60. Ausgabe des KARLOVY VARY International Filmfestival in Karlsbad
Einen Tag bevor die Preise beim Filmfest München verliehen werden, feiert im tschechischen Karlsbad das zweitälteste Filmfestival der Welt am heutigen Freitagabend seine glamouröse 60. Eröffnung.

Als zweitältestes Filmfestival der Welt war das Internationale Filmfestival Karlovy Vary Teil der sogenannten "ersten Welle" der europäischen Nachkriegsfilmfestivals.
Die erste Ausgabe des Karlsbader Filmfestivals fand vor achtzig Jahren als nicht-wettbewerbsorientierte Veranstaltung mit internationaler Beteiligung statt. Organisiert von den Kurorten Mariánské Lázně und Karlovy Vary fand es noch vor den ersten Ausgaben der Festivals in Cannes und Locarno statt und lief im Jahre 1946 sogar noch vor der ersten Nachkriegsausgabe des ältesten Filmfestivals der Welt, dem 1932 gegründeten Filmfestival von Venedig.
Das Unverhältnis zwischen den beiden Jubiläen (60 und 80) ist das Ergebnis mehrerer verschiedener Faktoren, denn Im Laufe seiner langen Existenz hat das Karlsbader Filmfestival eine Reihe turbulenter Veränderungen durchlaufen.
Nachdem es 1953 und 1955 komplett ausfiel, fand das Festival aufgrund politischer Verordnung anschließend nur noch alle zwei Jahre statt. Ab 1959 musste das Festival, das zwei Jahre zuvor von der FIAPF als Kategorie-"A"-Festival anerkannt worden war, dieses prestigeträchtige Label vorübergehend mit dem neu gegründeten Moskauer Internationalen Filmfestival teilen.
Erst mit der Lockerung des äußeren Drucks in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre kehrten nach und nach größere ausländische Filme und interessante Gäste ins Festival zurück. Die Ausgabe im Jahre 1990 - gleich nach der Samtenen Revolution, dem politischen Systemwechsel der Tschechoslowakei vom Realsozialismus zur Demokratie im November und Dezember 1989, zeigte die Teilnahme mehrerer exilierter oder verbotener Filmemacher sowie die Vorführung von Titeln, die zuvor zensiert worden waren.
Statt der erwarteten Blüte des Festivals folgten jedoch mehrere Jahre der Unsicherheit, bevor die Karlowy Vary International Film Festival Foundation gegründet werden konnte, um die Organisation des Festivals aus der Hand des Staates zu nehmen. Das Festival konnte auch erfolgreich Versuche abwehren, es nach Prag zu verlegen. Die fortlaufende Entwicklung des Festivals wurde aufgrund der internationalen Covid-Pandemie glücklicherweise nur einmal unterbrochen, und so markiert das Jahr 2026 die 60-jährige Jubiläumsausgabe des Festivals.
Seit letztem Jahr wird das gesamte Team von Geschäftsführer Kryštof Mucha, künstlerischem Leiter Karel Och und Produktionsleiter Petr Lintimer geleitet. Mit dem Eintritt des strategischen Partners Rockaway Art vor einigen Jahren hat das Festival eine stabile Grundlage für sein zukünftiges Wachstum geschaffen.

Mittlerweile ist das Internationale Filmfestival Karlovy Vary das größte Filmfestival in Tschechien und das renommierteste seiner Art in Mittel- und Osteuropa. Es gehört zu den ältesten A-Kategorie-Filmfestivals (d. h. nicht spezialisierte Festivals mit einem Wettbewerb für abendfüllende Spielfilme) und teilt sich diese Kategorie mit den Festivals in Cannes, Berlin, Venedig, Locarno, San Sebastián, Montreal, Shanghai und Tokio. Unter Filmschaffenden, Käufern, Verleihern, Verkaufsagenten und Journalisten gilt das KVIFF als das wichtigste Ereignis in ganz Mittel- und Osteuropa.
Mit Ausnahme der Retrospektiven und der Sektion aktueller tschechischer Filme, feiern alle anderen Filme beim KVIFF in Karlovy Vary ihre Welt-, internationale oder europäische Premiere und konkurrieren im Wettbewerb um den Kristallglobus, das Symbol des Festivals.
Ein unverzichtbarer Teil des Jubiläums des 60. Karlovy Vary International Film Festival, das in diesem Jahr 80 Jahre seit seiner Gründung feiert, wird eine Spezialausgabe der beliebten „Klassiker“-Sektion sein.
Gezeigt wird u.a. "Birds, Orphans and Fools" von Juraj Jakubisko (1938-2023), der mehr als zwanzig Jahre verboten war.
