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72. Filmfestival Locarno 2019 unter der neuen Leitung von Lili Hinstin

Nach dem Wechsel des italienischen Filmkritikers und bisherigen Filmfestivalorganisators Carlo Chatrian zur Berlinale, kürte das Locarno Film Festival Lili Hinstin zur neuen künstlerischen Leiterin.



Das 1946 gegründete Filmfestival im Schweizer Kanton Tessin ist eines der ältesten der Welt, doch Carlo Chatrians Nachfolge in Locarno gestaltete sich etwas schwieriger, denn Locarno ist wie Cannes, Berlin und Venedig ein Sehnsuchtsort des Weltkinos. Jedes Jahr strömen Filmschaffende und Cineasten aus aller Herren Länder in die idyllische Kleinstadt im Tessin, um der Filmkunst zu frönen. Spektakulär sind die allabendlichen Freiluftvorführungen auf der beeindruckenden Piazza Grande: vor 8.000 Zuschauern und mit der größten Leinwand der Welt.

Einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft machte das Festival in Locarno am 5. August 2018, denn an diesem Tag wurde dort die Charta für Gleichstellung und Diversität unterzeichnet. Damit verpflichtet sich Locarno, ab sofort eine Statistik über Geschlechterverhältnisse im Bereich Regie zu führen. Es war das erste A-Festival nach Cannes, das diese Charta unterzeichnete.

Das 72. Locarno Film Festival findet vom 7. bis 17. August 2019 statt.

Die neue künstlerische Leitung wird nun von Lili Hinstin in Locarno wahrgenommen. Unter sechs starken Mitbewerber*innen wurde sie im letzten Jahr einstimmig vom Verwaltungsrat des Festivals ernannt.

Lili Hinstin wurde 1977 in Paris geboren und studierte Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Philosophie in Paris und Padua. Danach gründete sie eine Produktionsfirma Les Films du Saut du Tigre. Lili Hinstin war auch für die Filmaktivitäten der Französischen Akademie in der Villa Medici in Rom verantwortlich und wirkte von 2011 bis 2013 als stellvertretende künstlerische Leiterin des Dokumentarfilmfestivals Cinéma du Réel in Paris.

Ihr wichtigster Posten war bisher die Leitung des Filmfestivals Entrevues in Belfort (Frankreich, unweit von Genf gelegen), die sie seit 2013 innehatte. Auch eine Schwäche fürs asiatische Kino spricht aus dem Belfort-Programm. Das französische Festival gilt wie Locarno als Ort der Entdeckungen; zeigen tut es vorwiegend Erst-, Zweit- oder Drittlingsfilme.

In ihrer Antrittsrede, die sie in fließendem Italienisch hielt, freute sich auf ihre Aufgabe, ein Festival mit einem solch anspruchsvollen Programm und solch großem Publikum zu leiten. Ein Plan, den sie für Locarno hat: Das afrikanische Kino stärker einzubeziehen. "Das ist mir enorm wichtig", so Lili Hinstin. Aber auch die technischen Umwälzungen durch Streaming-Anbieter wie Netflix und Amazon oder durch Virtual Reality erwähnte sie. Ebenso bekräftigte sie den Stellenwert des Schweizer Films in Locarno.

Lili Hinstin wird von einem jungen und dezidiert internationalen Auswahl-Team begleitet, dessen Blick geschärft ist für neue Generationen, neue Richtungen des Autorenfilms und für neu zu erforschende Territorien.

Lili Hinstin: "Die Auswahlkommission, zuständig für die Filme der 72. Festivalausgabe, ist ein Abbild des Festivals und seiner Geschichte: jung, frei und wagemutig. Unsere Filmauswahl zeichnet eine Karte der Gegenwart, für welche das Festival stets Zeuge und Fürsprecher war".


Die internationale Ausrichtung zeigt sich bereits bei den Personen, die für die Wahl der Langfilme eingesetzt wurde: Mathilde Henrot aus Frankreich, Kuratorin des Festivals von Sarajevo und Mitbegründerin von website Festival Scope Pro; Nicholas Elliott, New Yorker Korrespondent der Cahiers du Cinéma und Mitglied des Programmausschusses des Flaherty Film Seminar; Julian Ross, Kurator des International Film Festival Rotterdam und Wissenschaftler an der Universität von Westminster, Spezialist für den japanischen und philippinischen Film; Daniela Persico, italienische Filmkritikerin und Kuratorin, die bereits seit 2013 in anderen künstlerischen Bereichen mit dem Locarno Film Festival zusammengearbeitet hat; Antoine Thirion aus Frankreich, Gründer von Online- Magazin Independencia und Mitglied der Auswahlkommission von Cinéma du Réel und des FID von Marseille.

