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Europäischer Shootingstar und Queerfilmnacht, Teil 2

Bekanntgabe des deutschen "Shooting Stars" - Verleihung des Preises vor Publikum erst im Juni auf der Sommer-Berlinale.



Albrecht Schuch: Europäischer Shootingstar

Der aus Jena stammende Schauspieler Albrecht Schuch (35) wird zusammen mit neun europäischen Kolleginnen und Kollegen in diesem Jahr als "Shooting Star" ausgezeichnet. Der Preis soll auf besondere Talente aufmerksam machen und gilt als Sprungbrett für eine internationale Karriere.

Nominiert wurde Schuch für seine Rolle im Film "Fabian" von Dominik Graf. Der Film nach einem Roman von Erich Kästner soll im April 2021 herauskommen, sofern die Kinos dann wieder geöffnet sind.

Auch die Preisverleihung hätte eigentlich im Februar auf der 71. Berlinale stattfinden sollen. Doch das Event wird abgekoppelt, denn die diesjährigen Internationalen Filmfestspiele Berlin 2021 werden zweigeteilt in einen Online Part für Fachbesucher des EFM - European Film Market, der auf Anfang März verschoben wird und in ein Publikumsfest, das erst im Juni vornehmlich in den Freilichtkinos stattfinden soll. Dort könnte Schuch und seine Konkurrenten, noch einmal symbolisch der Preis überreicht werden, wie wie das Netzwerk European Film Promotion mitteilte.

Schuch wurde durch Filme wie "Berlin Alexanderplatz" und "Systemsprenger" sowie durch die TV-Serie "Bad Banks" einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.



Wir hadern derzeit stark mit dem Problem, was wir unseren Lesern als Alternative zu den wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres geschlossenen Kinos empfehlen sollen.

Um ein Kinofeeling wenigstens zu Hause zu haben, empfiehlt sich ein großes Flachbildfernsehgerät. Dort werden allerdings in den vorinstallierten APPs meist nur die teuren Abo-Dienste von Netflix und Amazon Prime angeboten, mit ihren vielen Serien und einigen wenigen lohnenswerten, dafür aber aktuellen Blockbustern-Filmen, die derzeit weltweit nicht im Kino laufen können.

Apps für Arthouse-Kino, wie z.B. von der Streaming-Plattform Muvi o.a. gibt es für TV-Geräte nicht. Für Einzelabrufe ohne Abo steht nur noch Videoload der Telekom zur Verfügung, während Maxdome, das kein 4K-Angebot hat, aus den hochauflösenden OLED-Geräten rausgeflogen ist. Und online laufende Filmfestspiele, wie den bald startenden Max Ophüls Preis aus Saarbrücken und die derzeit laufende Queerfilmnacht von Salzgeber lassen sich nur auf dem PC oder Laptop abrufen.

Eine Verbindung des Laptop zu einem großen 4K-Screen scheiterte bei uns, obwohl wir neueste Technik erworben haben. Alternativ mussten wir Cineasten unsere Wunschfilme mit einem älteren kleineren Fernsehgerät koppeln und ärgerlicherweise auf das große Breitbildfeeling verzichten. Deshalb sehnen wir uns schnellstmöglich auf die Wiedereröffnung der Kinos zurück.



Unsere Kollegin ist nach ihrer gestrigen Filmkritik auch heute noch einmal das Wagnis eingegangen, auf dem kleinen PC-Bildschirm einen weiteren Film der aktuellen, jedoch nur online stattfindenden Queerfilmnacht zu besprechen. Ob ihr dabei ein paar Feinheiten entgangen sind, die auf der großen Kinoleinwand sichtbar geworden wären, können wir nicht beurteilen. Doch lesen Sie selbst ihre nachfolgende Filmkritik.

"MOFFIE" bildgewaltiges Miltärdrama von Oliver Hermanus. (Südafrika, Großbritannien 2019). Mit Kai Luke Brummer, Mark Elderkin, Michael Kirch u.a. zu sehen seit 12. Januar 2021 nur online für kurze Zeit in der www.queerfilmnacht.de von Salzgeber, (Originalfassung Englisch und Afrikaans mit deutschen Untertiteln).

