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Devid Striesow verkörpert Hape Kerkeling

Hape Kerkeling im Interview zur aktuellen Verfilmung seines Bestsellers.



Es gibt wohl kaum einen anderen Tag an dem die christlichen Kirchen in Deutschland so gut besucht sind, wie am Heiligabend. Manchmal bilden sich vor die Türen der Gotteshäuser sogar richtig große Menschenschlangen, wie bei einer Kinopremiere. In einer Großstadt wie Berlin gibt es aber noch ein anderes Phänomen. Auch viele Kinos sind am 24. Dezember gut besucht und oftmals schon Wochen zuvor ausgebucht. Übertragen wird nicht etwa die Heilige Messe aus dem Petersdom auf der großen Kinoleinwand. Vielmehr sind es besondere Kinopremieren und Previews, die zahlreiche Lichtspieltheater für einsame Menschen, für die Singles der Großstadt, oder für traute Zweisamkeit, schon seit Jahren mit großem Erfolg und meist großem Buffet anbieten.

Wir brauchen die Kinovorführungen gar nicht mehr zu bewerben. Im Berliner Filmtheater am Friedrichshain oder im Kino International der York-Kino-Gruppe gibt es schon seit Wochen keine Karten mehr für die Sonderveranstaltung am Heiligabend. Alles ist restlos ausverkauft. In diesem Jahr fällt der 24. Dezember zudem auf einen Donnerstag. Jenen Tag in der Woche, an dem neue Filme regulär bundesweit gestartet werden. Da diesmal der 24.12.2015 jedoch ein ganz besonderer Tag ist, kommt auch ein ganz besonderer Film in die Kinos. "Ich bin dann mal weg..." ist die Verfilmung eines Reiseberichts des deutschen Entertainers Hape Kerkeling, einem auch hier bei Amazon erhältlichen Bestseller nach den Erfahrungen seiner Reise auf dem Jakobsweg, der die Erlebnisse seiner Pilgerreise im Jahr 2001 von St.-Jean-Pied-de-Port in den französischen Pyrenäen nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens schildert. Hier der Trailer mit Devid Striesow als Hape Kerkeling in der Hauptrolle sowie mit Martina Gedeck und Karoline Schuch:



In sechs Wochen will der beliebte Spaßmacher allein mit sich und seinem elf Kilo schweren Rucksack über die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, durch das Baskenland, Navarra und Rioja bis nach Galicien zum Grab des heiligen Jakob wandern. Warum Hape Kerkeling heute kaum noch im Fernsehen zu sehen ist und warum er sein Buch nicht selbst verfilmt hat, dazu nimmt er in einem exklusiv Interview in HÖRZU Stellung.

Hape Kerkeling : "Heute kann man im Fernsehen keine Qualität mehr abliefern, wie ich sie mir wünsche".
Hape Kerkeling hat sich von der großen Showbühne verabschiedet. Zur Verfilmung seines Bestsellers "Ich bin dann mal weg" unter Julia von Heinz' Regie, der am 24. Dezember 2015 in den Kinos startet, gab er HÖRZU ein großes Interview.

Hape Kerkeling hat jede Drehbuchfassung gesehen und jedes Castingvideo der Schauspieler. "Ich war sehr nervös, als ich den Film das erste Mal gesehen habe", sagt der Autor. "Er beginnt mit einem kurzen Offtext, den Devid Striesow spricht. Das ist der Originaltext aus meinem Buch, und ich war der festen Überzeugung, das sei meine Stimme. Insofern hatte Devid mich schon in der ersten Minute, weil ich dachte, er wäre ich. Mehr kann man nicht wollen." Keine Sekunde habe er darüber nachgedacht, sich selbst zu spielen. Fünfzehn Jahre sei es her, dass er sich auf den Jakobsweg begeben habe. Er sehe sich außerstande, mit 51 sein 36-Jähriges Ich darzustellen.

Er sei vor dieser Filmpremiere aber entspannter als bei seinen eigenen Produktionen: "Wenn ich in meine Filme gehe, weiß ich schon, dass ich mit einer Fresse rauskomme, weil ich es wieder nicht geschafft habe, so überzeugend zu spielen, dass auch ich begeistert bin als mein kritischster Zuschauer. Ich bin noch nie aus einer Vorführung, in der ich die Hauptrolle spielte, rausgegangen und habe gesagt: ,Toll!' Sondern: ,Na ja, geht so.' Das ist frustrierend. Es kann sogar körperlich richtig weh tun."

Zur Entscheidung, sich von der großen TV-Bühne zu verabschieden, sei es nicht auf dem Jakobsweg gekommen, sondern an seinem ersten Tag in einem TV-Studio im Jahr 1984. Er habe gedacht: "Auf was habe ich mich denn da eingelassen? Die sind ja alle komplett irre! Ich bin in einem Job gelandet, in dem ich von Irren und Wahnsinnigen umgeben bin, von Tyrannen, Narzissten, Drogenabhängigen, Alkoholsüchtigen. Was soll ich hier? Das habe ich 30 Jahre lang ausgehalten. Irgendwann ist dann auch mal gut."

Die Arbeit beim Fernsehen habe er als sehr anstrengend empfunden. "Als ich anfing, war es Haute Couture. Man hat sich Zeit genommen. Vier Wochen für die Vorbereitung, eine für die Probe. Heute ist es Prêt-à-porter. Man hat einen Tag Vorbereitung und einen halben Tag Probe. Es hat auch seinen Reiz, so spontan sein zu müssen. Aber man kann unter diesen Umständen keine Qualität mehr abliefern, wie ich sie mir wünsche. Das ist einer der Hauptgründe für meinen Abschied. Abgesehen davon: Der Druck ist enorm. Man muss funktionieren, diszipliniert sein, immer die Nerven beieinander haben. Diesen Moment des Schwächelns, den man sich in dieser Situation nicht erlauben könnte, möchte ich bei mir nicht erleben."

Das ganze Interview mit Hape Kerkeling erschien am 18. Dezember 2015 in HÖRZU.

Devid Striesow ist ein viel gefragter Schauspieler, der 1999 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin zusammen mit Lars Eidinger, Maria Simon, Nina Hoss, Mark Waschke und Fritzi Haberlandt seinen Abschluss absolvierte. Seit 2013 tritt Striesow für den Saarländischen Rundfunk als Hauptkommissar Jens Stellbrink in der Krimireihe Tatort auf. 2014 wirkte er in insgesamt sechs Spielfilmen mit. Darunter in "Zeit der Kannibalen" und "Wir sind jung. Wir sind stark".

Bereits am 4. Februar 2015 startet ein neuer Film mit ihm. In dem Schweizer Drama "Nichts passiert" von Micha Lewinsky verstrickt er sich als fürsorglicher Familienvater immer tiefer in kleine Lügen und Ausreden, die letztendlich zur Katastrophe führen. Hier der Trailer:



Der Film wurde schon auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt. Unter anderem in Zürich, den Hofer Filmtagen und beim Kinofest Lünen, dem Festival für deutsche Filme.

Web: www.funke-medien.de
Quellen: ots -news aktuell | HÖRZU - Funke Medien | rische & co pr

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