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34. unabhängiges Filmfest Osnabrück 2019 und die Gewinner des BFI in London

Höheres Preisgeld beim 34. unabhängigen Filmfest Osnabrück 2019.



Seit 2012 wird im Rahmen des Osnabrücker Filmfestivals der Friedensfilmpreis an einen Dokumentar- oder Spielfilm vergeben, der, so die Statuten, seine ästhetische Qualität in herausragender Weise mit humanem Denken und sozialem Engagement verbindet.

In diesem Jahr wird dafür die Preissumme von bislang 12.500 Euro auf 15.000 Euro erhöht, wie die Festivalleitung und die Osnabrücker Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur bekannt gaben.

Festivalleiterin Julia Scheck bedankte sich beim Stiftungsvorstand und fügte an: „Mit der aufgestockten Preissumme wird es für Filmschaffende noch attraktiver, sich an unserem Friedensfilmwettbewerb zu beteiligen. Der Preis ist eine hohe Wertschätzung der unabhängigen und engagierten Filmarbeit.“ Gerrit Sievert von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur ergänzt: „Wenn wir mit der erhöhten Förderung noch mehr Filmschaffende für das Filmfest Osnabrück begeistern können, haben wir alle was davon. Die Macherinnen und Macher, das Publikum und der Kulturstandort Osnabrück.”


Frühere Preisträger waren unter anderem die Regisseurinnen und Regisseure Thom Verheul, Anja Salomonowitz, Philippe Lioret, Annekatrin Hendel, Abderrahmane Sissako, Leonardo Di Costanzo und Simon Lereng Wilmont.

Über den Preisträgerfilm entscheidet jeweils eine unabhängige Fachjury. Zu den Mitwirkenden des Gremiums zählten in den zurückliegenden Jahren unter anderem der Drehbuchautor und Schauspieler Michael Schenk („Bridge of Spies“, „Babylon Berlin“), die Dokumentarfilmerin Roswitha Ziegler („Der Traum von einer Sache – Gorleben 1980-1982“), Regisseurin Prof. Sung-Hyung Cho („Full Metal Village“), Drehbuchautorin Annette Hess („Weißensee“, „Ku’damm 56“), der Max-Ophüls-Preisträger Andreas Köhler („Global Family“), die Kulturpublizistin und Moderatorin Jenni Zylka.

Erneut ausgeschrieben wurde ebenfalls der Filmpreis für Kinderrechte, der Kurzfilmpreis und der Preis für den besten studentischen Kurzfilm.

Vom 16. bis 20. Oktober 2019 wird das Filmfest in Osnabrück die Auslese aus den diesjährigen Einreichungen in Programmsparten wie »Focus on Europe« - ausgewähltes europäisches Arthouse-Kino, »Vistas Latinas« - Argentinien in den 1970er Jahren, »FilmFest Extrem« - engagiertes Genre-Kino sowie mit »FilmFest Kurz&Laut« - Kurzfilme und Musikvideos präsentieren und Besucher*Innen und Gästen einen Einblick in das weltweite zeitgenössische Filmschaffen ermöglichen.

Im 34. Jahr seines Bestehens umfasst das Programm des Festivals 38 Lang- sowie 51 Kurzfilme. Insgesamt erreichten über 1.050 Einreichungen das Festivalteam. Während des Festivals werden jeweils drei Welt- zwei Europa- und acht Deutschlandpremieren gefeiert. In vier Wettbewerben und sechs Sektionen bildet das Unabhängige FilmFest Osnabrück eine große Bandbreite des internationalen Independent- und Arthouse-Kinos ab.

Festivalleiterin Julia Scheck berichtet aus der Arbeit der Auswahlgremien: „Wir können schon versprechen: Unsere Besucherinnen und Besucher dürfen sich auch in diesem Jahr auf viele spannende und außergewöhnliche Beiträge in allen unseren Programmsektionen freuen. Und wie bei jedem FilmFest erwarten wir internationale Filmschaffende zu interessanten Gesprächen und persönlichen Begegnungen mit dem Publikum.“


Zur Eröffnung wird unter anderem die in Berlin lebende Regisseurin Elke Margarete Lehrenkrauss mit ihrem Dokumentarfilm "LOVEMOBIL" erwartet. Hier der Trailer:



