Skip to content

Kinos bleiben weiter geschlossen - verpatzter Impfstart verlängert den Lockdown

Neue VoD- und Streamingdienste sowie mehr Filmauswahl in den Mediatheken als Alternative zu den derzeit weiterhin geschlossen Kinos.



NETFLIX und AMAZON Prime Video sind in aller Munde. Doch lohnt es wirklich ein ganzjähriges Abo einzugehen, wenn man Kinofan ist?

Tatsächlich ist ein Überblick darüber, wo und wann welcher Film auf welcher Plattform zu sehen ist, leider ziemlich unübersichtlich geworden. Serienfans mögen sicherlich Netflix besonders gern, doch hier geht es um Kinofilme, die eigentlich längst in den Kinos gestartet sein sollten, aber immer wieder verschoben wurden und nun doch nicht im Kino gezeigt werden, sondern ihren Weg auf verschlungenen Wegen direkt ins Netz fanden.

Auch der Disney Plus Channel und demnächst Warner Bros. mit Hulu folgen dem Beispiel und öffnen eigene Streamingdienste, um auf diesen Plattformen ohne Zwischenhändler direkt ihr Publikum zu erreichen. Dem Beispiel folgt auch Apple TV+. Einzelabrufe sind im Gegensatz zu Amazon Prime Video dort nicht möglich, weshalb man an das Repertoire des jeweiligen Filmstudios gebunden ist.

Etwas anders verhält sich der SONY Channel der explizit seine Filme von Sony und Columbia Pictures anderen Kabel- oder Internet- und Satellitenanbietern wie Vodafone, Telekom oder Amazon zur Verfügung stellt. Dort kann der SONY Channel dann zum jeweiligen bezahlpflichtigen Grundangebot kostenpflichtig zugebucht werden.

Wer gänzlich den Überblick verloren hat, dem hilft vielleicht die Internetseite WerStreamt.es, auf die uns aufmerksame Leser hingewiesen haben. Dort kann die Verfügbarkeit von Filmen und Serien bei Netflix, Amazon, maxdome u.v.m. überprüft werden. Darüber hinaus wird auf einen Blick angezeigt, ob die Inhalte kostenlos, in der Flatrate oder zum Leihen/Kaufen angeboten werden.

Doch muss es immer das Neueste sein?

Inzwischen haben auch kleinere Streamingdienste sich mit einer guten Auswahl an Arthouse-Filmen einen Namen gemacht. Dazu gehören u.a. SOONER und MUBI.

Andere Anbieter sind dagegen ins Abseits geraten. Die einst beliebte App von MAXDOME z.B. ist auf zahlreichen neuen Fernsehgeräten nicht mehr zu finden. Auf älteren TV-Geräten scheint sie noch zu funktionieren. Für registrierte Benutzer steht im Internet nur noch ein deutlich kleineres Angebot an aktuellen Filmen zur Auswahl.

Manche Filme, die wir bei VIDEOLOAD der Telekom als Einzelabruf sogar in Ultra-HD-Qualität herunterladen konnten, werden bei MAXDOME entweder gar nicht, oder teilweise nur in minderer SD-Qualität angeboten, die manchmal schlechter ist als eine DVD. Allerdings gibt es dafür z.T. deutliche Preisunterschiede. Höhere Bildqualität ist meist deutlich teurer.

Auch Filmfestivals haben inzwischen das Streaming entdeckt. Die Interfilm Kurzfilmtage und die Französische Filmwoche Berlin waren auf SOONER zu sehen, während das Festival des Osteuropäischen Films in Cottbus PANTAFLIX bevorzugte.

Die Online-Auswahl des 30. FilmFestival Cottbus (FFC) mit jungem, aufregenden und dialogfreudigen Kino aus Osteuropa war erlesen und die meisten der Filme waren deutsche und internationale Premieren, die bundesweit abgerufen werden konnten.

