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53. Hofer Filmtage eröffnen mit "Baumbacher Syndrome"

"Baumbacher Syndrome" feiert am 22. Oktober 2019 in Hof Premiere.



Ab dem 22. Oktober 2019 gehen die Internationalen Hofer Filmtage in die 53. Runde und präsentieren bis zum 27. Oktober 2019 eine Auswahl an neuen, spannenden und emotionalen Spiel- und Dokumentarfilmen sowie eine Reihe von Kurzfilmen.

Das 1967 von Heinz Badewitz (*1941-†2016) in Bayern unweit des Transitweges durch die DDR nach West-Berlin gegründete Festival, ist bis heute eine der wichtigsten Plattformen für das junge deutsche Kino, die offen für neue Talente ist und ihnen hilft, den Weg ins Kino zu finden. Filmemacher wie Maren Ade, Tom Tykwer, Caroline Link, Wim Wenders, Jim Jarmusch, Werner Herzog sowie Peter Jackson haben hier ihre Premieren gefeiert.

Bei den jährlich im Oktober stattfindenden Filmfestival steht neben ausländischen Produktionen vor allem der deutsche Film im Fokus. Dabei werden an sechs Tagen in zwei Kinos und insgesamt acht Kinosälen rund 130 Filme in 200 Vorstellungen angeboten. Alle Filme laufen als deutsche Erstaufführung bzw. Weltpremiere.

Zudem ist der Dokumentarfilm mit insgesamt 27 nationalen und internationalen Produktionen in diesem Jahr besonders stark vertreten. Die Themen umfassen Portraits von unkonventionellen Künstlern oder von kulturellen Institutionen wie das Burgtheater in Wien oder die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch; ferner geht es um Klimawandel und Öko-Bauern im Norden Deutschlands, um Familiengründung oder Heimkinder, um Obdachlose, die um ihre Würde kämpfen. Sie alle suchen einen Platz in unserer Gesellschaft.

VGF vergibt Nachwuchsproduzentenpreis erstmals in Hof.

Die VGF - Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken mbH vergibt zum 25. Jubiläum ihrer Auszeichnung wird den mit 60.000 Euro dotierte VGF-Nachwuchsproduzentenpreis in diesem Jahr am 26. Oktober 2019 erstmals auf den Internationalen Hofer Filmtagen. Bisher war der VGF-Nachwuchsproduzentenpreis im Rahmen der Verleihung der Bayerischen Filmpreise überreicht worden.


Premiere mit Film über den Moderator Max Baumbacher.

Zur Eröffnung wird Gregory Kirchhoffs „Baumbacher Syndrome“ über einen Late-Night-Show-Moderator gezeigt, der erkennen muss, dass er sein Leben verfehlt hat. Der Film wurde in einer atemberaubenden Landschaft Spaniens Inszeniert.

Synopsis:
Tobias Moretti spielt in dem dritten Langspielfilm von Kirchhoff die Hauptrolle des international bekannten Moderators Max Baumbacher, der eines Morgens mit einer ungewöhnlich tiefen, fast magischen Stimme aufwacht. Die Nachricht über diese beispiellose Veränderung verbreitet sich in kürzester Zeit weltweit und veranlasst den Moderator, sich in der spanischen Villa seines Managers vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Als Max die junge, verrückte Fida (Elit İşcan) kennenlernt und ihn sein depressiver Sohn (Lenz Moretti) aus einer früheren Beziehung unerwartet besucht, muss Max sich seiner Vergangenheit stellen.


Der 1992 in Hamburg geborene deutsche Regisseur Gregory Kirchhoff war mit der Komödie "Ostfriesisch für Anfänger" im Kino und ist zuvor für sein Debüt "Dusky Paradise" mehrfach ausgezeichnet worden. Außerdem sind die Newcomer Lenz Moretti und Elit İşcan in der Produktion von Kimotion Pictures und Kinescope Film zu sehen, die mit Mitteln von Nordmedia gefördert wurde.

Der österreichische Theater- und Filmschauspieler Moretti ist aktuell mit Siegfried Lenz' Literaturverfilmung "Deutschstunde" im Kino zu sehen.

Der Leiter der Hofer Filmtage Thorsten Schaumann: "Gregory Kirchhoffs 'Baumbacher Syndrome' erzwingt den Ausbruch aus einem Kabinett der Eitelkeiten. Das ist witzig, feinfühlig und immer überraschend in phantastischer Besetzung. Ich freue mich auf einen tollen Auftakt für sechs gemeinsame Erlebnistage im Kino!"


