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ARRI Alexa vs. RED One

Ausgiebige Tests in Babelsberg bei Roland Emmerich’s “Anonymous” Verfilmung.



Die Doppelausgabe 6/10 von Oktober/November der Zeitschrift ZOOM, dem Magazin für Filmemacher, das vereinzelt noch an größeren Kiosken erhältlich ist, bevor am 8. Dezember die neue Ausgabe erscheint, durfte eine der heiß begehrten digitalen Filmkameras von ARRI ausführlich testen. Erst 250 Stück konnte ARRI von der die Alexa seit Juli 2010 ausliefern. Mehr als 600 Modelle wurden jedoch bereits vorbestellt, sodass jemand, der erst jetzt ordert, frühestens in einem halben Jahr beliefert werden kann. Dennoch kündigt ARRI für Anfang 2011 mit der AlexaPlus ein weiteres Modell an, dass unter anderem in der Lage ist, per Funk mit dem Objektiv-Control-System zu kommunizieren. Zudem bietet Alexa Plus einen Monitorausgang sowie einen RS- und einen LensData-Stecker. Weiter ist es laut Hersteller möglich, die BNC-Stecker der Kamera von außen abzunehmen, ohne dass man hierfür die ganze Kamera auseinander bauen müsste, was gerade für Kameraverleiher von Vorteil ist.

ARRIs neue digitale Systemfilmkamera soll im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten von Sony und RED einen besseren integrativen Workflow bieten. Ihr Sensor ist für 2K und HD optimiert, wie wir in einem Update vom 18. September 2010 im BAF-Blog nachtrugen. Während die RED One durch einen größeren Chip mit einer Auflösung von 4480×1920 Pixeln bereits die von Hollywood geforderte 4K Auflösung meistert, bietet die brandneue ARRI Alexa "nur" eine 2K Auflösung in HD mit 1920×1080 Pixeln. Dennoch ist die knapp 50.000 Euro teure Alexa das Beste, was in Deutschland zurzeit für das D-Cinema zu bekommen ist.

Inzwischen soll ARRI auch die Direct-to-Edit (DTE)-Erweiterung als Firmware-Update ausliefern, meldete das Online Magazin film-tv-video. Diese Option ermöglicht es, nativ in den Apple-Formaten ProRes 422 (HQ) und der höchstmögliche Farbabtastrate YCbCr 4:4:4 mit 25 Bilder/sec. auf SxS-Speicherkarten aufzuzeichnen. Der Codec generiert Dateien, die direkt mit dem Apple-Schnittprogramm Final Cut Pro (FCP) verarbeitet werden können.

Ebenfalls seit Oktober 2010 soll zudem ein umfangreiches 3D-Zubehör lieferbar sein. Der hohe Dynamikumfang der Kamera, wie auch die hohe Empfindlichkeit sprechen für den Einsatz zweier relativ leichter 2K-Modelle im Format Super 35 auf einem 3D-Rig. Sogar Hollywood zeigt Interesse an der leichten und kleinen Alexa, denn der Vorläufer, die ARRI D-21, wäre für eine 3D-Kinoproduktion viel zu schwer und zu kompliziert und dreimal so teuer. Außerdem können stereoskopische 3D-Filme bisher noch nicht in 4K-Auflösung im Kino projiziert werden. Mit dem optionalen 3D-Setup wird sogar der Sensor der beiden Alexa-Kameras synchronisiert. Beide Kameras sind mit einem Spezialkabel verbunden, sodass die zweite Kamera automatisch die neuen Einstellungen übernimmt, wenn an einer der beiden Kameras die Settings verändert werden. Das gilt auch für Start-/Stop der Kamera, die Slave-Kamera orientiert sich an der Masterkamera.

film-tv-video: Neue Funktionen bei Alexa, Stereo-3D-Setup


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Der CMOS_Sensor der Alexa ist eine ARRI Eigenentwicklung, der eine größere und nicht etwa eine höhere Dichte an Photozellen besitzt, sodass jede einzelne Zelle mehr Licht abbekommt. Die Red ONE Konkurrenz setzt hier auf mehr Pixel, was auf Kosten des Dynamikumfangs und der Lichtstärke geht. So kann die Alexa mit einer Basis-Sensibilität von 800 ASA und einem Dynamikumfang von 13 Blendenstufen punkten. Der Sensor ist zudem an einer speziellen Aufhängung starr mit dem PL-Mount für die Objektive verbunden, damit bei möglichen mechanischen Einwirkungen durch sehr schwere Objektive das Auflagenmaß sich nicht ändert. Die sensibel im Werk justierten Kalibrierungs-Daten werden bei jedem Start aus einem Flash-Speicher geladen.

Auch das Team von Roland Emmerich war begeistert, welchen Blendenspielraum die Alexa bietet. Die RED zeichnet noch auf CF-Karten, mit einer maximalen Datenrate von 42MB/sec auf und hat noch einen Chip, der im Grunde mit nur 320 ASA bewertet wird, den man aber dennoch in ziemlich extremer Weise unterbelichten kann, ohne dass das Rauschen allzu sehr zunimmt. Doch was der Chip der Alexa kann, ist einfach unglaublich. Während die bei Video-DSLRs übliche Abtastung von 4:2:0 vielleicht eine Blende Spielraum für Korrekturen bietet, sind Clips mit drei bis vier Blendenstufen bei der Alexa immer noch mehr als ansehnlich.

Die Priorität der Alexa liegt im Fokus zwischen Super 16mm und klassischem 35mm Kinofilm. Einige Features fehlen derzeit noch und sollen im November implementiert werden. Dazu gehören Fuktionen wie Audioaufzeichnung, Schärfeassistenz, Zebra und Histogramm.

Es gibt allerding seit der IBC 2010 noch eine preisgünstigere Alternative, für Kunden, die noch eine 16mm ARRI SR besitzen. Für diese lohnt eine Aufrüstung der Kamera mit einem 16Digital SR Magazin von P+S Technik, wodurch die herkömmliche Filmkamera zu einer vollwertigen digitalen Filmkamera wird, wie das nachfolgende YouTube Video zeigt.



Die ersten Units, die noch dieses Jahr für 20.000 Euro ausgeliefert werden, können maximal 30 Bilder/sec. aufzeichnen. Doch schon Anfang nächten Jahres soll es weitere Units für knapp 30.000 Euro geben, die neben 24p und 25p auch das 60p Format beherrschen. Die Umrüstung ist durch Lösen von nur sechs Schrauben am Filmgate möglich, sodass durch den schwimmend gelagerten Sensor ein Einsatz des neuen Filmgates keine Probleme verursachen sollte.

Link: www.film-tv-video.de

PS: Übrigens ZOOM - Das Magazin der Filmemacher zeigt 49 deutsche Independent Kurzfilme auf Vimeo.com. Hier zählt die Idee, der Look, der Charme eines Werks. Reinschauen und immer wieder überrascht werden!

Mehr über ZOOM gibt's auf: www.zoom-video.de


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