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34. FilmFest Hamburg: Die Preisträger*innen stehen fest

Vom 24.09. bis 03.10.2026 fand die 34. Ausgabe des FilmFests Hamburg (#FFHH26) an der Alster statt. Mit rund 65.000 Festivalbesucher*innen zieht das Festival eine positive Bilanz und konnte das Vorjahresergebnis um fünf Prozent steigern.



In zehn Sektionen zeigte FILMFEST HAMBURG nationale und internationale Spiel- und Dokumentarfilme als Welturaufführung, Europapremiere oder deutsche Erstaufführung. Seit 2024 steht das Festival unter der neuen Leitung von Malika Rabahallah.

Bereits am 29. September 2026 wurde die britische Schauspielerin Helen Mirren beim FilmFest Hamburg mit dem Douglas Sirk Preis ausgezeichnet. Sie brachte ihren neuen Film "Ein Talent fürs Morden" von Anton Corbijn mit. Darin spielt die Oscar-Preisträgerin die Krimiautorin Patricia Highsmith.

Hier der Trailer:



Am 5. November 2026 startet der Film regulär in den Kinos.

Die Hamburg Producers Awards würdigen seit 2014 die besonderen Leistungen von deutschen Produzent*innen sowie von Film- und Fernsehproduktionsfirmen und werden in den Wettbewerbskategorien »Internationale Kino-KoPro«, »Deutsches Kino« und »Deutsche Fernsehfilme« mit einem Preisgeld in Höhe von je 25.000 Euro vergeben. Der Hamburg Producers Award »Deutsche Serien« ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der Hamburg Producers Award Internationale Kino-KoPro geht an die Produzent*innen Gerhard Meixner, Roman Paul und Christiane Sommer von Razor Film für die internationale Koproduktion "Minotaurus" (Regie: Andrey Zvyagintsev; Drehbuch: Simon Lyashenko, Andrey Zvyagintsev; Frankreich, Lettland, Deutschland).

Hier der Trailer:



Synopsis:
Das Drama thematisiert die moralische und emotionale Krise eines russischen Geschäftsmanns vor dem Hintergrund tiefgreifender persönlicher sowie politischer Erschütterungen durch den Krieg mit der Ukraine, wodurch das Leben des Firmenchefs Gleb an allen Ecken und Enden auseinanderzufallen scheint. Er weiß, dass er womöglich bald einen guten Teil seiner Angestellten entlassen muss. Seine Frau geht mit einem Fotografen fremd. Und irgendwie muss Gleb diesen Scherbenhaufen wieder zusammensetzen, wenn er nicht untergehen will.

Jurybegründung:
"Mit ihrer Koproduktion haben die deutschen Partner einem im Exil lebenden Filmemacher ermöglicht, diese Geschichte zu erzählen. Das beweist nicht nur ein ausgezeichnetes Gespür für anspruchsvolles internationales Kino, sondern auch Haltung und Mut", so die Jury (Vanessa Ciszewski, Produzentin/Katuh Studio & Verleiherin, Luftkind/Filmverleih; Leila Hamid, Medienmanagerin & Verleiherin, Philipp Trauer, Produzent/BerghausWöbke Filmproduktion).

Der Hamburg Producers Award Deutsches Kino geht an die Produzenten Tristan Bähre und Philipp Maron (Maverick Film) für den Film "Ich sehe was, was ihr nicht seht" (Regie: Alisa Kolosova; Drehbuch: Judith Rose Gyabaah).

Synopsis:
Solveigh (Saskia Rosendahl), Lou (Svenja Jung) und Yalda (Soma Pysall) seit ihrer Kindheit beste Freundinnen. Doch dann nimmt sich Solveigh überraschend das Leben und lässt ihre 5-jährige Tochter Sina zurück. Nun müssen Yalda und Lou entscheiden, wie es weitergeht, während sie zugleich mit sich hadern, warum sie Solveighs schwierige Situation nicht bemerkt haben.

Jurybegründung:
Der Film habe die Jury (Johannes Hegemann, Schauspieler; Sonja Heiss, Regisseurin und Schriftstellerin; Solmaz Azizi, Produzentin, Zentropa Germany) in den Bann gezogen. "Die Stimmung ist intensiv, nicht immer angenehm, mitunter zermürbend und schmerzhaft, aber auch das mit ihnen Leiden ist eine besondere Qualität dieses Filmes. Er macht etwas mit einem, was man kaum beschreiben kann, aber man spürt es noch lange, lange danach." Und weiter heißt es in der Jurybegründung: "Die Inszenierung, das Schauspiel sind fein und zart, präzise, und nie zu groß, dabei umso stärker in ihrer Wirkung. Bei keinem Wort oder Satz spüren wir das Drehbuch, so fantastisch spielen die Schauspielerinnen Saskia Rosendahl, Svenja Jung, Soma Pysall und Meret Becker."

