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Berliner Grenzkinos 1950 bis 1961

Filmische Sonderveranstaltungen zum 50. Jahrestag des Mauerbaus.


Der 13. August, dem 50. Jahrestag des Mauerbaus in Berlin, war Ausgangspunkt für zahlreiche Veranstaltungen in der Stadt die u.a. von den Kulturprojekten Berlin gebündelt wurden. Allein für den Monat August wurden im Veranstaltungskalender rund 100 Veranstaltungen offeriert, darunter Ausstellungen, Filmreihen, Vorträge, Führungen, Lesungen, Podiumsdiskussionen, Konzerte oder Kanuexkursionen auf der Spree.

Bei der Fülle der Angeboten fällt es nicht leicht, besondere Empfehlungen zu geben, die nicht an anderer Stelle schon bekannt gemacht wurden. Trauriges wie skurriles - kurze oder lange Filme - auf der offiziellen Website www.50JahreMauerbau.de werden umfangreiche Information der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin: "Viele Aktivitäten näherten sich auf unterschiedlichste Weise diesem Jahrestag und einige laden noch bis zum Jahresende zu einem aktiven Erinnern ein. Gerade auch junge Menschen sollen mit unseren Angeboten die Möglichkeit erhalten, über diesen Teil unserer Geschichte mehr zu erfahren."

Dies gilt beispielsweise auch für die Ausstellung DER GETEILTE BAHNHOF im Bahnhof Berlin Friedrichstraße, die aufgrund der großen Publikumsresonanz bis zum 23. August 2011 verlängert wurde.

Auch die großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien von 23 MAUERBILDERN, die an elf verschiedenen Standorten entlang des ehemaligen Grenzverlaufs aufgestellt wurden, sind im Stadtraum noch bis zum 28. August 2011 sichtbar und geben Zeitgeschichte mit beeindruckenden Momentaufnahmen von der Berliner Mauer wieder.

Mit dem Mauerbau und der Zementierung der Grenze zwischen dem alliierten und dem sowjetischen Sektor endete 1961 auch ein elfjähriges Kapitel Berliner Kinogeschichte, das bis heute wenig Beachtung gefunden hat, die Geschichte der West-Berliner Grenzkinos und ihrer Pendants auf Ost-Berliner Seite.

Die Filmreihe "Flimmern auf dem Eisernen Vorhang BERLINER GRENZKINOS 1950-1961" möchte diesen vergessenen Teil der Berliner Kinogeschichte rekonstruieren.


Die Filmvorführungen, die bereits am 12.08.2011 im Lido Berlin, in der Nähe der Oberbaumbrücke begonnen hatten und oft mit Einführungen ehemaliger Zeitzeugen zum Teil noch an Standorten oder in der Nähe ehemaliger Grenzkinos weiter bis zum 12.09.2011 fortgesetzt werden, sollen an dieser Stelle von uns besondere Erwähnungen finden.

Auf Initiative von Oskar Martay, Filmoffizier der US-Militärregierung und Initiator der Berliner Filmfestspiele, der heutigen Berlinale, wurde im Sommer 1950 die Idee der Grenzkinos in West-Berlin geboren. So boten die Kinos ab Juli 1950 entlang der Sektorengrenze verbilligte und steuerlich subventionierte Filmvorführungen für die Bewohner des sowjetischen Sektors an. Der kulturpolitische Zweck im Zeichen des Kalten Krieges war offensichtlich, die Vermittlung der Werte der „freien Welt“ durch die Filmproduktionen der Alliierten. Das Angebot wurde von den Bewohnern Ost-Berlins begeistert angenommen, in der Regel waren alle verbilligten Vorstellungen ausverkauft, auch wenn es immer wieder zu heftigen internen, aber auch öffentlichen Diskussionen über die Qualität der Filme kam, die in den Grenzkinos gezeigt wurden.

Mit dem Bau der Mauer endete abrupt dieses einzigartige Kapitel Berliner Kinogeschichte, und es zeigte sich dabei, wie ernst Partei- und Staatsführung der DDR die Existenz der West-Berliner Grenzkinos nahmen.
In einer Sondersendung des „Schwarzen Kanal“ wandte sich Karl Eduard von Schnitzler am 13. August 1961 an seine DDR Bürger im Ost-Berliner Fernsehen und verlas in einem Kommentar zum Mauerbau: “Nun ist es aus (...) mit der Vergiftung unserer Jugend in den Grenzkinos.“


Begleitet wird die Filmreihe, die an die Existenz dieser besonderen Kinos im Kalten Krieg und an ihre Filmprogramme erinnern, durch eine Ausstellung in der „Galerie Zero“ (Köpenickerstraße 4, 10997 Berlin), in der Dokumente, Fotos und Filmplakate die Geschichte der Grenzkinos erzählen. Die Einbindung von Interviews mit Zeitzeugen in das Projekt erfolgt in erster Linie in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg.

Die nächsten Termine:

22.08.2011 - Sommerkino Kulturforum Potsdamer Platz: 21.30 Uhr: "BAL" (Berlinale Gewinner 2010)
22.08.2011 - Freiluftkino Insel im Cassopeia: 21:00 Uhr: achtung berlin - new berlin film award präsentiert 3-Stunden Kurzfilmrolle aus den letzten 7 Festivaljahrgängen.
25.08.2011 - Grenzkino-Film im Freiluftkino Kreuzberg: 21.30 Uhr: "Die Halbstarken"
27.08.2011 - Grenzkino-Veranstaltung im Cortina Bob (ehemals „Wiener Lichtspiele“): 21.00 Uhr - "Rock Around The Clock – Außer Rand und Band" mit anschl. Party
29.8.2011 - Filmvorführung im Inselkino Treptow auf der 'Insel der Jugend': (Filmprogramm noch offen)
31.8.2011 - Grenzkino-Film im JKZ „Gérard Philipe“: 15.00 Uhr: "Fanfan, der Husar"
2.-4.9.2011 - Grenzkino-Filme im Arsenal Kino am Potsdamer Platz: u.a. geplant:
Eine Berliner Romanze“, „Nachts, wenn der Teufel kam“, „Sündige Grenze“, „Hotel Adlon“, „Ninotschka“, „Rio Bravo
10.09.2011 - Grenzkino-Film im Filmtheater Friedrichshain: "Sie tanzte nur einen Sommer"

Mehr zu den Programmen unter:
www.50JahreMauerbau.de und www.berliner-grenzkinos.de


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