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Die Berlinale 2021 soll physisch stattfinden und auf Geschlechtertrennung bei Preisen verzichten

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionen sahen die Internationalen Filmfestspiele sich wohl gefordert, eine Stellungnahme abzugeben.



In wenigen Tagen beginnen die Filmfestspiele von Venedig. Es sind die ersten großen Internationalen Filmfestspiele nach Ausbruch der Corona-Pandemie, die mit erhöhten Auflagen physisch stattfinden sollen, während das Festival de Cannes abgesagt worden war.

Da nun alle Welt nach Venedig blickt, war die Berlinale ein wenig in Zugzwang geraten, ein Statement zur nächsten Ausgabe im Februar abzugeben.

Bis auf den European Film Market (EFM), der hybrid stattfinden soll, werden die 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin aller Voraussicht nach physisch in Kinos stattfinden, denn in einer Pressemeldung heißt es:

„Festivals und Märkte sind Orte der Begegnung und der Kommunikation. Das gilt für das Publikum ebenso wie für die Branche. In einer lebendigen Beziehung zum Publikum sehen wir ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal von Festivals. In Zeiten der Corona-Pandemie ist noch deutlicher geworden, wie sehr wir auch analoge Erlebnisräume in der Kultur benötigen”, sagt das Leitungs-Duo der Berlinale, Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian. „Wir freuen uns, dass weltweit langsam wieder Festivals mit einem Publikum vor Ort stattfinden und wünschen unseren Kolleg*innen viel Erfolg.”


Die Planungen für die nächste Berlinale laufen natürlich mit allen möglichen Vorsichtsmaßnahmen ab. Die Umsetzung von Festival und Markt wird entsprechend der dann gültigen Rahmenbedingungen erfolgen und soll die größtmögliche Sicherheit aller Gäste gewährleisten. Anpassungen in der Festivalstruktur, der Filmprogrammierung sowie der Gesamtzahl der eingeladenen Filme werden von der Festivalleitung allerdings erst in den kommenden Wochen definiert.

Bereits beschlossen ist, dass die Sektion Generation in den Wettbewerben Generation Kplus und Generation 14plus 2021 ausschließlich Langfilme mit einer Spielzeit von mindestens 60 Minuten und keine Kurzfilme zeigen wird.

Damit ist schon jetzt klar, dass es insgesamt weniger Filme in den Wettbewerben und vermutlich auch weniger Sektionen geben wird. Mit den geforderten und derzeit in den Kinos gültigen Abstandsregelungen, wäre das Festival in der bisherigen Form und der großen Publikumsanzahl nicht durchführbar, zumal weiterhin die Kinos im Sony Center sowie das Colosseum geschlossen sind.

Es müsste die doppelte Anzahl an Filmpalästen woanders gebucht werden, sofern die bisherigen Abstandsregelungen bestehen bleiben oder im Winter sogar wieder verschärft werden. Allein aus Kostengründen wäre dies aber ziemlich illusorisch. Alternativ könnten einzelne Produktionen öfter gezeigt werden - dann hätten mehr Zuschauer die Chance, einen Film trotz weniger Kinoplätzen zu sehen.

Wir plädieren für eine Verlegung ins Frühjahr nach der Oscar-Verleihung, die statt im Januar erst im April 2021 stattfinden soll, dann könnte sogar die Waldbühne bei annehmbaren Temperaturen als Open-Air-Veranstaltung für ausreichend Plätze herhalten.

Mit einer weiteren Neuigkeit präsentiert sich die Berlinale allerdings als Vorreiter für zukünftige Festivals.

Als eines der ersten großen Filmfestivals will die Berlinale Schauspieler nicht mehr getrennt nach Geschlecht auszeichnen. Bisher wurden im Wettbewerb die „beste Darstellerin“ und der „beste Darsteller“ geehrt. In Zukunft sollen Silberne Bären für die beste Leistung in einer Haupt- und einer Nebenrolle vergeben werden, wie die Festivalleitung am Montag in Berlin ankündigte.

„Die Auszeichnungen im Schauspielfach nicht mehr nach Geschlechtern zu trennen, ist ein Signal für ein gendergerechteres Bewusstsein in der Filmbranche“, erklärten die beiden Festivalleiter, Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian.


Die offizielle Filmanmeldung startet am 1. September 2020. Die Regularien werden dann auf www.berlinale.de veröffentlicht. Die Berlinale selbst soll vom 11. - 21. Februar 2021 stattfinden.


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