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Start des 39. Braunschweig International Film Festivals und drei weiterer Filmfestivals in Berlin einen Tag später

Vom 10. bis zum 16. November 2025 findet das zum 39. Mal Braunschweig International Film Festival mit über 200 Filmen, darunter 4 Weltpremieren und 47 Deutschlandpremieren statt.



Am heutigen 10. November 2025 startet das älteste Filmfest Niedersachsens, das Braunschweig International Film Festival (BIFF), in seine bereits 39. Ausgabe. Traditionell wird das BIFF auch in diesem Jahr mit einem Eröffnungsfilmkonzert eingeläutet. In der Volkswagen Halle Braunschweig dürfen sich Besucher*innen nun auf den legendären Psychothriller PSYCHO von Alfred Hitchcock mit live gespielter Musik vom Staatsorchester Braunschweig freuen.

Neben einem außergewöhnlichen Eröffnungsfilmkonzert, spannenden nationalen und internationalen Gästen der Filmbranche sowie zahlreichen Welt- und Deutschlandpremieren trumpft das Braunschweig International Film Festival mit über 200 Filmen, darunter 4 Weltpremieren und 47 Deutschlandpremieren, auch in diesem Jahr wieder auf.

Unabhängig vom bisweilen schaurigen Eröffnungsfilmkonzert beschäftigt sich das Festival dieses Jahr filmübergreifend mit den Thematiken Tod, Trauer und Verlust. Die Filmreihe Neue Deutschsprachige Filme knüpft an diese Themen an. Der Dokumentarfilm "DER TOD IST EIN ARSCHLOCH" beleuchtet die Thematiken mit einem modernen Touch und zeigt, wie Trauer auch anders begleitet werden kann.

Hier der Trailer:



Der TILDA-nominierte Film "SECHSWOCHENAMT" beschäftigt sich ebenfalls mit der Trauerbegleitung und den Herausforderungen, welche die Angehörigen danach bewältigen müssen. Ein Film, der zum Weinen und Lachen einlädt, so Regisseurin Jacqueline Jansen, die Regisseurin, die ebenfalls vor Ort in Braunschweig sein wird.

Die Generation Gold im Fokus

Einen großen Fokus legt das Braunschweig International Film Festival dieses Jahr auf die Familien türkischer Gastarbeitenden, die in den 60er Jahren nach Deutschland kamen: Die Generation Gold. Geschichten, die auch nachfolgende Generationen wesentlich geprägt haben. Die Sonderreihe bietet intime Einblicke in Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorurteile, mit denen nicht nur die Gastarbeitenden damals zu kämpfen hatten, sondern auch ihre Kinder und Enkelkinder heutzutage.

Der Film "KARA KAFA", der nach seiner Fertigstellung durch das damalige Zensurkomitee in der Türkei verboten wurde, erhält auf dem Festival ebenfalls eine angemessene Plattform. Der Film zeigt unverblümt die Herausforderungen, welche sich für eine türkische Gastarbeiterfamilie in Deutschland ergeben haben – und den Umgang mit diesen.

Ein weiteres Highlight dieser Sonderreihe ist der Film "HYSTERIA", ein Film in einem Film. Nachdem bei einem Dreh in einem Flüchtlingsheim ein verbrannter Koran gefunden wird, wachsen Misstrauen, Vorurteile und politische Spannungen. Ein Film, welcher zum Reflektieren und Zweifeln anregt und die Spannungen und das Zurechtfinden in Deutschland beleuchtet.

„Die Geschichte der sogenannten Gastarbeiter*innen ist ein zentraler Teil der deutschen Nachkriegsgesellschaft und des deutschen Wirtschaftswunders – und ihre Stimmen, Erfahrungen und Perspektiven gehören ins Zentrum unserer kulturellen Auseinandersetzung“, so Karina Gauerhof, Festivalleitung und Leitung Programm.


Diskriminierung und Unterdrückung von nicht heteronormativen Lebensweisen sind sowohl historisch als auch aktuell Thematiken. Die Parallelen zwischen früher und heute beleuchtet der Film "BEAUTIFUL EVENING, BEAUTIFUL DAY", der vor zwei Tagen den Hauptpreis beim osteuropäischen Filmfestival in Cottbus erhalten hat (wie wir hier gestern berichteten) und nun erstmals auch in Braunschweig gezeigt wird.

Die Paneldiskussion, »Flussabwärts liegt die Zukunft«, schafft Gespräche mit Betroffenen, Filmschaffenden und Expert*innen, stellt queeres Filmschaffen, Zensur, das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und die Kraft der Community in den Fokus.

Das Festival vergibt am Samstag, den 15. November 2025 im Staatstheater Braunschweig insgesamt neun Preise mit 65.500 Euro an Preisgeldern.

Link: www.filmfest-braunschweig.de

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In Berlin beginnen ab 11. November 2025 drei etwas kleinere Filmfestivals fast gleichzeitig, wobei „AFRIKAMERA – Aktuelles Kino aus Afrika“ immerhin an sieben Berliner Location vertreten ist. Nicht alle mit Film, manche auch nur mit Gesprächen oder afrikanischer Musik.

