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71. Internationale Filmfestspiele Berlin planen fest mit Open-Air-Sommer-Berlinale

Hoffnungen auf Berlinale im Juni beruhen auf Ausnahmegenehmigung als Pilotprojekt und sinkende Inzidenzen - aber diese stiegen gerade in Berlin wieder.



Bereits zu Himmelfahrt am Donnerstag, den 13. Mai 2021, hofften die Berliner Gastronomen wieder Gäste im Außenbereich bedienen zu können, denn in Teilen von Brandenburg und in Bayern ist dies schon jetzt wieder möglich. Dennoch hat das Filmfest München seinen geplanten Termin vom Juni vorsorglich auf den 1. Juli 2021 verlegt.

In Berlin wird es Lockerungen der Corona-Regeln auf jeden Fall nicht vor dem 19. Mai 2021 geben, da die Sieben-Tage-Inzidenz am Wochenende und auch am gestrigen Montag wieder über die 100er-Marke gestiegen war, sagte Senatorin Kalayci (SPD) im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Erst wenn auch in Berlin wieder fünf Tage in Folge unter 100 liegt, könnte laut Bundesnotbremse am zweiten Arbeitstag danach gelockert werden.

Zudem muss Berlin Impfungen in sozialen Brennpunkten mit höheren Inzidenzwerten umplanen, da nach dem Vakzine von AstraZeneca auch der der Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson nur noch für über 60-Jährige empfohlen wird. Somit werden auch die Impfungen von Flüchtlingen und Obdachlosen vorerst eingestellt.

Auch Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sieht derzeit keine Möglichkeit, Kulturbetriebe wieder zu öffnen. Nicht einmal als Pilotprojekt, denn laut der Bundesnotbremse seien Lockerungen erst möglich, wenn der Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter dem Wert von 100 liegt.

"Sobald die 100er-Inzidenz nach oben gerissen ist, geht nichts mehr. Kein Pilotprojekt, drinnen nichts, draußen nichts. Und da kommen wir auch nicht raus," so Lederer.


Berlinale im Juni soll Pilotprojekt werden.

Die Berlinale soll im Juni als Pilot-Projekt ausschließlich mit Open-Air-Filmvorführungen stattfinden.

Wie die Festivalleiter der 71. Internationale Filmfestspiele Berlin am gestrigen Montag bekanntgaben, soll es eine Corona-Testpflicht für die Besucher geben. Man habe Hygiene- und Sicherheitskonzepte entwickelt und stehe in engem Austausch mit den Spielstätten, hieß es weiter.

Wegen der Pandemie ist die 71. Berlinale in diesem Jahr geteilt worden: Im März hat ein digitaler Branchentreff stattgefunden, vom 9. bis 20. Juni 2021 ist ein öffentliches Festival mit Open-Air-Veranstaltungen an 16 Orten in Berlin geplant.

Die Berlinale, die neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt zählt, hält an ihren Plänen fest, im Sommer trotz Pandemie ein Filmfestival zumindest »draußen« zu organisieren.

Der nachfolgende Wortlaut einer aktuellen Presseerklärung der 71. Internationalen Filmfestspiele von Berlin beruht offensichtlich auf Angaben von letzter Woche, denn inzwischen sind die Inzidenzzahlen zwar bundesweit gesunken, aber in Berlin am Montag an mehreren Hotspots wieder deutlich gestiegen.

Berlinale:
Entscheidung für das Summer Special als Open Air-Veranstaltung steht fest!


Der Entschluss, das Berlinale Summer Special (9. – 20. Juni 2021) in Form von Open Air-Kinovorführungen stattfinden zu lassen, steht nun fest. Die Berlinale ist glücklich, dem Publikum an insgesamt 16 Veranstaltungsorten beim Summer Special Kinogenuss unter freiem Himmel bieten zu können.

Die sinkenden Corona-Inzidenzen in Berlin und das Signal der Berliner Senatskanzlei, den Antrag auf ein Pilotprojekt mit Testpflicht positiv zu begleiten, haben die Festivalleitung in ihrer Entscheidung für eine reine Open Air-Veranstaltung bestärkt.

„Wir freuen uns außerordentlich über das neue Konzept für das Berlinale Summer Special, auch wenn wir es ursprünglich anders geplant hatten. Das Publikum wird ein ganz besonderes, gemeinsames Festivalerlebnis bekommen, etwas, das wir alle schon so lange vermissen. Wir möchten mit dem Summer Special die Lust auf Kino wieder wecken und zum Wiederaufleben kultureller Aktivitäten mit Publikum beitragen. An insgesamt 16 Spielstätten, darunter als zentraler Veranstaltungsort ein eigens geschaffenes Open Air-Kino auf der historischen Museumsinsel, werden wir dem Berliner Publikum in fast allen Stadtteilen das Programm zeigen können. Auch das „Kiez-Kino“ wird in der Freiluftvariante beibehalten und in diesem Jahr noch mehr Präsenz in den verschiedenen Bezirken haben. Dank der großzügigen zusätzlichen Förderung durch die BKM, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, für das zweistufige Festivalformat 2021 und der Unterstützung durch den Berliner Senat können wir das Summer Special nun vorbereiten und im Juni die Filmschaffenden und Jurymitglieder begrüßen, die die Reise nach Berlin antreten können“, kommentiert die Leitung der Berlinale, Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian, die aktuelle Entscheidung.


