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Berlinale News zur »Perspektive Deutsches Kino« und den Serienfilmen

Berlinale veröffentlichte vorab das Programm der Reihe »Perspektive Deutsches Kino« und der »Berlinale Series« sowie einige Filme der »Berlinale Special Gala« und die komplette Auswahl der »Berlinale Shorts«.



Wie von uns schon mehrfach erwähnt, findet die 70. Jubiläumsberlinale unter der neuen Leitung von Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek erst nach der Vergabe der Oscars vom 20. Februar bis 1. März 2020 statt.

Später als sonst wird auch das komplette Programm samt Spielstätten erst Ende Januar verkündet. Durch die Schließung des CineStar Kinos am Potsdamer Platz sowie zweijähriger Baumaßnahmen zur Instandsetzung des Auditoriums im Haus der Kulturen der Welt (HKW), wird sich einiges ungewohnt ändern.

Auch die Spielstätte des neuen zusätzlichen Wettbewerbs, den »Encounters«, angeblich einem Programm junger narrativer und dokumentarischer Independent Filme mit ungewohnten Sehweisen, ist noch nicht benannt worden. Diese Reihe sollte nicht mit dem »Forum« verwechselt werden, das es auch zu seinem 50. Jubiläum ebenso weiterhin geben, wird wie das »Panorama«, das letztes Jahr sein 40. Jubiläum gefeiert hatte.

Filme die bisher außer Konkurrenz im Wettbewerb gezeigt wurden, laufen jetzt in der Reihe der »Berlinale Special Gala«, die zum Teil sowohl im Berlinale Palast, als auch im Friedrichstadtpalast präsentiert wird. Dazu gehören Filme, die meist schon einen Verleih haben und demnächst in den Kinos anlaufen werden.

Auf dem Programm stehen in dieser Reihe u.a. ein neuer Film mit Hollywoodstar Johnny Depp und eine Dokuserie über die US-Politikerin Hillary Clinton.

In "Minamata" spielt Depp den legendären US-Fotografen W. Eugene Smith (1918-1978). Die dokumentarische Serie "Hillary" stammt von Regisseurin Nanette Burstein.

In der Reihe sollen auch Agnieszka Hollands "Charlatan" sowie "Last and First Men" von Jóhann Jóhannsson mit Tilda Swinton als Erzählerin laufen. Ebenso wird der neue Film von Jia Zhang-ke "Swimming Out Till The Sea Turns Blue" dort seine Premiere feiern.

Acht Serienpremieren auf der Berlinale

Die Berlinale hat darüber hinaus vorab das Programm für ihre Reihe »Berlinale Series« bekannt gegeben. Alle acht TV-Serien, die aus drei Kontinenten kommen, feiern ihre Weltpremieren. Dazu gehört auch die österreichisch-deutsch-tschechische Netflix-Serie "Freud", in der Marvin Kren Robert Finster in der Rolle des Sigmund Freud inszeniert. Drei der insgesamt acht Staffeln werden in Berlin gezeigt werden. Bei anderen Serienhighlights läuft teilweise jeweils nur Episode eins oder zwei als sogenannter Teaser.

Besonders spannend dürften darunter "Dispatches from Elsewhere" mit Jason Segel sowie "The Eddy" unter der Regie von Damien Chazelle werden.

Das Programm der "Berlinale Series" im Überblick:

"C'est Comme Ça Que Je T'aime" ("Happily Married"), Kanada
Creator: François Létourneau | Showrunner: Joanne Forgues | Regie: Jean-François Rivard

"Dispatches from Elsewhere", USA
Creator: Jason Segel | Regie: Jason Segel, Wendey Stanzler

"The Eddy", Frankreich
Creator: Jack Thorne | Regie: Damien Chazelle, Houda Benyamina, Laila Marrakchi, Alan Poul

"Freud", Österreich / Deutschland / Tschechische Republik
Regie: Marvin Kren

"Mystery Road 2", Australien
Creator: Ivan Sen | Regie: Warwick Thornton, Wayne Blair

"Sex", Dänemark
Creator: Clara Mendes | Regie: Amalie Næsby Fick

"Stateless", Australien
Creators: Cate Blanchett, Elise McCredie, Tony Ayres; Regie: Emma Freeman, Jocelyn Moorhouse

"Trigonometry", Großbritannien
Creators: Duncan Macmillan, Effie Woods | Regie: Athina Rachel Tsangari, Stella Corradi

Programm für Perspektive Deutsches Kino ist komplett.

