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Reinhold Vorschneider erhält Marburger Kamerapreis

Marburger Kamerapreis 2013 geht an Vertreter der Berliner Schule.



Die goldenen und silbernen Bären sind auf der 63. Internationalen Filmfestspielen Berlin vergeben worden. Etwas im Abseits des Medienrummels steht dagegen der Marburger Kamerapreis, der ebenfalls alljährlich vergeben wird und diesmal an einen Vertreter aus dem Forum der Berlinale geht. Es ist wahrscheinlich der letzte Preis, der in diesem Jahr an einen Film vergeben wird, der auf den Berliner Filmfestspielen für Beachtung sorgte. "HALBSCHATTEN" ist das Regiewerk von Nicolas Wackerbarth, für das der diesjährige Kamerapreisträger Reinhold Vorschneider den mit 5.000 Euro dotierten Marburger Kamerapreis 2013 erhält.

Zum Film: Sommertage im Süden Frankreichs. Eine Villa am Hang mit offenem Blick aufs Meer. Merle folgt der Einladung eines ihr vertrauten Mannes. Die Geliebte trifft dort auf die Kinder, die von einem Verhältnis ihres Vaters nichts wissen. Ein leiser, aber hartnäckiger Kampf um den Status quo beginnt.

So gesehen ist HALBSCHATTEN ein Thriller über einige ereignislose Tage. Ich frage mich, wie man mit filmischen Mitteln zeigen kann, was im Innersten verborgen bleibt.”, sagt Wackerbarth über seinen Film. Wer, wenn nicht Vorschneider, dürfte dieser Aufgabe bestens gewachsen sein, der bereits seit den 1980ern durch seine abwechslungsreiche und präzise filmische Bildgestaltung in Erscheinung trat.

Der 1951 geborene Reinhold Vorschneider arbeitete mit bedeutenden Autorenfilmern wie Rudolf Thome, Angela Schanelec und Thomas Arslan zusammen. Zudem war er an TV-Produktionen des Regisseurs Michael Kreihsl beteiligt. Mit seiner visuellen Ästhetik ist er ein Vorreiter der Berliner Schule. Für seine Arbeit in Benjamin Heisenbergs hoch gelobtem Drama „Der Räuber“ wurde er 2010 für den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Kamerapreis und den Österreichischen Filmpreis nominiert.

Die Philipps-Universität Marburg und die Universitätsstadt Marburg loben den von Prof. Dr. Karl Prümm initiierten Marburger Kamerapreis dieses Jahr zum 13. Mal aus. Reinhold Vorschneider nimmt den Preis am 8. März um 20:00 Uhr in der Alten Aula der Philipps-Universität Marburg entgegen. Hier der Trailer zum Kamerapreis.



Warum ein Kamerapreis?

Der Film ist immer auch eine Kunst des Sehens, des Sichtbarmachens? der stilisierenden Durchdringung des vorgefundenen Materials. Dessen atmosphärische Gestaltung, seine Ausleuchtung und Komposition bestimmen in tiefgreifender Weise unsere Auffassung des einzelnen Filmes, die Art, wie wir das Gezeigte erleben, wie wir uns einbeziehen lassen oder auf Distanz gehen.

Ungeachtet dieser scheinbar trivialen Tatsache führt die Kameraarbeit nach wie vor ein Schattendasein, ist kaum etwas bekannt über die Arbeitsbedingungen und Leistungen der Bildgestalter. Es sind der Regisseur oder die Regisseurin, die Schauspielerinnen und Schauspieler, deren Namen sich mit den bewegten Bildern verknüpfen, und denen man primär das gestalterische Wirken zuspricht. Der Marburger Kamerapreis, als Auszeichnung für herausragende Bildgestaltung im Film, möchte hier zu einer Verschiebung des Blickes, zu einer Veränderung der Wahrnehmungsweise filmischer Arbeit beitragen.

Wer wird ausgezeichnet?

Der Preis wird für national und international herausragende Bildgestaltung im Film und im Fernsehen verliehen. Es kann das Gesamtwerk eines Kameramanns oder einer Kamerafrau gewürdigt werden, eine vorbildhafte und bahnbrechende Leistung bereits etablierter, aber auch die hervorstechende Arbeit noch unbekannter Bildgestalterinnen und Bildgestalter, die derart eine wichtige Bestätigung und Ermunterung erfahren. Die Auszeichnung kann für den Bereich des Spielfilms, aber auch für Dokumentar- oder Experimentalfilme verliehen werden.

Der MARBURGER KAMERAPREIS wird im Rahmen der MARBURGER KAMERAGESPRÄCHE verliehen, die jeweils Mitte März stattfinden. Die Mitveranstalter der MARBURGER KAMERAGESPRÄCHE sind der Bundesverband Kamera e.V. und die MARBURGER FILMKUNSTTHEATER.

Weitere Infos unter www.marburger-kamerapreis.de

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