Die Internationalen Filmfestspiele Berlin arbeiten nun mit Hochdruck an der Umsetzung des Open Air-Konzepts. Hygiene- und Sicherheitskonzepte wurden entwickelt und werden in engem Austausch mit den Spielstätten abgestimmt. Auf der Museumsinsel wird das Summer Special am 9. Juni feierlich eröffnet und am 13. Juni 2021 findet die Preisverleihung der bereits im März von den offiziellen Jurys entschiedenen Preise statt. Außerdem werden im Juni auch der Berlinale Dokumentarfilmpreis, gestiftet vom Rundfunk Berlin-Brandenburg und dotiert mit 40.000 Euro, und der GWFF Preis Bester Erstlingsfilm, gestiftet von der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten und dotiert mit 50.000 Euro, auf der Museumsinsel vergeben. Zu den Preisverleihungen und Filmpremieren werden eventuell weitere besondere Events auf der Museumsinsel hinzukommen.

Das Summer Special bietet auch dem jungen Publikum ausgewählte Filmvorführungen. Die Kinder- und Jugendjurys von Kplus und 14plus in der Sektion Generation, die im März wegen der Pandemie nicht aktiv werden konnten, sichten zum Summer Special die Wettbewerbsbeiträge und verleihen die Gläsernen Bären an die Preisträgerfilme bei den jeweiligen Premieren.

Das Programm des Summer Special wird am 20. Mai 2021 auf www.berlinale.de veröffentlicht. Der Ticket-Vorverkauf startet am 27. Mai 2021.


An diesen Open Air-Spielstätten werden die Filme des Berlinale Summer Specials gezeigt:

Freiluftkino Museumsinsel
Ort: Bodestraße 1-3, 10178 Berlin

Freiluftkino Friedrichshain
Ort: Volkspark Friedrichshain, 10249 Berlin

Freiluftkino Rehberge
Ort: Volkspark Rehberge, 13351 Berlin

Freiluftkino Kreuzberg
Ort: Hof des Kunstquartier Bethanien am Mariannenplatz, Zugang über Adalbertstraße, 10997 Berlin

Freiluftkino Hasenheide
Ort: Volkspark Hasenheide, 10967 Berlin

ARTE Sommerkino Kulturforum
Ort: Matthäikirchplatz 4/6, 10785 Berlin

ARTE Sommerkino Schloss Charlottenburg
Ort: Spandauer Damm 10-22, 14059 Berlin

Open Air Kino HKW
Ort: John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

silent green
Ort: Gerichtstraße 35, 13347 Berlin

Die Open Air-Vorführungen finden auch in folgenden Kiez-Kinos statt:

Atelier Gardens Freiluftkino @ BUFA
Ort: Oberlandstraße 26-35, 12099 Berlin

Freilichtbühne Weißensee
Ort: Große Seestraße 10, 13086 Berlin

Freiluftkino Biesdorfer Parkbühne
Ort: Schlosspark Biesdorf, Nordpromenade 5, 12683 Berlin

Freiluftkino Friedrichshagen
Ort: Hinter dem Kurpark 13, 12587 Berlin

Freiluftkino Pompeji
Ort: Laskerstraße 5, 10245 Berlin

Freiluftkino vom Filmrauschpalast
Ort: Lehrter Str. 35, 10557 Berlin

Frischluftkino@Studentendorf
Ort: Wasgenstraße 75, 14129 Berlin

Die erste Berlinale am 6. Juni 1951 im Titania Palast in Steglitz sowie ebenfalls im Sommer als Open-Air-Event in der Waldbühne vor 25.000 Besuchern statt.

Dieses Wagnis wollte man in Pandemie-Zeiten leider auch mit halbierter Publikumsanzahl wohl nicht eingehen, denn auch bei »nur« 10.000 Besuchern wäre es ein technisches und vor allem ein logistisches Problem, so viele Zuschauer unbeschadet in öffentlichen Verkehrsmitteln auf einmal zu befördern, denn ein Testzwang für die BVG gibt es bisher nicht.

Die Dezentralisierung und Verteilung der Berlinale Events auf kleinere Open-Air-Kinos in den Kiezen, die z.T. vielleicht fußläufig zu erreichen sind, bieten die Chance, die 71. Berlinale unbeschadet und ohne neue Corona-Fallzahlen über die Bühne zu bringen.

Link: www.berlinale.de

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