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Filmkomponist leitet die Mostra-Jury in Venedig

71. Mostra internazionale d’arte cinematografica di Venezia.



Das Programm der 71. Filmfestspiele von Venedig wird mit "Birdman or The Unexpected Virtue of Ignorance" des Mexikaners Alejandro González Iñárritu eröffnet. Der Film mit Michael Keaton in der Hauptrolle - als unverkennbares Symbol eines alternden Superhelden, einem Ex-Star, der ein Theatercomeback plant und sich dabei mit seiner Familie überwirft - feiert am 27. August 2014 seine Weltpremiere am Lido und konkurriert im Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Hier der Trailer:



Mit dabei ist auch Fatih Akin mit seinem neuen Film "The Cut". Damit ist Akins Werk der einzige rein deutsche Beitrag im Wettbewerb mit Chancen auf den Goldenen Löwen.

Ursprünglich war der Film für das 67. Festival de Cannes vorgesehen. Der deutsch-türkische Regisseur aus Hamburg zog den Film jedoch in letzter Minute aus persönlichen Gründen zurück und kündigte an, dass der Film im Herbst auf einem anderen Festival anlaufen wird, wie wir am 13. Mai 2014 in unserem Vorbericht zum Internationalen Filmfestival in Cannes schrieben. Weiter spekuliert werden durfte, ob "The Cut" beim 62. Film Festival in San Sebastián im September zu den auserwählten deutschen Beiträgen zählt, oder bereits auf der 71. Mostra Ende August in Venedig in Venedig zu sehen sein wird. Hier der Trailer:



"THE CUT" ist Epos, Drama, Abenteuerfilm und Western zugleich und handelt vom Bösen im Menschen, davon, was wir anderen Menschen antun. Obwohl der Film die Welt vor 100 Jahren beschreibt, ist er brandaktuell, denn er erzählt von Krieg und Vertreibung. Aber auch von der Kraft der Liebe und der Hoffnung, die uns Unvorstellbares leisten lässt.

Im Jahre 1915 treibt die türkische Gendarmerie eines Nachts alle armenischen Männer zusammen. Auch der junge Schmied Nazaret Manoogian wird von seiner Familie getrennt. Nachdem es ihm gelingt, den Horror des Völkermordes zu überleben, erreicht ihn Jahre später die Nachricht, dass auch seine Zwillingstöchter am Leben sind. Besessen von dem Gedanken, sie wiederzufinden, folgt er ihren Spuren. Sie führen ihn von den Wüsten Mesopotamiens über Havanna bis in die kargen, einsamen Prärien North Dakotas. Auf seiner Odyssee begegnet er den unterschiedlichsten Menschen: engelsgleichen und gütigen Charakteren, aber auch dem Teufel in Menschengestalt.

Nun wissen wir es also ganz genau und Akins 138-Minuten-Western, der Abschluss seiner Trilogie über „Liebe, Tod und Teufel“, läuft im Wettbewerb um den Goldenen Löwen bei den 71. Filmfestspiele Venedig, die vom 27. August - 6. September 2014 im Rahmen der Biennale di Venezia wieder auf dem Lido, der vorgelagerten Lagune Venedigs, stattfinden. Die 1932 begründeten Internationalen Filmfestspiele Venedig (italienisch Mostra internazionale d'arte cinematografica di Venezia) sind Bestandteil der Biennale für zeitgenössische Kunst. Seit 2012 ist Alberto Barbera als Nachfolger von Marco Müller Direktor der Filmfestspiele.

Zu den weiteren 20 Löwen-Anwärtern zählen Abel Ferraras Biopic „Pasolini“ mit Willem Dafoe, Joshua Oppenheimers „The Look of Silence“, der Nachfolgefilm zu seiner Doku „The Act of Killing“, Werke von David Gordon Green, Roy Andersson, Andrej Kontschalowski, Mario Martone und vier französische Filme, darunter „Three Hearts“ von Benoit Jacquot, mit Charlotte Gainsbourg, Chiara Mastrioanni und Catherine Deneuve. Aus China ist "Beijing Bicycle“-Regisseur Wang Xiaoshuai mit dem Thriller „Red Amnesia“ dabei, aus Japan Shinya Tsukamoto.