Für die Auswahl der Kurzfilme werden die künstlerische Leiterin und ihr Team unterstützt von Charlotte Corchète, Wissenschaftlerin an der École des Hautes Études en Science Sociales von Paris, die auch für die Filmsammlung des Centre Pompidou gearbeitet hat und in der Auswahlkommission des Festival Entrevues von Belfort tätig war und dem Schweizer Tizian Büchi, selbst Regisseur und Kurator bei verschiedenen Schweizer Filmfestivals sowie aufmerksamer Beobachter des deutschsprachigen und Schweizer Films.

Zum Team gehören weiter zwei Personen, die in Locarno bereits bekannt sind: die Engländerin Liz Harkman, die seit über fünfzehn Jahren in der britischen Filmindustrie tätig ist und dort institutionelle Funktionen unter anderem beim British Film Institute und beim UK Film Council ausgeübt hat, und der Regisseur und Produzent Stefan Ivančić aus Belgrad, dessen Werke mehrfach national und international ausgezeichnet wurden und vom Festival von Cannes (Selektion Cinéfondation), dem CNC, Visions Sud Est oder Eurimages selektioniert und unterstützt wurden.

Locarno schafft Raum für die Jugend

Das Locarno Film Festival startet erstmals ein neues Projekt, um der Jugend einen besseren Zugang zum Festivalgeschehen samt bezahlbaren Aufenthalt zu bescheren. BaseCamp heißt der neue Ort, den das Locarno Film Festival in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Losone einrichten wird. Dort wird 200 jungen Festivalbesuchern zwischen 18 und 30 Jahren die Gelegenheit geboten, für einen bescheidenen Kostenbeitrag in der Region zu übernachten, am Festival teilzunehmen und ihr persönliches Feedback einzubringen. Das BaseCamp entspringt dem Wunsch, junge Menschen mit unterschiedlichen Backgrounds zusammenzubringen und ihnen einen Ort – die ehemalige Kaserne von Losone – zur Verfügung zu stellen.

Die 200 ersten Teilnehmer werden von den verschiedenen Sektionen des Locarno Film Festivals sowie den wichtigsten schweizerischen und europäischen Kunstschulen in einem gemeinsamen Verfahren ausgewählt. Die erste Ausgabe des BaseCamp trägt den Titel „Foundation Year“ und ist ein Experiment und Pilotprojekt für junge Kreative aus den Sparten Grafik, Fotografie, Musik, IT-Programmierung oder Architektur, zu dem es in der Festivalwelt bis heute keine vergleichbare Initiative gibt.

Link: www.festivalbasecamp.ch

Locarnos Retrospektive zeigt ein Panorama des Black Cinema.

UPDATE:

Die Retrospektive des 72. Locarno Film Festival sollte eigentlich dem amerikanischen Filmemacher Blake Edwards gewidmet sein, wurde aber verschoben. Präsentiert wird stattdessen im GranRex ein Panorama des Black Cinema aus dem 20. Jahrhundert.

Ursprünglich sollten alle Filme, für die Blake Edwards als Regisseur verantwortlich war (37 Filme von 1955 bis 1993) sowie eine Auswahl derjenigen, die er für andere Regisseure, insbesondere Richard Quine, geschrieben hat gezeigt werden.

Edwards, ein Meister der Komödie, hat dramatische Filme und Liebesgeschichten gedreht, die zwischen verschiedenen Genres innerhalb desselben Films oszillieren (Breakfast at Tiffany's, 1961; Days of Wine and Roses, 1962; The Tamarind See, 1974 und viele andere). Dabei spielt er mit Tonbrüchen und Registerwechseln, Kontrasten und Nuancen.

Ziel dieser Retrospektive war es, in all ihren Aspekten eine der persönlichsten und faszinierendsten Welten des amerikanischen Kinos von den fünfziger bis hin zu den neunziger Jahren zu erforschen, mit vielen unbekannten und wenig gesehenen Filmen, die ebenso überraschend und aufschlussreich sind wie die berühmten und herausragenden Meisterwerke.