Gewinner des Hamburg Producers Award Deutsche Fernsehfilme ist der Produzent Markus Mayr (MÄKSMY Films), für "LORD" (Regie & Drehbuch: Caren Wuhrer).

Jurybegründung:
Ihm sei es gelungen, "trotz sehr überschaubarer Mittel den Kreativen den Raum zu geben, um gemeinsam einen so tiefgründigen Film wie diesen zu realisieren«, so die Jury (Vic So Hee Alz, Drehbuchautorin und Dramaturgin; Anne Ratte-Polle, Schauspielerin; Maren Knieling Produzentin/Florida Film). »Wir zeichnen einen Fernsehfilm aus, ein starkes Debüt im Nachwuchsprogramm, bei dem der Balanceakt zwischen Feingefühl und Pathos, zwischen Drama und Humor, zwischen authentischem und magischem Erzählen gelingt."

Der Hamburg Producers Award Deutsche Serien geht an die Produzent*innen Simon Amberger, Korbinian Dufter und Rafael Parente (NEUESUPER) für die Serie "Breitscheidplatz 19/12" (Regie: David Nawrath; Drehbuch: David Nawrath, David Marian).

Der mit 25.000 Euro dotierte Arthouse Cinema Award des internationalen Verbands der Filmkunsttheater C.I.C.A.E geht an den deutschen Verleih Grandfilm für das Coming-of-Age-Drama "La Gradiva" von Marine Atlan. Der Film feierte seine Weltpremiere in der Kritikerwoche der 79. Filmfestspiele von Cannes, wo er den Hauptpreis der Sektion gewann und für die Caméra d'Or und Queer Palm nominiert wurde.

Synopsis:
Mit Colas Quignard, Antonia Buresi, Mitia Capellier-Audat und Suzanne Gerin in den Hauptrollen folgt die Serie einer französischen Oberschulklasse, die kurz vor ihrem Abschluss nach Pompeji reist. Die meisten Schüler stammen aus einer vielfältigen Arbeiterklasse und hatten Frankreich noch nie verlassen. Während einer Klassenfahrt nach Pompeji haben James und Angela Sex im Zugwagen, während Suzanne, eine scheinbar introvertierte Teenagerin, es nicht schafft, Toni davon zu überzeugen, gemeinsam mit ihr an der Reise teilzunehmen. Stattdessen beginnt Toni in Neapel eine Affäre mit einem Einheimischen LGBTQ Jungen und ist außerdem erpicht, nach der Familie seiner Großmutter mütterlicherseits zu suchen. Die Mitschüler sind sichtlich genervt von Tonis unruhigem Verhalten, bis eines Morgens die Polizei Tonis Selbstmord bestätigt...

Jurybegründung:
Für die Jury (Chrissy Grundl, Kinoleiterin Filmgalerie Regensburg; Madita Kondratjuk, Programmchefin Kino Schloßtheater, Münster; Eva Buchmann, Programmkuratorin Wolf Kino, Berlin) liegt die Stärke des Films "in der großen, emotionalen Nähe, die er aufbaut, ohne jemals didaktisch oder ausbeuterisch zu werden. Auch darin liegt seine politische Kraft. Dieser Film gibt einer jungen Generation Raum, deren Gegenwart von einer tiefen Unsicherheit über ihre Zukunft geprägt ist. Volatile Beziehungen und die Suche nach einem eigenen Platz werden nicht als Thesen formuliert, sondern in Körpern, Blicken und Beziehungen erfahrbar. Und genau deshalb gehört der Preisträger auch in die Kinos."

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis Der Politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung geht an die Regisseurin Lana Daher für "Do You Love Me" (Frankreich, Libanon, Deutschland, Katar 2025).

Jurybegründung:
"Die Regisseurin Lana Daher tut etwas Unglaubliches. Mit ihrer Sehnsucht steigt sie in die Höhen und Tiefen der Bilder der Vergangenheit. Sie setzt aus ihren persönlichen Erinnerungen und denen anderer ein Mosaik aus Trümmerscherben zusammen, durch das sie uns eine Zukunft erblicken lässt, die wunderschön sein könnte..."