Weitere Filme des diesjährigen deutschen Programms.

BECAUSE WE DREAMT OF FLYING, Regie: Lillian Loveday Erlinger (D)
Marx, ein junger Deutscher, will entlang der Klippen Apuliens nach seiner suizidalen Depression wieder zu Kräften kommen. Er flüchtet vor seinen Problemen direkt in die Arme der mysteriösen, russischen Schönheit Mercedes, die Spaß daran findet, neue Probleme zu schaffen. Ein Spiel beginnt, das die Grenzen zwischen Realität und Fiktion testet. Mit Lena Tronina, Louis von Klipstein, Federico Calistri, Carlotta Bazzu.

COUP, Regie: Sven O. Hill (D)
Sommer 1988: Ein junger Bankangestellter, Familienvater und Rocker, entdeckt eine Sicherheitslücke und klaut seiner Bank Millionen, die er mit einem ausgetüftelten COUP beiseite schafft. Er setzt sich nach Australien ab, aber seine Lebensgefährtin will ihm nicht folgen und setzt ihn unter Druck. Mit Daniel Michel, Tomasz Robak, Paula Kalenberg, Rocko Schamoni.

DER WEG NACH PADULIM, Regie: Annette Friedmann (D)
Nach der Trennung von seiner -Freundin Lisa muss der Künstler Jiri um seinen Sohn kämpfen. Er entführt ihn in seiner Verzweiflung ins Ausland. Am Ende kommt es zu einer Konfrontation, in der beide Eltern sich entscheiden müssen, eine für das Kind beste Lösung zu finden. Mit Roman Knižka, Annika Blendl, Maximilian Sterk, Walter Kreye.

DIE LÜGE, DIE WIR ZUKUNFT NENNEN, Regie: Dominik Graf (D)
Das Team von Kommissarin Bessie Eyckhoff soll ein Unternehmen überwachen, das im Verdacht steht, illegalen Insiderhandel an der Börse zu betreiben. Doch die Versuchung, aus den abgehörten Informationen selbst Profit zu schlagen, ist für manche ihrer Kollegen zu groß. Mit Verena Altenberger, Andreas Bittl, Wolf Danny Homann, Dimitri Abold.

DIE RÜDEN, Regie: Connie Walther (D)
In einer Haftanstalt arbeiten vier junge Strafgefangene unter Anleitung einer Hundetrainerin mit Hunden, die Menschen attackieren. Nur wenn Aggression stattfinden darf, so die Haltung der Trainerin, kann der ewige Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt unterbrochen werden. Doch wer therapiert wen? Die Männer die Hunde, Oder die Hunde die Männer? Oder am Ende die Männer und Hunde die Frau? Mit Nadin Matthews, Ibrahim Al-Khalil, Konstantin-Philippe Benedikt, Ali Khalil, Marcel Andrée.

FLUTEN, Regie: Georg Pelzer (D)
Jonas verliert seinen Job und schafft es nicht, seiner Freundin, die im Examensstress ist, die Wahrheit zu sagen. Er verstrickt sich immer mehr in Alltagslügen bis ihm allmählich die Kontrolle über die Ereignisse entgleiten. Mit Fabian Kloiber, Alissa Borchert, Tobias Schormann Tamara Theisen.

GASMANN, Regie: Arne Körner (D)
Bernd ist Nebendarsteller am St. Pauli Theater in Hamburg und kommt mehr schlecht als Recht über die Runden, auch mit seiner Freundin läuft es nicht so gut und für den kleinen Sohn hat er kaum Zeit. Als er eine „Hauptrolle“ angeboten bekommt greift er zu, ein Stück über zwei SS-Männer, die „Unerwünschte“ vernichten, ist die Rolle für ein Alptraum. Eine mysteriöse junge Frau wird Bernds einziger Lichtblick. Mit Rafael Stachowiak, Gala Othero Winter, Kristof van Boven, Harry Baer.

IM NIEMANDSLAND, Regie: Florian Aigner (D)
Der Film spielt in Berlin im Sommer 1990 und erzählt eine "Romeo und Julia"-Liebesgeschichte vor der historischen Umbruchsphase zwischen Mauerfall und deutscher Einheit. Die Mauer ist offen, die Deutsche Einheit ist in Vorbereitung, der Streit um den Umgang mit enteigneten Häusern ist in vollem Gange. In dieser Zeit voller Hoffnungen und Ängste erleben Katja aus West-Berlin und Thorben aus der DDR ihre erste große Liebe. Eine schwierige Liebe, denn ihre Eltern streiten erbittert um ein Haus in Kleinmachnow (DDR). Es geht um alte Wunden und neue Vorurteile. Mit Emilie Neumeister, Ludwig Simon, Andreas Döhler, Lisa Hagemeister.