Hier der Trailer:
Eine Vielzahl von Festivalstars zierte am Abend den neuen roten Teppich und die Zeremonie begann mit einer spektakulären musikalischen Feier der Festivalgeschichte.
Schauspielerin Maggie Gyllenhaal erhielt den Festival President's Award und nutzte ihre Rede, um auf ihr Studium in Prag und den Moment zurückzublicken, in dem das tschechische Kino ihren Wunsch weckte, Regisseurin zu werden.
Schauspieler Dustin Hoffman erhielt die Kristallkugel für herausragenden Beitrag zum Weltkino und wurde mit einer langen Standing Ovation aus der Grand Hall geehrt. Gemeinsam mit den beiden Darstellen wurde das Jubiläum vor dem Hotel Thermal gefeiert – mit einem eigens komponierten Konzert unter der Leitung des tschechischen Pop, Rap und Technokünstlers NobodyListen, begleitet von einer Drohnenshow.
Bei der Abschluss-Zeremonie am 11. Juli 2026 wird auch Juliette Binoche mit einer Kristallkugel für ihren Beitrag zum Weltkino geehrt. Darüber hinaus bekommt der US-Kameramann Robert Richardson, der für Oliver Stone, Martin Scorsese und Quentin Tarantino gearbeitet hat, einen Preis beim 60. Festival.
Filme im Hauptwettbewerb um die Kristallkugel:
Hijamat
(Hijamat / Hijamate)
Regie: Nader Saeivar | Produzent: Jafar Panahi / Deutschland, 2026, 104 Min. | Verleih: Neue Visionen / Hier ein erster Trailer:
Eine glückliche Familie
(A Happy Family)
Regie: Jan-Eric Mack / Schweiz, 2026, 121 Min.
Hinter dem Regen
(Behind the Rain / Detrás de la lluvia)
Regie: Valeria Sarmiento / Chile, 2026, 98 Min.
Schwarzes Geld für weiße Nächte
(Black Money for White Nights / Cherni pari za beli noshti)
Regie: Kristina Grozeva, Petar Valchanov / Bulgarien, Griechenland, 2026, 95 Min.
Fünf Jahre, vier Monate
(Five Years, Four Months / Cinco años, cuatro meses)
Regie: Esteban Hoyos García, Juan Miguel Gelacio / Kolumbien, USA, 2025, 84 Min.
Obst sammeln
(Fruit Gathering / Thit-thee Khu)
Regie: Aung Phyoe / Myanmar, Tschechische Republik, Frankreich, 2026, 97 Min.
Chica Checa
(Chica Checa / Chica Checa)
Regie: Šimon Holý / Tschechische Republik, Frankreich, Slowakische Republik, 2026, 97 Min.
Nur schöne Dinge zum Anschauen
(Only Beautiful Things to Look At / Frühling)
Regie: Ivan Ostrochovský / Slowakische Republik, Tschechische Republik, Ungarn, 2026, 90 Min.
Pfeifen
(Pipes)
Regie: Karim Kassem / Libanon, Katar, Saudi-Arabien, 2025, 114 Min.
Der Gast
(The Guest / Gæsten)
Regie: Mads Mengel / Dänemark, 2026, 100 Min.
Der Löwe an meinem Rücken
(The Lion at My Back)
Regie: Tonia Mishiali / Zypern, Luxemburg, Griechenland, 2026, 106 Min.
3 Wochen danach
(3 Weeks After)
Regie: Miroslav Terzić / Serbien, Bulgarien, Italien, Kroatien, Luxemburg, 2026, 96 Min.
Link: www.kviff.com

Als zweitältestes Filmfestival der Welt war das Internationale Filmfestival Karlovy Vary Teil der sogenannten "ersten Welle" der europäischen Nachkriegsfilmfestivals.
Die erste Ausgabe des Karlsbader Filmfestivals fand vor achtzig Jahren als nicht-wettbewerbsorientierte Veranstaltung mit internationaler Beteiligung statt. Organisiert von den Kurorten Mariánské Lázně und Karlovy Vary fand es noch vor den ersten Ausgaben der Festivals in Cannes und Locarno statt und lief im Jahre 1946 sogar noch vor der ersten Nachkriegsausgabe des ältesten Filmfestivals der Welt, dem 1932 gegründeten Filmfestival von Venedig.
Das Unverhältnis zwischen den beiden Jubiläen (60 und 80) ist das Ergebnis mehrerer verschiedener Faktoren, denn Im Laufe seiner langen Existenz hat das Karlsbader Filmfestival eine Reihe turbulenter Veränderungen durchlaufen.
