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Preise bei der »Diagonale« und die Gewinner des Schweizer Filmpreises

Preisverleihungen in Graz bei der »Diagonale« sowie in Zürich beim Schweizer Filmpreis und in Berlin beim 11mm Fußballfilmfestival.



In den heimischen Medien Österreichs heißt es, dass die Diagonale in Graz – Festival des österreichischen Films, das vom 19.–24. März 2019 stattfand, in diesem Jahr "zu wenig Innovation und Mut" zeigte, obwohl die Diagonale seit Jahren nichts anderes macht, als Widersprüche zusammenzuführen und kollidieren zu lassen.

Hingegen stellten junge Filmproduzenten unter dem Titel und der website "cinemanext.at" ihre Sicht der verkrusteten österreichischen Förderlandschaft dar. Offensichtlich ist der Streit um die Nachwuchsförderung ähnlich wie in Deutschland gelagert - und wenn es nach Cinemanext geht - quasi nicht existent.

"Dass es hierzulande eine neu gedachte nationale Nachwuchsförderung braucht, wird mittlerweile von vielen Seiten der Branche diskutiert", so die Initiatoren von cinemanext.at. "Die vereinzelten Fördermaßnahmen, die es gibt, zeigen wenig Innovation und Mut, greifen nicht ineinander und fokussieren oft nur auf kreative Positionen wie Buch oder Regie."


In den Grazer Kinos sieht die Sache während des Festival noch ganz anders aus: Während der Franz-Grabner-Preis erwartbar an den bereits überdekorierten Dokumentarfilm "Waldheims Walzer" von Ruth Beckermann ging, sind die neuen Arbeiten bei dieser Diagonale gewohnt fordernd: "Die Kinder der Toten" von Kelly Copper und Pavol Liska, eine filmische Adaption von Elfriede Jelineks gleichnamigem Roman, die schon im Forum bei der Berlinale ihre Uraufführung feierte, beginnt mit malerischen Super8-Bildern in der paradiesischen Obersteiermark, entpuppt sich aber bald als Horrortrash vor Heimatfilmkulisse.

In dem autobiografisch gefärbten "Nevrland" erzählt Gregor Schmidinger von einem 17-jährigen Teenager, der unter einer Panikstörung leidet und in einem Sex-Chat den 26-jährigen Künstler Kristjan kennenlernt. Zwischen den beiden entspinnt sich bald mehr als eine virtuelle Freundschaft. Die Doku "Eine eiserne Kassette" von Nils Olger forscht im Nachlass des Großvaters des Filmemachers und hebt dort 377 Fotografien aus dessen letztem Kriegseinsatz aus - ein Film über Verdrängung und das große Schweigen.

Am letzten Samstag Abend wurden in Graz die Preise verliehen.

Der Großer Diagonale-Preis des Landes Steiermark für den Besten Spielfilm ging an Sara Fattahi für "CHAOS".

Hier der Trailer:



Der Film wurde in Berlin schon im letzten Jahr beim 9. ALFILM - Arabisches Filmfestival gezeigt. Die nächste 10. Jubiläumsausgabe mit künstlerisch anspruchsvollem Kino aus der arabischen Welt, u.a. mit dem Cannes-Beitrag "Yomeddine" von A. B. Shawky, findet vom 3.-10. April 2019 in den Berliner Kinos Arsenal, City Kino Wedding und Wolf statt.


Nicht weniger eindringlich ist Nathalie Borgers’ "The Remains - Nach der Odyssee", der sich dem Sterben im Mittelmeer annähert und bei einer syrischen Flüchtlingsfamilie nachforscht, die dreizehn Angehörige in den Fluten verloren hat. Er wurde mit dem Großen Diagonale-Preis des Landes Steiermark als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Hier der Trailer:



Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz
Bester innovativer Film, Experimental- oder Animationsfilm ging an Jennifer Mattes für "Wreckage takes a holiday".

Diagonale-Preis Kurzspielfilm ging an Raphaela Schmid für "ENE MENE".

Diagonale-Preis Kurzdokumentarfilm ging an Johannes Gierlinger für "Remapping the origins".

Diagonale-Preis der Jugendjury des Landes Steiermark
für den Besten Nachwuchsfilm ging an Nicolas Pindeus für "Zufall & Notwendigkeit".

Diagonale-Schauspielpreise in Kooperation mit der VdFS – Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden

- für die Beste Darstellerin ging an Joy Alphonsus für "JOY" von Sudabeh Mortezai über eine Nigerianerin, die als Prostituierte in Wien arbeitet.

- für den Besten Darsteller ging an Simon Frühwirth für "NEVRLAND" von Gregor Schmidinger über einen von inneren Dämonen geplagten 17-jährigen Jüngling.


Diagonale-Preis Bildgestaltung des Verbandes österreichischer Kameraleute AAC

- für Beste Bildgestaltung Spielfilm ging an Klemens Hufnagl für "Bewegungen eines nahen Bergs".

