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Unsere wöchentliche Filmkritik im Mai 2020 - diesmal eine online DOKU auf VoD

Solange die Kinos in Berlin noch geschlossen bleiben gibt es Filmbesprechungen nur zu exklusiven online Vorführungen.



"BONES OF CONTENTION" Dokumentarfilm von Andrea Weiss (USA, Spanien 2017). Die Uraufführung auf der 67. Berlinale hat keinen Kinostart, sondern ist seit dem 21.5. 2020 als Video-on Demand im SALZGEBER CLUB auf Vimeo zu sehen.

Hier der Trailer:



Ulrikes VoD Kritik:

In der Dokumentation „Bones of Contention“ begibt sich die US-Amerikanerin Andrea Weiss, die selbst einige Zeit in Barcelona gelebt hat, auf historische Spurensuche und erzählt die Geschichte von LGBT-Personen, die die faschistische Franco-Ära miterlebt haben. Betroffene und Zeitzeugen kommen erstmals zu Wort.

Entlang von Spaniens Landstraßen, umsäumt von Pinienbäumen, liegen die Massengräber von Tausenden anonymen Opfern der Franco-Diktatur. Noch heute existieren 3280 Massengräber. Nach Kambodscha ist Spanien das Land mit den meisten Verschwundenen. Der homosexuelle Dichter und Sozialist Federico Garcia Lorca war einer der ersten Opfer. Er steht für all die Tausenden, die in Massengräbern verscharrt wurden. Lorca repräsentierte die gesamte Kultur der 30-ziger Jahre und sorgte für einen gesellschaftlichen Wandel. Mit seiner Ermordung war es mit der Befreiung vorbei.

Das Rätsel um den Verbleib seiner sterblichen Überreste macht ihn bis heute zur Symbolfigur all der Schwulen und Lesben, die weit über das Ende der Diktatur hinaus gewaltsamen Repressionen ausgesetzt waren, denn das Ende des Krieges war zugleich der Beginn der Diktatur unter General Francisco Franco. Sie endete mit seinem Tod 1975. Bis heute werden die Verbrechen in der spanischen Geschichte totgeschwiegen. Es war ein katholisch-nationalpolitisches System.

Über Homosexualität wurde nicht gesprochen. Schwule und Lesben fielen unter das Gesetz gegen Landstreicher und Gesindel. Es gab Aversionstherapien, man verabreichte ihnen Elektroschocks, um sie umzupolen und steckte sie in Irrenanstalten. Noch in den 1970-zigern lag über Spanien die Wolke des Faschismus und noch heute kämpfen die Hinterbliebenen dafür, die Überreste ihrer Angehörigen bergen und würdig bestatten zu dürfen. Für viele Menschen ein ganz wichtiger Akt, denn man kann erst wirklich trauern, wenn die Gebeine der Toten gefunden sind und man ihnen eine würdevolle Bestattung ermöglicht. Mit einer Amnestie wurden die Opfer „abgespeist“. Die Täter gingen straffrei aus. Es waren die LGBT-Gruppen, die 1977 auf die Strasse gingen. Ihr Slogan: „Wir sind keine machos sondern muchos. Wir sind geil aber nicht gefährlich“.

Mit beindruckendem Archivmaterial dokumentiert Weiss die verdrängte historische Realität, die in Lorcas Dichtungen und Musik schmerzvollen Widerhall findet. „Bones of Contention“ ist ein wichtiger und bedeutsamer Film, gerade jetzt, wo sich homophobe Aktivitäten wieder häufen.

Ulrike Schirm


Links: www.salzgeber.de | vimeo.com/ondemand/bonesofcontention

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Nicht nur vom Salzgeber Verleih gibt es Video On Demand (VoD) als eigenen Kanal auf der Plattform von Vimeo.

Auch der Grandfilm Verleih präsentiert jetzt 39 Filme aus seinem Repertoire bei #grandfilmondemand. Neu als kinosolidarischer Stream ist seit dem 15. Mai 2020 Helena Wittmanns Spielfilm "DRIFT". So habt Ihr im #Kino noch nie das #Meer erlebt!

Hier der Trailer:



Synopsis:
Zwei Frauen und ein Wochenende an der Nordsee. Eine von ihnen wird schon bald wieder nach Hause zurückkehren, die andere hingegen will dem Ozean näher kommen. Und so macht sich die Reisende auf, mit dem Fahrrad, dem Auto, zu Fuß und mit dem Boot, durch fantastische Landschaften und endlose Wasser.

D 2017 / 95min
CAST Theresa George / Josefina Gill

Die Hälfte der Einnahmen werden an Independent-Kinos gespendet. Mehr Infos zum Projekt "Support your local cinema" siehe unter: grandfilm.de

Die Filme werden bereits fleißig gestreamt: Über 5.000 Euro sind inzwischen im Kino-Soli-Topf gelandet, eine erste Auszahlung wird in den nächsten Tagen an die beteiligten Kinos ausgeschüttet. #supportyourlocalcinema.

Hier die Liste der Kinos, unter denen GRANDFILM die Hälfte seines Gewinns aufteilt:

Lichtspiel Bamberg / Brotfabrik Berlin / Filmrauschpalast Berlin / FSK Berlin / Hackesche Höfe Kino Berlin / Wolf Kino Berlin / Endstation Kino Bochum / City46 Bremen / SweetSixteen Dortmund / Kino im Dach (zukünftig: Zentralkino) Dresden / Filmkunskinos Düsseldorf / Mal seh’n Frankfurt/Main / Zazie Halle / Abaton Hamburg / 3001 Hamburg / Koki Hannover / Lodderbast Hannover / Karlstorkino Heidelberg / Kinemathek Karlsruhe / Filmpalette Köln / Lichtspiele Kalk Köln / Cineding Leipzig / Cinemathèque Leipzig / Luru Kino Leipzig / Moritzhof Magdeburg / Cinema Quadrat Mannheim / Theatiner München / Werkstattkino München / Cinema Münster / Filmhaus Nürnberg / Walzenlager Kino Oberhausen / Cine K Oldenburg / Thalia Potsdam / Filmgalerie Regensburg / Linse Weingarten

Link: vimeo.com/grandfilmverleih/vod_pages

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