Nachdem es 1953 und 1955 komplett ausfiel, fand das Festival aufgrund politischer Verordnung anschließend nur noch alle zwei Jahre statt. Ab 1959 musste das Festival, das zwei Jahre zuvor von der FIAPF als Kategorie-"A"-Festival anerkannt worden war, dieses prestigeträchtige Label vorübergehend mit dem neu gegründeten Moskauer Internationalen Filmfestival teilen.
Erst mit der Lockerung des äußeren Drucks in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre kehrten nach und nach größere ausländische Filme und interessante Gäste ins Festival zurück. Die Ausgabe im Jahre 1990 - gleich nach der Samtenen Revolution, dem politischen Systemwechsel der Tschechoslowakei vom Realsozialismus zur Demokratie im November und Dezember 1989, zeigte die Teilnahme mehrerer exilierter oder verbotener Filmemacher sowie die Vorführung von Titeln, die zuvor zensiert worden waren.
Statt der erwarteten Blüte des Festivals folgten jedoch mehrere Jahre der Unsicherheit, bevor die Karlowy Vary International Film Festival Foundation gegründet werden konnte, um die Organisation des Festivals aus der Hand des Staates zu nehmen. Das Festival konnte auch erfolgreich Versuche abwehren, es nach Prag zu verlegen. Die fortlaufende Entwicklung des Festivals wurde aufgrund der internationalen Covid-Pandemie glücklicherweise nur einmal unterbrochen, und so markiert das Jahr 2026 die 60-jährige Jubiläumsausgabe des Festivals.
Seit letztem Jahr wird das gesamte Team von Geschäftsführer Kryštof Mucha, künstlerischem Leiter Karel Och und Produktionsleiter Petr Lintimer geleitet. Mit dem Eintritt des strategischen Partners Rockaway Art vor einigen Jahren hat das Festival eine stabile Grundlage für sein zukünftiges Wachstum geschaffen.

"Für das diesjährige Festival, das vom 3. bis 11. Juli 2026 stattfindet, haben wir darüber nachgedacht, wie wir die Feier des 80. Jubiläums und der 60. Ausgabe am besten ausdrücken können, und wir haben uns entschieden, mit dem Symbol des roten Teppichs zu arbeiten. Das Bild wurde so einfach wie möglich gestaltet, um verschiedene Assoziationen und Interpretationen hervorzurufen und das Festival zu symbolisieren", sagen Jonatan Kuna und Aleš Najbrt vom Studio Najbrt.
"Mit unserem Design wollen wir vermitteln, dass der rote Teppich für alle da ist – nicht nur für die Filmemacher, um ihre Filme zu präsentieren, oder für die Stars, die zu den Eröffnungs- und Abschlusszeremonien kommen. Alle Filmliebhaber und Festivalbesucher können sie durchqueren. Der rote Teppich ist für alle da, damit jeder ein paar Momente des Ruhms erleben kann. Die Schatten, die unterschiedlich auf dem Teppich erscheinen, spiegeln diese Vorstellung wider. Sie repräsentieren eine weitere Ebene des diesjährigen Bildes und werden zusammen mit dem Festival als Ganzes lebendig. Sie sind eine Art Projektion, ein Film, der sich direkt auf dem roten Teppich entfaltet", sagen die Designer.
Mittlerweile ist das Internationale Filmfestival Karlovy Vary das größte Filmfestival in Tschechien und das renommierteste seiner Art in Mittel- und Osteuropa. Es gehört zu den ältesten A-Kategorie-Filmfestivals (d. h. nicht spezialisierte Festivals mit einem Wettbewerb für abendfüllende Spielfilme) und teilt sich diese Kategorie mit den Festivals in Cannes, Berlin, Venedig, Locarno, San Sebastián, Montreal, Shanghai und Tokio. Unter Filmschaffenden, Käufern, Verleihern, Verkaufsagenten und Journalisten gilt das KVIFF als das wichtigste Ereignis in ganz Mittel- und Osteuropa. Mit Ausnahme der Retrospektiven und der Sektion aktueller tschechischer Filme, feiern alle anderen Filme beim KVIFF in Karlovy Vary ihre Welt-, internationale oder europäische Premiere und konkurrieren im Wettbewerb um den Kristallglobus, das Symbol des Festivals.
Ein unverzichtbarer Teil des Jubiläums des 60. Karlovy Vary International Film Festival, das in diesem Jahr 80 Jahre seit seiner Gründung feiert, wird eine Spezialausgabe der beliebten „Klassiker“-Sektion sein.
