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15. Filmfest Ludwigshafen - Festival des deutschen Films

Fast drei Wochen lang Open-Air-Kino auf der schönen Parkinsel am Rhein bei Ludwigshafen.

Nur für etwa 20 der rund 2.000 Filmfestivals weltweit gilt heute noch die Prämisse, den ökonomischen Wert neuer Filmware festzulegen zu können. Je bedeutender das Festival, desto höher steigen die Preise für die anschließende Vermarktung der Filmpremieren durch Filmrechtehändler und Verleiher.

Ludwigshafen gehört mit seinem Festival des deutschen Films noch nicht dazu. Es ist vielmehr ein Publikumsfestival, das die Filmkunst vom 21. August – 8. September 2019 zum 15. Mal gebührend feiert und dabei zahlreiche deutsche Premieren in zwei riesigen Kinosälen mit jeweils 1200 Sitzplätzen auf der schönen Parkinsel am Rhein unter freiem Himmel oder bei unbeständigem Wetter in großen Zelten zeigen kann.

Trotz eines gewissen Strukturwandels, ausgelöst von Netflix und Co. sowie von den TV-Anstalten befeuert, die kaum noch Filmkunst haben wollen oder fördern, sondern sich vornehmlich auf Serien stürzen, ist es ein Wunder wie das Publikum weiter seine Filmkunst-Festivals liebt und dies durch stetig steigende Zuschauerzahlen bezeugt.

Schade, dass die Filmförderungsanstalten dies aber kaum noch honorieren, sondern sich ebenfalls von der Filmkunst abwenden, hinzu den Streamingdiensten schielen und Massenware im Blick haben.

Schön wie auch Ellen Wietstock dies in ihrer neuen »black box«, dem filmpolitischen Dienst Nr.: 283 vom August 2019 bemerkt, dass Kinos als soziale Orte zwar schon mehr oder weniger heftige Krisen erlebt haben, aber die Zuschauer - trotz der Einführung des Fernsehens Mitte der 50er Jahre - letztendlich zum Kino mit seiner größeren Leinwand immer wieder zurückkehrten.

Speziell die Filmfestivals der neuen Art sind heute wieder zu einer Feier der kollektiven Erlebnisform des Films im Kino geworden. Filmfestivals bilden ein bedeutendes Gegengewicht zur zunehmenden Vereinsamung der Menschen vor den Bildschirmen. Es gibt heute keinen besseren Grund, ein Filmfestival zu machen, als diesen.

Als am 08. August 2019 die Vorverkaufsstellen für das 15. FESTIVALS DES DEUTSCHEN FILMS LUDWIGSHAFEN AM RHEIN öffneten, hatten sich bereits lange Schlangen gebildet. „Auch das Online-Angebot ist sehr gut angelaufen“, so Festivaldirektor Dr. Michael Kötz, der einen „außergewöhnlich guten Vorverkauf“ bestätigt. „Die Eröffnung war innerhalb von zwei Tagen in beiden Kinos komplett ausverkauft.“ Noch sind ausreichende Karten für alle anderen Vorstellungen verfügbar, aber „bei manchen Filmen wird es schon eng.“

Zur Eröffnung präsentieren die Schauspieler Andre Hennicke und Harald Schrott mit ihrem Regisseur Sven Bohse den Politthriller „Wendezeit“ als Premiere.

Karin Hanczewiski, Sebastian Fräsdorf und Godehard Giese werden dem Publikum für „Bruder Schwester Herz“ mit ihrem Regisseur Tom Sommerlatte Rede und Antwort stehen. Godehard Giese ist auch in „Totgeschwiegen“ zu sehen und wird diesen präsentieren.

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25 Filme laufen in der Reihe Stilbewusst erzählt:

In der Sektion STILBEWUSST ERZÄHLT präsentiert das Festival Filme, die auch in der Art ihres Erzählens selbstbewusst auf eine eigene Ästhetik achten. Diese Filme kommen einem nicht immer auf Anhieb vertraut vor, aber genau das macht sie manchmal unvergesslich.

