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Gewinner: Sehsüchte, FilmPolska, Deutscher Filmpreis 2019

Drei aktuelle Film-Preisvergaben in Berlin und Potsdam-Babelsberg.

Am Sonntag, den 28. April 2019, wurden auf der feierlichen Preisverleihung unter Beisein von Publikum, Filmemacher*innen, Festivalpartner*innen und zahlreichen Jurymitgliedern die Preisträger*innen und Gewinnerfilme des 48. Internationalen Studierendenfilmfestivals Sehsüchte bekanntgegeben, das vom 24.04. – 28.04.2019 an der Filmuniversität in Potsdam-Babelsberg stattfand. Die Preise aus den 11 Kategorien sind insgesamt mit einem Wert von über 35.000 € dotiert.

Der Gewinnerfilm aus der Sektion Spielfilm lang ist "BAD BAD WINTER" (2018, Kasachstan / Frankreich, 89 Min., Regie: Olga Korotko).

Die Jury bezeichnete den Film als künstlerische Errungenschaft in jeglicher Hinsicht mit einer klaren Position zu einem kontrovers diskutierten Thema.

Hier ein Extrait:

Synopsis:

Ehemalige Schulfreunde halten die junge Kasachin Dinara gegen ihren Willen im ehemaligen Haus der Familie fest. Sie wollen Geld von der Tochter reicher Eltern, um die versehentliche Tötung eines Unbekannten zu vertuschen. Ihr geht es aber um Moral, Menschlichkeit und Mitgefühl. Deshalb bietet sie den Freunden Geld an, um ihren Familien zu helfen – aber nicht, um ein Verbrechen zu verdecken. Doch nach sexuellen Übergriffen hört man drei Schüsse, sieht Blut und Dinara flüchten. Was ist passiert?

Die Regisseurin will nichts erklären, sonder vielmehr Absurditäten und Unmenschlichkeit zeigen, die aus einem korrupten System resultieren.

Neben "THE LAST TO SEE THEM" von Sara Summa mit 79 Min. Länge war der Gewinnerfilm allerdings nur einer von zwei echten langen Feature Filmen im Programm. Die weiteren drei Wettbewerber in dieser Sektion waren nur mittellange Filme. Dazu gehörten "Bester Mann", 44 Min.; "Label Me", 60 Min. und "Katabatik Fisherman", 42 Min.

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In der Sektion Dokumentarfilm erhielt "PRISONER OF SOCIETY" (2018, Georgien, 15 Min., Regie: Rati Tsiteladze) den Preis.

Stilsicher, unkonventionell und dicht, erzählt der Regisseur von Adelinas Dilemma, die im Körper eines Jungen geboren wird, aber eine Frau sein will. Sie fühlt sich als Gefangene ihrer Eltern und der Gesellschaft Georgiens.

In dieser Sektion gab es immerhin drei lange Dokus sowie mehrere kurze Werke, die aber alle gemeinsam gegeneinander antraten.

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Den Preis für den besten Spielfilm kurz gewann "GUSANOS DE SEDA" (2018, Spanien, 16 Min., Regie: Carlos Villafaina). Die Jury lobte die zärtlich-eindringliche Weise, mit der der Regisseur das Porträt einer verlorenen Kindheit zeichnete.

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Der Preis für die beste Produktion ging an "DER KÄPT’N" (2018, Deutschland, 14 Min., Produktion: Friederike Weykamp, Simona Weber und Benjamin Zerhau). Besonders hervorgehoben wurde die schnörkellose und bodenständige Erzählweise.

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Der erstmals verliehene Preis für den besten 360°-Film ging an "FLUCHTPUNKT" (2018, Österreich, Regie: Béla Baptiste). Die Jury bezeichnete den Film als außergewöhnliches Beispiel einer Parallelmontage, der die Möglichkeiten des neuen Mediums gekonnt nutzte.

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Den Publikumspreis in der Kategorie Genre erhielt "8:27" (2018, Deutschland, Regie: Matthias Kreter).

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"GOOD INTENTIONS" (2018, GB, Regie: Anna Mantzaris) ist Preisträger in der Sektion Animationsfilm. Die Jury bezeichnete den Film als anspruchsvoll poetischen Puppentrick-Thriller mit Liebe zum Detail.

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Die Jugendjury entschied sich für den Film "SISTERS" (2018, Niederlande, Regie: Daphne Lücker), der sich durch eine intensive Choreografie der Darstellerinnen und ein ästhetisch anspruchsvolles Szenenbild auszeichnet.

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Als bester Kinderfilm wurde "NÖ!" (2018, Deutschland, Regie: Christian Kaufmann) ausgezeichnet. Unserer Kinderjury gefiel die Botschaft des Films: niemals aufgeben und den Mut nicht verlieren.

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Den Preis für das beste Drehbuch gewann in diesem Jahr "REFUGIUM" von Susann Schadebrodt. Von der Jury besonders hervorgehoben wurde der bestechenden, lakonischen Humor und die pointierten Dialoge.

