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Gewinner des 29. FFC in COTTBUS und Preisträger der 43. DUISBURGER FILMWOCHE

Beim 29. FilmFestival Cottbus ging der Hauptpreis für den Besten Film an den bulgarischen Film SESTRA | SCHWESTER von Svetla Tsotsorkova.



Während man in Berlin den 30. Jahrestag des Mauerfalls am gestrigen 9. November 2019 ausgiebig am Brandenburger Tor feierte, wurden im brandenburgischen Cottbus beim 29. FFC die Preise des osteuropäischen Films verliehen.

Den mit 25.000 EUR dotierten Hauptpreis für den Besten Film, im Wettbewerb Spielfilm des 29. FilmFestival Cottbus gewann "SESTRA | SCHWESTER" (BG/QA 2019). Regisseurin Svetla Tsotsorkova zeigt mit diesem Film ein bildsprachlich eindrucksvolles, konfliktreiches Familienporträt.

Hier der Trailer:



‎Synopsis:
Eine kleine Stadt im heutigen Bulgarien. Eine Mutter und ihre beiden‎ Töchter kämpfen ums Überleben. Die verträumte und abgelenkte jüngere Tochter erfindet‎ oft Geschichten, um das Leben interessanter zu machen. Unwissentlich gerät sie schließlich in die Falle ihrer‎ eigenen Lügen und zerstört die gut geordnete materialistische Welt ihrer älteren Schwester. Während sie darum kämpfen, zur Wahrheit zu gelangen, erfahren die beiden Schwestern die Wahrheit über ihre Mutter.‎

Begründung der internationalen Festivaljury:
„Wenn ein Film dem Kino das gibt, was das Kino am meisten liebt, dann ist die Begeisterung des Publikums und der Jury die gleiche: Es geht um faszinierende Porträts, soziale und persönliche Konflikte und viele kleine Einfälle, die die Hauptfigur kontinuierlich in den Film einbringt. Drei Frauen unterschiedlichen Alters suchen ihre Position in der Gesellschaft und begegnen einem Autoschrauber. Auf außergewöhnliche Weise entsteht eine Alltagsgeschichte, die prächtig fotografiert ist, den Betrachter intensiv zum Erleben einlädt und jedem Charakter einen eigenen filmischen Raum gibt.“


Den Spezialpreis für die Beste Regie im Wert von 7.500 Euro gewann Teodor Kuhn aus der Slowakei für seinem Langspielfilmdebüt "OSTRÝM NOŽOM | MIT EINEM SCHARFEN MESSER" (SK/SZ 2019).

Hier der Trailer



Synopsis:
Spannender Polit-Thriller um einen Vater, der Gerechtigkeit für seinen von Neonazis erstochenen Sohn will und einen ungleichen Kampf gegen den undurchsichtigen Justizapparat aufnimmt. Warum will kein Anwalt ihn vertreten? Was macht ein Mafia-Boss im Gerichtssaal? Das Spielfilmdebüt von Teodor Kuhn ist von dem bis heute unaufgeklärten Mord an einem Studenten der Universität Bratislava im Jahr 2005 inspiriert.

Begründung der Jury:
"Die Regie dieses Films beweist eindrucksvoll, dass die Auseinandersetzung mit einem brisanten Thema nicht dazu führen muss, dass ein Spielfilm auf Kosten der Emotionalität Tatsachen außen vor lässt. Überzeugende Team- und Schauspielerleistung machen diesen Film zu einem filmischen Erlebnis und einem gesellschaftlichen Zeichen der Zeit."


Mit dem Preis für eine herausragende Darstellerin in Höhe von 5.000 EUR, würdigte die Jury die Leistung der gesamten weiblichen Besetzung des Films "SHPIA E AGËS | AGAS HAUS" von Lendita Zeqiraj aus dem Kosovo (KO/HR/FR/AL 2019) für ihre äußerst kraftvolle, lebendige und detailreiche Darstellung in einem Film, der die dramatischen Veränderungen eines Balkanlandes auf vielfältige Weise widerspiegelt.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Eine Gruppe von Frauen lebt in einem abgeschiedenen Ort in den Bergen. Der einzige „Mann“ in ihrer Mitte ist der neunjährige Aga, der Sohn von einer der Frauen. Doch eines Tages kommt es zu einer Situation, in der es Aga ist, der allein die Angelegenheit lösen kann ...