KOPFPLATZEN, Regie: Savaş Ceviz (D)
Als die alleinerziehende Jessica mit ihrem 8-jährigen Sohn in die Nachbarwohnung von Markus, einem gutaussehenden Architekten, einzieht, entwickelt sich zwischen den dreien eine intensive Beziehung, die über das nachbarschaftliche hinausgeht. Doch wie lange kann Markus seine wahren Gefühle verheimlichen? Mit Max Riemelt, Oskar Netzel, Isabell Gerschke, Luise Heyer, Joel Basman.

LEBENDIG, Regie: Michael Siebert (D)
Sophie und Wolfram, beide Theaterschauspieler und unheilbar krank, wollen den Rest ihrer Zeit gemeinsam verbringen und dem Leben ein Ende setzen. Während sie auf die lebensbeendenden Medikamente einer Freundin waren, nimmt Sophie Wolfram durch ihre Kraft mit auf eine große Theaterbühne und durchlebt ihre größten Rollen noch einmal ... Mit Sophie von Kessel, Wolfram Rupperti, Ulrike Willenbacher.

VERA, Regie: Waldemar Oldenburger (D)
Vera, selbst depressiv und Drogen abhängig, hilft vereinsamten Menschen in den Freitod, dabei singt sie immer ein Schlaflied ihrer Kindheit. Ein Auftrag führt sie zur 80-jährigen Gerda, die das Lied erkennt und Vera ein Rätsel aufgibt, das eine Verbindung zu ihrer Familie herstellt. Als Gerdas Sohn zurück kommt und merkt, dass seine Mutter noch am Leben ist, droht die Situation zu eskalieren. Mit Amanda Da Gloria, Andras Wimberger, Astrid Polak, Nadja Sabersky.

1986, Regie: Lothar Herzog (D)
Elena ist Studentin in Minsk, Weißrussland. Sie hat eine intensive, aber zunehmend zerstörerische Liebesbeziehung mit Viktor. Als ihr Vater verhaftet wird, muss sie, um seine illegalen Geschäfte weiterzuführen, immer wieder in die gesperrte Zone von Tschernobyl fahren. Sie ist fasziniert von der trügerischen Schönheit – doch bald scheint ihr Leben kontaminiert von einer zerstörerischen Kraft... Mit Daria Mureeva, Evgeni Sngadzhiev, Vitali Kotovitski, Helga Filippova.

800 MAL EINSAM - EIN TAG MIT DEM DEUTSCHEN FILMEMACHER EDGAR REITZ, Regie: Anna Hepp (Dokumentarfilm, D)
Im Austausch der Generationen trifft der Mitunterzeichner des Oberhausener Manifestes und Wegbereiter des „Neuen Deutschen Films” auf eine Nachwuchsregisseurin. Der Film greift Fragen nach persönlicher Biografie bis zum Kinosterben auf und wird zur Liebeserklärung an das Filmemachen an sich.

ROLAND REBERS TODESREVUE, Regie: Roland Reber (D)
Was ist Leben? Ist es die Sehnsucht eines Liebenden, die Angst vor dem Altern, der rebellische Kampf für ein würdevolles Sterben oder die Jagd nach den meisten Klicks? Ist es vielleicht nur eine Show? Der Film malt ein vielschichtiges Bild vom Sein und reiht das tabuisierte Thema Tod wieder in den Kreislauf des Lebens ein. Mit Roland Reber, Marina Anna Eich, Eisi Gulp, Antje Nikola Mönning, Christian Buse, Wolfram Kunkel.