Neu hinzugekommen ist der afrikanische Club MAAYA (vormals Haubentaucher) auf dem RAW-Gelände an der Revaler Str. in Berlin Friedrichshain.

Mit den vier Schwerpunkten BELIEVE * CHANGE * REFLECT und CREATE richtet das Festival seinen Blick bis zum Jahr 2027 auf vielfältige, inspirierende, wegweisende und mitunter widersprüchliche Sichtweisen auf zentrale gesellschaftliche und politische Fragen der Gegenwart und Zukunft des afrikanischen Kontinents.

Im Zentrum der diesjährigen Edition CHANGE stehen neben aktuellen Produktionen Filme, die gängige Geschlechterrollen und deren strukturelle und soziale Auswirkungen thematisieren, bestehende Machtverhältnisse sowie etablierte Normen hinterfragen und mit dem Mittel des Kinos daran arbeiten, gesellschaftlichen Wandel zu bewirken. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Filmen von weiblichen/ weiblich gelesenen Regisseur*innen.

Das gesamte Programm ist übersichtlich bebildert hier im Kalendarium des Festivals zu finden.

Spielstätten sind neben dem bereits erwähnten MAAYA, das City Kino Wedding & Sinema Transtopia in Wedding, die Brotfabrikkino in Weißensee, das fsk Kino in Kreuzberg, das Haus der Kulturen (HKW) in Tiergarten & die Heinrich-Böll-Stiftung in Mitte.

Link: www.afrikamera.de

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Mit neuem Logo auf dem Plakat (was wir aber zur besseren Wiedererkennung noch nicht übernommen haben) startet zum 12. Mal das Italian Film Festival Berlin vom 11. - 16. November 2025 wie gewohnt im CineStar Kino in der Kulturbrauerei in Berlin-Prenzlauer Berg.

Gezeigt wird eine Auswahl aktueller Filmproduktionen aus Italien, die in Kooperation mit der Italienischen Botschaft in Berlin vom italienischen TUSCIA Film Fest übernommen wurden. Staatliche Förderungen der gezeigten Filme sind sicherlich der Hintergrund, unabhängige künstlerische Produktionen werden eher in geringer Anzahl darunter zu finden sein.

Dennoch können wir den Eröffnungsfilm, den auf der 75. Berlinale in der Sektion »Generation« gezeigte Debüt-Film "Paternal Leave" von Alissa Jung durchaus empfehlen.

Hier der Trailer:



Das Coming-of-Age Drama über eine 15-Jährige berührt, ist aber durchaus realistisch dargestellt. Leo wächst in Deutschland auf, ihren leiblichen Vater hat sie nie kennengelernt. Als sie im Streit mit ihrer Mutter von ihm erfährt, beschließt sie kurzerhand, zu ihm zu fahren.


Insgesamt werden 12 Filme, die bis auf den Eröffnungsfilm, alle Berlin-Premieren sind, in der Kulturbrauerei gezeigt.

Das komplette Programm kann hier durchgeblättert werden und auch Kartenbestellungen können direkt vorgenommen werden.

Link: www.italianfilmfestivalberlin.com

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Es wird Zeit, dass wir das 2017 gegründete SoundWatch Filmfestival auch bei uns näher herausstellen, denn es gibt so viele tolle Filme über Musik, die nie regulär ins Kino kommen, aber dennoch von vielen Menschen gern gesehen werden würden.

Vom 12. – 17. November 2025 findet das Soundwatch Music Film Festival Berlin bereits zum 9. Mal statt.

Spielstätten sind das Lichtblick-Kino in der Kastanienallee 77 in Berlin-Prenzlauer Berg und die Galiläakirche in der Rigaer Straße 9/10 in Berlin-Friedrichshain.

Glücklicherweise muss man bei der einzigen Vorführung in der Galiläakirche, am Mittwoch, den 12. November 2025 um 19:30 Uhr keine Kirchenmusik ertragen, sondern wird einen Musik-Dokumentarfilm sehen, der Istanbul wie ein improvisiertes und eklektisches Klangstück porträtiert, in dem Geräusche sich ansammeln, aufeinanderprallen und widerhallen. Durch intime Porträts von Künstler*innen, die ihre Träume und kreativen Prozesse teilen, enthüllt der Film "Sound Dreams of Istanbul" von Regisseur Anil Eraslan eine einzigartige, unbekannte und halluzinatorische Stadt. (TR/D 2025, 70 min.)

Hier der Trailer:



Darüber hinaus gibt es im Anschluss eine Live-Performance mit der Posaune, die in dem ehrwürdigen Kirchenraum sicherlich ein tolles Klangbild entfalten wird.

Alle anderen Werke werden zumeist als Berlin Premieren im Lichtblick Kino mit anschließendem Gespräch präsentiert. Das umfangreiche zweisprachige Programm mit ausführlichen Filmerklärungen und Bebilderungen gibt es hier.

Link: soundwatch.de/2025/

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