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Zeitversetztes Fernsehen mit Apple, Google u. WEB-TV

Fernsehen per Internet: Video-on-Demand mit Smart-TV



Die Zuschauer wollen nicht mehr lineares, herkömmliches Fernsehen genießen, sondern verlangen, sich das Programm unabhängig von Zeit und Ort individuell zusammenstellen zu können. Nur so ist der Erfolg von (VoD) Video-on-Demand-Anbietern wie Netflix, Hulu und Co. in den USA zu erklären.

Der Trend ist auch bei uns zu bemerken. Der private Bezahlsender SKY schreibt erstmals schwarze Zahlen. Und die Apps über Smart-TV oder HbbTV auf neuen Flachbildschirmen, ermöglichen das Ansehen von Serienhighlights und ziemlich neuen Spielfilmen auf den Großbildschirmen zu jeder Tag- und Nachtzeit fast ohne weitere Zusatzgeräte. Einzig ein gut funktionierender Internetanschluss muss direkt in das TV-Gerät zusätzlich zum Antennensignal geführt werden. Doch es geht auch anders. Diejenigen, die bereits einen etwas älteren Flachbildschirm ihr Eigen nennen, erhalten Zugriff auf Mediatheken und App-Anwendungen über neue, käuflich erwerbbare Zusatzgeräte von Google TV, Apple TV, VideoWeb TV oder anderen Anbietern.

Fast jeder Smart-TV-Anbieter hat heutzutage in seinem Gerät zumeist eine App zu Maxdome und ähnlichen Video-online-Anbietern in seinem Portfolio integriert. Darüber hinaus ermöglichen die Mediatheken von ARD, ZDF und Arte in HbbTV-fähigen Geräten jederzeit das Programm der letzten 7 Tage noch einmal anzusehen. Es können sogar bestimmte Teile aus einzelnen Sendungen oftmals gezielt ausgewählt werden, ohne das ganze Programm noch einmal in kompletter Länge sehen zu müssen. Natürlich wäre diese gezielte Auswahl auch direkt am PC über das Internet möglich, doch das Vergnügen, bestimmte Sendungen nachträglich auch auf dem großen Flachbildschirm - zum Teil sogar in HD - sehen zu können, ist doch ein anderes Erlebnis, als deren Betrachtung auf einem deutlich kleineren Computermonitor.

Die ersten internetfähigen Fernsehgeräte wurden bereits 2009 vorgestellt, wie wir im BAF-Blog am 15. Mai 2009 kurz nach der CeBIT berichteten. Inzwischen ist die Bedienung mit HbbTV noch viel komfortabler geworden.

Wir haben ein Testgerät von VideoWeb TV zur Verfügung gestellt bekommen und wollen unsere Eindrücke ausführlich schildern. Nach anfänglicher Skepsis - das Gerät wollte sich partout nicht mit dem Internet verbinden, laufen die Anwendungen mittlerweile zufriedenstellend. Aber auch die Zeitschrift Digital Fernsehen, die in Ihrer aktuellen Oktober Ausgabe 11/2012 als Alternative den brandneuen Google TV Netzwerkplayer von Sony ausprobiert hat, kam bei ihren Tests nicht nur ins schwärmen. Der APP-Zugriff war noch eingeschränkt und Abstürze gab es ab und zu auch.

Offensichtlich stecken manche Anwendungen noch in den Kinderschuhen, doch ein Firmwareupdate kann aber manchmal Wunder bewirken. In unserem Fall lag es aber an der Internetverbindung. Mit einem 25 mbit/s VDSL-Anschluss der Telekom wähnten wir uns zunächst auf der sicheren Seite, zumal das Gerät auch mit geringeren Datenmengen funktionieren soll. Doch der Fernseher steht in einem anderen Raum ca. 30m vom Rooter entfernt. Eine Funkverbindung kommt zwar gerade noch zustande, doch für einen Videostream reichte es nicht mehr aus. Auch mit Fritz Powerline über die Stromleitung versagte die Verbindung. Schuld waren getrennte Sicherungen zwischen den Räumen in den Stromleitungen des Zählerkastens. Bei Powerline darf auch keine Phasendrehung der Leitungen erfolgen. Nur innerhalb benachbarter Räume, die auf derselben Sicherung liegen, dürfte es dann mit Powerline klappen.

