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Trotz Coronavirus: ACHTUNG BERLIN Filmfestival soll möglichst stattfinden

In Italien fallen sämtliche Kinovorstellungen aus. In Berlin und Bayern sind alle staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser bis zum Ende der Osterferien am 19. April 2020 geschlossen.



Im Kampf gegen das Coronavirus verbietet Berlin vorerst keine Veranstaltungen, schließt aber seine Bühnen, sowie den Friedrichstadtpalast und die Philharmonie. Sogar Fußballtourniere werden nur ohne Zuschauer ausgetragen und die Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin wird die Verleihung des Kunstpreises Berlin am 18. März 2020 nicht stattfinden lassen. Auch in Bayern sind alle staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser bis zum Ende der Osterferien am 19. April 2020 geschlossen.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, will Events erst absagen, wenn es eine bundesweite Linie gibt. Für Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern gilt aber bereits die Empfehlung des Absagens. In Italien fallen dagegen bereits nahezu alle Kinovorstellungen aus. Die Bevölkerung soll sich ab sofort in ganz Italien auf Abstand halten, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Auch in Deutschland könnten Filmfestivals von Absagen betroffen werden, wenn die Ansteckungsrisiken steigen. In Stuttgart wurde bereits die FMX Conference, die als Teil des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart (ITFS) vom 5. - 8. Mai 2020 hätte stattfinden sollen, gecancelt. Ebenso wurde die Deutsche Hörfilmpreis Gala am 17. März 2020 abgesagt und im Nachbarland Österreich wurde die Diagonale, Festival des österreichischen Films (24. bis 29. März 2020) gecancelt, da unter anderem mehr als 100 Personen in einem geschlossenen Raum zusammenkommen.

Beim kleineren Berliner Filmfestival, der 16. Ausgabe von »achtung berlin - new berlin film award«, die vom 15. - 22. April 2020 stattfinden soll, läuft derzeit alles noch wie gewohnt weiter, aber eine Absage will man sich noch offenhalten, wie uns heute telefonisch mitgeteilt wurde. Die Veranstalter sollen in Räumen wie Kinos mit einer Kapazität von bis zu 500 Besuchern "eigenverantwortlich" entschieden, ob die Veranstaltung durchgeführt werden kann.

Die Eröffnungsveranstaltung im Kino International (wir berichteten hier) bietet immerhin Platz für 551 Besucher.

Die Spielfilmliste des Wettbewerbs hatten wir vorgestern veröffentlicht. Heute folgt die Liste des Dokumentarfilmwettbewerbs.

Der Wettbewerb für Dokumentarfilme ist komplett!

Von den elf teilnehmenden Filmen feiern neun Werke ihre Berlin-Premiere, darunter eine Deutschland-Premiere und ein Film, der außer Konkurrenz läuft. Das Programm spiegelt eine herausragende Vielfalt wider, in dem es sich zwischen gesellschaftlich hochaktuellen Fragen und dem Zusammenspiel aus Utopie und Realität bewegt.

"AUTOBAHN"
Regie: Daniel Abma

Ein Großbauprojekt wird Deutschlands berüchtigstes Nadelöhr für immer verändern - eine achtjährige Langzeitbeobachtung über die Menschen von Bad Oeynhausen, und was diese bauliche Wende bewirkt. "AUTOBAHN" ist ein Portrait über Deutschland, über den kleinen Mensch der sich fügen muss, über Bürokratie, über Großbauprojekte die sich verzögern, und Politik, und vor allem: ein Film über ganz normales Leben.

"BECOMING BLACK"
Regie: Ines Johnson-Spain

Stell dir vor, deine Eltern sind weiß, doch deine Hautfarbe ist dunkel und sie erzählen dir, das sei reiner Zufall und habe keine Bedeutung. Genau das passierte einem Mädchen in der DDR der Sechziger Jahre. Die erstaunlichen Strategien, die das Ehepaar nach der Geburt ihres dunkelhäutigen Kindes im Ringen um „Normalität“ entwickeln, verfolgt "BECOMING BLACK" aus der Sicht des längst erwachsenen Kindes, der Regisseurin und Kronzeugin zugleich.

