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Filmfest Hamburg - Die Hansestadt feiert Filmjubiläum

Triple-Jubiläum beim 20. Filmfest Hamburg 2012.



Das Filmfest Hamburg feiert dieses Jahr vom 27. September bis 6. Oktober 2012 sein 20-jähriges Bestehen und auch Albert Wiederspiel kann sich in diesem Jahr über sein zehnjähriges Jubiläum als Leiter des Filmfests Hamburg freuen. Gleichzeitig dürfen auch die jungen Kinobesucher 2012 stolz auf einen runden Geburtstag sein. Der „Michel“, das Kinder und Jugend Filmfest Hamburg, wird zehn Jahre alt.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz ist schon jetzt voller Vorfreude: "Das Filmfest Hamburg ist seit 20 Jahren eine feste Größe in der Festivallandschaft der Stadt. Mit seinem Angebot an aktuellen und interessanten Produktionen aus aller Welt steht es beispielhaft für die Bedeutung und Vielfalt des Film- und Medienstandortes und der Kulturstadt Hamburg. Ein guter Grund zum Feiern."

"Alles Anders!" heißt es im Jubiläumsjahr nicht nur beim Trailer, denn diesmal wird mit mehr als 40.000 Zuschauern gerechnet. Insgesamt erwarten die Zuschauer in sieben Hamburger Kinos, dem Abaton, im Cinemaxx Dammtor, im Metropolis, im Passage-Kino, im Studio-Kino, im 3001 und im B-Movie mehr als 140 nationale und internationale Produktionen.



Eigene „16:9“-TV-Sektion beim Filmfest Hamburg
Friedemann Beyer, der bis Oktober 2007 als Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung tätig war und zuvor als Filmjournalist und TV-Redakteur bekannt wurde, leitet in diesem Jahr beim Filmfest Hamburg die Sektion 16:9 – Fernsehen im Kino. Zwölf ausgewählte TV-Spielfilme werden auf großer Leinwand im Kino zu sehen sein. Zu gewinnen gibt es in der Reihe auch dieses Jahr wieder den TV-Produzentenpreis. 30.000 Euro stellt die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg zur Verfügung. Das Preisgeld ist zweckgebunden an die Umsetzung eines Filmprojekts bei einem Hamburger Dienstleister aus dem Produktions- oder Postproduktionsbereich und muss bis Oktober 2014 verwendet werden.

Bavaria sponsert Hamburger Kinder Filmfest
Die neue Leiterin Lilli Hartwig des ins Filmfest Hamburg integrierte 10. Michel Kinder und Jugend Filmfestes konnte einen neuen Sponsor für den Michel Award an Land ziehen. Die Münchener Bavaria Film, die seit Ende 2010 eine Niederlassung in der Hansestadt unterhält, stiftet die 5000 Euro Preisgeld für den Preis, mit dem die beste Regieleistung ausgezeichnet wird. Zwischen 28. September und 6. Oktober 2012 werden im Hamburger Abaton-Kino 11 Filme gezeigt, über die eine Kinder-Jury urteilen wird. Wie in den Jahren zuvor wurde das Programm zum großen Teil gemeinsam mit dem Internationalen Frankfurter Kinderfestivals LUCAS rekrutiert.

NDR stiftet Nachwuchspreis
Auch der NDR weitet im 20. Jubiläumsjahr des Festivals seine Kooperation und Partnerschaft mit dem Filmfest Hamburg aus und sponsert erstmals den NDR-Nachwuchspreis in Höhe von 5000 Euro.

"Dass Fernsehen und Film ihre Stärken zum Besten bündeln können, zeigt sich immer wieder beim Filmfest Hamburg - wir freuen uns, als Medienpartner dabei zu sein. Junge Künstler zu unterstützen, ist uns dabei besonders wichtig. Wir haben etwa Fatih Akin sehr früh als Talent erkannt und intensiv gefördert. Mit dem NDR Nachwuchspreis wollen wir junge Regisseure ermutigen, auch in Zukunft anspruchsvolle Filme zu produzieren", begründet Lutz Marmor, Intendant des NDR, sein Engagement.