Die nun gezeigte Retrospektive Black Light wurde von Greg de Cuir Jr. als umfassendes Panorama gestaltet, in dem Spielfilme des Black cinema aus dem 20. Jahrhundert präsentiert werden. Der anerkannte Spezialist stellt neben Kultregisseuren und Race Movies aus den 20er- und 30er-Jahren, Pionierarbeiten, Meilensteilen der Blaxploitation der 70er-Jahre auch Werke von Filmschaffenden vor, welche die Identitätspolitik ihrer jeweiligen Epoche auf der Leinwand ausgeleuchtet und hinterfragt haben.

Die Auswahl will über das herkömmliche Konzept von schwarzer Identität in Politik und Gesellschaft hinausgehen und möchte zeigen, welche Bilder Regisseurinnen und Regisseure zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Weltregionen gefunden haben, um die historischen und politischen Aspekte der Erfahrung des Schwarzseins ausserhalb von Afrika darzustellen. Das Panorama konzentriert sich darum auf das Black Cinema von Autorinnen und Autoren aus Nord- und Südamerika und Europa, deren unterschiedliche ethnische und soziale Hintergründe ihre Visionen und Ausdrucksformen geprägt haben.

Berliner Produktionsfirma wird in Locarno ausgezeichnet.

Das Film Festival Locarno ehrt das Team von Komplizen Film: Die Berliner Produktionsfirma wird mit dem Premio Raimondo Rezzonico 2019 ausgezeichnet. Die Geschäftsführer Maren Ade, Janine Jackowski und Jonas Dornbach werden den Preis am 8. August 2019 auf der Piazza Grande entgegennehmen.

Mit "Toni Erdmann" wurde Maren Ade international als Regisseurin bekannt. Sie ist aber auch als Produzentin tätig. Dafür wird sie jetzt geehrt.

Mit dem Premio Raimondo Rezzonico ehrt das Locarno Film Festival internationale Produzentinnen und Produzenten von Independent Filmen.

Ausgezeichnet wird Komplizen Film für ihre unkonventionellen und mutigen Independent-Produktionen, die "dem Publikum immer aufs Neue überraschende Geschichten und Gesichter schenken", so das Festival in seiner Pressemitteilung.


Zu Ehren von Komplizen Film zeigt das Festival einige ihrer Produktionen: "Western" (2017) von Valeska Grisebach, der am Festival de Cannes2017 lief, sowie "Der Wald vor lauter Bäumen" (2003), der erste Spielfilm von Maren Ade, die auch für die Filme "Alle Anderen" (2009) und "Toni Erdmann" (2016) das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hatte. Maren Ade hatte mit "Toni Erdmann" 2016 den Europäischen Filmpreis in der Kategorie Bester Film gewonnen. Der Film war 2017 auch für den Auslands-Oscar nominiert.

Raimondo Rezzonico war von 1981 bis 1999 Präsident des Festivals. Zu seinen Ehren stiftet die Gemeinde Minusio seit 2002 alljährlich den gleichnamigen Preis.

Die Eröffnungs- und Abschlussfilme von Locarno.

Mit dem Erstlingswerk „Magari“ der italienischen Regisseurin und Produzentin Ginevra Elkann wird die 72. Ausgabe des Locarno Film Festivals am 7. August 2019 eröffnet. Ginevra Elkann präsentiert ihren Film als Weltpremiere gemeinsam mit den Hauptdarstellern Alba Rohrwacher und Riccardo Scamarcio. Sie erzählt in der italienisch-französischen Koproduktion die Geschichte von drei Geschwistern, die zu Beginn der 1980er-Jahre in einem zerrütteten Elternhaus aufwachsen.

Den Abschluss macht am 17. August 2019lm „Tabi no Owari Sekai no Hajimari“ ("To the Ends of the Earth") des japanischen Regisseurs, Drehbuchautors und Schriftstellers Kiyoshi Kurosawa, der nach den Preisverleihungen auf der Piazza Grande gezeigt wird. Der Film mit der ehmaligen J-Pop-Sängerin Atsuko Maeda wurde in Usbekistan gedreht und vermischt Traum mit Burleske. Er handelt von Yoko, der japanischen Moderatorin einer Reisesendung, die mit ihrer kleinen TV-Crew der antiken Seidenstraße folgt, um einen mythologischen Fisch zu fangen.

Locarno präsentiert neues Projekt „U30“.

Das Locarno Film Festival wartet in diesem Jahr mit einem neuen Projekt auf, das mit „U30“ überschrieben ist.

Das Filmfestival will damit „der nächsten Generation von Fachpersonen aus der Filmindustrie Gehör zu verschaffen, um für die Branche zu erfahren, wie sie den gegenwärtigen Herausforderungen und dem Wandel der internationalen Filmindustrie gegenübersteht“.