BITTE NACH MITTE! DIE SCHAUSPIELSCHULE ERNST BUSCH ZIEHT UM, Regie: Anne Osterloh (Dokumentarfilm, D)
Der Dokumentarfilm skizziert Wesen und Wirken, Geschichte und Gegenwart der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“. Er nimmt den Umzug der Schule 2018 zum Anlass, die Widersprüche von künstlerischen und ökonomischen Interessen im Berlin der Nachwendezeit und auch der Gegenwart einzufangen. Nach dem Ende der DDR drohte der Schule das Aus: Das Gebäude war baufällig, Berlin war pleite, die Suche nach einem neuen Standort drohte zu scheitern. Die Studierenden selbst erkämpften sich schließlich unter dem Motto „Bitte nach Mitte!“ den neuen Standort.
Im Laufe des Films rückt der Umzug immer weiter in den Hintergrund. Die Regisseurin, selbst Absolventin der „Ernst Busch“, zeigt, was die Hochschule noch heute zu einer der angesehensten Schauspielschulen macht. Sie porträtiert Lehrende und Lernende, die der Schule seit jeher ihr unverwechselbares Gesicht geben. Sie zeigt eine Institution mit Widerstandsgeist zu allen Zeiten ihrer Existenz. Schauspieler und Regisseur Leander Haußmann beschreibt das so: „Diese Schule hat sich tapfer und aufrecht durch alle Zeiten geackert.“

BUTENLAND, Regie: Marc Pierschel (Dokumentarfilm, D)
Als Milchbauer in dritter Generation versorgt Jan Gerdes auf seinem Hof im Norden Deutschlands dreißig Kühe und verkauft erfolgreich Biomilch und Käse. Doch er hadert mit seinem Gewissen, als er seine Kühe bei sinkender Milchleistung an den Schlachthof verkaufen muss. Nach Scheidung und Burnout trifft er den Entschluss, seinen Hof aufzugeben. An dem Tag, als alle Kühe zum Schlachthof gebracht werden sollen, fehlt der Platz für die letzten zwölf. Anstatt einen neuen Transport zu bestellen, fassen er und seine Partnerin Karin Mück den Entschluss, die Kühe auf dem Hof zu behalten.
Es ist die Geburtsstunde von Hof Butenland – dem ersten Kuhaltersheim Deutschlands. Auf Butenland leben viele ehemalige „Nutztiere“ auf Augenhöhe mit den Menschen – ohne jeglichen Nutzen erfüllen zu müssen. Ein friedliches Miteinander, das fast schon utopisch erscheint. Jan Gerdes und Karin Mück entwerfen mit ihrem Projekt ein radikales Gegenmodell zur Nutztierhaltung, bei dem die Bedürfnisse der Tiere im Mittelpunkt stehen, fernab jeglicher wirtschaftlicher Interessen.

DAS HAUS DER GUTEN GEISTER, Regie: Marcus Richardt & Lillian Rosa (Dokumentarfilm, D)
Der Film spürt dem besonderen Geist und Ethos an der Oper Stuttgart nach, der das Haus zu außergewöhnlichen Erfolgen und internationaler Anerkennung geführt hat. Bereits sieben Mal erhielt die Oper Stuttgart die von internationalen Kritikern aus Europa und den USA vergebene Auszeichnung ‚Opernhaus des Jahres‘, so häufig wie kein anderes Opernhaus weltweit. Dieser Erfolg ist umso überraschender, da das Haus unter der Intendanz von Jossi Wieler von einer in der Opernwelt wohl einzigartigen Arbeitsweise geprägt ist: Musiktheater als integratives Gemeinschaftswerk, das im offenen Dialog und auf Augenhöhe zwischen Machern, unterschiedlichen Gewerken im Haus und dem Publikum entsteht.

DAS PERFEKTE SCHWARZ, Regie: Tom Fröhlich (Dokumentarfilm, D)
echs Menschen offenbaren ihre eigene Interpretation vom perfekten Schwarz und ihre Suche danach. Eike Günther ist Astrophysiker und hat sich auf die Entdeckung erdähnlicher Planeten spezialisiert – das perfekte Schwarz kann er definieren, aber nie finden. Das Echo des Urknalls ist schließlich überall. Es ist der Moment, in welchem Menschen ihre Masken fallen lassen. Kurz nachdem Gerhard Wiesbeck diesen Satz beendet, färbt er sein Gegenüber mit der Tattoonadel schwarz. In den Tiefen unserer Ozeane, dort wo kein Licht hinfällt, gibt es Leben. Und Meeresbiologen wie Antje Boetius erforschen es. Die schwarze Tiefe ist ihr Zuhause.
Einige Synästhesisten können Farben mit Tönen verknüpfen. Katja Krüger hat diese Fähigkeit und als Musikerin kann sie das perfekte Schwarz hörbar machen. Dorothea Stockmar ist Künstlerin und ausgebildete Trauerbegleiterin. Sie sagt, das perfekte Schwarz ist viel wichtiger als Leben oder Tod, weil es allem die Kontur gibt. Dieter Kirchner hat ewige Jahre gesucht, bis er das Schwarz in einem Obsedianstein fand. Aus ihm entwickelte er eine Druckformel, die es unseren Augen erlaubt, Bilder in ihrer Wirklichkeit zu sehen. Was ist das perfekte Schwarz? Die Antwort darauf ist vielleicht die, dass es keine gibt.