„Eines der beliebtesten festen Programme des Festivals, das regelmäßig auf die Filmgeschichte zurückblickt, wird in diesem Jahr eine feierliche Form annehmen“, sagt der künstlerische Leiter des Festivals, Karel Och. „Es wird aus zwanzig sorgfältig ausgewählten Filmen früherer Festival-Ausgaben bestehen, die eng mit seiner Geschichte verbunden sind und als Meilensteine für die Identität und den Ruf des KVIFF gelten.“
Gezeigt wird u.a. "Birds, Orphans and Fools" von Juraj Jakubisko (1938-2023), der mehr als zwanzig Jahre verboten war.
Hier der Trailer:
Synopsis:
Diese mosaikartige, fantastische Allegorie unerfüllter Träume und der Absurdität der Welt galt bis dahin als „unsowjetisch“, sodass der Film um drei jugendliche Kriegswaisen, die sich in eine anarchische und spielerische Existenz voller Verleugnung und juveniler Freude zurückziehen, erst 1990 auf dem Karlsbader Filmfestival gezeigt werden konnte und sogleich den FIPRESCI-Preis gewann.
Eine Vielzahl von Festivalstars zierte am Abend den neuen roten Teppich und die Zeremonie begann mit einer spektakulären musikalischen Feier der Festivalgeschichte.
Schauspielerin Maggie Gyllenhaal erhielt den Festival President's Award und nutzte ihre Rede, um auf ihr Studium in Prag und den Moment zurückzublicken, in dem das tschechische Kino ihren Wunsch weckte, Regisseurin zu werden.
Schauspieler Dustin Hoffman erhielt die Kristallkugel für herausragenden Beitrag zum Weltkino und wurde mit einer langen Standing Ovation aus der Grand Hall geehrt. Gemeinsam mit den beiden Darstellen wurde das Jubiläum vor dem Hotel Thermal gefeiert – mit einem eigens komponierten Konzert unter der Leitung des tschechischen Pop, Rap und Technokünstlers NobodyListen, begleitet von einer Drohnenshow.
Bei der Abschluss-Zeremonie am 11. Juli 2026 wird auch Juliette Binoche mit einer Kristallkugel für ihren Beitrag zum Weltkino geehrt. Darüber hinaus bekommt der US-Kameramann Robert Richardson, der für Oliver Stone, Martin Scorsese und Quentin Tarantino gearbeitet hat, einen Preis beim 60. Festival.
Filme im Hauptwettbewerb um die Kristallkugel:
Hijamat
(Hijamat / Hijamate)
Regie: Nader Saeivar | Produzent: Jafar Panahi / Deutschland, 2026, 104 Min. | Verleih: Neue Visionen / Hier ein erster Trailer:
Eine glückliche Familie
(A Happy Family)
Regie: Jan-Eric Mack / Schweiz, 2026, 121 Min.
Hinter dem Regen
(Behind the Rain / Detrás de la lluvia)
Regie: Valeria Sarmiento / Chile, 2026, 98 Min.
Schwarzes Geld für weiße Nächte
(Black Money for White Nights / Cherni pari za beli noshti)
Regie: Kristina Grozeva, Petar Valchanov / Bulgarien, Griechenland, 2026, 95 Min.
Fünf Jahre, vier Monate
(Five Years, Four Months / Cinco años, cuatro meses)
Regie: Esteban Hoyos García, Juan Miguel Gelacio / Kolumbien, USA, 2025, 84 Min.
Obst sammeln
(Fruit Gathering / Thit-thee Khu)
Regie: Aung Phyoe / Myanmar, Tschechische Republik, Frankreich, 2026, 97 Min.
Chica Checa
(Chica Checa / Chica Checa)
Regie: Šimon Holý / Tschechische Republik, Frankreich, Slowakische Republik, 2026, 97 Min.
Nur schöne Dinge zum Anschauen
(Only Beautiful Things to Look At / Frühling)
Regie: Ivan Ostrochovský / Slowakische Republik, Tschechische Republik, Ungarn, 2026, 90 Min.
Pfeifen
(Pipes)
Regie: Karim Kassem / Libanon, Katar, Saudi-Arabien, 2025, 114 Min.
Der Gast
(The Guest / Gæsten)
Regie: Mads Mengel / Dänemark, 2026, 100 Min.
Der Löwe an meinem Rücken
(The Lion at My Back)
Regie: Tonia Mishiali / Zypern, Luxemburg, Griechenland, 2026, 106 Min.
3 Wochen danach
(3 Weeks After)
Regie: Miroslav Terzić / Serbien, Bulgarien, Italien, Kroatien, Luxemburg, 2026, 96 Min.
Link: www.kviff.com