Angesichts des in wenigen Tagen startenden Saarbrücker Filmfestivals Max-Ophüls-Preis (20.-26. Januar 2020), das sich ausschließlich dem jungen deutschsprachigen Nachwuchsfilm aus Deutschland, Österreich und der Schweiz widmet, und somit zum Jahresbeginn ärgster Wettbewerber der Berlinale Reihe »Perspektive Deutsches Kino« ist, hat natürlich auch die Berlinale jetzt alle Filme ihrer alternativen deutschen Reihe veröffentlicht.

Insgesamt acht Filme konkurrieren in diesem Jahr bei dem mit 5.000 Euro dotierten "Kompass-Perspektive-Preis" der Berlinale-Sektion »Perspektive Deutsches Kino«. Alle acht Filme sind Weltpremieren, die sich aus mehr als 200 angemeldeten Arbeiten herauskristallisierten, weil sie visuell, formal und inhaltlich die interessanten Filme waren. 2020 wird erstmals das »Kino International« Premierenkino der Perspektive Deutsches Kino sein, über das wir am 10. Januar 2020 ausführlicher berichtet hatten.

Über den Gewinner des "Kompass-Persektive-Preis" entscheidet eine dreiköpfige Jury, bestehend aus der Regisseurin Mia Spengler, der Produzentin Melanie Andernach und dem Drehbuchautor Bernd Lange. Der Preis für den besten Film des Programms wird am Freitag, den 28. Februar 2020 um 19:30 Uhr im Kino International vergeben. Im Anschluss wird der Gewinnerfilm gezeigt.

"Ich betrachte jeden Film des Programms als einen Heimatfilm, nicht als Verstärkung im romantisch-kitschigen Stil der 1950er Jahre, sondern als Auseinandersetzung mit der Welt, in der wir leben - bis hin zum Heimathorror", sagt Sektionsleiterin Linda Söffker über die diesjährige Filmauswahl.


In fast allen Filmen der Auswahl werfen die Regisseur*innen das Licht vor allem auf agierende Frauen, die in kleinen und großen Zusammenhängen die Geschicke der Welt bewegen und ihre eigene Vorstellung von Heimat haben. Die Filme zeigen, dass neue Fragen gestellt werden müssen in einer Welt, in der sich der Begriff von Heimat wandelt.

Die Filme der Berlinale-Sektion "Perspektive Deutsches Kino":

Eröffnungsfilm: "Kids Run" (Regie: Barbara Ott)
Wie kann man in prekären Verhältnissen unter Patchwork-Bedingungen bei seinen Kindern ein sicheres Heimatgefühl entwickeln?

"Automotive" (Regie: Jonas Heldt).
Wie lässt es sich leben, wenn die Arbeit durch Automatisierung und Digitalisierung verschwindet?

"Im Feuer" (Regie: Daphne Charizani)
Was haben Flucht, Vertreibung und Integration für einen Einfluss auf unsere Identität?

"Schlaf" (Regie: Michael Venus)

"Wagenknecht" (Regie: Sandra Kaudelka)
Und wie wollen wir in Zukunft leben und in welche Richtung bewegt sich unser Land?

"Ein Fisch, der auf dem Rücken schwimmt" (Regie: Eliza Petkova)
Welchen Einfluss hat unsere Vergangenheit auf nachfolgende Generationen und wie definieren wir uns dadurch?

"Garagenvolk" (Regie: Natalija Yefimkina)
Sind Hobbyräume als Projektionsfläche für große Träume eine Alternative zum getakteten Leben?