"GLITZER & STAUB"
Regie: Anna Koch & Julia Lemke

In den kargen Weiten der USA leben vier Mädchen, die eine Leidenschaft teilen: Die wilde Welt des Rodeos. So unterschiedlich ihr kultureller Background auch sein mag, sie alle wollen in die Fußstapfen großer Cowboys treten. In einem Kosmos, der früher nur ihren Vätern und Brüdern gehörte, nehmen die Mädchen ihr Leben selbst in die Hand. Sie wollen beweisen, dass „you ride like a girl“ ein Kompliment ist.

"KUNST KOMMT AUS DEM SCHNABEL WIE ER GEWACHSEN IST" (außer Konkurrenz)
Regie: Sabine Herpich

„Kunst kommt aus dem Schnabel, wie er gewachsen ist. Kunst wirkt entgiftend. Kunst kann man nicht umarmen. Kunst heißt der Hahn.” – schreibt Suzy van Zehlendorf auf die Frage, was für sie Kunst ist. Sie ist eine von 16 KünstlerInnen, der Spandauer Kunstwerkstatt für Menschen mit Behinderung. Von Montag bis Freitag arbeiten sie dort – und Arbeit definiert sich hier als Lohnarbeit. Der Film stellt nicht die Behinderung der Menschen ins Zentrum, sondern die künstlerische Arbeit. Die Idee von Kunst wird ganzheitlich.

"PETRA & PETER - A Tale of Two Siblings"
Regie: Johanna Aust

"PETRA & PETER" ist die Langzeitbeobachtung einer Realität aus Familie, Geschichte, Erbe und Milieu zweier sehr unterschiedlicher Geschwister. Petra und Peter sind jetzt beide erwachsen und getrennte Wege gegangen. Aber sie haben mehr als die fast identischen Namen gemeinsam- sie wollen beide mehr vom Leben. Doch Wie gehst du mit den Träumen um, die nicht befriedigt werden können?

"SPACE DOGS"
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die Straßenhündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau, an der Seite ihrer streunenden Nachfahren. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde - vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

"SILVIA IS MY NAME"
Regie: Max Benyo

Silvia lebt in Südkenia, sie gehört dem Stamm der Massai an. Trotz vieler dramatischer Schicksalsschläge kämpft sie für die Rechte der Massai-Frauen in ihrer Region, nicht zuletzt musste sie um ihr Leben bangen und um das ihrer Kinder. "SILVIA IS MY NAME" ist das Portrait einer Frau die sich im Aufbruch zwischen Traditionen und Moderne befindet und das sie selbst zur Erzählerin ihrer eigenen Geschichte werden lässt.

"TRÄUME VON RÄUMEN"
Regie: Matthias Lintner

In einem der letzten noch leerstehenden Häusern im Herzen Berlins, haben sich Matthias und seine Freunde ihr kleines Reich aufgebaut, verschont von den großen Transformationen der Stadt. Eine Utopie? Während der junge Filmemacher das Haus und die Alltäglichkeit seiner Einwohner filmen will, beschleunigt sich die Zeit: Die Bauarbeiten beginnen und die Zwangsräumung droht. Vier Jahre hat der Regisseur die letzten Hausbewohner mit der Kamera begleitet.

"YU GONG"
Regie: Daniel Kötter

Der Essay-Film Yu Gong dokumentiert die komplexen sino-afrikanischen Beziehungen in Form einer Reise durch acht afrikanische Staaten und China, entlang der verschiedenen Lesarten der alten chinesischen Fabel des Narrs "Yu Gong", der Berge versetzen konnte. So sehen wir in Echtzeit, wie die ökonomische, politische und kulturelle Zukunft der Globalisierung ganz real Gestalt annimmt. Die prägenden Kräfte hinter diesen Prozessen sind heute nicht mehr Europa oder die USA. China und die afrikanischen Staaten geben längst den Takt vor.

"ZUSTAND UND GELÄNDE"
Regie: Ute Adamczewski

Ausgangspunkt des Films sind sogenannte wilde Konzentrationslager, die unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtergreifung ab März 1933 zur Ausschaltung politischer Gegner*innen eingerichtet wurden und heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind. "ZUSTAND UND GELÄNDE" handelt von den Überschreibungen der Orte durch die Zeit und davon, wie sich unterschiedliche politische Erinnerungskulturen in sie eingeschrieben haben.

Link: achtungberlin.de
Quelle: Limelight PR | SteinbrennerMüller Kommunikation

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