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Das Festival Lumière startete trotz Corona-Pandemie physisch in Lyon

Cannes künstlerischer Leiter Thierry Frémaux präsentiert die ausgefallenen CANNES-Filme nun auf seinem eigenen Festival in Lyon.



Außergewöhnliche Umstände erfordern ein außergewöhnliches Programm, heißt es beim Festival Lumière in Lyon, das am 10. Oktober 2020 trotz der bedrohlichen Corona-Entwicklungen in Frankreich physisch gestartet ist.

Normalerweise widmet sich das Festival dem klassischen Kino mit vielen alten werken. Aber anders als sonst werden diesmal vom Institut Lumière auch aktuelle Produktionen gezeigt. Unter fast 150 Filmen sind im Programm deshalb auch 23 Beiträge aus der diesjährigen Cannes Auswahl zu sehen.

Weil das Festival de Cannes wegen der Corona-Pandemie total ausgefallen war, Thierry Frémaux als dessen künstlerischer Leiter aber nicht auf seine Filmauswahl verzichten mochte, gedachte er kurzentschlossen diese als Direktor des Institut Lumière auf seinem eigenen Festival in Lyon herauszustellen.

Manches aus der Cannes-Auswahl war aber bereits auf dem spanischen A-Festival in San Sebastián zu sehen gewesen, während Venedig es abgelehnt hatte, auch in schweren Zeiten mit Cannes zu kooperieren.

Bis zum 18. Oktober läuft noch das Lumière Festival in Lyon und vergibt seinen Lumière Award im Laufe des Festivals 2020 diesmal an die belgischen Gebrüder Jean-Pierre and Luc Dardenne für ihr Lebenswerk und ihre herausragenden filmischen Leistungen.

Hier ein Zusammenschnitt ihrer Filme als Trailer:



In einer Retrospektive wird der göttlichen Greta Garbo gedacht. Dazu präsentiert Warner Bros. mit "Flesh and the Devil" ein Film-Konzert im Auditorium von Lyon.

Hier der Trailer des 1926 gedrehten Films:



Statt 5000 waren bei der diesjährigen Eröffnung nur 1000 Menschen im Saal. Die Kinostars ließen es sich trotzdem nicht nehmen, das Festival zusammen auf der Bühne zu eröffnen. Die Botschaft der internationalen Stars lautete: Das Kino muss weiterleben.

"Die Säle sind offen, wir sollten uns die Filme ansehen, das Kino in dieser schwierigen Zeit unterstützen, das ist wichtig."


In Deutschland dagegen zeigte sich, dass die von der Pandemie betroffenen Großstädte eine Rolle rückwärts machen und die Corona-Regeln wieder verschärfen.

So darf in Brandenburg zwar der Sitzabstand von 1,5 Meter auf einen Meter verkürzt werden. Dafür aber müssen alle Zuschauer während der gesamten Laufzeit eines Filmes ihren Maskenschutz tragen.

Wegen fehlender Blockbuster war am vergangenen Wochenende mit "Jim Knopf und die Wilde 13" ein Kinder- und Familienfilm Spitzenreiter in den Kinocharts.

Obwohl die Kritiken über den Film nicht besonders gut ausgefallen waren, schlägt er sich wacker und zeigt, das das Bedürfnis in Kino zu gehen, weiterhin vorhanden ist.

Allerdings wird dies in einigen Städten zunehmend schwieriger, denn die "Restriktionen" werden immer komplexer. Obwohl das Kino von der Bundespolitik zunehmend als sicherer Ort angesehen wird, greifen in Großstädten mit Corona-Hotspots vermehrt regionale Verschärfungen der Sicherheitsmaßnahmen, wodurch die Lockerungen konterkariert werden.

So wurde beispielsweise der Sicherheitsabstand in Aachen von einem Meter auf zwei Meter wieder erhöht, obwohl man sich bundesweit - zumindest in den kleineren Arthouse-Kinos - eigentlich auf einen Abstand von 1,5 Meter ohne Maskenzwang geeinigt hatte.

Man kann nur hoffen, dass es in Deutschland keinen neuen Lock-Down gibt, denen sich dann alle Kinos beugen müssten.

Link: www.festival-lumiere.org/en

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