DAS WUNDER VON TAIPEH, Regie: John David Seidler (Dokumentarfilm, D)
1981 lud Taiwan zu einer ersten Fußballweltmeisterschaft der Frauen ein – zu einer Zeit, als der DFB den Frauenfußball, der in Deutschland bis 1970 offiziell verboten war, mehr duldete als förderte. Da die Gründung einer Frauennationalmannschaft für den DFB nicht von Interesse war, ging die Einladung an die deutschen Rekordmeisterinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach. Die ehemaligen Spielerinnen erzählen im Film von den heute absurd anmutenden Bedingungen, unter denen sie für ihren großen Traum vom Fußball kämpften, gegen alle Widerstände und mit einer gehörigen Portion Humor. Ohne jede Unterstützung des DFB spielten sie vor hunderttausenden begeisterten Zuschauern in den WM-Stadien und live im taiwanesischen Fernsehen das Turnier ihres Lebens. Begleitet von historischem Filmmaterial – Zeitzeugnisse einer Männerwelt, die heute umso anachronistischer wirken – erzählt der Film eine Fußballgeschichte, in der es um viel mehr geht als sportlichen Erfolg, nämlich um Gleichberechtigung und Anerkennung.

Koproduktionen und internationale Spiel- und Dokumentarfilme.

THE BERLIN BRIDE, Regie: Michael Bartlett (D/USA)
In Anlehnung an die Stummfilmzeit - eine Geschichte fast ohne Worte, im Sinne von Poe und dem Berliner Fantasten E. T. A. Hoffmann. Zwei eigenwillige Berliner entdecken Teilstücke einer Schaufensterpuppe. Im Bann der Puppe und mit erschütternden Folgen überschreiten die beiden Finder die Grenzen des Möglichen. Eine surreale Vision sexueller Evolution und fehlgeleiteter Leidenschaft. Mit Miklos Koeniger, Henry Akina, Sushila Day, Michael Bartlett

DOMINO, Regie: Laleh Barzegar (IR/D)
Yalda hat lange versucht, ihre Ehe aufrechtzuerhalten. Schließlich gibt es keine andere Wahl, es bleibt nur noch die Scheidung und sie zieht wieder zu ihrer Familie. Doch diese akzeptiert die Scheidung nicht und Yalda muss sich von den Verwandten fernhalten. So intensiviert sich die Beziehung zu ihrem Kommilitonen Hamed. Mit Sonia Sanjar, Arash Afif, Keyvan Mohammadi, Farrokhmehr Keyvan, Mohammdreza Barzegar

SOHN MEINES VATERS, Regie: Jeshua Dreyfus (CH)
Am 60. Geburtstag seines Vaters Karl, der die Familie an einem Schabbat zusammenführt, möchte Simon seinen Eltern die neue Freundin vorstellen. Doch wie üblich sind diese mit ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigt und Karl offenbart seinem Sohn, dass er mit der neuen Sekretärin schlafe. Die Mutter spinnt eine Intrige und Simon verstrickt sich immer mehr im klebrigen Familiennetz. Mit Dimitri Stapfer, Dani Levy, Miriam Joya Strübel, Sibylle Canonica, Katja Kolm

DOUBLE PLUS FIFTEEN, Regie: Mikel Rueda (ES)
Ana wird bald 50. Auf dem Papier scheint ihr Leben perfekt: Ehemann, zwei Kinder, einen tollen Job und ein schönes Haus mit Garten. Was ist mit ihren Träumen passiert, mit ihren Sehnsüchten? Eines Tages begegnet sie dem Teenager Erik in einem Sex-Chat und sie beschließen, sich zu treffen... Mit Maribel Verdu, German Alcarazu

