der VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis bekannt gegeben, der der die Rolle der Produktion bei der Entstehung aktueller Dokumentarfilmprojekte anerkennt. Der Preis geht an Regisseurin und Produzentin Lena Karbe für die Weltpremiere von "INNERE EMIGRANTEN".

Hier der Trailer der als Weltpremiere in München gezeigt wird.



In ihrem Film erzählt die Regisseurin vom Alltag einer Krisenhotline in Moskau und den freiwilligen Mitarbeiter*innen, die seit Beginn des Ukrainekrieges mit der wachsenden Verzweiflung der Bevölkerung konfrontiert sind.

In ihrer Begründung sagt die Jury dazu:

"Vieles spricht dafür, den Herstellungsprozess eines Films arbeitsteilig zu organisieren. Eine versierte Produktionsfirma hält die finanziellen, administrativen und organisatorischen Fäden in der Hand und verschafft der Regie damit die dringend benötigten kreativen Freiräume.

Und doch sehen wir gerade im Dokumentarfilmbereich immer wieder Konstellationen, die nur in Personalunion von Produktion und Regie gelingen können. INNERE EMIGRANTEN von Lena Karbe liefert dafür ein herausragendes Beispiel: die Produzentin, in St. Petersburg geboren und seit ihrer Studienzeit an der Münchner Filmhochschule in Deutschland lebend, kehrt für den Film in ihre alte Heimat zurück, um über einen Produktionszeitraum von zwei Jahren hinweg ein ebenso tiefgründiges wie wahrhaftiges Bild der russischen Gesellschaft festzuhalten. Nicht durch den Einsatz gängiger journalistischer Methoden -was unter den obwaltenden politischen Rahmenbedingungen kaum möglich gewesen wäre- sondern durch einen ebenso einfachen wie genialen Einfall: sie porträtiert Psychologinnen und Psychologen einer Moskauer Krisenhotline bei ihren Beratungsgesprächen. Die Anrufer selbst sehen wir nicht, aber die Reaktionen des Beratungsteams werfen trotz der ruhigen und reflektierten Erzählweise ein Schlaglicht auf den Zustand einer zutiefst verwundeten Gesellschaft."

Link: www.dokfest-muenchen.de

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