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"Saint Laurent" liegt in Führung bei den Césars 2015

Sieben César Nominierungen für "Saint Laurent".



In Frankreich war das zurückliegende Filmjahr geprägt von der filmischen Würdigung des international bekannten französischen Modeschöpfers Yves Saint Laurent, der 2008 verstarb. Als Kind einer während des deutsch-französischen Krieges 1870/1871 aus Elsass-Lothringen nach Nordafrika ausgewanderten Familie wuchs er in der französischen Kolonie Algerien auf und sollte später in den Augen der Fachwelt zum stilbildenden Revolutionär des Modedesigns werden, der den Begriff der Haute Couture wie kein anderer prägte und noch heute als Koryphäe auf dem Gebiet der gehobenen Damenmode gilt. Das Leben und Schaffen des begeisterten Kunstsammlers wurde 2014 in zwei Filmen selbst zur Filmkunst hochstilisiert, die damit dem 40. französischen Filmpreis César eine selten gesehene Kuriosität bescheren.

Gleich zwei biografische Dramen über Yves Saint Laurent liegen also im Wettstreit miteinander, wie z.B. in der durch die besondere Personalie sehr interessanten Hauptdarstellerkategorie, und können auf insgesamt 17 Preise hoffen. Die Verleihung der Césars wird am 20. Februar 2015, traditionell zwei Tage vor der Vergabe der Oscars, im Théâtre du Châtelet in Paris abgehalten.

Die Nominierungen für die diesjährige Jubiläumsausgabe der Césars wurde bereits am 28. Januar 2015 bekannt gegeben. Richard Linklater ist als bester ausländischer Film mit "Boyhood" darunter. "Boyhood" ist quasi die Fortsetzung der zuvor in Frankreich - speziell Paris - spielenden, erfolgreichen Linklater Filme "Before Midnight" (2013), "Before Sunset" (2004) und "Before Sunrise" (1995). Gemeinsames Verbindungsglied ist in allen vier Filmen der US-amerikanischer Schauspieler Ethan Hawke als Liebhaber der Französin Celine im ersten Teil und Film-Vater des jungen Mason zuletzt in "Boyhood".

Als weitere beste ausländische Produktionen stehen zur Auswahl: "12 Years a Slave", "Grand Budapest Hotel", "Ida", "Mommy", "Winterschlaf" und die französisch, belgisch, italienische Koproduktion "Zwei Tage, eine Nacht" von Jean-Pierre Dardenne, dessen Trailer wir hier erstmals eingebunden haben.



Aus den bekannt gegebenen Nominierungen für die diesjährige Verleihung der französischen Filmpreise geht dafür natürlich ein französischer Autorenfilm als Favorit hervor. Die größte Anzahl an César-Nominierungen erhielt Bertrand Bonellos Biopic „Saint Laurent", der in gleich zehn Kategorien auf einen Preis hoffen kann, darunter als bester Film. Hier der Trailer mit Gaspard Ulliel, der in Deutschland leider bisher keinen Verleih gefunden hat:



Die andere, ebenfalls im vergangenen Jahr angelaufene Filmbiografie des berühmten Modemachers – „Yves Saint Laurent“ von Jalil Lespert – wurde in sieben Kategorien nominiert, wenn auch nicht als bester Film. Der Vergleich zwischen den Biopics dürfte insbesondere in der Kategorie des besten Schauspielers für Spannung sorgen, in der die beiden Saint-Laurent-Darsteller Gaspard Ulliel und Pierre Niney als Favoriten gelten. Hier der zweite Trailer mit Pierre Niney, der schon im April 2014 im Berliner Zoo Palast vor zahlreichen, geladenen Ehrengästen seine Deutschlandpremiere hatte:



Mit neun Nominierungen gilt Thomas Cailleys skurriles Regiedebüt „Les Combattants“ als anderer großer César-Favorit, unter anderem auch für den Preis des besten Films. Dieser könnte, nicht zuletzt angesichts der aktuellen politischen Ereignisse der letzten Wochen, jedoch auch an „Timbuktu“ von Abderrahmane Sissako, ein Drama vor dem Hintergrund des islamistischen Terrors, gehen.

Die Erfolgskomödie „Verstehen Sie die Béliers?“ kann in sechs Kategorien auf einen Preis hoffen, darunter Ehrungen für jeden der vier Hauptdarsteller und auch als bester Film.

Hoffnungen auf einen "französischen Oscar" in der Kategorie Bester Film können sich außerdem machen: "Eastern Boys - Endstation Paris", "Hippocrate", und "Die Wolken von Sils Maria", der von Pallas Film aus Halle an der Saale mitproduziert wurde. Parallel dazu wurden alle Regisseure der genannten Filme - bis auf eine Ausnahme - auch in der Regie-Kategorie nominiert. Nur Céline Sciamma wurde dort neu aufgenommen für "Bande de filles" ("Béliers"-Regisseur Eric Lartigau hingegen nicht). Die anderen nominierten Regisseure sind: Thomas Cailley ("Les Combattants"), Robin Campillo ("Eastern Boys - Endstation Paris"), Thomas Lilti ("Hippocrate"), Bertrand Bonello ("Saint Laurent") und Olivier Assayas ("Die Wolken von Sils Maria"), dessen Trailer wir hier zeigen.



Als beste Hauptdarstellerinnen wurden vorgeschlagen: Juliette Binoche für "Die Wolken von Sils Maria", Marion Cotillard für "Zwei Tage, eine Nacht", Catherine Deneuve für "Dans la cour", Emilie Dequenne für "Pas son genre", Adèle Haenel für "Les Combattants", Sandrine Kiberlain für "Elle l'adore" und Karin Viard für "Verstehen Sie die Béliers?".

Bei den Männern treten in Konkurrenz: Niels Arestrup für "Diplomatie" von Volker Schlöndorff, Guillaume Canet für "La prochaine fois je viserai le coeur", François Damiens für "Verstehen Sie die Béliers?", Romain Duris für "Eine neue Freundin", Vincent Lacoste für "Hippocrate" sowie Pierre Niney und Gaspard Ulliel - beide für ihre Performance als Yves Saint Laurent in "Yves Saint Laurent" respektive "Saint Laurent".

Den Ehren-César erhält in diesem Jahr Hollywoodstar Sean Penn. Die Schirmherrschaft über die Zeremonie übernimmt am 20. Februar 2015 der Komiker Dany Boon während Édouard Baer, der diesen Job schon 2001 und 2002 innehatte, die Veranstaltung moderieren wird. Eine Liveübertragung des Events findet unverschlüsselt via Canal+ statt.

Die vergebenen Preise werden wir nachträglich an dieser Stelle veröffentlichen, sobald sie uns bekannt sind.

Link: www.academie-cinema.org/ceremonie/nommes.html
Quellen: Blickpunkt:Film | filmecho | Wikipedia | YouTube

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