Synopsis:
‎Wenn die Nacht im ländlichen Deutschland hereinbricht, säumen alte VW-Karawanen, die mit auffälligen Lichtern geschmückt sind, die Landstraßen, die durch Kartoffelfelder und dunkle Wälder führen. In diesen Bussen warten Prostituierte aus Osteuropa und Afrika auf ihre vorbeifahrenden Kunden. Der Film porträtiert diese Frauen, die von weit her auf der Suche nach Geld und einem besseren Leben kamen. Bis eines Tages in geisterhafter Atmosphäre ein Mord an einer der Prostituierten geschieht und die ganze Szenerie erschüttert, die alle zum Handeln veranlasst. Ein Film über einen Mikrokosmos, der eine Gesellschaft am härtesten Ende eines globalisierten Kapitalismus beschreibt.‎


Das 34. Unabhängige FilmFest endet am 20. Oktober 2019 mit der öffentlichen Preisverleihung.

Link: filmfest-osnabrueck.de

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Die diesjährigen Gewinner des London-Filmfestivals.

Beim BFI London Film Festival, das vom 2.-13. Oktober 2019 stattfand, hat der kolumbianische Film "Monos", ein Thriller von Alejandro Landes über Kindersoldaten, den Preis für den besten Film im offiziellen Wettbewerb gewonnen.

Jury-Präsident Wash Westmoreland lobte den Film bei der Preisverleihung im Nobelkino Vue Leicester Square als "atemberaubende filmische Errungenschaft" und "Meisterwerk".


Der Film, der auch auf der 69. Berlinale im Panorama lief, gewann Anfang des Jahres bereits den World Cinema Dramatic Special Jury Award beim Sundance Film Festival in den USA.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Acht Jugendlichen, die in einer abgelegenen Bergregion einer paramilitärische Einheit angehören, neigen zu Ausschweifungen und Gewalt. Ein Bote übermittelt die Anweisungen der „Organisation“: Die Gruppe soll gut auf die Milchkuh Shakira und die US-amerikanische Geisel Doctora aufpassen, die sich in ihrer Obhut befinden. Der Spaß hat ein Ende, als der Tod an die Tür klopft, ihr Standort bekannt wird und die Einheit sich weiter in den Dschungel zurückziehen muss. Der Spielfilm beleuchtet die wechselnden Loyalitäten und Machtkämpfe innerhalb einer Gruppe von Jugendlichen, womit er ein wenig an "Herr der Fliegen" erinnert. Da die beteiligten Kämpfer jedoch deutlich älter sind, ist das Ergebnis letztendlich noch brutaler.


Im Wettbewerb der Debütfilme setzte sich das senegalesische Liebesdrama "Atlantics" von Mati Diop durch. Die französisch-senegalesische Filmemacherin wurde für ihr Werk auch im Mai bei den Filmfestspielen in Cannes mit einer Palme d'Or als erste schwarze Frau in der Reihe des World Cinema ausgezeichnet.

Hier der Trailer der Netflix Produktion:



Synopsis:
Die 16-jährige Friseurin Ada (Mame Bineta Sane) lebt in Dakar und leidet unter dem plötzlichen Verschwinden ihres Geliebten Souleimane (Ibrahima Traore). Kurz darauf plant ihre Familie sie gegen ihren Willen mit einem reichen Mann zu verheiraten... Eine phantastische Saga aus Liebe und Leid.


Der Grierson Award im Dokumentarfilmwettbewerb ging an die Doku "White Riot" von Rubika Shah über multikulturelle Punk- und Reggae-Konzerte im London der 1970er Jahre, die übrigens schon im Jahre 2017 auf der Berlinale in der Sektion »Generation 14plus« lief.

Als bester Kurzfilm wurde die iranische Produktion "Fault Line" (Gosal) von Soheil Amirsharifi ausgezeichnet.

Die Gewinner der vier Sektionen erhielten als Erinnerungszugabe eine 35mm-Kopie ihres Films, die der Sponsor CPC London finanzierte. Nach Angaben der Veranstalter wurden mehr als 60 Prozent der Wettbewerbsfilme in allen Sektionen von einer Regisseurin oder Ko-Regisseurin hergestellt.

Links: www.bfi.org.uk | whatson.bfi.org.uk/lff/Online
Quellen: Filmecho | Filmstarts

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