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22. Diagonale - Festival des österreichischen Films

Das Grazer Forum für die Präsentation und Diskussion österreichischer Filmproduktionen.


Seit 1998 macht die Diagonale Graz alljährlich zur Filmhauptstadt Österreichs und hat sich seitdem als unverzichtbarer Treffpunkt für Filmbranche und Publikum etabliert. Österreich ist zwar im Vergleich zu Deutschland ein kleines Land, aber die internationalen Erfolge können sich sehen lassen. Mit Michael Haneke oder Ulrich Seidl kann Österreich zwei Filmemacher vorweisen, die nicht nur ähnliche gesellschaftskritische Themen aufgreifen, sondern durch ihre Radikalität weitaus häufiger als deutsche Filmemacher in Cannes reüssieren. Bei der Premierenfeier von "Paradies: Liebe" im Jahre 2012 in Cannes zeigte sich einmal mehr, wie gut Ulrich Seidl und Michael Haneke miteinander können und sich gegenseitig schätzen - eine gute Voraussetzung für erfolgreiche künstlerische Arbeit.

Vom 8.-13. März 2016 findet die diesjährige 22. Ausgabe statt. Rund 1.300 akkreditierte Fachbesucher/innen und 25.000 Besucher/innen, darunter ein hoher Anteil an jungem Filmpublikum, werden sich wieder zur Festivalzeit in Graz versammeln, um das vielfältige Filmprogramm, die besondere Festivalatmosphäre sowie die Diskussion mit den anwesenden Filmgästen und das darüber hinausgehende Programmangebot zu genießen.

Auf der 66. Berlinale konnte man im Rahmen der Sektion »Perspektive Deutsches Kino« bereits einiges sehen, was auch in Graz gezeigt wird. Darunter der lange Dokumentarfilm "Brüder der Nacht" von Patric Chiha, der in die irreal stilisierte Lebensrealität bulgarischer Roma eintaucht, die in Wien als Stricher arbeiten.

Uraufführung hat dagegen der mittellange Kurzspielfilm "Boat People" von Paul Meschùh. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, weshalb wir das Plakat zum Film großformatig eingebunden haben. Themen wie diese Szene vermuten lässt, haben schon auf der Berlinale eine Doku zum Sieger gekürt. Auch die Diagonale scheut offensichtlich keine Diskussion und zeigt politisch relevante Werke, denn Ziel und Aufgabe der Diagonale ist die differenzierte, vielschichtige und kritische Auseinandersetzung mit dem heimischen Kino sowie dieses Filmschaffen stärker in die mediale Aufmerksamkeit und damit in den öffentlichen Diskurs zu rücken.



In der täglichen Flüchtlingsdiskussion wird gestritten - statt nach Lösungen zu suchen, wird abgewiegelt und ausgewiesen. Die Leidtragenden sind die Migranten. Not, Solidarität, Egoismus: Das politische Drama in "Boat People" entfaltet sich im Spannungsfeld dreier gleichberechtigter Perspektiven, versammelt in einem Boot im Grenzgebiet zwischen internationalen Gewässern und Festland. Schwankend und mit rastloser Handkamera inszeniert offenbart der Film stabil geglaubte Standpunkte, Werte und Sicherheiten als fluid. Höchste Zeit, diese zu überdenken.

Weiterer Schwerpunkt sind Innovative Kurzfilme sowie aktuelle Werke von Studierenden der Filmakademie Wien.

Eröffnet wird die Diagonale’16 mit der Uraufführung von Mirjam Ungers "Maikäfer flieg". Hier der Trailer:



Aus dem Blickwinkel der neunjährigen Christl fokussiert die Verfilmung nach Christine Nöstlingers autobiografischem Roman im Kleinen auf große, nach wie vor brandaktuelle Themen: Krieg und Frieden, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Freund- und Feindschaft. Zeitgleich mit dem Eröffnungsscreening in der Helmut List Halle hat das Grazer Publikum die Gelegenheit, den Eröffnungsfilm im UCI Annenhof als erste reguläre Vorstellung des Festivals zu erleben.

Link: www.diagonale.at

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