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11. Türkische Filmwoche in Berlin und Potsdam

Erstmalig ist ab dem 21. März 2013 auch das UCI-Kinocenter in Potsdam Gastgeber.



Nach dem erfolgreichen 10jährigen Jubiläum der türkischen Filmwoche Berlin, die erstmals im vergangenen Jahr im UCI-Kinocenter Colosseum stattfand, gesellt sich ab dem 21. März 2013 auch das UCI Kinocenter in Potsdam dazu und wird bis zum 23.3.2013 ein etwas kleineres Segment des türkischen Kinos mit insgesamt fünf Filmen erstmalig auch dem Potsdamer Publikum zugänglich machen.

In Berlin wurde der Eröffnungsfilm der türkische Filmwoche bereits am 16. März 2013 wieder im Colosseum an der Schönhauser Allee präsentiert. Noch bis zum 24.3.2013 werden dort in zwei Kinosälen des UCI-Kinocenters zum Teil mehrere Vorstellungen mit türkischen Filmen um 14:00, 17:00 und 20:00 Uhr gezeigt.

Dass das türkische Kino heute von einer ästhetischen und inhaltlichen Vielfalt geprägt ist, die im internationalen Vergleich ihresgleichen sucht, steht in direktem Zusammenhang mit dem enorm wachsenden Interesse der Bevölkerung an einheimischen Filmen: laut Angaben des Türkischen Kulturministeriums stieg nicht nur die Gesamtzahl der Kinogänger seit 2006 um 50 Prozent – 2012 bevorzugte knapp die Hälfte aller Zuschauer einen türkischen Film.

Mit der diesjährigen Filmauswahl soll dafür gesorgt werden, dass dieser einen Vorgang reflektiert, der gegenwärtig in der Türkei einen Umdenkungsprozess in Gang setzt und diesen massiv antreibt: die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Ihre Verantwortung gegenüber der Geschichte nehmen auch die Filmemacher an. Sie tragen mit anregenden Filmen ihren Anteil zur Debatte bei, die sie in unterschiedlichsten Genres und Macharten präsentieren: Während „Delikanlım İyi Bak Yıldızlara” die Zuschauer mit dem Umgang der Justiz mit den Protagonisten der 68er Bewegung konfrontiert, macht “Taş Mektep” die Zuschauer mit einer bewegenden Episode aus Atatürks Befreiungskrieg bekannt. Während “Vor Menekşe” an die Toten in Sivas gemahnt, macht “Babamın Sesi” allen das Massaker in Maraş gegenwärtig.

Bei dem Bemühen der Veranstalter, dem Publikum möglichst viele Beispiele aus dem aktuellsten türkischen Kino darzubieten, wird die Qualität nicht vernachlässigt: Filme wie „Kelebeğin Rüyası”, “Uzun Hikaye”, “Cennetteki Çöplük” oder “Tepenin Ardı” warten mit Festivalauftritten, Preisen wie auch Kassenerfolgen auf.



Das hier abgebildete Foto stammt aus dem Film HÜKÜMET KADIN – STATTLİCHE FRAU, der am Freitag, den 22.3.2013 im Saal A des Colosseums um 17:00 Uhr läuft. Die Kassenschlager-Komödie im Retro-Look mit dem weiblichen Star des Genres Demet Akbağ in der Hauptrolle, ist die Geschichte der Großmutter von dem Regisseur und Drehbuchautor Sermiyan Midyat, die die Gemeinde von 1957-1960 verwaltet hatte. Xate, Analphabetin, verheiratet mit 14 Jahren und Mutter von acht Kindern, wurde die erste Bürgermeisterin der südostanatolischen Provinz Midyat, deren Geschicke sie nachhaltig veränderte. Geschickt setzt Midyat Seitenhiebe auf Zwangsheirat oder Staatsstreiche ein, indem er sich humorvoll mit dem türkisch-kurdischen Konflikt, Feminismus sowie Problemen Südostanatoliens auseinandersetzt.

Das komplette Filmprogramm von Berlin und Potsdam kann hier als PDF abgerufen werden.
Weitere Infos unter: tuerkischefilmwoche-berlin.de | www.uci-kinowelt.de

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