UN CONFINE INCERTO / NICHT DEIN MÄDCHEN, Regie: Isabella Sandri (D/I)
Ein junger Mann und ein Mädchen, gemeinsam mit dem Wohnmobil durch Süddeutschland. Rangeleien, verkleiden, tanzen, lachen – er Saatgutvertreter, sie sein Püppchen. Beim Essen im Restaurant fällt dem Wirt das seltsame Paar auf und die seltene Sprache der schüchternen Kleinen: Ladin. In Rom ermittelt Polizeikommissarin Milia Demetz im Cyberspace und ist einem Pädophilennetzwerk auf der Spur. Als sie in einem der anonymen Videos ein Mädchen entdeckt, ist sie sich bald sicher: Das lasziv abgelichtete Kind ist die mit fünf Jahren in Südtirol verschwundene Magdalena Senoner... Mit Cosmina Stratan, Moisè Curia, Anna Malfatti, Valeria Golino, Heio Von Stetten

LOVE MACHINE, Regie: Andreas Schmied (A)
Das schöne Loserleben des Musikers Georgy Hillmaier in der tingelnden Zwei-Mann-Band hätte weiterhin ruhig so dahingehen können. Wäre er nicht aus seiner Wohnung geflogen und der Bandkumpel durch plötzlichen Herztod gestorben. Georgy kommt bei seiner Schwester Gitti unter, die sich als Beautyberaterin und Waxing-Spezialistin verdingt. Nach anfänglicher Skepsis unterstützt sie ihn auch bei seiner neuen Geschäftsidee und beginnt, Georgy als Callboy an ihre Kundinnen zu vermitteln. Mit Thomas Stipsits, Claudia Kottal, Julia Edtmeier, Ulrike Beimpold, Barbara Schöneberger, Stefan Bernheimer, Adele Neuhauser

DEINE FARBE, Regie: Maria Diana Ventura (USA/D)
Karl und Albert kommen aus unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Sie verbindet die Sehnsucht, ihre Kleinstadtexistenz und ihr Land zu verlassen und nach Barcelona zu ziehen. Mit ihrem feinen Sinn für Humor und Provokation beschließen sie, ihre jugendlichen Abenteuer, ihre privaten Gespräche und Gefühle zu dokumentieren. Sie träumen davon, eines Tages ihre Leidenschaften öffentlich teilen zu können und so möglicherweise zur Stimme ihrer Generation zu werden. Als sie sich in der neuen Stadt niederlassen, realisieren sie, dass das Leben dort nicht so einfach ist. Ihr Widerstand gegen die Normalität entzweit die beiden und ihre Wege driften auseinander. Albert gerät in persönliche Nöte. Aber Stolz und Angst, seine Geheimnisse vor seinem engsten Freund zu offenbaren, treiben ihn an den Rand des Wahnsinns. Mit Jannik Schümann, Nyamandi Adrian, Juan Lo Sasso, Romina Küper, Maria Dragus.

ART OF WAITING, Regie: Erez Tadmor (Israel)
Liran und Tali, einem Paar um die Dreißig, das davon träumt, ein Kind zusammen zu bekommen, wird eines Tages gesagt, dass sie sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen müssen. Was auf den ersten Blick einfach erscheint, stellt sich dann als sehr komplex heraus. Sie entdecken, dass sie sich, um ein Kind zur Welt zu bringen, auf eine lange Reise voller Schwierigkeiten begeben müssen, die mit physischen und psychischen Schwierigkeiten einhergeht: mit familiärem Druck und natürlich der Herausforderung, die es für die Beziehung des Paares insgesamt darstellt. Wird ihre Liebe das aushalten?

AL-SHAFAQ – WENN DER HIMMEL SICH SPALTET, Regie: Esen Işik (CH)
Die Familie Kara, dominiert von dem Patriarchen und strenggläubigen Vater Abdullah, lebt schon lange in Zürich. Während ihr ältester Sohn Kadir und ihre Tochter Elif ihren Platz in der türkischen Familie wie auch der westlichen Welt gefunden haben, kämpft ihr jüngster Sohn Burak mit der fehlenden Anerkennung seines Vaters und seiner Suche nach einer Identität zwischen den Welten. Burak schwört der westlichen Welt ab und beginnt den Koran in das Zentrum seiner Weltanschauung zu stellen. Zunächst beeindruckt von der strenggläubigen Art ihres Sohnes merken Abdullah und Emine zu spät, dass Burak ihnen bereits entglitten und auf dem Weg in den heiligen Krieg ist. Der Vater macht sich auf, im türkisch-syrischen Grenzgebiet seinen Sohn zu suchen.