Zudem mussten wir uns einen neuen Rooter mit Gigabit-Anschluss zulegen, um daran über ein Cat5e LAN-Kabel einen Repeater zu verbinden. Erst dieser konnte dann über eine sehr kurze Funkverbindung, innerhalb von wenigen Metern Sichtweite, schließlich eine Funkverbindung zum VideoWeb-Gerät aufbauen. Sogar HD-Empfang der fünf großen dritten Programme der ARD-Sender, sowie von Arte-HD und 3Sat-HD ist nun über die ZATTOO-App gegen eine kleine monatliche Zusatzgebühr von 5.- € möglich. Das bietet nicht einmal unser Kabelanschluss von Kabel Deutschland an, denn dieser Kabel-Anbieter streitet sich zur Zeit mit den öffentlich-rechtlichen Programmen über eine Einspeisung weiterer HD-Sender.

Um eine APP wie von ZATTOO oder beispielsweise den persönlichen YouTube-Videokanal freizuschalten, ist eine Registrierung über einen PC notwendig. Ein bestehender Facebook Account vereinfacht die Anmeldung allerdings enorm. Man schaltet einfach seinen PC ein, loggt sich dort ein, und siehe da, auch das registrierte VideoWeb-Gerät wird einen danach sofort erkennen und die angeforderten Verbindungen sofort anzeigen. Darüber hinaus ist im Heimnetz noch mehr möglich. Der Zugriff auf die Bilderdatenbank Picasa ist nämlich ebenso integriert, wie der Zugriff auf freigegebene Bilder oder Musikordner im PC.

Zusammen mit Freunden eine Dia-Show über den großen Flachbildschirm zu betrachten, ist ein anderes Erlebnis, als die Wiedergabe auf kleinen Laptops oder PC-Monitoren. Bisher haben wir unsere Bilder auf DVDs gebrannt oder sogar von Blu-rays am TV-Gerät wiedergegeben. Doch eine Disc zu brennen ist deutlich umständlicher als die Wiedergabe von der viel umfangreicheren Festplatte eines PCs, der direkt im Heimnetzwerk eingebunden werden kann. Das VideoWeb-Gerät hat darüber hinaus einen USB-Eingang sowie einen Slot für SD-Karten, um direkt aus der Kamera Bild- und Video-Dateien auf dem TV-Gerät wiedergeben zu können. Ein weiterer Multimediaplayer oder eine spezielle Media-Festplatte mit HDMI-Ausgang erübrigt sich somit. Alle gewünschten Funktionen werden mittels der beigelegten VideoWeb Fernbedienung gestartet. Ärgerlich ist nur, dass die originale TV-Fernbedienung zum Einschalten des Fernsehers dennoch benötigt wird.



Am meisten Spaß haben uns aber die Mediatheken von ARD und ZDF bereitet. Sogar der Red-Button von HbbTV, ein verbesserter, umfangreicherer Videotext mit ausführlichen Programmhinweisen ist als App verfügbar. Daraus lassen sich direkt die Anwendungen der angekündigten Filme starten. Die Anwendung entspricht in etwa einem Programmguide, wie er in DVD- und HDD-Recorden zu finden ist. Schon damit hatten wir bisher viel Freude. Doch wenn man eine Sendung vergessen hat aufzuzeichnen, dann helfen nur noch die Mediatheken der Sender weiter, um eine Sendung auch nachträglich noch sehen zu können. Sogar von den Fernsehanstalten selbst produzierte Fernsehspiele sind ebenfalls oft noch abrufbar.