Während des Festivals werden zwölf für diesen Preis nominierte Filme gezeigt. Eine speziell ausgewählte Fachjury prämiert bei der Abschlussfeier von Filmfest Hamburg den Gewinner. Gefördert werden sollen Filmschaffende, die bei Filmfest Hamburg ihr Langfilmdebüt oder ihre zweite Regiearbeit zeigen. Der NDR Nachwuchspreis löst den Preis »Die Elfe« ab, die seit 2008 bei Filmfest Hamburg jedes Jahr verliehen wurde.

Amerikanisch-indische Koproduktion eröffnet Filmfest Hamburg
Das Regiedebüt "Valley of Saints" des in den USA geborenen indischstämmigen Regisseurs Musa Syeed eröffnet am 27. September 2012 die 20. Ausgabe des Filmfest Hamburg. Syeed erzählt in der amerikanisch-indischen Koproduktion, die u.a. im Januar dieses Jahres auf dem Sundance Film Festival mit dem World Cinema Audience Award ausgezeichnet worden war, die Geschichte des jungen Bootsmannes Gulzar, der zusammen mit seinem besten Freund beschließt, der Armut und dem Krieg in seiner Heimat Kaschmir zu entfliehen und nach Dehli zu gehen. Doch eine über Provinz verhängte Ausgangssperre sowie eine junge Wissenschaftlerin, die er an seinem einfachen Stelzenhaus bei der Entnahme von Wasserproben kennenlernt, scheinen diese Pläne zu durchkreuzen. Als ihm das Ausmaß der Umweltverschmutzung am idyllisch gelegenen Dal-See klar wird und er sich zusätzlich in Asifa verliebt, gerät seine Welt aus den Fugen. Wofür soll er sich entscheiden? Für ein fortschrittliches Leben in der glitzernden Großstadt oder für seine Heimat? Hier der Trailer!



"Kaschmir ist auf der cineastischen Landkarte ein weißer Fleck. Es gibt kaum Kinos und selbst der Hauptdarsteller, ein Laienschauspieler, hat bis heute 'Valley of Saints' noch nie auf einer Leinwand gesehen. Wir wollen unseren Zuschauern Kaschmir auf diese Weise vorstellen: die beeindruckende Natur und die Mythen der Vorfahren auf der einen und die bei uns oft vergessene politische Instabilität in dieser Region auf der anderen Seite", begründet Festivalleiter Albert Wiederspiel die Wahl des Eröffnungsfilms, den Kairos Film von Alexander Kluge am 17. Januar 2013 in die deutschen Kinos bringt.

Beim Filmfest Hamburg geben auch dieses Jahr wieder rund 140 Filme Einblicke in Geschichten, Träume und Lebensweisen aus über 40 sowohl großen, aber eben auch kleinen Ländern. Denn was passiert eigentlich in Ländern wie Estland, Serbien oder Chile abseits unserer täglichen Nachrichtenmeldungen über Krise in Europa, Revolution im Nahen Osten oder Wahlkampf in den USA.

Für das 20. Filmfest lag es mir besonders am Herzen, Produktionen auch aus filmisch ganz unbekannten Ländern und Regionen zu zeigen. Besonders erfreulich ist, dass Marokko mit mehreren Produktionen vertreten ist. Und dass wir eine Fernost Sektion zusammengestellt haben mit Beiträgen aus Malaysia, Nepal und vielen anderen Ländern. Ich hoffe, dass auch der Eröffnungsfilm geografisch eine Überraschung sein wird“, so Festivalleiter Albert Wiederspiel.

Mit dabei ist auch der neue Film des preisgekrönten rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu. Im Drama „Beyond the Hills“ stehen zwei junge Frauen im Mittelpunkt, die zusammen im Waisenhaus aufgewachsen sind. Als sie sich nach Jahren wiedersehen, kommt es zum Konflikt. In Cannes gewann der Film 2012 den Drehbuchpreis und den Preis für die besten Hauptdarstellerinnen Cristina Flutur und Cosima Stratan. „Beyond the Hills“ ist einer der Filme, die zum diesjährigen Programmschwerpunkt Glaube gehören, einem visuellen Wegweiser zum Evangelischen Kirchentag 2013 in Hamburg.