25 KM/H, Regie: Markus Goller

ALL MY LOVING, Regie: Edward Berger

ANGRIFF AUF WACHE 08 (Tatort), Regie. Thomas Stuber

ATLAS, Regie David Nawrath

CRESCENDO#makemusicnotwar, Regie. Dror Zahavi

DAS SCHÖNSTE PAAR, Regie: Sven Tadicken

DIE GUTEN UND DIE BÖSEN (Tatort), Regie:. Petra K. Wagner

ES GEHT EIN DUNKLE WOLK HEREIN, Regie: Oliver Wörner

ES GILT DAS GESPROCHENE WORT, Regie: Ilker Catak

GUNDERMANN, Regie: Andreas Dresen

HERZJAGEN, Regie: Elisabeth Scharang

IM SCHATTEN DER ANGST, Regie: Till Endemann

LARA, Regie: Jan-Ole Gerster

NACHTS BADEN, Regie: Ariane Zeller

NOW OR NEVER, Regie: Gerd Schneider

NUR EINE FRAU, Regie: Sherry Hormann

SAG DU ES MIR, Regie: Michael Fetter Nathansky

TAGE DES LETZTEN SCHNEES, Regie: Lars-Gunnar Lotz

TOTGESCHWIEGEN, Regie: Franziska Schlotterer

UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT, Regie: Bernd Böhlich

UND WER NIMMT DEN HUND?, Regie. Rainer Kaufmann

VERLOLRNE, Regie: Felix Hasenfratz

WAS UNS NICHT UMBRINGT, Regie: Sandra Nettelbeck

WIR WÄREN ANDERE MENSCHEN, Regie: Jan Bonny

ZEIT DER WÖLFE – Spreewaldkrimi, Regie: Pia Strietmann

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In der Reihe „Weltkino. Internationaler Film“ laufen 13 Filme.

Auch wenn sich Ludwigshafen mit dem „Festival des deutschen Films“ der Filmkunst des eigenen Landes verschrieben hat, so hat es trotzdem auch eine ganz besondere Verantwortung im Hinblick auf den Themenbereich „Heimat & Fremde“, „Zuwanderung“ und „Weltbürgerschaft“. Das Festival ist der Überzeugung, dass es wichtig ist, die eigene Kultur zu schätzen und zu pflegen, aber dennoch die Welt erleben zu können, ohne verreisen zu müssen.

Es gibt eine Möglichkeit, mit großer Intensität den Lebensalltag in fremden Kulturen, Schicksale in anderen Ländern, so mitzuerleben, als wäre man selbst dabei gewesen. Diese Möglichkeit bietet die Filmkunst wie kaum eine andere. 13 Filme hat das Festival dafür ausgewählt – aus vielen Hundert.

A TALE OF THREE SISTERS – Eine Geschichte von drei Schwestern, Regie: Emin Alper

ANGEL, Regie. Koen Mortier

BIRDS OF PASSAGE – DAS GRÜNE GOL DER WAYU, Regie: Cristina Gallego/Ciro Guerra

CAPANAUM – Stadt der Hoffnung, Regie: Nadine Labaki

DANTZA, Regie: Telmo Esnal

FORTUNA, Regie: Germinal Roaux

IT MUST MAKE PEACE, Regie: Paul R. Chandler/Brian David Melnyk

JULIA BLUE, Regie: Roxy Toporowych

NETEMO SAMETEMO, Regie: Ryusuke Hamaguchi

OUT OF PARADISE, Regie: Batbayar Chogsom

RAFIKI, Regie: Wanuri Kahiu

SOFIA, Regie: Meryem Benm’Barek-Alїsi

VAI, Regie: N.Whippy/O.Guttenbeil-Likiliki/M.Freshwater/A.Aumua/M.George/M.McCartney/D.Fuemana & B. Afahanga

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In der Reihe „KLASSISCH ERZÄHLT“ laufen 19 Filme.

Auf hohem Niveau in der vertrauten Weise erzählt, befinden sich in dieser Sektion zu Herzen gehende Geschichten oder auch humorvoll witzige Filme und Filme mit thematisch brisanten Themen. Auch dokumentarische Filme sind dabei.

A GSCHICHT ÜBER D´LIEB, Regie: Peter Evers

BILLY KUCKUCK – EINE GUTE MUTTER, Regie: Thomas Freudner

BOROWSKI UND DAS HAUS AM MEER (Tatort), Regie. Niki Stein

DAS ENDE DER WAHRHEIT, Regie: Philipp Leinemann

DER ORT, VON DEM DIE WOLKEN KOMMEN (Polizeiruf 110), Regie: Florian Schwarz

DER TRAFIKANT, Regie: Nikolaus Leytner

ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN – MARIO ADORF, Regie: Dominik Wessely

EVAS LETZTER GANG (Unter Verdacht), Regie: Andreas Herzog

FLUCHT DURCHS HÖLLENTAL, Regie: Marcus O. Rosenmüller

FOLLOW THE RIVER – SEARCHING FOR FREEDOM IN ALASKA, Regie: Tilo Mahn

GLORIA, DIE SCHÖNSTE KUH MEINER SCHWESTER, Regie: Ingo Rasper

HIWWE WIE DRIWWE, Regie: Christian Schega / Benjamin Wagner

ICH WILL DICH, Regie: Rainer Kaufmann

LEONESSA (Tatort), Regie: Connie Walther

LIEBE VERJÄHRT NICHT, Regie: Sebastian Hilger

MEIN SCHWIEGERVATER, DER CAMPER, Regie: Holger Haase

THE WHALE AND THE RAVEN, Regie: Mirjam Leuze

WEIL DU MIR GEHÖRST, Regie: Alexander Dierbach

WENDEZEIT, Regie: Sven Bohse (Eröffnungsfilms)

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9 Filme werden in der Sektion EIGENWILLIG ERZÄHLT gezeigt.

