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Weitere Infos von der 65. Berlinale 2015

Dieter Kosslick bleibt bis 2019 Berlinale-Direktor.



Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den Vertrag des Berlinale-Direktors bis zum 31. Mai 2019 verlängert. Dieter Kosslick leitet als künstlerischer Direktor und Geschäftsführer seit Mai 2001 die Internationalen Filmfestspiele Berlin. Er hat das Festival um zahlreiche Neuerungen und Initiativen erweitert, das Wachstum des European Film Market vorangetrieben und den deutschen Film auf der Berlinale fest verankert.

"Es ist schön, dass ich noch weitere fünf Jahre das Profil der Berlinale mitgestalten kann. Ich danke Staatsministerin Monika Grütters, den Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat der KBB [Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH] für die große Unterstützung und das Vertrauen in meine Arbeit", kommentierte Dieter Kosslick seine Vertragsverlängerung.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Moritz de Hadeln versucht Dieter Kosslick den deutschen Film auch im Hauptprogramm des Festivals fest zu verankern. Das geht natürlich nur, wenn herausragende Werke aus deutschen Landen dem Festival als Weltpremiere zur Verfügung stehen. Seine engen Kontakte zur deutschen Filmwirtschaft zahlen sich hierbei aus.

In diesem Jahr ist Andreas Dresen nach erfolgreichen Ausflügen in Cannes, zurück auf der Berlinale, in dessen Wettbewerb er einst bereits „Nachtgestalten“ und „Halbe Treppe“ präsentiert hatte. Der Wettbewerbsjuror von 2013 und Dozent an der Filmuniversität Babelsberg "Konrad Wolf" präsentiert diesmal die Verfilmung von Clemens Meyers Leipzig-Roman „Als wir träumten“ von 2006. Das Debüt des damals 29-Jährigen erzählt von vier jugendlichen Kleinkriminellen, die im Leipzig der Nachwendejahre nachts um die Häuser ziehen. Mit den Schauspielern Merlin Rose, Julius Nitschkoff, Joel Basman, Marcel Heuperman, Frederic Haselon und Ruby O. Fee verpflichtete Dresen im Filmgeschäft noch weithin unbekannte Namen.

Das internationale Publikum wird hingegen besonderes Interesse an dem neuen Terrence Malick Film „Knight of Cups“ haben. 2011 lief in Cannes sein Meisterwerk "The Tree of Life" mit Brad Pitt, für das er die Goldenen Palme bekam. Auch diesmal hat Malick wieder Stars wie Cate Blanchett, Natalie Portman und Christian Bale im Aufgebot.

Gleiches gilt für Kenneth Branaghs Realverfilmung des Aschenputtel-Stoffs „Cinderella“: Zum Cast gehören unter anderem nochmals Cate Blanchett sowie Richard Madden, Stellan Skarsgård und Helena Bonham Carter. Ebenfalls starbesetzt ist Andrew Haighs „45 Years“, mit Charlotte Rampling und Tom Courtenay.

Berlinale-Retrospektive würdigt "100 Jahre Farbfilm by Technicolor"
Stars sind auch in der Retrospektive zu sehen. Ein Wiedersehen kann u.a. mit Cyd Charisse und Gene Kelly in "Singin' in the Rain" gefeiert werden. Diesmal wird ein "opulentes Farbspektakel" versprochen. Gezeigt werden rund 30 Filme aus den Anfängen des Technicolor-Farbfilm-Verfahrens bis ins Jahr 1953, als der Boom des konkurrierenden Farbnegativfilms zu boomen begann. Hier ein Trailer:



Das Verfahren war 1915 von den Erfindern Herbert T. Kalmus, Daniel Comstock und W. Burton Wescott entwickelt worden, feiert also im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag. Zunächst als Zwei-Farben-Verfahren konzipiert, wurden ein roter und ein grüner Filter eingesetzt, um einen Film aufzuzeichnen und zu projizieren. 1932 kam noch ein Blaufilter hinzu, so dass erstmals das gesamte Farbspektrum wiedergegeben werden konnte.

"Das lodernde Rot des Südstaatenhimmels in 'Vom Winde verweht' oder das ekstatische Gelb der Regenmäntel in 'Singin' in the Rain' - dramaturgisch überhöhte Farbspiele waren damals eine Sensation. Im Zusammenwirken des Technicolor-Verfahrens mit kulturellen und ökonomischen Strömungen entstanden große Filmkunstwerke, die auch heute noch das Publikum begeistern", erklärt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

Rainer Rother, Leiter der Retrospektive und Direktor der Deutschen Kinemathek, ergänzt: "Der Kooperation mit dem George Eastman House in Rochester ist es zu danken, dass wir Filmkopien aus einer der weltweit größten und besterhaltenen Sammlungen von Technicolor-Filmen präsentieren können - und dies von der Originalkopie bis zu modernen Farbfilmkopien. Dank der Unterstützung weiterer Filmarchive und -studios zeigen wir auch zahlreiche restaurierte Fassungen."

Neben den von Kosslick genannten Filmen werden im Rahmen der Retrospektive u.a. Richard Boleslawinskis "Der Garten Allahs", George Sidneys "Die drei Musketiere", Victor Flemings "Der Zauberer von Oz", Howard Hawks' "Blondinen bevorzugt", King Vidors "Duell in der Sonne" und John Fords "Der Teufelshauptmann" zu sehen sein.