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Im Pitchwettbewerb konnte sich "ALL ROADS LEAD TO NO HOME" von Afraa Batous durchsetzen. Die Jury lobte die sehr persönliche Erzählweise der Geschichte, durch die ein neuer Blick auf ein bekanntes Thema ermöglicht wurde.

Link: sehsuechte.de

Quelle: Filmuniversität

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Vom 24. April - 1. Mai 2019 fand mit der 14. Ausgabe von filmPOLSKA das größte polnische Filmfestival außerhalb Polens wieder in Berlin statt.

Hier der Trailer:

„Córka trenera“ / “A Coach's Daughter” gewann im Wettbewerb von sieben zur Auswahl stehenden Langfilmen des jungen polnischen Films den filmPOLSKA-Preis.

In diesem „äußerst sportlichen Kunststück“ sah die Jury „großes Einfühlungsvermögen und ein präzises Auge“ des Regisseurs Łukasz Grzegorzek für zwischenmenschliche Beziehungen. Die „zarte und stille“ Geschichte über das schwierige Verhältnis eines ehrgeizigen Tennislehrers und seiner Teenagertochter, die ihren eigenen Weg gehen will, verlasse erfreulicher Weise die gewohnten Erzählpfade eines Roadmovies, eines Sportfilms, eines Vater-Tochter-Dramas und einer Coming-of-Age-Geschichte, heißt es in der Begründung der Jury, und „überrascht durch einen zeitgemäßen und intelligenten Humor“. „Das lässige Sportlerdrama macht Platz für eine hellsichtig gezeichnete moderne Emanzipationsgeschichte“, so die Jury-Begründung weiter.

Hier der Trailer:

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Eine Lobende Erwähnung sprach die Jury des 14. filmPOLSKA für „Via Carpatia” aus, den Film von Klara Kochańska und Kasper Bajon, in dem „immer wieder erstaunlich beeindruckende Bilder der Beiläufigkeit die volatile Stimmungslage des europäischen Sommers 2016 sondieren“: „Ein beeindruckendes filmisches Experiment, das sich an den Wohlstandsängsten der ‚Festung Europa‘ abarbeitet“, so die Jury weiter.

Hier der Trailer:

Link: filmpolska.de

Quelle: Polnisches Institut Berlin

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Die feierliche 69. Verleihung des Deutschen Filmpreises, der renommiertesten und mit knapp 3 Mio. Euro höchstdotierten Auszeichnung für den deutschen Film, fand gestern Abend, den 3. Mai 2019 im Palais am Funkturm in Berlin statt.

Hauptgewinner ist der Film "Gundermann" von Andres Dresen.

Hier der Trailer:

Der Film erzählt die Geschichte des DDR-Liedermachers und Baggerfahrers Gerhard Gundermann (1955-1998), der auch für die Stasi arbeitete.

Die Auflistung aller nominierten Filme hatten wir bereits am 21. März 2019 bei uns veröffentlicht und in einem weiteren Artikel von gestern, den 03.05.2019, haben wir nochmals auf die Veranstaltung sowie auf Details zur Ehrenpreisträgerin hingewiesen.

Hier die Gewinner der LOLAs im Überblick:

BESTER SPIELFILM GOLD:

"Gundermann" von Andreas Dresen

BESTER SPIELFILM SILBER:

"Styx" von Wolfgang Fischer

BESTER SPIELFILM BRONZE:

"Der Junge muss an die frische Luft" von Caroline Link

BESTER DOKUMENTARFILM:

"Of Fathers And Sons" von Talal Derki

BESTER KINDERFILM:

"Rocca - Verändert die Welt" von Katja Benrath

BESTE REGIE:

Andreas Dresen ("Gundermann")

BESTES DREHBUCH:

Laila Stieler ("Gundermann")

BESTE WEIBLICHE HAUPTROLLE:

Susanne Wolff ("Styx")

BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE:

Alexander Scheer ("Gundermann")

BESTE WEIBLICHE NEBENROLLE:

Luise Heyer ("Der Junge muss an die frische Luft")

BESTE MÄNNLICHE NEBENROLLE:

Alexander Fehling ("Das Ende der Wahrheit")

BESTE KAMERA / BILDGESTALTUNG:

Benedict Neuenfels ("Styx")

BESTER SCHNITT:

Anne Fabini ("Of Fathers And Sons")

BESTE TONGESTALTUNG:

Andreas Turnwald Uwe Dresch Andre Zimmermann Tobias Fleig ("Styx")

BESTE FILMMUSIK:

Hochzeitskapelle ("Wackersdorf")

BESTES SZENENBILD:

Susanne Hopf ("Gundermann")

BESTES KOSTÜMBILD

Sabine Greunig ("Gundermann")

BESTES MASKENBILD:

Maike Heinlein, Daniel Schröder, Lisa Edelmann ("Der Goldene Handschuh")

EHRENPREIS:

Margarethe von Trotta

BESUCHERSTÄRKSTER FILM:

"Der Junge muss an die frische Luft" von Caroline Link

BERND EICHINGER PREIS:

Christian Becker (Produzent)

Links:

www.deutscher-filmpreis.de | www.deutsche-filmakademie.de

Quellen: ARD Text | Deutscher Filmpreis

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