In der Sektion EIGENWILLIG ERZÄHLT zeigt das Festival anspruchsvolle neue deutsche Filmwerke, bei denen der Wunsch sehr individuell und eigenwillig zu erzählen und dabei auch neue Formen zu suchen, eindeutig ebenso wichtig ist wie ein guter Inhalt. Dennoch sind auch diese Filme keineswegs so experimentell, dass man sie nicht mehr verstehen würde. Aber sie verlangen Neugier.

ALL I EVER WANTED, Regie: Annika Blendl / Leonie Stade

BRUDER SCHWESTER HERZ, Regie: Tom Sommerlatte

DER GEBURTSTAG, Regie: Carlos A. Morelli

DIE EINZELTEILE DER LIEBE, Regie: Miriam Bliese

ELECTRIC GIRL, Regie: Ziska Riemann

FRAU STERN, Regie: Anatol Schuster

LYSIS, Regie: Rick Ostermann

STILLSTEHEN, Regie: Elisa Mishto

SYSTEMSPRENGER, Regie: Nora Fingscheidt

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Regiepreis Ludwigshafen 2019 für Rainer Kaufmann.

Aus Anlass einer Preisvergabe für Rainer Kaufmann zeigt das Festival seinen aktuellen Film „Und wer nimmt den Hund?“ mit Martina Gedeck, Ulrich Tukur, Lucie Heinze, Angelica Thomas u.v.a.m. am Freitag, den 30. August 2019 um 20:00 Uhr in Kinozelt 1 als Galavorführung.

Hier der Trailer:

Im Anschluss findet um 22:00 Uhr ein öffentliches Bühnengespräch mit Rainer Kaufmann statt. Rainer Kaufmann folgt damit auf Hans Weingartner, der den damals neu geschaffenen Regiepreis 2018 erhielt.

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Der „Preis für Schauspielkunst“ für Bjarne Mädel.

Bjarne Mädel ist ein echter Solitär unter den Schauspielern des Landes. Mit seinen staunend geöffneten Augen symbolisiert er eine jungshaft-lässige Variante des Mannseins. Ein Held ohne Heldentum und dennoch mit einer beeindruckenden Präsenz.

Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 1. September 2019 um 19:00 Uhr vor 2.500 Gästen in zwei Kinozelten zeitlich statt. Im Anschluss an die Verleihung zeigt das Festival „25 km/h“ von Regisseur Markus Goller, ein abenteuerlich-komisches Road-Movie mit zwei Hauptdarstellern, die es krachen lassen.

Hier der Trailer:

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Der „Preis für Schauspielkunst“ geht an Julia Koschitz.

Mit Julia Koschitz zeichnet das 15. Festival des Deutschen Films Ludwigshafen am Rhein eine Repräsentantin des jungen deutschen Films aus, eine „Verwandlungskünstlerin“, wie Festivaldirektor Dr. Michael Kötz sie beschreibt.

Die Preisverleihung findet am Mittwoch, den 4. September 2019 um 19:00 Uhr vor 2.500 Gästen in zwei Kinozelten zeitlich statt. Im Anschluss an die Verleihung zeigt das Festival den österreichisch-deutschen Fernsehfilm „Im Schatten der Angst“ von Till Endemann, ein psychologischer Thriller mit fast unheimlichen Tiefgang, ein Seelenduell zwischen Täter und Opfer.

Der TV-Film lief zuerst auf dem Filmfest Emden-Norderney im Juni 2019, ist aber offiziell nicht im Kino zu sehen, sondern nur als DVD & Blu-ray erhältlich. Deshalb gibt es auch keinen Kinotrailer.

Im Anschluss an die Filmvorführung findet mit Julia Koschitz und Festivaldirektor Dr. Michael Kötz traditionell ein öffentliches Bühnengespräch statt.

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Ludwigshafener Filmkunstpreis - einzigartige Sonderform.

Der Ludwigshafener Filmkunstpreis ist eine Sonderform aus Kinofilmen und Mischform aus Kino-Fernsehen, aber auch reinen Fernsehproduktionen. Entscheidend ist allein die ästhetische Qualität der Filme über die eine dreiköpfige Fachjury entscheidet.

Der Preis ist seit diesem Jahr mit 30.000 € dotiert – 10.000 an die Regie, 10.000 € an die Produktion und 10.000 € an den Kinofilmverleih des Preisträgers.

Link: www.festival-des-deutschen-films.de

Quellen: Zoom Medienfabrik | black box | Filmfest Ludwigshafen

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