Ausgenommen sind nur Spielfilme. Dafür gibt es die Maxdome App auf VideoWeb. Mehr als hundert aktuelle Spielfilme stehen in der Maxdome Datenbank zum kostenpflichtigen Abruf bereit. Die meisten Filme sind über VideoWeb sogar in HD-Qualität erhältlich. Die Kosten sind allerdings etwas höher als in einer der Großstadtvideotheken. Dafür müssen die Filme nicht mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln abgeholt oder zurückgebracht werden. Auch Überziehungsgebühren bei verspäteter Rückgabe entfallen bei einer Online-Videothek wie Maxdome. Somit relativieren sich schnell eventuell höhere Kosten.

Apropos Kosten. Nach einem einmaligen Anschaffungspreis von ca. 150.- Euro fallen keine weiteren Kosten für VideoWeb TV an, außer den Kosten für eine Internetverbindung, wenn man keine Flatrate hat. Nur Abo pflichtige Anwendungen wie HD-TV über ZATTOO oder Video-on Demand Bestellungen über Maxdome kosten extra. Die Google TV Box von Sony ist mit 200.- Euro sogar etwas teurer und leistet zurzeit auch nicht mehr. Der Sony Controller ist zwar etwas moderner gestylt, doch auch für VideoWeb ist mittlerweile ebenfalls eine Fernbedienung mit integriertem und vollwertigem Tastaturlayout lieferbar. Sie reagiert allerdings etwas träge, weshalb wir die einfache Original-Fernbedienung bevorzugen.

Zukünftig sollen die Zuschauer des Sony-Gerätes zwar Videos über die Online-Plattform Google Play ausleihen können, doch noch sind die Anwendungen nicht im vollem Umfang in Deutschland freigeschaltet. Bei VideoWeb TV kommen dagegen in letzter Zeit fast wöchentlich neue Apps hinzu. In beiden Fällen sind die Anwendungen auf den Smart-TV-Zusatzgeräten aber kein Ersatz fürs klassische Fernsehen, sondern eine Ergänzung, die zusätzliche Inhalte auf den Bildschirm im Haus bringen sollen. Der Markt ist allerdings heftig umkämpft. Viele Fernseher haben bereits einen Internetanschluss mit integriertem Smart-TV. Und auch Spielkonsolen wie Playstation 3 und Xbox 360 dienen längst als Medienzentrale. Sogar an Set-Top-Boxen mangelt es nicht, denn Anbieter von Kabel-TV liefern eigene Geräte aus. Dennoch zum Nachrüsten vorhandener Geräte erscheinen uns die Boxen durchaus interessant zu sein.

Übrigens soll auch Apple in den USA an einer neuen Version von Apple TV arbeiten, die zeitversetztes Fernsehen und eine engere Verbindung mit der iCloud bringen soll. Damit sollen Fernsehkunden Apple TV als hauptsächliche Set-Top-Box einsetzen können, was zeitversetztes Fernsehen durch Video-on-Demand erlaubt. Zudem unterstützt die neue Apple-TV-Version geteilte Fotostreams und kann Audioinhalte per Airplay an andere Geräte senden. Bislang konnte Apple TV nur als Empfänger für iTunes Airplay genutzt werden. Auf dem Fernsehbildschirm sollen zudem zukünftig soziale Netzwerke wie Twitter eingebunden werden, um dort Inhalte zu teilen. In Deutschland sind die Anwendungen aber noch nicht implementiert, weshalb wir zu VideoWeb raten.

Mit der innovativen SmartTV-Box VideoWeb TV, die derzeit in Deutschland und der Schweiz sogar mit landesspezifischen Unterhaltungsangeboten verfügbar ist, können alle Flachbildfernseher mit HDMI-Anschluss, die keine oder veraltete interaktive Technik haben, zum echten Smart-TV ohne jegliche Abo- oder Upgrade-Kosten aufgerüstet werden. Auf den 26. Medientagen München, die vom 24.-26. Oktober 2012 stattfanden, konnte das Gerät ebenfalls in Augenschein genommen werden.

Link: videoweb.de

Quellen: Golem | Saarbrücker Zeitung | dpa | VideoWeb


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