Vorteil von PANTAFLIX ist, dass man kein Abo eingehen muss, sondern nur das bezahlt, was man wirklich schaut. Dennoch können internationale und nationale Filme, Serien und TV-Shows gestreamt werden oder aktuelle Hollywoodproduktionen, spektakuläre Reportagen, spannende Dokus und Independent-Filme in HD und On-Demand einzeln ausgeliehen werden.

Auch bei SOONER kann man exklusive Serien und Filme internationaler Festivals entdecken. Doch das Abo kostet 7,95 € pro Monat. Dafür bietet SOONER handverlesene Inhalte von visionären Geschichtenerzählern auf exklusiv kuratierten Kanälen im Stream an. Die deutsche Plattform SOONER zeigt immerhin Filme jenseits des Mainstreams. Anbieter Contentscope aus Berlin verspricht mehr als 1000 Filme und Serien zum Start des Streamingdienstes.

Die von einem türkischen Founder in England gegründete internationale Plattform MUBI erhebt einen ähnlichen Anspruch, ist aber schon länger und somit mit insgesamt deutlich umfangreicheren Angebot am Markt. Auch hier ist ein Abo verpflichtend. Die ebenfalls handverlesenen, meist englischsprachigen Filme sind aber nicht dauernd zu sehen, sondern nur für kurze Zeit. Dafür kommen jeden Monat neue hinzu, die dann nach einer gewissen Laufzeit wieder verschwinden. Dadurch hat MUBI jeden Monat 30 ganz besondere Filme in der Rotation. Hinzu kommt eine Auswahl an Meisterwerken der Filmgeschichte in der MUBI VIDEOTHEK.

Im Prinzip ähnelt MUBI somit dem Prinzip des Kinos, das immer wieder neue Filme zeigt. Mit dem Unterschied, dass sich auch immer wieder ältere Werke für den geneigten Cineasten darunter befinden, die sonst nirgendwo anders gezeigt werden.

Vergessen wollen wir letztendlich auch nicht den Service Kino On Demand, der beim Betrachten von fünf Online-Filmen Dir für Dein Lieblingskino einen Kinogutschein ausstellt, das bei den beteiligten Kinos sofort eingelöst werden kann, wenn diese wieder geöffnet haben. Die persönliche Unterstützung von Kinos durch den Anbieter findet man bei den großen Streaming-Giganten aus Wettbewerbsgründen leider nicht. Der Service ist bei vielen Filmtheatern aber nicht bei allen Kinos möglich.

Beim intensiven Suchen nach interessanten Anbietern stießen wir zudem noch auf die Streaming Plattform FILMINGO, der Arthouse Plattform für zu Hause, auf der zahlreiche Entdeckungen von Filmfestivals und wichtige Klassiker der Filmgeschichte laufen. Dort fanden wir außergewöhnliche Filme wie "Theep" oder "Capernaum", die wir vor wenigen Jahren erstmals auf dem Berliner Festival »Around the World in 14 Films« gesehen hatten, dessen dezidierte 15. Ausgabe des Jahres 2020 wegen der Pandemie leider bisher nicht stattfinden konnte.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf die deutsche Streaming-Plattform ALLESKINO, die sich letztendlich auf ein Angebot an deutschen Filme bzw. Filmen mit deutscher Beteiligung fokussiert, um und damit dem deutschen Kino aus seinem “Schattendasein” zu verhelfen. Spielfilme und deutschsprachige Dokumentationen dominieren das Angebot, das aktuell ausschließlich per Browser abgerufen werden kann. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die Filme an sich, sondern auch viele Hintergrundinformationen zu Schauspielern, Drehorten, Soundtracks und mehr.

Als Alternative zu den ganzen Streamingdiensten bleibt im Internet die Online Videothek VIDEOBUSTER, die ganz herkömmlich, aber dafür relativ preiswert und in bekannt guter Qualität DVDs und Blu-ray Discs zum Ausleihen direkt per Post nach Hause schickt. Ein kostenloser Rücksendeumschlag liegt den Sendungen dabei. Einige ausgesuchte Werke können sogar ebenfalls als Stream gesehen werden.

Anzeige