Dabei werden 24 ehemalige Teilnehmer einer Locarno Industry Academy International, alle unter 30 Jahre alt, ihre Ideen und Meinungen zum Thema „Das Publikum der Zukunft“ während des Festivals austauschen. Die Teilnehmer arbeiten im Verkauf oder Vertrieb, in der Programmgestaltung, im Kinogeschäft oder im Bereich PR und Marketing. Die Debatte über die Zukunft der Filmindustrie wird während der Aktivitäten von Locarno Pro vom 9. bis 11. August 2019 stattfinden.

Deutsch-österreichische Koproduktion auf der Piazza Grande.

Das Locarno Filmfestival bot dem deutschen Kino stets eine attraktive Plattform. Besonders spektakulär ist in dieser Hinsicht die diesjährige Weltpremiere der deutsch-österreichischen Koproduktion "7500" von Patrick Vollrath, der hiermit sein Langfilmdebüt auf der legendären Piazza Grande gibt. Vollrath war zu internationaler Bekanntheit gekommen, als 2015 seine Studentenabschlussarbeit "Alles wird gut" den Studenten-Oscar gewann und im Anschluss für einen Oscar für den besten Kurzfilm nominiert wurde. Joseph Gordon-Levitt spielt in "7500" einen jungen Kopiloten, dessen Linienflug von Terroristen entführt wird. Die Weltrechte hat sich bereits Amazon Studios gesichert.

Trotz eines renommierten Wettbewerbs gilt die Piazza Grande als das Herzstück des Filmfestivals in Locarno. Hier werden außerdem der schon für Cannes gehandelte "Notre Dame" von Valérie Donzelli, "Diego Maradona" von Asif Kapadia, der niederländische Thriller "Instinct" mit Carice van Houten, "Days of the Bagnold Summer" von Simon Bird, "Adoration" von Fabrice Du Welz und "To the Ends of the Earth" von Kiyoshi Kurosawa gezeigt.

In der Reihe »Crazy Midnight« gibt es auf der Piazza Grande u.a. die US-Netflix-Doku "Grass is Greener" von Fab 5 Freddy, "The Nest" von Roberto De Feo und die Schweizer Produktion "Die fruchtbaren Jahre sind vorbei" von Natascha Beller zu sehen.

Deutsche Produktion auch im Internationalen Wettbewerb.

Im Internationalen Wettbewerb konkurrieren 17 Produktionen gegeneinander. Auch hier wurde von Lili Hinstin und ihrem Team ein deutscher Titel ausgewählt: Ulrich Köhler und Henner Winckler sind die Regisseure von "Das freiwillige Jahr" (Produktion: Sutor Kolonko) mit Maj-Britt Klenke und Sebastian Rudolph, ein Film über einen alleinerziehenden Vater, der seine Tochter dazu überreden will, ein Freiwilliges Soziales Jahr in Südamerika zu absolvieren, weil er will, dass sie ein selbstbestimmteres Leben führen kann, als es ihm möglich war.

Dazu kommt mit "A febre" von Maya Da-Rin noch eine deutsche Koproduktion der Komplizen Film mit Brasilien und Frankreich. Der bekannteste Titel im Wettbewerb ist vermutlich "The Last Black Man in San Francisco" von Joe Talbot, der seine Weltpremiere in Sundance gefeiert hatte und in den USA bereits regulär im Kino zu sehen war.

Einer der ganz großen Namen des Kunstkinos ist der Portugiese Pedro Costa, der mit "Vitalina Varela" seine neue Arbeit vorstellt. Fünf der im Wettbewerb befindlichen Filme wurden von Frauen inszeniert. Gezeigt werden u.a.: "Bergmál" von Rúnar Rúnarsson, "Cat in the Wall" von Mina Mileva und Vesela Kazakova, "Douze Mille" von Nadège Trebal, "During Revolution" von Maya Khoury, "The Science of Fictions" von Yosep Anggi Noen, "Hogar" von Maura Delpero, "Les enfants d'Isadora" von Damien Manivel, "Longa Noite" von Eloy Enciso, "O fim do mundo" von Basil De Cunha, "Pa-go" von Park Jung-bum, "Technoboss" von João Nicolau, "Terminal Sud" von Rabah Ameur-Zaïmeche und "Yokogao" von Koji Fukada.