Außerdem wird als Co-Produktion aus Deutschland mit dabei sein: „Sivas“, der Debütfilm des deutsch-türkischen Filmemachers Kaan Müjdeci. Hier der Trailer:



Zum Finale läuft Ann Huis „Golden Era“. Außer Konkurrenz stehen auch Ulrich Seidls Keller-Dokumentation „In the Basement“, Joe Dantes „Burying the Ex“ sowie Filme von Amos Gitai, Peter Bogdanovich und dem 105jährigen Portugiesen Manoel de Oliveira auf dem Programm. Lars von Trier zeigt den Director’s Cut von „Nymphomaniac 2“.

Das Wettbewerbs-Programm im Überblick:
• "The Cut" von Fatih Akin (Deutschland)
• "A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence" von Roy Andersson (Schweden)
• "99 Homes" von Ramin Bahrani (USA)
• "Tales" von Rakhshan Bani-Etemad (Iran)
• "La Rancon de la Gloire" von Xavier Beauvois (Frankreich)
• "Hungry Hearts" von Saverio Costanzo (Italien)
• "Le Dernier Coup de Marteau" von Alix Delaporte (Frankreich)
• "Pasolini" von Abel Ferrara (Italien)
• "Manglehorn" von David Gordon Green (USA)
• "Birdman" von Alejandro González Iñárritu (USA)
• "Three Hearts" von Benoît Jacquot (Frankreich)
"Postman’s White Nights" von Andrej Končalovskij (Russland)
• "Il Giovane Favoloso" von Mario Martone (Italien)
• "Sivas" von Kaan Mujdeci (Türkei)
• "Anime Nere" von Francesco Munzi (Italien)
• "Good Kill" von Andrew Niccol (USA)
• "Loin des Hommes" von David Oelhoffen (Frankreich)
• "The Look of Silence" von Joshua Oppenheimer (Dänemark)
• "Fires on the Plain" von Shinya Tsukamoto (Japan)
• "Red Amnesia" von Xiaoshuai Wang (China)

In Deutschland war auch über eine Wettbewerbsteilnahme von Christian Petzolds Film „Phoenix“ spekuliert worden, der jedoch etwas später in Toronto beim TIFF-Festival läuft.

Elf Arte-Filme in Venedig.
Der Kultursender Arte ist am Lido in Venedig gleich mit elf Produktionen vertreten, davon vier im Internationalen Wettbewerb/Venezia 71. Dies sind „A pigeon sat on a branch reflecting on existence“ von Roy Andersson, „3 Cœurs“ von Benoit Jacquot, „Pasolini“ von Abel Ferrara und „The Look of Silence“ von Joshua Oppenheimer.

Erstmals Filmkomponist in der Jury.
Jury-Vorsitzender in Venedig ist der französische Filmkomponist Alexandre Desplat. Damit tritt zum ersten Mal in der Geschichte des italienischen A-Festivals ein Filmkomponist in die Fußstapfen berühmter Filmregisseure und wird über die Vergabe des Goldenen und Silbernen Löwen (italienisch: »Leone d’Oro«) entscheiden. Auch Philip Gröning, der 2013 mit der deutschen Produktion „Die Frau des Polizisten“ für Debatten am Lido sorgte, ist Mitglied der internationalen Jury.

Weitere deutsche Filme in der Critic‘s Week.
Im Rahmen der 71. Internationalen Filmfestspielen von Venedig werden zwei weitere deutsche Filme in der 29. International Film Critics’ Week präsentiert.

Timm Kröger, Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg, stellt in dieser unabhängigen Sektion sein Spielfilmdebüt „Zerrumpelt Herz“ vor.
Wir sind völlig überrumpelt und freuen uns über einen großartigen Festivalstart für unseren eigentümlichen Film“, erklärt Timm.

In diesem 1929 spielenden Psychothriller zieht sich ein Komponist nach der Trennung von seiner Frau in eine einsame Waldhütte zurück. Als sein alter Freund ihn besuchen will, ist er verschwunden und der Wald voller eigenartiger Geräusche.

