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Rettung für CinePostproduction durch Veräußerung

Restmannschaft der ehemaligen Geyer-Werke kann wieder aufatmen.



Die Kündigung der von der CinePostproduction GmbH angemieteten Räume im Kopierwerk der ehemaligen Geyerwerken ist vom Tisch. Der traditionsreiche Filmstandort in Berlin Neukölln kann nun doch erhalten bleiben nachdem der Insolvenzverwalter Stephan Ammann (PLUTA Rechtsanwalts GmbH) die CinePostproduction veräußern konnte.

Käufer der Assets ist die in Unterföhring bei München ansässige MTI Teleport München GmbH. Das Unternehmen übernimmt die Bereiche eDelivery in Kinos, Digital Cinema Package (DCP), Filmlager inkl. Film-Restauration und Teile der Postproduktion. Am Standort Berlin werden 16 und in München 19 Mitarbeiter weiterbeschäftigt. Die restlichen Mitarbeiter können in eine Transfergesellschaft wechseln, die sich für die Beratung, Qualifizierung und Vermittlung der Beschäftigten einsetzt, wie es in einer Pressemitteilung hieß.

In unserer Meldung vom 15. Dezember 2014 gingen wir davon aus, dass der Betrieb geschlossen werden muss. Besitzer der Berliner Immobilie ist die Münchner Bavaria Film GmbH, die der bisherigen CinePostproduction GmbH die Räumlichkeiten gekündigt hatte. Letzter Arbeitstag sollte die verbliebene Restmannschaft der 31. Januar 2015 sein. Doch es kam anders!

Der Standort Berlin-Brandenburg gilt trotz aller Unkenrufen immer noch als sehr lukrativ und erfolgsversprechend für die Film- und Medienbranche. Anstelle einer Abwanderung erfolgt weiterhin eine Ausdehnung der Branche im Berliner Raum. So kündigte beispielsweise Studio Hamburg rückwirkend zum 1. Januar 2015 und unter Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung, die Übernahme der Potsdamer Park Studios an. Das betrifft deren Produktions- und Übertragungstechnik, sowie die Postproduktion.

Der Atelierbetrieb am Schlosspark Babelsberg hat allerdings keine Zukunft, denn wie wir bereits am 26. Dezember 2014 meldeten, war auch die Studio Babelsberg AG im letzten Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Offensichtlich erfasst die Konzentration im Bereich der Filmdienstleistungen nun auch die Studiobetreiber. Dreharbeiten in den vier Park Studios (130 bis 1.000 qm) am Traditionsstandort Babelsberg werden somit bald der Vergangenheit angehören. Das Studiogelände der Park Studios ist bereits verkauft und soll künftig für die dringend benötigte Wohnraumbebauung in der Region genutzt werden.

Nicht betroffen vom Verkauf sind natürlich die Filmstudios der Studio Babelsberg AG am Filmpark Babelsberg, die ca. 3km entfernt liegen. Dort werden weiterhin erfolgreich Großproduktionen durchgeführt und neue akquiriert.

Die CinePostproduction konnte veräußert werden.
Im Vorfeld der Veräußerung der CinePostproduction und der Geyer Werke in Berlin Neukölln gab es eine Reihe von Hindernissen, wie etwa die überraschende Beendigung der Miet- und Nutzungsvereinbarungen an den Standorten München und Berlin durch die Bavaria-Film-Gruppe. Auch hier gab es seitens der Bavaria Überlegungen, das Gelände anderweitig zu nutzen. Dennoch konnte der Insolvenzverwalter kurzfristig einen Investor finden.

"Ich freue mich, dass es uns trotz widriger Umstände gelungen ist, während des Insolvenzverfahrens am Markt erfolgreich zu bestehen und schlussendlich die bestmögliche Lösung für die Cinepostproduction zu finden. In einem herausfordernden Branchenumfeld ist die MTI Teleport bestens aufgestellt, wovon auch die Mitarbeiter profitieren werden", sagt Rechtsanwalt und Steuerberater Ammann.

Ludwig Schäffler.Geschäftsführer der MTI Teleport, erklärte: "Mit der Übernahme können wir unser Leistungsportfolio rund um die digitale Content-Contribution ideal ergänzen und sehen insbesondere für das eDelivery - also die digitale Filmanlieferung via Datenleitung in die Kinos - und weitere moderne Distributionsverfahren in den kommenden Jahren noch viel Entwicklungspotenzial."

Die MTI Teleport und deren verbundene Gesellschaften beschäftigen rund 100 Mitarbeiter und verfügen über langjährige Erfahrungen im Bereich Übertragungstechnologie via Glasfasernetz oder Satellit und will die Marke Cinepostproduction nach den jetzigen Planungen weiterhin erhalten.

Die Cinepostproduction GmbH mit Sitz in Grünwald ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der CineMedia Film AG. Beide Gesellschaften mussten im August 2013 Insolvenz anmelden. Seither führte Insolvenzverwalter Stephan Ammann den Geschäftsbetrieb erfolgreich fort.

Quellen: Blickpunkt:Film | filmecho

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