"Walchensee Forever" (Regie: Janna Ji Wonders)

Das Programm wird am 1. März 2020, dem Berlinale Publikumstag mit dem Gewinnerfilm des FIRST STEPS Award im Bereich Dokumentarfilm, "Out of Place" unter der Regie von Friederike Güssefeld im CinemaxX 1 um 20:30 Uhr abgeschlossen.

Berlinale Shorts präsentieren ihr Programm.

Vor 70 Jahren wurde die Berlinale gegründet, als „Schaufenster der freien Welt“. Wie sieht Freiheit heute aus? Wie nimmt man sich Freiheit - im doppelten Sinne des Wortes? In 24 Filmen aus 18 Ländern ziehen sich diese und weitere Fragen durch das Wettbewerbsprogramm der Berlinale Shorts 2020 unter der neuen Kuratorin und Sektionsleiterin Anna Henckel-Donnersmarck.

„Der Kurzfilm genießt eine besondere Freiheit“, so Henckel-Donnersmarck. „Er muss keiner Norm gerecht werden, keine Erwartungshaltung erfüllen, keine Verwertungsketten bedienen. Seine besondere Magie entfaltet sich jenseits der gängigen Sehgewohnheiten. Diese Magie möchten wir mit dem Publikum teilen.“


Die insgesamt 24 Filme laden ein zu Reflexion, Inspiration und Diskussion:

"2008", Blake Williams, Kanada, 12’ (IP)
"À l'entrée de la nuit", Anton Bialas, Frankreich, 19’ (WP)
"Aletsch Negative", Laurence Bonvin, Schweiz, 12’ (IP)
"Atkūrimas", Laurynas Bareisa, Litauen, 13’ (WP)
"Cause of Death", Jyoti Mistry, Südafrika / Österreich, 20’ (WP)
"Celle qui porte la pluie", Marianne Métivier, Kanada, 17’ (IP)
"A Demonstration", Sasha Litvintseva, Beny Wagner, Deutschland / Niederlande / Vereinigtes Königreich, 25’ (WP)
"Écume", Omar Elhamy, Kanada, 28’ (WP)
"Filipiñana", Rafael Manuel, Philippinen / Vereinigtes Königreich, 24’ (WP)
"Genius Loci", Adrien Mérigeau, Frankreich, 16’ (IP)
"Girl and Body", Charlotte Mars, Australien, 19’ (IP)
"Gumnaam Din", Ekta Mittal, Indien, 29’ (IP)
"HaMa'azin", Omer Sterenberg, Israel, 11’ (IP)
"How to Disappear", Robin Klengel, Leonhard Müllner, Michael Stumpf, Österreich, 21’ (WP)
"Huntsville Station", Jamie Meltzer, Chris Filippone, USA, 14’ (WP)
"Inflorescence", Nicolaas Schmidt, Deutschland, 8’ (WP)
"It Wasn't the Right Mountain", Mohammad, Mili Pecherer, Frankreich, 29’ (WP)
"My Galactic Twin Galaction", Sasha Svirsky, Russische Föderation, 7’ (WP)
"Playback. Ensayo de una despedida", Agustina Comedi, Argentinien, 14’ (IP)
"So We Live", Rand Abou Fakher, Belgien, 16’ (WP)
"Stump the Guesser", Guy Maddin, Evan Johnson, Galen Johnson, Kanada, 19’ (WP)
"T, Keisha" Rae Witherspoon, USA, 14’ (IP)
"Union County", Adam Meeks, USA, 14’ (WP)
"Veitstanz/Feixtanz", Gabriele Stötzer, DDR, 25’, 1988 (außer Konkurrenz)

Für die Internationale Kurzfilmjury 2020 wurden die ungarische Animationsfilmerin Réka Bucsi, die türkische Kuratorin Fatma Çolakoğlu und der Filmemacher Lemohang Jeremiah Mosese aus Lesotho gewonnen.

Neben den etablierten Spielstätten CinemaxX und Colosseum wird Berlinale-Shorts-Sektion auch das CUBIX und den Zoo Palast bespielen. Im Zoo Palast finden erstmals die ausführlichen Publikumsgespräche statt, frei nach dem Motto „Shorts take their time“.

Link: www.berlinale.de

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