Skip to content

Berlinale-Chef Dieter Kosslick feiert heute seinen 70. Geburtstag

Kosslicks letzte Amtshandlung wird die Durchführung der 69. Berlinale 2019 sein.

Bundespräsident Steinmeier und Kulturstaatsministerin Grütters (CDU) haben schon vorab Berlinale-Direktor Dieter Kosslick zu

seinem 70. Geburtstag am Mittwoch, den 30. Mai 2018 gratuliert.

Dieter Kosslick, geboren am 30. Mai 1948 in Pforzheim ist seit 1. Mai 2001 Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin, der Berlinale. Zuvor war er ab 1983 Geschäftsführer des Hamburger Filmbüros und ab 1988 Geschäftsführer des Film Fonds Hamburg. 1992 holte das Land Nordrhein-Westfalen und der WDR Dieter Kosslick an den Rhein als Geschäftsführer der Filmstiftung NRW in Düsseldorf. Zudem war er Vizepräsident der Europäischen Filmakademie EFA.

Steinmeier schrieb: "Kosslick habe das Festival immer im Zeitgeschehen positioniert und darauf bestanden, dass sich die Berlinale künstlerisch mit den Themen der Zeit auseinandersetze."

Grütters betonte: "Kosslick habe die Berlinale mit Mut, Leidenschaft und Einfallsreichtum ins 21. Jahrhundert geführt."

Dieter Kosslicks Vertrag als Berlinale-Direktor läuft noch bis Mai 2019. Derzeit sucht eine Findungskommission einen geeigneten Nachfolger, wobei Kulturstaatsministerin Monika Grütters kürzlich andeutete, dass es wohl auf eine Doppelspitze hinauslaufe, die auch bei anderen vergleichbaren internationalen A-Filmfestivals wie in Cannes und Venedig üblich ist. Bevorzugt wird natürlich eine Führung, die sich aus einer Frau und einem Mann zusammensetzt, da dies der angestrebten Frauenquote in Führungskräften von 50% entsprechen würde.

Im letzten Jahr hatte Wieland Speck, der bisherige langjährige Chef der Sektion Panorama, bereits seinen Posten für die 68. Berlinale 2018 geräumt, um an der Seite von Berlinale Direktor Dieter Kosslick neue Aufgaben zu übernehmen. Seinerzeit war von einer Vertragsauflösung Kosslicks nach 2019 noch keine Rede gewesen. Der Schritt vollzog sich erst nach einem Brandbrief von Filmemachern des Regieverbandes (BVR), die im Dezember 2017 Kosslicks Ablösung forderten. Wir berichteten hier und hier.

Obwohl die Anschuldigungen von einem Großteil der Regisseure später als Missverständnis wieder relativiert wurden, verzichtete Dieter Kosslick nach den Anfeindungen von sich aus auf eine Verlängerung seines im Mai 2019 auslaufenden Vertrages und deutete an, sich neuen Aufgaben widmen zu wollen.

Wieland Speck bereitet die Jubiläumsberlinale vor.

Inzwischen wurde Näheres zu den Aufgaben von Wieland Speck bekannt. Dieser soll für die Jubiläumsausgabe der 70. Berlinale 2020 ein Retrospektive-Spezial vorbereiten. In der Führungsriege der Berlinale - nach Kosslicks Abgang - ist er somit nicht vorgesehen.

Christoph Terhechte verlässt vorzeitig das Forum.

Eine Meldung von letzter Woche gibt allerdings Anlass zu Spekulationen, dass in der derzeitigen Führung der Berlinale nicht alles mehr stimmig ist. Denn nach Wieland Speck gibt mit Christoph Terhechte nun ein weiterer langjähriger Leiter einer Berlinale-Sektion seinen Posten auf.

Christoph Terhechte gibt die Leitung des Forums der Berlinale bereits zum Juli 2018 ab. Seit 1997 war er im Auswahlkomitee der 1971 gegründeten Berlinale-Sektion tätig. Im Juni 2001 übernahm er die Leitung von Forums-Gründer Ulrich Gregor. Seit 2002 war Terhechte zudem als Mitglied im Auswahlkomitee des Wettbewerbs der Berlinale tätig. Er möchte sich nun neuen beruflichen Aufgaben stellen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V., der das Forum ausrichtet, und Internationale Filmfestspiele Berlin, die eine kommissarische Leitung für das Forum 2019 stellen werden.

"Wir danken Christoph Terhechte sehr herzlich für seine langjährige Arbeit. Ihm ist es gelungen, dem Forum der Berlinale die Risikofreude zu erhalten und der Sektion in einer sich stark verändernden Festivallandschaft immer wieder neue Impulse zu geben. Die von Terhechte gesetzten Schwerpunkte für das Forum der Berlinale bereicherten auch ganzjährig das Programm des Arsenal", erklären Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus vom Vorstand des Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V.

"Herzlichen Dank an Christoph Terhechte für seine langjährige großartige Arbeit beim Forum. Das kuratorische Profil der Sektion hat mit seinem facettenreichen Programm einen bedeutenden Beitrag zur Vielseitigkeit der Berlinale und zum Filmdiskurs geleistet", sagt auch Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

Links: www.berlinale.de | www.arsenal-berlin.de

Quellen: Berlinale | Arsenal | rbb | Blickpunkt:Film

  • Google Bookmarks
  • Print this article!
  • E-mail this story to a friend!

Anzeige