Auch in der Sektion »Concorso Cineasti del presente« befindet sich mit "The Tree House" von Minh Quy Truong eine deutsche Koproduktion von Inselfilm Produktion mit Singapur, Vietnam, Frankreich und China. Zudem wird die österreichisch-deutsche Arbeit "Space Dogs" von Elsa Kremser und Levin Peter gezeigt.

In der Reihe »Moving Ahead« gibt es mit "Color-Blind" von Ben Russell, eine französisch-deutsche Koproduktion zu sehen. Außerdem werden gezeigt: Der österreichisch-deutsch-spanisch-französische Film "Ralfs Farben" von Lukas Marxt und "The Invisible Hand" von Omer Fast (China, Deutschland).

In der Sektion »Fuori Concorso« befinden sich "Baghdad in My Shadow" von Samir (Schweiz, Deutschland, Großbritannien, Irak - deutscher Produzent: Coin Film), "Felix in Wonderland" von Marie Losier (Frankreich, Deutschland) und "Giraffe" von Anna Sofie Hartmann (Deutschland, Dänemark).

Die Filme auf der Piazza Grande im Überblick

Die Filme des Internationalen Wettbewerbs im Überblick

Die Filme von Cineasti del presente im Überblick

Die Filme der Reihe Moving Ahead im Überblick

MDM-geförderte Dokumentarfilme beim 72. Filmfestival Locarno.

Neben dem bereits weiter oben erwähnten Dokumentarfilm "Space Dogs", der vom MDM gefördert wurde, läuft mit „Another Reality” von Noel Dernesch und Oliver Waldhauer beim 72. Filmfestival Locarno ein zweiter MDM-geförderter Dokumentarfilm, der außergewöhnliche Perspektiven auf unsere Welt eröffnet und als internationale Premiere im Rahmen der »Semaine de la Critique« vom Schweizerischen Filmjournalistenverband organisiert wird.

Mit dem Filmessay„Space Dogs” folgen die Filmemacher Levin Peter und Elsa Kremser Moskauer Straßenhunden und nehmen den Zuschauer mit auf eine Reise vom Aufstieg der ersten Hunde in den Weltraum bis zum rauen Leben am Erdboden. Das von der MDM mit 60.000 Euro unterstützte Projekt von dem aus Jena stammenden Levin Peter wurde beim MDM-Nachwuchstag im Jahr 2016 unter dem Arbeitstitel „Stray Dogs” präsentiert. Die IT WORKS! Medien Gmbh produzierte den aus der Perspektive der Hunde gedrehten Dokumentarfilm zusammen mit RAUMZEITFILM Produktion OG.

Unterstützt wurde die deutsch-österreichische Koproduktion von der Mitteldeutschen Medienförderung, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, dem Kuratorium junger deutscher Film, Filmstiftung NRW – Gerd-Ruge-Stipendium, der Thüringer Staatskanzlei, der Kompositionsförderung Dok.Fest München sowie dem RBB. Zudem wurde der Film vom Bundeskanzleramt der Republik Österreich, dem Land Kärnten sowie dem ORF gefördert. Das Leipziger Unternehmen Celluloid Tracks übernahm die Filmtonmischung. Die Deckert Distribution GmbH zeichnet sich für den Weltvertrieb verantwortlich.

Der zweite Doku „Another Reality” entführt in die Welt krimineller Familienclans in deutschen Großstädten, die ganze Bezirke unter ihrer Kontrolle haben. Der von der MDM mit 75.000 Euro geförderte Dokumentarfilm der Filmemacher Oliver Waldhauer und Noel Dernesch fängt die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen in dieser von HipHop geprägten Parallelgesellschaft pointiert ein. Produziert wurde das Projekt von der Leipziger Elemag Pictures in Zusammenarbeit mit der Schweizer Cognito Films GmbH, It`s Us Media und 27 Kilometer. An der Finanzierung waren die MDM, das Medienboard Berlin-Brandenburg, BKM, die Züricher Filmstiftung, BAK Succès Cinéma, Suissimage und die Sender RBB, ARTE, WDR und SRF beteiligt. Neben Produzentin Tanja Georgieva-Waldhauer stammen auch Kameramann Friede Clausz und sein Team sowie die Tonmeister aus Mitteldeutschland. Der Weltvertrieb liegt bei der MAGNETFILM GmbH.

Link: www.locarnofestival.ch
Quellen: Tages-Anzeiger | Filmecho | Locarno Festival | Blickpunkt:Film | Mitteldeutsche Medienförderung


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