ASPROMONTE. LA TERRA DEGLI ULTIMI / LAND OF THE FORGOTTEN, Regie: Mimmo Calopresti (I)
Ende der 1950er Jahre stirbt in Africo, einem kleinen Dorf im Süden des Aspromonte-Tals, eine Frau bei der Geburt eines Kindes, weil ein Arzt nicht rechtzeitig ankommt. Keine Straße verbindet Africo mit anderen Dörfern. Nach dieser Tragödie lassen alle Bewohner Africos – einschließlich der Kinder – ihre gewohnten Tätigkeiten ruhen und bauen gemeinsam ihre eigene Straße. Die neue Lehrerin Giulia kommt aus dem Norden mit der Mission, die italienische Standardsprache zu unterrichten und so dazu beizutragen, Africo kulturell in den Rest des Landes einzubinden. Aber dabei hat sie mit dem lokalen Mafioso Don Totó zu kämpfen, der entschlossen ist, die Stadt abgeschnitten und somit unter seiner Macht zu halten.

DER BÜEZER, Regie: Hans Kaufmann (CH)
Der junge Bauarbeiter Patrick „Sigi“ Signer macht jeden Tag zuverlässig seinen Job, fühlt sich aber ein wenig einsam. Der Versuch, über Tinder eine Freundin zu finden, scheitert schnell. Und als er all seinen Mut zusammennimmt, eine Frau auf der Straße anspricht und sich als Werber ausgibt, bringt ihn das schon bald in Schwierigkeiten. Nur bei Walter, für den er ab und zu im Zürcher Milieu schwarz Kleinreparaturen erledigt, findet er ein offenes Ohr.

DEUX MOI / EINSAM ZWEISAM, Regie: Cédric Klapisch (F)
Rémy und Mélanie sind 30 Jahre alt und leben im gleichen Viertel in Paris, nur ein paar Schritte voneinander entfernt. Während Mélanie nach vielen Verabredungen den Glauben an die Liebe verloren hat, schafft es Rémy kaum, überhaupt erst ein Date zu bekommen. Sie leben nebeneinander her, ohne sich je zu begegnen und verirren sich dabei immer mehr in den Untiefen des modernen Großstadtlebens – und ohne es zu ahnen, bewegen sich beide doch in eine gemeinsame Richtung…

CHICHINETTE – WIE ICH ZUFÄLLIG SPIONIN WURDE, Regie: Nicola Alice Hens (Dokumentarfilm, D/F)
Mit 99 Jahren tourt die kleine weißhaarige Frau wie ein Rockstar durch die ganze Welt. Marthe Hoffnung Cohn ist ein Superstar der „“WWII-witnesses““. Sie hat Charakter und schnell verstehen wir, warum sie damals „Chichinette“ (Kleine Nervensäge) genannt wurde. Ihre Vorträge sind unterhaltsam und gespickt mit Pointen, mit Schlagfertigkeit und Charme fesselt Marthe ihr Publikum. Und mit ihrer unglaublichen Lebensgeschichte: Marthe Hoffnung, eine französische Jüdin aus Metz, die im Krieg ihren Verlobten und ihre Schwester verlor und 1945 entschied, als Spionin für die Alliierten in Nazi-Deutschland ihr Leben aufs Spiel zu setzen und für das Ende des Krieges zu kämpfen. Dann sprach sie 60 Jahre nicht über ihre unglaubliche Geschichte.
Der Film zeichnet, teils in animierten Bildern, einen beeindruckenden Lebensweg nach und beobachtet Marthe heute, wie sie mit der liebevollen Unterstützung ihres Mannes Major mit fast manischem Eifer die Welt bereist, um ihre Geschichte mit der jungen Generation zu teilen. Marthe Cohns Botschaft ist zugleich ihr Lebensmotto: „Es ist immer möglich, gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen, auch unter den schlimmsten Umständen“. Denn sie weiß: Viel Zeit bleibt ihr nicht.

DIE BURG, Regie: Hans Andreas Guttner (Dokumentarfilm, A)
Der Film zeigt ein Burgtheater, wie man es sonst nicht sieht. Wir sehen einen Mikrokosmos an Aktivitäten, die ineinandergreifen wie die Teile einer Maschinerie, die in all ihren Bereichen präzise funktionieren muss, um die theatrale Produktion am Laufen zu halten. Den verbindenden narrativen Faden bildet der Entstehungsprozess des Stücks GEÄCHTET von Ayad Akhtar, von der ersten Probelesung bis zur Premiere. Wir erleben die Intensität der Auseinandersetzung mit dem Material, die Vorbehalte und Selbstzweifel, aber auch die Reflexionen und Emotionen der Schauspieler, für die jede geglückte Inszenierung eine Verbesserung der Welt bedeutet. Hinter dem Pathos einer ehrwürdigen Tradition, dem Glanz und Elend der Aufführungen, erleben wir eine komplexe Arbeitswelt, mit Akteuren, die ihre spezialisierten Aktivitäten mit der Überzeugung ausüben, etwas Besonderes und Privilegiertes zu leisten.