Berlinale Classics: Ian Flemings "Goldfinger" als Digitalfilmpremiere.
Auch das Berlinale Classics Programm, das seit zwei Jahren im Rahmen der Retrospektive der Internationalen Filmfestspiele Berlin gezeigt wird, glänzt in neuen Farben. Hochwertig restaurierte Filme und Rekonstruktionen in neu bearbeiteter digitaler Fassung bilden die Basis für dieses Forum, das eng mit nationalen und internationalen Filmpartnern kooperiert, die sich besonders für die digitale Restaurierung von Filmklassikern einsetzen.

Neben drei deutschen Filmen, dessen aufwändige Restaurierung das Publikum begeistern soll, wird die Reihe 2015 durch zwei internationale Produktionen ergänzt: Als eines der Highlights des Berlinale-Classics-Programms wird "Goldfinger", der wohl bekannteste Film aus der James-Bond-Reihe aus dem Jahr 1964, in den Hauptrollen Sean Connery und Gert Fröbe, in einer internationalen Erstaufführung der digital restaurierten Fassung im Vorführformat 4K DCP präsentiert. Für die Restaurierung zeichnen die Eon Productions Ltd., London und die Metro-Goldwyn-Mayer-Studios (Beverly Hills/CA) verantwortlich. Sir Ken Adam, zweimaliger Oscar-Gewinner und Production Designer des Films, dem auch die derzeit laufende Sonderausstellung „Bigger Than Life“ der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen in Berlin gewidmet ist, wird Goldfinger persönlich vorstellen. Hier der Trailer:



Ebenfalls läuft Richard Brooks’ Film "In Cold Blood" (Kaltblütig) von 1967 bei den Berlinale Classics als Weltpremiere in der digital restaurierten 4K Fassung. Der Spielfilm entstand nach der gleichnamigen Romanvorlage von Truman Capote und rekonstruiert die wahren Ereignisse eines Mordfalls in den USA. Die digitale Restaurierung, basierend auf dem Originalnegativ des Werks, ist im Auftrag von Sony Pictures Entertainment bei Colorworks, Los Angeles, entstanden.

Zum Auftakt der Berlinale-Classics-Reihe wurde schon am gestrigen 6. Februar 2015 der deutsche Stummfilmklassiker "Varieté" von E. A. Dupont in der von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung neu erstellten digitalen Fassung uraufgeführt. Die neue Filmmusik hat Martyn Jacques, künstlerischer Leiter der Kultband »The Tiger Lillies« geschrieben. Die Band spielte die Fassung live bei der Premiere ein. "Varieté" ist ein Eifersuchtsdrama im Zirkusmilieu, mit dem späteren und ersten Oscar-Preisträger Emil Jannings als Hauptdarsteller. Der Film zählt zu den deutschen Filmklassikern der Stummfilmära.

Weitere deutsche Weltpremiere in dieser Reihe ist "Jahrgang 45". Darin beschreibt Regisseur Jürgen Böttcher das Lebensgefühl junger Menschen im Prenzlauer Berg der 60er Jahre. Der einzige Spielfilm des Dokumentarfilmers Böttcher war der letzte und ungewöhnlichste in der Reihe der sogenannten „Plenumsfilme“ der DEFA. Das elfte Plenum des Zentralkomitees der SED, das sich 2015 zum 50. Mal jährt, führte zum umfassendsten Filmverbot der deutschen Kinogeschichte: 1965/66 wurden zwölf DEFA-Spielfilme und damit fast eine ganze Jahresproduktion verboten. "Jahrgang 45" wurde 1966 zwischen Roh- und Feinschnitt abgebrochen und eingelagert. Die digitale Restaurierung unter maßgeblicher Beteiligung von Kameramann Roland Gräf wurde 2014/15 durch die DEFA-Stiftung in einem kompletten 4K-Workflow realisiert.

Dritter im Bunde ist das Spielfilmdebüt "9 Leben hat die Katze" von Ula Stöckl. 1968 errang sie damit die Aufmerksamkeit der internationalen Filmszene und war auf zahlreichen Filmfestivals präsent. Ihr Film über fünf Frauen behandelt die Frage, ob und wie weibliche Emanzipation in einer männlich geprägten Gesellschaft überhaupt gelingen kann, und gilt als Meilenstein der feministischen Filmgeschichte in Deutschland. Ursprünglich in Techniscope gedreht und im Technicolor-Druckverfahren (Dye Transfer) kopiert, wurde der Film nun von der Deutschen Kinemathek auf Basis des Originalnegativs neu bearbeitet.

Auch das Forum überrascht mit einer Neufassung
Überhaupt nicht digital bearbeitet, aber dennoch sehr spannend neu geschnitten, überrascht das Forum mit einem Dokumentarfilm aus dem Jahr 1998/99 über die aussterbende Zunft der Fischerleute auf den entlegenen Azoren in der Mitte des Atlantiks. Anstelle der ursprünglichen, verfremdeten kurzen Fernsehfassung, die nur einmal gesendet wurde, haben die portugiesischen Filmemacher Joaquim Pinto und Nuno Leonel das Material noch einmal gesichtet und völlig neu zu einem 103 Minuten langen Werk, liebevoll angeordnet. Zu sehen ist in "Rabo de Peixe" (Fish Tail) eine vergangene Ära, die es längst nicht mehr gibt.

Link: www.berlinale.de
Quellen: Blickpunkt:Film | 3sat | filmecho

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