Mit dabei sind u. a. auch der neue Film von Xavier Dolan, „Laurence Anyways“ (läuft in der Sektion Voilà!) und Cate Shortland mit dem australischen Independentfilm „Somersault“.

In der TV-Sektion 16:9 zeigt Matti Geschonneck sein Krimidrama „Tod einer Polizistin“, die Geschichte einer Abrechnung. In den Hauptrollen der ZDF-Produktion sind Götz George und Jürgen Vogel zu sehen. Auch der international bekannte Hamburger Filmemacher Fatih Akin, zeigt nach Cannes bei Filmfest Hamburg seinen neuen Dokumentarfilm „Müll im Garten Eden“. Er läuft in der bereits fest etablierten Umwelt-Sektion Drei Farben Grün. Neu sind bei Filmfest Hamburg die Sektion TANZ!, Nachfolgerin der Sektionen KUNST! (2010) und MUSIK! (2011) und die Sektion Asia Express mit Filmen aus dem fernen Osten.

Douglas-Sirk-Preis für Kim Ki-duk in Hamburg
Der südkoreanische Regisseur Kim Ki-duk erhält im Jubiläumsjahr den Douglas-Sirk-Preis, der jedes Jahr eine Persönlichkeit verliehen wird, die sich durch ihre Arbeit um die Filmkultur verdient gemacht hat. Kim Ki-duk wird den Ehrenpreis des Filmfests am 4. Oktober in Empfang nehmen. Anschließend wird sein neuer Film "Pieta" als Deutschlandpremiere gezeigt.

"Kim Ki-duk ist ein Regisseur, der die Kunstform Film ständig hinterfragt. In den letzten Jahren hat er sich sogar selbst als Künstler in Frage gestellt. Diese Art von Reflexion honorieren wir gerne. Außerdem ist sein 18. Film Pieta ein durch und durch Douglas Sirk würdiges Melodram, auch wenn sich die Filmsprache seit den 50er Jahren stark verändert hat", erklärt Festivalleiter Albert Wiederspiel.

Kim Ki-duk wurde 1960 in Bonghwa, Südkorea geboren, mit neun Jahren zog seine Familie in die Hauptstadt Seoul. Über seine Kindheit sagt Kim Ki-duk: "Ich wurde sehr militärisch aufgezogen. Schläge gehörten zur Tagesordnung. Ich spüre den Schmerz nicht mehr." Nach diversen Gelegenheitsjobs und abgeleistetem Militärdienst beschloss Kim Ki-duk 1990 zunächst Malerei in Paris zu studieren, um sich dann wenig später dem Film zu widmen. Seit 1996 hat er 18 Filme gedreht. Speziell in Europa wird sein Werk von Kritik und Publikum geschätzt. Nur wenigen asiatischen Filmschaffenden wird hierzulande so viel Aufmerksamkeit zuteil. Er wurde vielfach ausgezeichnet, darunter 2004 auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären für "Samaria" und dem Silbernen Löwen in Venedig für "Bin Jip" sowie voriges Jahr in Cannes in der Sektion »Un Certain Regard« für sein Selbstporträt "Arirang".

In seinem neuen Film "Pieta" konfrontiert Kim Ki-duk die Zuschauer mit einem Drama, das sich den Themen Schuld und Sühne widmet. Wohl auch unter dem Eindruck der andauernden Wirtschaftskrise erzählt Kim Ki-duk von einem Schuldeneintreiber, der die Menschen für ihre Rückzahlungsunfähigkeit mit brutaler Gewalt und Verstümmelungen bestraft. "Was ist Geld" will der Protagonist an einer Stelle von seiner Mutter wissen. "Anfang und Ende aller Dinge" ist ihre Antwort.

Der Hamburger Filmszene ist Kim Ki-duk verbunden, seit sein Film "Frühling, Sommer, Herbst, Winter und... Frühling" mit Mitteln der dortigen Filmförderung unterstützt und in Hamburg postproduziert wurde. MFA+ Film Distribution wird den Film voraussichtlich erst nächstes Jahr bundesweit in die Kinos bringen.

Links: www.filmfesthamburg.de | www.michel-kinderfilmfest.de
Quellen: ots news aktuell | Filmfest Hamburg | Blickpunkt:Film | filmecho


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