DIE DOHNAL FRAUENMINISTERIN / FEMINISTIN / VISIONÄRIN, Regie: Sabine Derflinger (Dokumentarfilm, A)
Die Geschichte und die Geschichten der Frauen wurden über Jahrhunderte unterdrückt, nicht erzählt, vergessen… Johanna Dohnal war die erste Feministin in einer europäischen Regierung. Der Film setzt der Ikone der österreichischen Politik ein Denkmal und schafft damit eine Identifikationsfigur für heutige und nachfolgende Generationen. Wir finden uns in ihr wieder, in ihren Kämpfen, ihren Siegen, ihrem Scheitern. Ein Film gegen das Vergessen und für eine gleichberechtigte Zukunft.

Hofer Filmtage ehren Samir.

In ihrer diesjährigen Werkschau widmen sich die 53. Internationalen Hofer Filmtage dem irakisch-schweizerischen Filmemacher Samir. Damit würdigt man einen der vielseitigsten, engagiertesten europäischen Filmemacher. Gezeigt werden u.a.:

BAGHDAD IN MY SHADOW, Werkschau | Regie: Samir (CH)
Das Café ,Abu Nawas’ ist ein beliebter Treffpunkt für Exil-Irakis in London. Dort treffen ein gescheiterter Schriftsteller, eine untergetauchte Ehefrau und ein schwuler IT-Schwarzarbeiter auf einen fanatisch religiösen Jüngling, den Neffen des Schriftstellers. Aufgehetzt durch den radikal-islamistischen Prediger einer Hinterhofmoschee, wendet sich dieser gegen seinen Onkel und es kommt zum dramatischen Showdown.

CHRIS THE SWISS, Werkschau | Regie: Anja Kofmel | Produktion: Samir (Dokumentarfilm | HR, DE, FIN)
Kroatien, Januar 1992. Mitten in den Jugoslawienkriegen wird Chris, ein junger Schweizer Journalist, unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden. Zum Zeitpunkt des Todes trug er die Uniform einer internationalen Söldnergruppe. Anja Kofmel, seine Cousine bewunderte diesen stattlichen jungen Mann als kleines Mädchen. Als erwachsene Frau beschließt sie, seiner Geschichte nachzugehen und versucht zu verstehen, was Chris tatsächliche Beteiligung an diesem Konflikt war …


Die Bandbreite seines Schaffens umfasst nicht nur die Regie oder Kameraarbeit. Zudem ist er auch als Produzent und Förderer junger Talente tätig sowie als Autor und Schauspieler. Samir wird zu den Hofer Filmtagen anreisen und seine persönliche Auswahl an Filmen aus seinem umfangreichen Schaffen präsentieren. Er war bereits 1988 mit seinem Film „Filou“ und im Jahr 2005 mit „Snow White“ in Hof vertreten.

Samir wurde 1955 in Bagdad im Irak geboren und kam als Kind mit seinen Eltern während der 60er Jahre in die Schweiz. Er besuchte die Schule für Gestaltung in Zürich und absolvierte danach eine Lehre als Typograph. Danach folgte eine Ausbildung zum Kameramann. In den 80er Jahren begann er eigene Filme zu drehen. Inzwischen umfasst sein Werk eine Liste von mehr als 40 Kurz- und Langfilmen. Er realisierte nicht nur Projekte für das Kino, sondern arbeitete auch mit vielen TV-Sendern in Deutschland und der Schweiz zusammen.

1994 übernahm Samir mit dem Dokumentarfilmer Werner Schweizer die Produktionsfirma Dschoint Ventschr Filmproduktion, die als Talentschmiede in der Schweiz gilt.

Link: hofer-filmtage.com
Quellen: Hofer Filmtage | Filmecho | Zoom Medienfabrik

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Berliner Arbeitskreis Film e.V. am : Gewinner der 53. Hofer Filmtage 2019

Vorschau anzeigen
Max Riemelt wurde mit dem Filmpreis der Stadt Hof ausgezeichnet. Vom 22. bis zum heutigen 27. Oktober 2019 laufen die 53. Hofer Filmtage. (Wir berichteten hier.) Bereits am Freitagabend wurden die ersten Gewinner verkündet. Am Samstag folgte der »

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