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Tarifeinigung für Film und Fernsehschaffende

Ver.di und Produzentenallianz vereinbarten Tarifeinigung.



Ein langes Streitthema, dessen Lösung den Verbänden auf dem Herzen lag, war die Tarifeinigung für Filmschaffende, worüber wir erstmals am 10. März 2014 schrieben. In der fünften Verhandlungsrunde, am 7. April 2014, konnten sich nun endlich die Produzentenallianz und ver.di auf einen neuen Manteltarifvertrag und Gagentarifvertrages sowie einen Tarifvertrag für Kleindarsteller einigen, der insgesamt eine Erhöhung von 4,7 Prozent vorsieht. In zwei Stufen werden die Gagen ab dem 1. Juli 2014 zunächst um 2,2 Prozent und ab Jahresbeginn 2015 um weitere 2,5 Prozent erhöht.

Nach monatelangen, zum Teil zähen und schwierigen Verhandlungen sichert der Neuabschluss die für den Produktionsstandort Deutschland unverzichtbaren weitgehenden, flexiblen Arbeitszeiten von bis zu 13 Stunden pro Drehtag für die nächsten 21 Monate. Diese Flexibilität gewährleistet angesichts der im internationalen Vergleich hohen Produktionskosten die Attraktivität von Produktionen in Deutschland in Konkurrenz zu den USA oder vielen europäischen Ländern.

Die jetzt vereinbarte weitreichende Arbeitszeitregelung spricht für das Filmland Deutschland, freilich müssen für Arbeitszeiten, die über die 10. Stunde hinaus gehen, zum Teil erhebliche Zuschläge bezahlt werden. Noch weitergehende Forderungen der Arbeitnehmerseite konnten mit einem vereinbarten Zuschlag von zukünftig 60 % für die 13. Stunde (gegenüber bislang 50%) jedoch abgewehrt werden.

Nötig geworden sind derartig lange Drehtage insbesondere in den letzten Jahren erst durch Budgets, die trotz zum Teil erheblich gestiegener Kosten stagnieren bzw. sogar rückläufig sind. Der so gestiegene Effizienzdruck konnte überhaupt nur durch flexible Arbeitszeitregelungen aufgefangen werden.

Aber auch die fähigsten und motiviertesten Casts & Crews haben eine Belastungsgrenze, und die ist mit den jetzt geltenden Arbeitszeiten erreicht. Deshalb müssen alle an der Herstellung von fiktionalen Film- und Fernsehproduktionen Beteiligten künftig angemessene Produktionsbudgets gewährleisten oder wieder einführen. Dafür notwendig sind entsprechende Weichenstellungen aus der Politik, die Schwerpunktsetzung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten und nicht zuletzt das Ausgabe- und Budgetierungsverhalten der Sender. Nur mit adäquaten Budgets bleibt auf Dauer Kino- und Fernsehproduktion in Deutschland möglich.

Dass der Abschluss deutlich unter dem gerade vereinbarten Abschluss für den öffentlichen Dienst, vor allem aber auch deutlich unter dem Abschluss für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk liegt, ist der angespannten und sehr schwierigen Situation der deutschen Film- und Fernsehproduktionswirtschaft geschuldet.

Links: ver.di | www.produzentenallianz.de
Quellen: filmecho | Produzentenallianz | Blickpunkt:Film

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