Hier der Trailer:



"MOFFIE" ist ein Filmdrama, das 2019 im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig seine Premiere feierte und eigentlich am 21.1.2021 in die deutschen Kinos kommen sollte. In Afrikaans gilt MOFFIE als abwertender Ausdruck für „schwul“, vergleichbar mit Schwuchtel oder Faggot (engl. / die Redaktion).

Ulrikes VoD-Kritik:

South Africa 1981. Südafrika geht militärisch gegen das mit den Sowjets verbündete Angola vor, um die Verbreitung des Kommunismus zu stoppen. Alle weißen Jungen über 16 werden zum Wehrdienst eingezogen. Zu ihnen gehört auch Nicholas Van der Swart (Kai Luke Brummer , der sich von seiner Familie verabschiedet. Am liebsten würde er fliehen, doch sein Vater redet ihm gut zu. Beklommen besteigt er den Zug. Als der Zug kurz hält, wird ein Schwarzer aus dem Zug von den weißen Jungen beschimpft und mit Dreck beworfen. Nicholas ist entsetzt.

Der Ton der militärischen Staatsdiener ist rau. Am Ziel angekommen heißt es: „Von nun an seid ihr ein Niemand. Ihr Krätzköpfe gehört der Regierung Südafrikas. Die schwarzen Barbaren sind vor unserer Haustür, wir werden unsere Freiheit verteidigen. Kommunismus, Faulheit, Schwulsein, Sympathie für Nigger… jede Art von Demoralisierung wird nicht geduldet. Ihr seid wie Krätze. Blutig, voller Eiter und zu nichts zu gebrauchen. Es ist unsere Aufgabe euch zu Männern zu machen. Nehmt eure Scheißkoffer und zieht euch aus“.

Von nun an beginnt der zweijährige militärische Drill, bestehend aus Demütigungen und Sport bis zur Erschöpfung. Schwule werden als Abschaum betrachtet und als „Moffies“ bezeichnet, denn Gott macht keinen Fehler. Werden sie erwischt, landen sie auf der Station 22, genannt „die Klapse“.

In der Dunkelheit der Nacht kommen sich Nicholas, den alle nur noch Nick nennen und Dylan Strassen (Ryan de Villiers) im Schützengraben körperlich näher. Bei strömendem Regen mussten sie schaufeln und durften erst am nächsten Tag zurück ins Lager. Die beiden suchten körperliche Wärme. Als Nick sich in seinen Kameraden Dylan verliebt, müssen die beiden um jeden Preis ihre Liebe geheim halten.

Als Nick nach einigen Urlaubstagen zurückkehrt, ist Dylan verschwunden. Lapidar heißt es, dass er ein Stück Scheiße sei und versetzt wurde.

Acht Monate später.

Bevor es zum Einsatz an die Grenze geht, feiern die Jungen ausgelassen in einer Discothek. Sie überspielen ihre Angst vor der Gräuel, die sie erwartet. Nick erfährt, dass Dylan auf der berüchtigten Station ist. Er fühlt nur noch Trauer und Wut.

Es ist soweit. Die jungen Männer werden zur Grenze gekarrt. In voller Montur und geladenen Gewehren, treffen sie auf die ersten verängstigten Schwarzen. Frauen und Kinder. In der Nacht treffen Feind und Angreifer aufeinander.

Überglücklich nimmt Nicks Familie ihn wieder in Empfang. Fragen geht er aus dem Weg.

Regisseur Oliver Hermanus: "Der Film ist die Geschichte von Nicholas' Überlebenskampf, in dessen Verlauf er Verluste und Leid ertragen muss, doch am Ende weiß er, welche Rolle ihm in ,diesem' Südafrika zukommt. Fast eine Million weiße Jungen wurden gezwungenermaßen mit der Ideologie weißer Überlegenheit infiziert, mit rassischer Intoleranz und dem Verlangen, Homosexualität und Kommunismus aus der südafrikanischen Gesellschaft auszutilgen“.

Basierend auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von André Carl van der Mewe.

Gedreht in einer mitreißenden, epischen Bildsprache.

Ulrike Schirm


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