- Beste Bildgestaltung Dokumentarfilm ging an Christiana Perschon für "Sie ist der andere Blick".


Weitere Preise für Schnitt, Soundgestaltung, Szenenbild und Drehbuch auf der Homepage des Festivals.

Link: www.diagonale.at

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Vergabe des Schweizer Filmpreises in Genf.


Am Abend des 23. März 2019 wurde der Schweizer Filmpreis in Genf verliehen. Die Preise für den "Besten Spielfilm" und das "Beste Drehbuch" gingen an "CEUX QUI TRAVAILLENT" von Antoine Russbach.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Frank Blanchet widmet sein ganzes Leben, Tag und Nacht, seiner Arbeit als Koordinator von Cargo-Schiffstransporten im Genfer Trading-Geschäft und sorgt dafür, dass unsere Regale in den Supermärkten mit frischen Produkten gefüllt sind. Eines Tages sieht er sich mit einer folgenschweren Entscheidung konfrontiert, welche ihm seinen Job kostet und er sieht sich gezwungen, sich zum ersten Mal selber in Frage zu stellen, um das einzige Wertvolle in seinem Leben zu retten: Die Beziehung zu seiner jüngsten Tochter Mathilde.


Der fünffach nominierte "WOLKENBRUCH" brachte Joel Basman schließlich die Auszeichnung als "Besten Darsteller" ein. Dieser erfolgreichste Schweizer Film 2018 über einen jüdischen Familienspross, der in die Arme einer Schickse fällt, wird auch in den deutschen Kinos zu sehen sein.

Hier der Trailer:



Die Gewinner in der Übersicht

Bester Spielfilm:

"CEUX QUI TRAVAILLENT" von Antoine Russbach (Box Productions sàrl, Elodie Brunner, Elena Tatti, Thierry Spicher)

Bester Dokumentarfilm:

"CHRIS THE SWISS" von Anja Kofmel (Dschoint Ventschr Filmproduktion AG, Samir, Sereina Gabathuler)

Bester Kurzfilm:

"ALL INCLUSIVE" von Corina Schwingruber Ilić (freihändler Filmproduktion GmbH, Stella Händler)

Bester Animationsfilm:

"SELFIES" von Claudius Gentinetta (Gentinettafilm, Claudius Gentinetta)

Bestes Drehbuch:

"CEUX QUI TRAVAILLENT" - Antoine Russbach

Beste Darstellerin:

Judith Hofmann (Ruth) in "DER UNSCHULDIGE"

Bester Darsteller:

Joel Basman (Motti) in "WOLKENBRUCH"

Beste Darstellung in einer Nebenrolle:

Pauline Schneider (Hilde) in "CEUX QUI TRAVAILLENT"

Beste Filmmusik:

"CHRIS THE SWISS" - Marcel Vaid

Beste Kamera:

"ELDORADO" - Peter Indergand

Beste Montage:

"CHRIS THE SWISS" - Stefan Kälin

Bester Abschlussfilm:

"LES HEURES-ENCRE" von Wendy Pillonel (Zürcher Hochschule der Künste ZHdK)

Link: www.schweizerfilmpreis.ch
Quellen: wienerzeitung.at | Diagonale | Blickpunkt:Film | Zurich Festival

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Vergabe des 11mm Fußball-Film-Preises in Berlin.


Die Dokumentation „Unser Team – Nossa Chape“ von Jeff und Michael Zimbalist erhielt vorgestern Abend, den 25. März 2019, den 11mm-Jurypreis des Internationalen Fußball Filmfestivals in Berlin.

Die vierköpfige Fachjury um den Philosophen und Sportwissenschaftler Gunter Gebauer war sich in Ihrem Urteil einig:

„Ein ergreifender Film über eine grauenhafte Flugzeug-Katastrophe und den Kampf um die Überwindung der Folgen, sportlich wie menschlich. Ein packender Dokumentarfilm, der das Pathetische und Melodramatische meidet und stattdessen eindrucksvollen persönlichen Gefühlen und Haltungen Ausdruck verleiht.“


Die beiden US-amerikanischen Regie-Brüder nahmen den Preis persönlich entgegen. Ab dem 28.03.2019 ist der Film bundesweit in den Kinos zu sehen. Wir hatten den Film samt Trailer bereits bei uns im BAF-Blog in einem Vorbericht am 20. März 2019 vorgestellt.

Beim Publikum stand dagegen erstmals ein Spielfilm - „Aragh-e-Sard“ - am höchsten im Kurs. Die iranische Produktion über eine fußballspielende Frauen begeisterte nicht nur die Zuschauer*innen im Kino Babylon.

Jury-Mitglied und TV-Moderatorin Jessy Wellmer urteilte: „Ein sehr gelungener Film, der die Ungerechtigkeiten aufzeigt, mit denen Frauen im Iran zu leben haben - weit über den Fußball hinaus.“


Den Preis für den besten Fußballkurzfilm des Jahres gewann „Nefta Football Club“.

Link: 11-mm.de
Quelle: Noisefilm PR




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