Den Preis für einen herausragenden Darsteller, dotiert mit 5.000 Euro, erhielt Alban Ukaj aus dem Kosovo. Er überzeugte die Jury in der Cottbuser Weltpremiere von "PUN MJESEC | FULL MOON" des Bosnischen Regisseurs Nermin Hamzagić (BA 2019) in seiner Rolle als Polizist Hamza, der sich dazu entscheidet, aus dem korrupten Zirkel auszusteigen.

Die Jury verkündete:
„Für Alban Ukaj – für sein organisches und sehr präzises Spiel eines komplizierten Charakters.“


Auch die Ökumenischen Jury zeichnete den Film aus und bemerkt:
"Ein Polizist ist auf seiner Wache im Einsatz, während seine Frau ihr Kind im Krankenhaus zur Welt bringt. Während seiner Nachtschicht stellt er sich der alltäglichen Korruption des Systems. Indem er den Festgenommenen zuhört, ändert er seine Einstellung und wünscht sich für sein Kind eine andere Gesellschaft. Auf überzeugende künstlerische Weise gelingt es dem Regisseur, die Enge der Situation sowie die Perspektive der Hoffnung zu zeigen."


Im Wettbewerb Kurzfilm setzte sich der Beitrag "FRANKA" von Mitriy Semenov-Aleynikov durch. Der belarussische Beitrag gewann den mit 2.500 EUR dotierten Hauptpreis.

Die Jury verkündete:
„Dieser Film hat eine so intensive Bildsprache, eine rohe Schönheit, verspielt, von leicht fröhlich bis schwer erdrückend, von Schwarz-Weiß bis Farbe, von Hass, Liebe, Angst bis Sehnsucht, dass die eigene Gefühlswelt auf den Kopf gestellt wird. Es ist eine große Freude, den Schauspielerinnen und Schauspielern zuzuschauen, den inneren Kampf von Rachegedanken, Mitleid und Nächstenliebe zu erleben und sich selbst am Ende des Films einer schwierigen Gewissensfrage konfrontiert zu sehen.“


Der rumänische Regisseur Adi Voicu sicherte sich mit "ULTIMUL DRUM SPRE MARE | EINE LETZTE REISE ZUM MEER" den Spezialpreis in Höhe von 1.500 EUR.

Die Kurzfilm-Jury erklärte:
„Wir alle haben Vorurteile, wir alle liegen damit meist falsch und die beste Art und Weise damit umzugehen ist der Humor. Dieser Film fängt genau das ein, er ist amüsant, regt zum Nachdenken an, ohne den Zeigefinger zu erheben und lässt uns am Ende erkennen, dass wir doch eigentlich alle im selben Zug sitzen.“


Schüler aus Polen, Tschechien und Deutschland bildeten die sechsköpfige Jury für den U18 Wettbewerb Jugendfilm. Sie kürten den slowakischen Film "NECH JE SVETLO | ES WERDE LICHT" zum Gewinner. Regisseur Marko Škop erhielt den mit 3.000 EUR dotierten Preis.

Zu ihrer Entscheidung sagte die Jury:
„Wir haben uns für diesen Film entschieden, weil er uns die komplizierten Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern geschickt gezeigt hat. Die Schauspieler spielten die Emotionen in einer sehr glaubwürdigen Form. Wir schätzen es, dass der Film auf die besonderen Situationen und Einstellungen in einer kleinen Dorfgemeinschaft hinweist.“


Den DIALOG-Preis für die Verständigung zwischen den Kulturen, gestiftet vom Auswärtigen Amt und dotiert in Höhe von 3.000 EUR, erhielt die rumänische Regisseurin Petra Szőcs, die an der ungarischen Akademie für Film und Theater in Budapest studierte, für ihren ungarischen Beitrag "DEVA" (HU 2018).

Mit dem Preis für den besten Debütfilm, dotiert in Höhe von 3.000 EUR und gestiftet von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg sowie der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“, zeichnete die Jury den Beitrag "DNEVNIK DIANE BUDISAVLJEVIĆ | DAS TAGEBUCH DER DIANA BUDISAVLJEVIĆ" von Dana Budisavljević aus Kroatien aus.