Der mit 5.000 Euro dotierte NDR Nachwuchspreis für Langfilmdebüts geht in diesem Jahr an den Regisseur Lloyd Lee Choi für seinen Film "Lucky Lu" (USA, Kanada 2025).

Hier der Trailer:



Jurybegründung:
"Durch die Augen seines Protagonisten Lu zeichnet Lloyd Lee Choi ein eindringliches Porträt des täglichen Überlebenskampfes der migrantischen Community im heutigen Amerika."

Der Preis des Verbandes der deutschen Filmkritik geht an den Film "Second Victims" von Zinnini Elkington (Dänemark 2025).

Hier der niederländische Trailer:



Jurybegründung:
In dem eindringlichen Drama um eine Ärztin und ihr Ringen mit einer möglichen Fehldiagnose geht es darum, dass trotz allem, was dank Wissenschaft und Medizintechnik möglich ist, niemand den Tod unter Kontrolle bringen kann und dass die menschliche Macht über Leben und Sterben ihre Grenzen hat. Elkington bettet das ein in einen Film, der hautnah den Druck und die Überforderung einfängt, dem Menschen, die im Gesundheitssystem arbeiten, ausgesetzt sind.

Der mit 5.000 Euro dotierte FILMFEST HAMBURG PUBLIKUMSPREIS geht an "15 Liebesbeweise" von Alice Douard. Der Film wurde im Rahmen der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes in der Nebenreihe Semaine de la critique für die Queer Palm nominiert.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Der Film porträtiere leise, scharfsinnig und mit viel Wärme die Facetten moderner Mutterschaft und werfe intelligente Fragen über Mutterschaft und Muttersein auf. Zudem rege er zum Lachen und Weinen an und versetze in Unglauben über die mittelalterliche Rechtslage für gleichgeschlechtliche Paare.

Der Hamburg Producers Award Internationale Kino-KoPro ging an die Produzent*innen Georg Neubert, Katharina Weser und Jasper Wiedhöft (Reynard Films) für die internationale Koproduktion "A Sad and Beautiful World" (Regie: Cyril Aris; Drehbuch: Cyril Aris, Bane Fakih; Libanon, Deutschland USA).

Der Gewinner des Hamburg Producers Award Deutsches Kino ist der Produzent Kirill Krasovski (Blue Monticola Film) für den Film "Sehnsucht in Sangerhausen" von Regisseur und Drehbuchautor Julian Radlmaier.

Gewinner des Hamburg Producers Award Deutsche Fernsehfilme ist der Produzent Peter Hartwig (KINEO Film), für "Polizei" (Regie: Buket Alakuș; Drehbuch: Laila Stieler).

Mit dem Hamburg Producers Award Deutsche Serien sind die Produzent*innen Kirstin Wille, Alexandra Bauermeister, Phil Laude und Ralph Schiller (DCM Pictures in Zusammenarbeit mit DiggiTales) für die Serie "Almania" (Regie: David Gruschka; Drehbuch: Thomas Mielmann, Phil Laude, Melina Natale, David Gruschka, Pejwak Ghasryani) ausgezeichnet worden.

Der mit 25.000 Euro dotierte Arthouse Cinema Award des internationalen Verbands der Filmkunsttheater C.I.C.A.E. geht an den deutschen Verleih Port au Prince Pictures für den Film "The Secret Agent" von Kleber Mendonça Filho.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Der Thriller mit Wagner Moura in der Hauptrolle ist im Jahr 1977 in Brasilien während der Militärdiktatur angesiedelt und handelt von einem Mann, der wegen „subversiver Aktivitäten“ verfolgt wird.

Der mit 10.000 Euro dotierte und vom Hamburger Kinobetreiber Hans-Peter Jansen zur Verfügung gestellte MICHEL Filmpreis MAJA wurde an den Animationsfilm "Geschichten aus dem Zaubergarten" (Tschechien, Slowakei, Slowenien, Frankreich 2025; Regie: David Súkup, Patrik Pašš, Leon Vidmar, Jean-Claude Rozec) vergeben.

Mit dem undotierten Ehrenpreis, dem Douglas Sirk Preis, sind in diesem Jahr die belgischen Regisseure Jean-Pierre und Luc Dardenne ausgezeichnet worden.

Der diesjährige Albert Wiederspiel Preis in Höhe von 10.000 Euro ging an die ukrainische Regisseurin Zhanna Ozirna für ihren Film "Honeymoon".

Link: www.filmfesthamburg.de