Ihre Weltpremiere in der International Film Critics’ Week feiert auch die deutsche Koproduktion „Flapping in the Middle of Nowhere“ von dem vietnamesischen Filmemacher Nguyễn Hoàng Điệp, die mit Unterstützung des World Cinema Fund der Berlinale entstanden ist. Von deutscher Seite ist an dieser vietnamesisch-französisch-norwegisch-deutschen Koproduktion die Münchener Filmallee daran beteiligt.

Die Beiträge in der International Film Critics’ Week konkurrieren um den auf 100.000 US-Dollar dotierten »Lion of the Future – ‘Luigi De Laurentiis Preis«, der sektionsübergreifend an einen Debütfilm im Festival verliehen wird. Zusätzlich wird in dieser unabhängigen Festivalsektion der »RaroVideo Publikumspreis« vergeben.

Österreichs Regisseur Ulrich Seidl („Paradies“-Trilogie) kehrt mit „Im Keller“ zum Dokumentarfilm zurück. Das Werk wird seine Premiere am 29. August 2014 in der Sektion »Fuori Concorso« (außer Wettbewerb) bei den Filmfestspielen von Venedig feiern. Der Verleih Neue Visionen bringt den Film hierzulande am 4. Dezember 2014 in die Kinos.
Im Keller“ handelt von Menschen und Kellern und was Menschen in ihren Kellern tun. Er handelt von menschlichen Obsessionen, von Blasmusik und Opernarien, von Fitness und Faschismus, von Sexualität und Schussbereitschaft und noch viel mehr – ein Filmessay durch das Souterrain österreichischer Seelen.

3. Biennale College in Venedig.
Mit der Initiative Biennale College – Cinema laden die Internationalen Filmfestspiele in Venedig zum dritten Mal junge Filmemacher-Teams aus der ganzen Welt ein, um mit einem Micro-Budgget von 150.000 Euro einen abendfüllenden Film zu realisieren. Dafür ausgewählt werden 12 Teams, die im Oktober an einem zehntägigen Workshop teilnehmen. Die besten drei Projekte erhalten jeweils 150.000 Euro Produktionsförderung und werden 2015 bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig sowie online im virtuellen Festivalkino Sala Web gezeigt.

Mostra ehrt James Franco.
Die erste Auszeichnung des Festivals steht bereits fest. James Franco, der mit "The Sound and the Fury" in Venedig seine Weltpremiere feiert, wird am 5. September 2014 geehrt. Der etwas sperrig klingende Name des »Jaeger-LeCoutre Glory to the Filmmaker Award« wird alljährlich an eine Persönlichkeit vergeben, die sich um die Weiterentwicklung des zeitgenössischen Kinos verdient gemacht hat.

"James Franco ist derzeit einer der vielseitigsten Akteure in den USA. Er ist Kino- und Theaterschauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Produzent, Star einer Soap, Videokünstler und vieles mehr - in der Tat ein unerbittlicher 'Hersteller' künstlerischer Bilder. Die Adaption großer amerikanischer Klassiker wie sein neuer, auf einem Roman von Faulkner basierender Film, der hier in Venedig seine Premiere feiert, zieht sich wie ein roter Faden durch seine kreative Herangehensweise, die sich durch Verwegenheit, Klarheit, Mut und Selbstbewusstsein auszeichnet", erklärt Festivaldirector Alberto Barbera.

James Franco zählte in den vergangenen Jahren zu den Stammgästen am Lido. 2011 war er mit dem von ihm inszenierten Biopic "Sal" in der Orizzoni-Sektion vertreten, 2012 und 2013 - jeweils im Wettbewerb - als Produzent und Darsteller von Harmony Korines "Spring Breakers" bzw. Regisseur und Autor der Romanverfilmung "Child of God". Ebenfalls im vergangenen Jahr war er in Gia Coppolas "Palo Alto" in der Orizzonti-Sektion der Mostra zu sehen gewesen.

In diesem Jahr können einige Filme aus der Orizzonti Competition der Nachwuchskünstler sowie aus dem Biennale College als Weltpremiere im Online Stream für Jedermann am Computer auch von zu Hause aus bei Festival Scope gesehen werden.

Link: www.labiennale.org/en/cinema
Quellen: Blickpunkt:Film | filmecho | Tagesspiegel | dpa

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