Die FIPRESCI-Jury, die Jury der internationalen Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten, zeichnete die russische Regisseurin Liubov Borisova für ihr Werk "MIN URDUBER KYUN KHAHAN DA KIIRBET | DIE SONNE ÜBER MIR GEHT NIE UNTER" (RU 2019) aus.

Auch der mit 3.000 EUR dotierte Publikumspreis der Lausitzer Rundschau ging an den russischen Film.

Link: www.filmfestivalcottbus.de

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Die Auszeichnungen der 43. Duisburger Filmwoche.

Im filmforum am Dellplatz wurden am Samstagabend, den 9.11.2019 fünf Preise im Gesamtwert von 23.OOO Euro vergeben.

Der Arte-Dokumentarfilmpreis ging an "OLANDA" von Bernd Schoch über Handelszyklen lokaler und internationaler Pilzsammler unter dem Sternenhimmel der rumänischen Karpaten, die der Zuschauer als audiovisuelle Pilzreise in die magische Welt der Karpatenwälder erlebt. Wir konnten den Film bereits im Februar im Forum der Berlinale sehen und waren seinerzeit ebenfalls fasziniert.

Hier der Trailer:



Der 3sat-Dokumentarfilmpreis ging an "BEWEGUNGEN EINES NAHEN BERGS" von Sebastian Brameshuber, den wir bereits am 2. November 2019 in unserem Vorbericht mit einem Trailer würdigten.



Der Preis der Stadt Duisburg ging an "UN CUENTO SIN TI" von Michael Fetter Nathansky.

Der „Carte Blanche“ – Nachwuchspreis des Landes NRW ging an "UNA PRIMAVERA" von Valentina Primavera.

Eine lobende Erwähnung wurde in dieser Sektion auch an den Eröffnungsfilm "HAMBI - DER KAMPF UM DEN HAMBACHER WALD" von Lukas Reiter | DE 2O19 | 85 Min. ausgesprochen, den wir ebenfalls in unserer Vorbesprechung am 2. November 2019 ausführlich mit Trailer erwähnten.



Der Publikumspreis der Rheinischen Post ging an "IM STILLEN LAUT" von Therese Koppe.

Bereits am Freitag, den 8. November 2O19, vergab die doxs!-Jugendjury die mit 5.OOO Euro dotierte GROSSE KLAPPE an „SPOLU SAMI“/„Zusammen allein“ (CZ 2O18, 1O Min.) von Diana Cam Van Nguyen.

Der europäische Filmpreis für den besten politischen Kinder- und Jugenddokumentarfilm wird von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb gestiftet. In „SPOLU SAMI“ sprechen drei junge Menschen über den Verlust einer nahestehenden Person. Wie grenzenlos der Schmerz ist, den anderen beim Sterben zu begleiten, und was es bedeutet, durch den Tod getrennt zu sein.

Links: duisburger-filmwoche.de | www.do-xs.de

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Die Europäische Filmakademie, EFA gab ihre Nominierungen bekannt.

Ebenfalls am Samstagabend, den 9.11.2019 gab die EFA in Sevilla die Nominierungen für die European Film Awards bekannt.

Dabei wurde unter anderem das deutsche Drama "CRASHER" - "SYSTEMSPRENGER" sowie daraus die junge Darstellerin Helena Zengel und Schauspieler Alexander Scheer als 'Gundermann' im gleichnamigen Film für den Europäischen Filmpreis nominiert. Der Film "Gundermann" war bereits von German Films für einen Oscar vorgeschlagen worden.

Der Spielfilm "SYSTEMSPRENGER" von Nora Fingscheidt mit der jungen Darstellerin Helena Zengel als ein extrem schwieriges Kind tritt gegen die Beiträge "An Officer and a Spy", "Les Miserables", "The Favourite", "The Traitor" und "Leid und Herrlichkeit" von Pedro Almodovar an. Letzterer ist für die beste Regie nominiert.

Darüber hinaus wurden fünf Kurzfilme und vier Animationsfilme nominiert.

Die Gala ist am 7. Dezember 2019 in Berlin geplant. Der Europäische Filmpreis gilt als einer der wichtigsten Auszeichnungen der Branche.

Link: europeanfilmawards.eu

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