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45. Internationale Hofer Filmtage

Hof - Das bedeutendste Festival für den Deutschen Nachwuchsfilm.



Heinz Badewitz, dienstältester Festivalchef, kann nunmehr auf 45 Jahre erfolgreiche internationale Filmfestspiele in dem kleinen bayerischen Ort Hof zurückblicken. Wahrscheinlich hätten die Hofer Filmtage, die diesmal vom 25.-30. Oktober 2011 stattfinden, niemals einen solch wichtigen filmpolitischen Stellenwert einnehmen können, wenn die Stadt nicht in unmittelbarer Reichweite des Transitweges Berlin - München an der bayerischen Grenze zur DDR gelegen hätte.

Inzwischen sind die Internationalen Hofer Filmtage ein jährlich stattfindendes Filmfestival, bei dem neben vereinzelten ausländischen Produktionen vor allem der deutsche Film im Fokus steht. Auch diesmal werden, in Anwesenheit bekannter Größen der Filmindustrie, an sechs Tagen in zwei Kinos und insgesamt acht Kinosälen ca. 130 Vorstellungen angeboten.

Home of Films“ nannte Wim Wenders das Filmfest, das sich mit keinem Roten Teppich und angestrengtem Glamour schmückt, dafür mit Bratwürsten, Weißbier, Fussballspiel und einem erstaunlich guten Programm. Hof – dieses deutsche Festival erhält jedes Jahr neue Liebeserklärungen von Filmemachern – zu Recht. Schon 1963 wollte Heinz Badewitz Filme machen und ging deshalb nach München, denn das war damals die Filmhauptstadt Nummer Eins in Deutschland. In der Filmstadt bei der Bavaria in Geiselgasteig wurde er Kamerasssistent und drehte mehrere Kurzfilme, die dann auf den Kurzfilmtagen in Oberhausen liefen, dem wichtigsten Kurzfilmfestival der Welt zu damaliger Zeit. Doch dann kam der Skandal um Hellmuth Costards Film "Besonders Wertvoll", der sich um das männliche Glied drehte und nicht in Oberhausen gezeigt werden durfte. Darauf drehten fast sämtliche Filmemacher aus Deutschland dem Festival in Oberhausen den Rücken zu und veranstalteten ihr eigenes Filmfestival in Hof. Ein Kinovorführung in München wurde ihnen nämlich ebenfalls verwehrt. Heinz Badewitz war ja ein Vertreter der 68er Generation mit langen Haaren und die wollte man in der Bayerischen Landeshauptstadt nicht haben. So fuhren alle nach Hof und trafen sich seitdem jedes Jahr wieder dort.

Aber auch in Berlin ist Heinz Badewitz kein Unbekannter. Zur Berlinale veranstaltet er seit etlichen Jahren die Reihe German Cinema, bei der die wichtigsten Produktionen der vergangenen Monate aus Deutschland den ausländischen Gästen noch einmal präsentiert werden.

"Bastard" eröffnet Hof
Die 45. Internationale Hofer Filmtage werden am 25. Oktober mit Carsten Ungers Thriller "Bastard" mit Martina Gedeck als Polizeipsychologin eröffnet werden. Unger ist kein Unbekannter in Hof, er zeigte dort bereits seine Kurzfilme "Zahme Vögel" und "Der blaue Affe".

"In der diesjährigen Auswahl sind viele Independent-Produktionen zu entdecken, viele spannende, interessante Geschichten zu finden, die sich mit Globalismus, aber auch mit den Nischen in dieser Welt beschäftigen. Vor allem ist eine wiederaufflackernde Hinwendung zum Genre-Kino unter den deutschen Filmemachern zu bemerken.", fasst Festivalleiter Heinz Badewitz die Trends zusammen.

Der britische Regisseur David Mackenzie ist nach Hof geladen, um sein gesamtes Werk persönlich vorzustellen, u.a. "Young Adam", "Hallam Foe" und seinen neusten Film über zwei konkurrierende Rockmusiker, "You Instead".

Zum aus Independents aus Deutschland und dem Rest der Welt zusammengestellten Programm gehören Sylke Enders' "Schlitten auf schwarzem Schnee" und Didi Danquarts Verfilmung von Judith Kuckarts Roman "Bittere Kirschen", Maggie Perens Flüchtlings-Drama "Die Farbe des Ozeans" und Emily Atef Thriller-Drama-Mix "Töte mich".

Valérie Donzelli wird ihr von Frankreich für eine Oscar-Nominierung eingereichten "La guerre est declarée" vorstellen. Sie war ebenso bereits zu Gast in Hof wie Urszula Antoniak, die nach "Nothing Personal" ihren neuen Film "Code Blue" präsentiert.

Der bereits auf anderen Festivals hochgelobte Debütspielfilm von Mike Cahill, "Another Earth", und Pål Sletaunes auch in Deutschland gedrehter Thriller "Babycall" mit Noomi Rapace sind weitere spannende Genre-Filme im Programm.

Titel aus Österreich sind Thomas Roths "Brand", Erwin Wagenhofers Spielfilmdebüt "Black Brown White" und Peter Payers "Am Ende des Tages".

Mehr Infos unter www.hofer-filmtage.com
Quelle: critic.de | Blickpunkt:Film | Wikipedia


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