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Zwei neue Musikfilm Festivals in Berlin (Update)

Musikfilm Marathon in der Charlottenburger Kurbel



Die West-Berliner City ist für Veranstaltungen von Filmfestivals seit mehr als 10 Jahren kaum noch interessant. Seit dem Umzug der Berlinale an den Potsdamer Platz und der Schließung der meisten Lichtspieltheater am Kurfürstendamm spielt sich das aktuelle Kinoleben in den neuen Multiplexen des ehemaligen Ostteils der einst geteilten Stadt ab. Nach der Schließung des Zoo Palastes für einen zweijährigen Umbau sind tatsächlich, aber hoffentlich nur vorübergehend, ein paar Kiezkinos in dem neuen Großbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf übrig geblieben, wie wir am 23. März bereits ausführlich berichteten.

Allein das Filmkunst 66 in der Bleibtreustraße versuchte bis zum letzten Jahr mit einem alljährlichen Independent Filmfest im Sommerloch dem Trend entgegenzusteuern. Seit erstem Januar ist diese Tradition ebenfalls Geschichte, denn das Ehepaar Stadler hat sein Kino an die Ziegler Film GmbH & Co. KG verkauft und ist in den Ruhestand gegangen. (siehe BAF-Blog vom 2. Januar 2011)

Ein paar Straßenzüge weiter versucht aber nun Die Kurbel in der Giesebrechtstraße, endlich mit einem Musikfilmmarathon aus dem Mauerblümchendasein herauszukommen. Vom 28.03. - 10.04. 2011 werden rund 40 künstlerisch herausragende Musikfilme aus 60 Jahren (1950 – 2010/11) gezeigt. Entstanden in Deutschland, Europa, Afrika, Indien, Lateinamerika und den USA reflektieren diese Filme die Entwicklung der modernen Filmsprache ebenso wie die alle Genre umfassende Arbeit an der Musik, ihre Entstehungsbedingungen & Wirkungsgeschichte. Neben ausgewählten Klassikern des Musikfilms werden zahlreiche Filme in Erstaufführung präsentiert und von von ihren RegisseurInnen vorgestellt.

Das Programm umfasst Arbeiten von Satyajit Ray (Indien), Rogelio Paris (Kuba), Fernando Pérez (Kuba), Shirley Clarke (USA), Chris Hegedus/D.A. Pennebaker (USA), Felix Breisach (A), Carrie de Swaan (NL), Jonathan Demme (USA), Cédric Dupire/ Gaspard Kuentz (J/F), Asteris Kutulas/Klaus Salge (GR/D), Claudia von Alemann (D), Christoph Dreher (D), Luc Ferrari (F), Antonia Ganz (D), Jean-Luc Godard (F/GB), Davis Guggenheim (USA), Danièle Huillet/Jean-Marie Straub (F/D), Stéphane Jourdain (F), Mauricio Kagel (Arg/D), Romuald Karmakar (D), Heiner Mühlenbrock (D), Stefan Paul (D), Ingo Rudloff (D), Stefan Schwietert (D/CH), Christian Braad Thomsen (DK), Egbert van Hees (D), Steina & Woody Vasulka (USA), John Vizzusi (USA), Kasper Collin (S), Efi Xirou (GR), Frank Scheffer (NL), Charlotte Zwerin (USA), Renaud Barret/Florent de la Tullaye (Kongo/F), u.a.

Als Eröffnungsfilm wird in Berliner Erstaufführung die Auschwitz-Oper "DIE PASSAGIERIN" von Mieczyslaw Weinberg gezeigt, nach dem gleichnamigen Roman von Zofia Posmysz. Eine weitere Erstaufführung ist die faszinierende Filmdokumentation "MIKIS THEODORAKIS. KOMPONIST" von Asteris Kutulas und Klaus Salge, die mit freundlicher Unterstützung von ZDF/Arte vorab gezeigt werden kann. Der Film wird erst am 9. Mai 2011 im Fernsehen ausgestrahlt.

Weitere Schwerpunkte sind Jazzfilme, die lange nicht mehr gezeigt wurden, aber in diesem Stadtbezirk mit dem Quasimodo Jazzclub unter dem Kino Delphi am Zoo eine lange Tradition haben. Erstmals in Berlin zu sehen ist die "ALBERT-MANGELSDORFF-Rolle", mit 276 Minuten der längste MARATHON-Beitrag.

Musikfilm Marathon
28.03.–10.04.2011
DIE KURBEL
Giesebrechtstr. 4
10629 Berlin
Web: www.die-kurbel.com
Link: www.musik-film-marathon.de

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IN-EDIT Musikfilmfestival (update)



Fast parallel läuft auch im ältesten Kinos Deutschlands, dem Moviemento in Kreuzberg, ein Musikfilmfesival der besonderen Art. Nicht herkömmliche Musikfilme, sondern Dokumentationen über Musikfilme mit kurzen Konzertausschnitten und dazu gedrehten Interviews "Behind the Scenes" stehen im Vordergrund des zumeist englischsprachigen Filmprogramms.

In Edit – Films From The Backstage fand zum ersten Mal 2003 in Barcelona statt und wird nun mit ganz neuen Produktionen vom 5. bis 10. April 2011 im Kino Moviemento gastieren. Der von uns ursprünglich genannte Beginn des Festivals am 1. April war eine Verwechselung des Datums, denn am 1. März 2011 gab es ein Pre-Opening des Festivals mit einem Film über den 1997 verstorbenen amerikanischen Schriftsteller William S. Burroughs, der der Beat Generation zugerechnet wird. Beim Enddatum am 10. April bleibt es dagegen.

Drei Programmreihen umfassen das Festival:
HIDDEN LEGENDS AND SHINY STARS
INTERNATIONAL UNDERGROUND
ARCHIVE GEMS
Die Dokumentationen sind durchweg neueren Datums, die Meisten stammen aus 2010 und nur einige Filme sind aus 2008 oder 2009. Parallel dazu wird im .HBC Club in der Karl-Liebknecht-Str. 9 am Alexanderplatz zu nächtlicher Stunde mit viel Musik weiter gefeiert.

IN-EDIT Musikfilmfestival
5. - 10. April 2011 (Update)
Moviemento Kino
Kottbusser Damm 22
10967 Berlin
030 6924785
Web: www.moviemento.de
Link: www.in-edit.de


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